Beim letzten Training gab es wieder viel Abwechslung für Gemma. Einen Teil der Übungen gestalteten wir auf die “ganz besondere Art” und konfrontierten die Hunde mit seltsamen Opfern. Diese liefen zum Teil, sangen Lieder oder schimpften und schlugen mit den Armen!
Gemma zeigte das laufende Opfer nicht an, so dass dieses dann bis zum ersten Bellen stehenblieb und sich erst dann wieder langsam in Bewegung setzte.
Das schimpfende Opfer hat Gemma besonders gut gefallen! Sicherlich hatte es auch damit zu tun, dass sie diesen Menschen sehr gern mag und gerade seine Aktion offenbar besonders lustig fand. Sie bellte, legte die Ohren zurück, grinste und konnte sich vor lauter Wedeln kaum noch beherrschen!
Was hier nach Spielerei aussieht, kann später im Realeinsatz sehr wichtig sein, denn Opfer, die bei Bewusstsein sind, laufen häufiger auch mal vor den Hunden weg oder versuchen, sie zu verscheuchen. Sie sollten sich dann nicht verunsichern lassen, somit müssen wir irgendwann anfangen, diese Situationen zu trainieren.
Auch haben wir damit begonnen, eine unbekannte Anzahl von Opfern zu suchen. Die Personen werden ohne mein Wissen versteckt und mir wird das Suchgebiet gegeben. Dies müssen wir dann vollständig durchsuchen und abschließend die Anzahl der gefundenen Personen angeben. Diese sollte dann möglichst stimmen, das Ganze ist zeitlich begrenzt.
Das schwierigste an dieser Aufgabe ist das Vertrauen, was ich Gemma entgegenbringen muss. Unter Zeitdruck ist es notwendig, das Gebiet zügig zu durchlaufen und dafür zu sorgen, dass Gemma jede Ecke abgesucht hat. Zeigt sie nicht an, so muss ich ihr vertrauen können….ein gewöhnungsbedürftiges Gefühl…
Beim letzten Training suchte ich eine Opferzahl zwischen 1-3. Ich erklärte meinem “Einsatzleiter” meine Suchtaktik und machte mich auf, das Gebiet zu umrunden, 20 Minuten Zeit wurden mir gegeben. Ich hatte bereits fast dreiviertel der Strecke zurückgelegt und immer noch nichts gefunden…Gemma ermüdete langsam und so musste ich nun entscheiden, sie nochmal zur Sicherheit zurück zu schicken oder ihr zu vertrauen und voran zu gehen…
Ich entschied mich für das Vertrauen und ging weiter. Kurze Zeit später fand sie ein Opfer!
Ich hatte das Gebiet nun einmal umrundet und Gemmas Konzentration ließ stark nach. Ich beendete also die Suche und verkündete: Ein Opfer gefunden!
Gespannt wartete ich darauf zu erfahren, ob ich zwei Menschen liegengelassen hatte….NEIN!
Es war tatsächlich nur ein Opfer versteckt worden!
Ein schönes Gefühl, meinem Hund vertrauen zu können!