Die Sache mit der Dominanz

Das Wort Dominanz und Dominanzproblem bei Hunden ist zu einem richtigen Modewort geworden und muss für alle Probleme im Bereich der Interaktion Mensch - Hund herhalten. Zeit um mit diesem Märchen aufzuräumen. Selbstverständlich ist nicht jeder Hund, der seinen Besitzer anknurrt dominierend über ihn. Häufig ist der Hund einfach nur durch das Verhalten seines Besitzers verstört, verängstigt, fühlt sich in die Ecke getrieben und knurrt, schnappt oder beißt aus einer Abwehrhaltung heraus; aus dem Gefühl sich verteidigen zu müssen. Reagiert man in solch einer Situation mit der körperlichen Unterwerfung des Hundes, wird das Problem nur noch größer.

Aber auch nicht jede Form des Ungehorsams muss gleich ein Dominanzproblem sein. Sicherlich kann man einen jagenden Hund, wenn überhaupt, nur aus eigener Dominanz heraus abrufen. Das Jagen bedeutet jedoch nicht generell, dass der Hund die Rangposition zum Menschen infrage stellt. Meist geht einfach der Jagdtrieb mit ihm durch - mehr nicht. Ach ein Hund, der voller Panik wie wild an der Leine zieht, weil er Panik vor Autos hat, stellt natürlich nicht das Recht des Hundeführeres infrage, den Spazierweg zu bestimmen. Und der Hund der permanent an der Leine zieht muss nicht schlechter untergeordnet sein, als ein Hund der dies nicht tut. Und auch der Hund, der anderen Hunden gegenüber Aggressionsverhalten zeigt, muss nicht die Dominanz des Besitzers damit anzweifeln.

Die Beispiele ließen sich nahezu unendlich fortsetzen. Wichtig ist die Gesamtheit aller Verhaltensweisen des Hundes. Einzelne Probleme sagen absolut gar nichts über ein Dominanzproblem aus.

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