Das Haus der Erziehung VI

12. February 2006 von Anita Balser

Die sechs Bausteine der Mensch-Hund-Harmonie

6. Baustein: Die Imagination

Imagination, das bedeutet Vorstellungskraft, man könnte es auch Phantasie nennen, ist der letzte der sechs Bausteine zur Mensch-Hund-Harmonie in unserem Haus der Erziehung. Dieser Baustein erscheint vielen als der unwichtigste, weil er ja ganz am Schluss kommt. Tatsächlich ist es so, dass man zur Imagination erst gelangt, wenn man alle anderen Bausteine zusammen hat. Vorher ist man mit sich selbst beschäftigt.

Wir haben im Baustein „Das Wissen“, Deine eigene mentale Ausgeglichenheit, Deine emotionale Kontrolle und Deine physische Fitness angesprochen. Auch Hunde wollen und müssen in allen diesen drei Bereichen angesprochen werden, sonst wird ihnen das Zusammenleben mit Dir langweilig. Langeweile, kann zu Respektlosigkeit führen! Ich werde in einem gesonderten Kapitel phantasievolle Spiele beschreiben, die Dir und Deinem Hund gleichermaßen Freude bereiten werden.

Wir beschäftigen uns ja hier vor allem mit Deiner Schulung. Imagination, Vorstellungskraft, brauchst Du aus vielerlei Gründen.

Der wichtigste ist wohl der, dass es eine Menge Phantasie braucht, sich von alten, menschlichen Denkstrukturen zu lösen, die „Denkstrukturen“ eines Hundes zu erkennen und auf seiner Ebene zu kommunizieren.

Leider sind hier die meisten Blockaden anzutreffen. Durch unsere Erziehung, durch die Umwelt, durch unsere zwischenmenschlichen Beziehungen haben wir Blockaden in unserem Denken, die es uns teilweise schier unmöglich machen, uns in den Hund zu versetzen. Der Hund wiederum, der immer wieder, trotz aller Widerstände und Missverständnisse, bemüht ist mit uns zu sprechen, trifft auf diese Blockaden. Wir können nur dankbar darüber sein, dass Hunde die Kommunikation zu ihrem Menschen erst nach sehr, sehr langer Zeit des immerwährenden vergeblichen Versuchs, trotz Blockaden an seinen Menschen ranzukommen, aufgeben. Diese Hunde werden dann chronisch krank, apathisch oder aggressiv. In die Augen einer solchen, unverstandenen Hundeseele zu schauen, bricht mir immer wieder aufs neue das Herz. Aber wie gesagt, nur ganz wenige Hunde geben irgendwann auf, denn von Hunden können wir eine Menge über Beharrlichkeit lernen.

Die größte Blockade des Menschen ist: Mensch bemerkt Symptom, Mensch will Symptom weg haben. Mensch sucht nach schneller, billiger und effektiver Knopfdrucklösung. Mensch sieht dabei oft den Wald vor lauter Bäumen nicht. Mensch ist bereit zu rucken, zu drücken, zu ziehen und zu schieben, aber zum Verstehen ist er nicht bereit. Nicht bereit, heißt nicht, das er nichts ändern WILL, sondern dass er es aufgrund seiner Denkblockade einfach nicht KANN.

Er wird Tage, Monate und Jahre dafür verschwenden, an Symptomen rumzudoktern, mit mäßigem, vorübergehendem Erfolg (weil sich neue Baustellen nach Beseitigen des einen Symptoms auftun), deren Ursache bei Ablegen der Denkblockade in 15 Minuten erledigt wären.

Sicher gibt es Schwierigkeiten, die viel Zeit brauchen, um tatsächlich die Ursache zu beseitigen, aber es gibt noch viel, viel mehr, die, versteht man den Hund tatsächlich, ganz schnell erledigt sind. Und das hat nichts, gar nichts mit Technik, Methoden oder Knöpfchen drücken zu tun.

Hier ein Beispiel:

Mensch hat Hund, der (Ursache unbekannt) Kinder (aus Sicht des HF) aggressiv verbellt oder sogar zuschnappt. Mensch bekommt eine Menge Stress mit den Nachbarn, Bekannten und den Behörden. Mensch denkt: Das Problem muss weg! Mensch reagiert folgendermaßen:

Geht mit abgeleintem Hund spazieren, Hund sieht Kinder, stellt die Ohren auf, schaut dann kurz nach seinem Menschen. Mensch wird hektisch, panische, raunzt seinen Hund an, greift ihm ins Halsband, leint den Hund grob an.

Ich übersetzte mal:

Hund: Chef, da ist etwas, hast Du das gesehen? Ich fürchte mich, ich bin mir nicht sicher, ob das mir weh tut….
Mensch:
DU HAST RECHT!! Eine Katastrophe kommt auf uns zu! Ein Alptraum! Oh mein Gott Kinder! Komm wir fesseln uns!
Hund:
EINE KATASTROPHE; sag ich doch, wau, wau, Du hast das nicht im Griff, aber ich habe Zähne, die zeige ich jetzt mal, und knurre, das ist doch das was Du willst!!
Mensch: JA JA JA, setz Deine Zähne ein, das ist SUPER, ich habe das nicht im Griff! Rette uns!

Da der Mensch nun völlig am Ende ist, kauft er sich ein Stachelhalsband oder ein Sprühgerät (irgendein Trainer hat das doch mal im Fernsehen gezeigt…), was nun an Kommunikation rüberkommt erspare ich dem Leser. Ich glaube es ist jedem klar, das DIES die falsche Lösung wäre. Aber: Schüttle jetzt nicht mit dem Kopf, das ist menschlich, in vielen Situationen reagierst Du genau so! Vielleicht greifst Du nicht gleich zum Stachelhalsband, aber Du gehst dann zu einem Hundetrainer, von dem Du erwartest, dass er dieses Symptom „wegmacht“; kostengünstig, schnell und effektiv.

Das ist normal, so machen wir Menschen das. Du bist deshalb kein schlechter Mensch. Du bist bloß ein Mensch.

Ich beschreibe jetzt mal wie es anders laufen könnte:

Hund sieht Kinder, stellt die Ohren. Mensch lobt seinen Hund. Hund sieht Mensch an, Mensch lobt den Hund erneut in einem ruhigen Tonfall. Mensch sagt: „Sitz!“, lobt seinen Hund ruhig, leint den Hund an und lobt erneut ruhig.

Ich übersetze mal:

Hund: Chef, da ist etwas, hast Du das gesehen? Ich fürchte mich, ich bin mir nicht sicher, ob das mir weh tut….
Mensch:
Danke, dass Du mich aufmerksam gemacht hast. Ich verstehe das Du Angst hast. Ich nehme Dich ernst!
Hund:
Danke, dass Du mein Bedürfnis akzeptierst, nun fürchte ich mich schon weniger.
Mensch: Das ist selbstverständlich, Du weißt es ist meine Aufgabe dafür zu sorgen, dass es Dir gut geht. Ich will das Du dich hinsetzt, damit ich Dich zu deinem eigenen Schutz anleinen kann.
Hund: Danke das Du mich respektierst, gerne komme ich nun an die Leine, dann fühle ich mich sicherer.
Mensch:
Nun hast Du Sicherheit, wir können weitergehen.
Hund: Danke, das Du mich verstehst! Ich fühle mich bei Dir geborgen!

Ja, ja, ich weiß alle Befürworter der Erziehung auf der reinen Basis der Lerntheorie werden aufschreien! Du lobst das Fehlverhalten!!! Genau in dem Moment muss ein Leinenruck kommen!

Nein, das Fehlverhalten würdest Du loben, wenn Du mich nicht verstanden hättest und das beschriebene Verhalten zeigst, wenn Dein Hund zähnefletschend in der Leine steht.

Es ist auch nicht wichtig, ob und was Dein Hund jetzt lernt. Denn du willst ihm nun nicht etwas bei- oder ihn von etwas abbringen, sondern Du willst mit ihm sprechen! Und er will das auch mit Dir, glaube mir, das ist alles was er will!!

Merkst Du was? Dir fehlt die Imagination, die Vorstellungskraft, die Phantasie, Dir vorzustellen, dass es genau so ablaufen könnte, dass dein Hund so mit dir spricht, das Du so die Ursache beseitigen könntest.

Und du bist nicht gut beraten, jetzt auf die Strasse zu gehen, weil Du Dich in dem Beispiel wiedererkennst und das mal auszuprobieren. Denn, bitte, vergesse das nicht: Wir sind beim letzten Baustein angekommen. Es wird gar nichts funktionieren, wenn Du jetzt ohne die anderen Bausteine durchgearbeitet und durchlebt zu haben, auf die Strasse gehst und schauen willst, ob das dein Problem beseitigt.

Denn dann hast Du Deine Denkstruktur nicht verändert, Deine Motivation ist extrinsisch, Dein Wissen ist unzureichend, die Methode kannst Du nicht umsetzten, vom geistigen Band bist Du Lichtjahre entfernt und ungeduldig bist Du obendrein.

Deshalb, lieber Leser dieses Abschnitts, sei so gut und beginne am Anfang. Lies die Einleitung, dann jeden einzelnen Baustein, arbeite jeden durch, versuche die einzelnen Bausteine an Dir (ohne Hund) zu erleben und dann, erst dann: Triff eine Grundsatzentscheidung und verändere Dein Leben! Dein Hund wird Dich verstehen. Er hat sein Leben lang auf diesen Tag gewartet.

Anita Balser
www.hundeteamschule.de

Drucke diesen Artikel Print This Post/Page


Das Haus der Erziehung V

10. February 2006 von Anita Balser

Die sechs Bausteine der Mensch-Hund-Harmonie

5. Baustein: Die Geduld

Der Satz eines amerikanischen Pferdetrainers begleitet mich schon sehr lange:

Nimm Dir die Zeit die es braucht, damit es weniger Zeit braucht!

Nur ganz wenige Menschen können diesen Satz tatsächlich verinnerlichen. Je schneller Du vorwärts kommen willst, um so mehr Konflikte wird Dein Hund aufzeigen, um so länger wird alles dauern. Bedenke, dass es für einen abgeschlossenen Lernprozess beim Hund mindestens ein halbes Jahr braucht. Und ich spreche hier vom Hund. Es gibt weit mehr Menschen, die für das Umsetzen der sechs Bausteine zur Mensch-Hund-Harmonie alleine drei Jahre brauchen! Zeit ist eine Investition die Du intrinsisch motiviert gerne tätigen solltest!

Sicher können wir Dir Wege aufzeigen, dass Du in wenigen Monaten das erreichst, wofür andere ein Hundeleben lang brauchen. Aber zaubern können wir nicht und hüte Dich vor solchen Hundetrainern! Hüte Dich vor Erfolgsgarantien! Hüte Dich davor, Dich selbst, Deinen Partner oder Deinen Hund unter Zeitdruck zu setzten, nach dem Motto: Nach dem 8-Wochenkurs muss der aber hören… Du wirst Schiffbruch erleiden.

Unsere Philosophie unterscheidet sich vor allem darin, von vielen anderen Ansätzen in der Hundeerziehung, dass egal, wie sehr der Kunde drängt, egal wie dramatisch die Schwierigkeiten sind, wir uns die Zeit nehmen, die es braucht. Knopfdrucklösungen wird man bei uns vergeblich suchen.

Die Zusammenhänge zum vorhergegangen Baustein werden Dir verständlich sein, wenn ich Dir sage: Wenn Du den Hund spüren lässt, dass Du nur 15 Minuten Zeit hast, wird das was Du vorhast ein ganzes Leben lang dauern. Wenn Du Deinen Hund spüren lässt, dass Du ein ganzes Leben lang Zeit hast, wird der Hund Dich in 15 Minuten verstehen.

Es ist wichtig, dass Du aufhörst in Kategorien wie : „Der muss einfach hören!“, zu denken und anfängst in Spielen zu denken.

Spielen ist für unsere Hunde überlebensnotwendig! Wenn für uns Sitz, Platz; Fuss und Hier ein Spiel ist dann wird es eine Freude für beide sein. Da tun wir Menschen uns oft schwer und stehen uns selbst im Weg. Ein einfaches Beispiel: Viele Hunde können irgendwelche Kunsttücke, wie z.B. Pfötchen geben und führen diese mit großer Freude zuverlässig auf das erste Hörzeichen aus. Hast Du Dich jemals gefragt, warum das so ist und bei „Platz“ und „Hier“ nicht?

Ganz einfach! Hast Du jemals jemanden gesehen, der seinen Hund mit einem lauten, bösen: „GIB PFÖTCHEN! GIBST DU JETZT PFÖTCHEN!“ angebrüllt hat? Nun, vermutlich nicht - ich auch nicht.

Wann arbeiten wir mit dem Hund an Kunststücken? Wenn uns langweilig ist. Wenn wir Zeit haben. Wenn wir Lust dazu haben. Warum haben wir so einen Spass daran? Weil es völlig egal ist, ob der Hund das nun lernt oder nicht. Es ist nicht lebensgefährlich nicht „gib Pfötchen“ zu können. Genauso einfach wie ein Kunststück kann auch die Hundeerziehung sein. Wenn man mit der gleichen Zeit, der gleichen Lust und der gleichen Unbefangenheit an die Sache heran geht.

Wir unterscheiden auch hier drei Arten mit dem Hund zu spielen:

a.) Das freie Spiel

b.) Das Zweckspiel

c.) Das Zielspiel

Bis zum Schluss aber bleibt alles “Spielerei”!

Das freie Spiel ist ein Spiel ohne Ziel und Zweck. Man spielt mit dem Hund um der Sache willen, intrinsisch motiviert! Und spielen, dass heißt nicht Bällchen schmeissen, nein, nein, Spiel braucht keine Hilfsmittel außer dem Körper und der Stimme. Nichts motiviert einen Hund mehr als das gemeinsame Herumrennen, Toben, Raufen, Jagen. Warum stehst Du bei Deiner täglichen Gassirunde auf der Hundewiese und beobachtest Deinen Hund wie er mit anderen Hunden spielt? Du stehst da und hältst Kaffeekränzchen…Warum spielst Du nicht so mit ihm? Wenn Du zwei Hunde hast, die sich gut verstehen wirst Du sicher oft beobachtet haben, wie sie einander die Backen anknabbern, sich anschubsen, sich kneifen, pföteln. Tue Du es auch mit Deinem Hund. DAS ist Spiel! Nicht weil es Dich zu den Zweck und Zielspielen führen soll, sondern weil es einfach Spass macht.

Das Zweckspiel entwickelt sich aus der Erwartungshaltung, die im freien Spiel entsteht. Durch das freie Spiel wirst Du zum Mittelpunkt der Welt für Deinen Hund. In dieses freie Spiel hinein werden mittels Hinzunahme von Spielzeug oder Futter Zweckspiele eingebaut, z.B. das „Hier“, „Platz“ oder „Fuss“ über Trieb. Beim Zweckspiel wird wenig mit Worten aber viel mit Trieblauten gearbeitet. Also: Hippieh! Yeah! Tscha! Und das nicht auf der Wiese zu der man extra zum Spielen hingegangen ist, sondern im Alltag! Auf den ersten 50m des Spaziergangs, oder nach 300m je nachdem. Dein Hund hat Freude mit Dir, er befriedigt seine Triebe und wird ausgelastet. Und glaube mir, dass nach 30 Minuten intensiven Spielens auch Dein schlechtes Gewissen, heute mal nur 10 Minuten Gassi gewesen zu sein, verschwunden sein wird! Du spürst geistig und körperlich: Ich habe etwas mit meinem Hund getan!! Es wird Dir gut gehen, und Deinem Hund auch!

Bei den Zielspielen werden Spiele ohne, sowie mit Hilfsmitteln als Bestätigung für gezeigtes Verhalten eingesetzt. Wobei die Bestätigung stets länger dauert als das geforderte Verhalten. Also wer unbedingt 15 Minuten lang am „Fuss“ arbeiten möchte, bitteschön, aber dann heißt es im Anschluss 20 Minuten spielen! Schnell kommt man von alleine drauf, dass Arbeit gleich Spiel und Spiel gleich Arbeit ist! Zu den Zielspielen gehören z.B. das Longieren des Hundes, klassische Unterordnungsarbeiten, das Kommunikationsspiel an der langen Leine. Es geht hier also nicht um das reine Bestätigen von Sitz, Platz und Fuss, sondern um ausgefallene, sinnvolle und individuell angepasste Zielspiele.

Der Hund wird bei allen Spielen in der Kommunikation mit dem Menschen angesprochen, er lebt seine natürlichen Triebe aus und erlebt den Menschen nicht als reine Ballwurfmaschine oder Leckerliespender.

Wichtig ist, dass man mit seinem Hund nicht spielt als würde man ein Kind erziehen. Ein Kind kommt in den Kindergarten, dann in die Grundschule, ins Gymnasium und wenn Du Glück hast auch an die Uni. Das nennt man lineares Lernen. Das ist leider völlig unhündisch!

Hat der Hund eine gesunde Basis in der Mensch-Hund-Beziehung, dann kann man mit ihm heute ein Kindergartenspiel spielen und morgen eines auf Universitätsniveau, während man zwei Stunden später mit dem Hund in die Grundschule geht. Und so soll es auch sein.

Freies Spiel, Zweckspiel und Zielspiel sollten sich in der sogenannten kreisförmigen Erziehung, die keinen Anfang und kein Ende hat, immer wieder abwechseln. Wie schon im Abschnitt physische Fitness angesprochen, sollte in dieser Art und Weise mit dem Hund täglich mindestens eine Stunde gespielt werden.

Oft werde ich gefragt:“ Ja, mein Gott wie lange soll das alles denn dauern??“. Es gibt einen Durchschnittswert: Ein Jahr. In die Grunderziehung meines Hundes sollte ich bereit sein, ein Jahr zu investieren. Glaubt mir, es lohnt sich! Spielen sollte ich ein Leben lang mit dem Hund, damit unsere Beziehungsbasis jeden Tag eine Bestätigung erhält.

Anita Balser
www.hundeteamschule.de

Drucke diesen Artikel Print This Post/Page

Das Haus der Erziehung IV

10. February 2006 von Anita Balser

Die sechs Bausteine der Mensch-Hund-Harmonie

4. Baustein: Das geistige Band

Jeder Hundebesitzer weiss es, spürt es und viele hatten schon einige unerklärliche Erlebnisse mit ihrem Hund, die belegen: Es gibt es, das geistige Band! Ob es ist, dass der Hund den Menschen vor einer Gefahr gewarnt hat oder der sonst zu allen freundliche Hund misstrauisch auf einen Menschen reagiert hat, der uns dann, wie sich später herausgestellt hat, nichts Gutes wollte.

Diese tiefgründige Art der Kommunikation, die Kommunikation im Bereich der Schwingungen gehört wohl zu der ergreifendsten, die zwischen Mensch und Hund existieren kann. Aber auch hier gilt: Verlange nur was Du auch geben kannst! Um auf diese Ebene zu kommen, braucht es ganz bodenständige Voraussetzungen, die wenig mit Schwingungen und Außergewöhnlichem zu tun haben.

Du wirst in diesen Bereich nur vordringen können, wenn Du:

a.) entspannt bist
b.) Dich positiv konzentrieren kannst
c.) in der Lage bist in subjektiv schwierigen Situationen positive Bilder an sich selbst zu senden
d.) den Grundgehorsam perfektioniert hast

Bedenke bitte, dass vom Hund nur zweifelsfreie Entscheidungen uneingeschränkt angenommen werden. Solange Du also „probierst“ und „übst“, wirst Du keinen oder nur wenig Erfolg haben. Du wirst angespannt sein, deine Konzentration wird negativ sein (das macht er jetzt sowieso nicht, ich weiß genau, dass..) und die negativen Bilder werden dich verfolgen (Wo sind die Rehe, die er jagen wird? Taucht gleich sein Hundefeind auf?…)Du merkst schon, vom Kommunizieren auf mentaler Ebene, auf der Ebene der Schwingungen, bist Du weit entfernt. Deshalb schaffe erst mal die Basis dafür. Niemand kann „mit Hunden sprechen“ bevor er sie ausreichend erzogen hat.

Was ist die Basis (alle Punkte unter jeder Ablenkung):
a.) Leinenführigkeit
b.) Freifolge
c.) „Platz“ in allen Variationen (Warten, Abliegen, in Distanz)
d.) Abrufen aus dem Spiel

Bitte komme nicht auf die Idee, Deinen Hund von seinen Panikanfällen, vom Jagen, vom Raufen abbringen zu können, wenn diese vier Punkte nicht absolut zuverlässig gearbeitet sind.

Der Grundgehorsam wird Dir eine wichtige Basis schaffen, nämlich: SICHERHEIT. Für den Hund ist die sichere Ausstrahlung seines Hundeführers eine Existenzgrundlage. Er wird nie mental mit Dir kommunizieren, wenn Du bei den kleinsten Anforderungen und Entscheidungen versagst. In der Hundewelt gibt es keine Zweifel.

Ein paar Beispiele: Dein Hund ist von einem großen schwarzen Hund gebissen worden. Vermutlich würde er, wenn es sich um eine harmlose Auseinadersetzung gehandelt hat bei der nächsten Begegnung mit einem schwarzen Hund völlig normal reagieren. Aber DU kannst das nicht, Du strahlst keine Sicherheit aus! Du hast Angst! Deine Hände schwitzen und um Schlimmeres zu verhindern, nimmst Du die Leine kürzer, wodurch dein Schweißgeruch noch näher an der Hundenase ist. Dein Hund spürt, riecht und sieht also Deine Unfähigkeit. In der Folge kommt es häufig vor, dass Du in recht kurzer Zeit eine reißende Bestie an der Leine hast, sobald ihr einen schwarzen Hund erblickt.

Hunde die jagen gehen, haben meist Besitzer, die dies auch tun. Sie suchen mit den Augen den Horizont nach Beute ab. Super findet das der Hund.

Hunde sind sehr feinfühlig. Hunde können Deine Gedanken schon spüren, da hast Du noch nicht angefangen, deinen Gedanken zu denken. Das kannst Du mir jetzt glauben oder nicht. Du bist, wenn Dein Hund einen abgesicherten Grundgehorsam hat, wenn Du entspannt bist, positive Konzentration besitzt und positive Bilder senden kannst, in der Lage Deinen Hund mit diesen Bildern zu steuern. Ich möchte an dieser Stelle anmerken, dass ich nicht daran glaube, sondern das ich dies weiß!

Du kannst dies in einer entspannten Atmosphäre, in der es auf Gehorsam nicht ankommt, einmal für Dich durcharbeiten. Wenn Du Deinem Hund positive Bilder senden möchtest, dann formuliere diese in Deinen Gedanken zunächst als würdest mit einem max. vierjährigen Kind sprechen. Sende nicht: Ich finde das Zusammenleben mit Dir sehr bereichernd, sondern sende: Ich will Dir gut! Hunde verstehen nicht: ich möchte, ich würde gerne.. etc. Nur klar formulierte Gedanken führen zu den richtigen Bildern.

Ich (Sender) will (Willensbekundung) Dir (Empfänger) gut (die Welt des Hundes ist nur in zwei Kategorien eingeteilt).

Sende also dies in Verbindung mit z.B. einer Streichelmassage an Deinen Hund. Möglicherweise wird er mit einem Schnaufen zufrieden einschlafen. Dann hast Du Deine Sache richtig gemacht.

Sobald es Dir im häuslichen, entspannten Rahmen keine Mühe mehr bereitet, Deinem Hund Ruhe und Sicherheit zu senden, kannst Du dies auch außerhalb arbeiten. Wenn Du Deinem Hund z.B. Platz/Bleib mit einem Hörzeichen und Sichtzeichen beigebracht hast, dann lege ihn ab, sage nicht „Bleib“ und gib kein Handzeichen für „bleib“. Bleibe 5 Sekunden beim Hund stehen und sende: Ich komme wieder zu Dir! Dann entferne Dich vom Hund, ohne Dich umzusehen. Dein Hund wird auf Dich warten.

Ich weiß, dass Dich die Vorstellung so zu kommunizieren fasziniert. Aber bedenke, dass Du beim vierten Baustein angekommen bist. Sind die ersten drei tatsächlich durchgearbeitet, verinnerlicht und umgesetzt? Den Schlüssel zum nächsten Baustein erhältst Du nur durch den vorhergegangenen. Wenn Du zu schnell vorgehst, wird ein Misserfolg den anderen jagen. Du wirst enttäuscht und frustriert sein. Du wirst glauben müssen, anstatt im Kreis der Wissenden Platz nehmen zu dürfen. Glauben hat immer etwas mit Hoffnung zu tun und wer im Bezug auf Hundeerziehung hoffen muss, dass sein Hund dies oder jenes tatsächlich tut oder an- bzw. wahrnimmt, der ist unsicher. Einen unsicheren Menschen akzeptieren Hunde aber nicht als Kommunikationspartner. Und dies nicht nur im Bereich des Geistigen Bandes.

Anita Balser
www.hundeteamschule.de

Drucke diesen Artikel Print This Post/Page

Partner:
Snukk Hundeforum  Staubsaugerdüse gegen Hundehaare  IT Dienstleister NRW  Schislaweng  Baby-Sicherheit und Baby-Überwachung
Babybekleidung  DER KATALOG - Hundeschule   Tierbedarf bis Tiervermittlung   Nachhilfe