6. April 2006 von Mark
Zunächst sei erwähnt, dass der Terminus “Kupieren” und nicht “Kopieren” heißt. Vielfach schaffen es nämlich Hundebesitzer, die sich einen kupierten Hund kaufen, noch nicht einmal diese simple Terminologie zu beherrschen.
Was genau passiert jedoch beim Kupieren des Schwanzes? Man versteht darunter das chirurgische Entfernen des kompletten Schwanzes oder eines Teils davon. Gewöhnlich wird der Eingriff am vierten Lebenstag der Welpen mit einer scharfen Schere vorgenommen. Die Haut oberhalb der Schnittstelle wird nach hinten gezogen, sodass die überschüssige Haut den Stumpf bedeckt. Die Mutter wird bei dem Eingriff von den Jungen getrennt um nicht das unerträgliche Winseln und Fiepen der Welpen zu hören. In seltenen Fällen sterben Welpen am Schock oder durch Blutverlust.
Leider wird heutzutage immer noch von zu vielen Hundebesitzern diese erbärmliche Verstümmelung toleriert. Auch hier zeigt sich wiederum, dass insbesondere Hundebesitzer, die einen kupierten Hund wünschen neben dem sprachlichen Terminus meist auch nicht in der Lage sind, aufgrund purer Unkenntnis, die Relevanz des Schwanzes bei der Kommunikation mit Artgenossen einzuschätzen und zu bewerten. Der Schwanz ist eines der zentralsten Kommunikationsmittel des Hundes. Wer einen kupierten Hund kauft, hat somit einen verstümmelten Hund.
Aber woher kommt eigentlich das Kupieren?
Das Kupieren ist auf den römischen Agronom Columbella zurückzuführen, der Mitte des ersten vorchristlichen Jahrhunderts lebte und somit schon weit über 2.000 Jahre alt. Dieser Agronom empfahl dem vierzig Tage alten Welpen den Schwanz abzubeißen und die hervortretenen Sehnen herauszuziehen. Er hatte damals die irrige Vorstellung, dass Tollwut durch im Hund angesiedelte Würmer verursacht werde. Die Sehnen des abgebissenen Schwanzes sehen nunmehr wie weiße Würmer aus. Und so hat das Kupieren seinen Lauf genommen ohne jemals hinterfragt zu werden, mit immer neuen und blödsinnigeren Rechtfertigungen.
Aber auch hier kann man sicherlich behaupten, dass sog. Kupierbefürworter auch noch nicht einmal die Geschichte des Kupierens kennen. Kurzum: Das Kupieren wurde zu Recht vom Gesetzgeber verboten. Ich persönlich kann nur jeden, der einen kupierten Hund kauft aufs schärfste kritisieren und anregen, sich zumindest einmal vernünftig zu informieren. Schließlich werden Menschen ja auch keine Füße, Hände oder sonstiges abgeschnitten. In diesem Sinne: Nachdenken und gesunder Menschenverstand hilft immer - auch in Fragen des Kupierens!
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4. April 2006 von Mark
Viele Eltern unterliegen dem Irrtum, dass sie die Rangposition zwischen Hund und Kind innerhalb der Familie beeinflussen können. Hier gilt die uneingeschränkte Grundregel: Rangbeziehungen entwickeln sich nur innerhalb einer Zweierbeziehung, d.h. wenn Vater und Mutter einen hohen Rang innerhalb des häuslichen Rudels einnehmen, hat das jedoch nichts mit dem Verhältnis des Hundes zum Kind zu tun. Mit anderen Worten: Selbstverständlich kann der Hund aus seiner Sicht eine höhere Position als das Kind einnehmen (… und wird dies vielfach auch tun).
Der Irrtum, der sich hier offenbart basiert auf der Beobachtung, dass man als Erwachsener (solange man anwesend ist) eine bestimmte Verhaltensweise des Hundes dem Kind gegenüber erzwingen kann. Die tatsächliche Rangposition zwischen Hund und Kind macht sich ausschließlich am Verhalten der beiden fest, ohne Rücksicht auf den Standpunkt der Eltern.
Man kann das Verhältnis zwischen Hund und Kind jedoch positiv beeinflussen, wenn Spielregeln miteinander gelernt werden, die für beide Seiten Vorteile bieten. Wenn ein Hund also auf ein Signal hin sich auf den Rücken oder zur Seite legt, wird dies auch bei einem dreijährigen Kind tun. Er begibt sich also voller Freude in eine untergeordnete Position.
Merke: Eben weil die Rangposition zwischen Hund und Kind niemals durch die Eltern festgelegt werden kann, sollte man Hunde und kleine Kinder auch niemals allein spielen lassen!
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2. April 2006 von Mark
Der Name des Hundes - eine Katastrophe in der Erziehung des Hundes? Ein eindeutiges “Ja”!
Die gewählte Einleitung ist auf den ersten Blick verwirrend und man weiß nicht so recht, was man davon halten soll. Daher folgt nun eine kleine Erläuterung. Warum also ist der Name des eigenen Hundes der Anfang vom Ende in puncto Hundeerziehung?
Ganz einfach:
Gehen Sie mal spazieren und achten Sie einmal ganz gezielt darauf, was bei den meisten Hundebesitzern passiert, wenn Sie ihren Hund versuchen zu rufen. Genau, sie nennen, schreien und rufen immer wieder den Namen des eigenen Hundes, der natürlich aus Sicht des Menschen kommen soll. Und wie sieht die harte Realität aus? Ganz klar: Der Hund macht alles andere, aber er kommt nicht. Aber warum sollte er denn auch bloß kommen? Hat der Hund denn hellseherische Fähigkeiten? Was um alles in der Welt soll denn auch der Name dem Hund sagen?
- lass das, ich will das nicht
- mach mal aus
- es gibt Futter
- lass dich mal streicheln
- zieh nicht so an der Leine
- komm zu mir
Die Liste ließe sich unendlich fortsetzen. Und doch passiert es wirklich den allermeisten Hundebesitzern immer wieder. Sie möchten, dass “Ben” kommt und folgendes Szenario spielt sich ab: “Ben … Beeen … Beeeeennn … Ben”. Da wird doch glatt sein Name auch zum 30. Mal gerufen.
Auch hier hilft der gesunde Menschenverstand. Warum sollte “Ben” denn wohl kommen auf Zuruf seines Namens? Sein Name steht doch für alles mögliche und vielleicht auch zu 5% für das Kommen.
Was also tun? Das ist doch wohl klar, oder? “Ben - komm”. Name und Kommando gehören zusammen. Warum bloß ist das der mit Abstand eklatanteste Fehler den Menschen permanent wiederholen? Die Antwort sollte Sie zum Nachdenken anregen.
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