Shelly, der Mann im Mond und der Waldspielplatz
Heute Mittag waren wir noch keine 5 Minuten unterwegs, als ich auf einer Wiese ein Reh äsen sah. Beide Hunde hatten noch keine Witterung aufgenommen, Boomer wurde vorsorglich angeleint. Mit lockerer, durchhängender Leine ging es dem Reh entgegen, immer noch keine Witterung. Ich wollte beide nicht ins Sitz oder Platz bringen, weil Shelly dann erstmal die Gegend mit den Augen absucht. Aus einer plötzlichen Eingebung heraus fing ich an zu singen:*La li lu, nur der Mann im Mond schaut zu, ……..*. Shelly fand das sehr interessant und schaute mich immer wieder freudig an, was mit einem Leckerlie belohnt wurde. Mit dem *Mann im Mond* haben wir das Reh passieren können, obwohl Shelly immer mal wieder die Nase in die Luft streckte.
Dann kamen wir zum Wald, und Shelly hat heute zum ersten Mal keinen einzigen Versuch unternommen, ins Innere abzudriften! Mit hängender Leine konnten wir den Weg passieren, haben unterwegs auf Baumstümpfen Sitz-Übungen gemacht, sind über Baumstämme balanciert, und Shelly war so konzentriert, dass sie beim ersten *Hopp* sofort drauf sprang und auch nicht das Waldesinnere mit ihren Blicken absuchte.
Dann kamen wir auf eine Lichtung, wo einige Waldarbeiter Baumstämme am verladen waren. Einige lagen so einladend dort, dass wir sie als Sprunghindernisse nutzen konnten. Die Bauarbeiter hatten gerade Pause und hatten ihren Spass an unserem Treiben. Ich unterhielt mich ein wenig mit ihnen, und Boomer liess sich sogar anfassen, was sonst eigentlich bei ihm nie der Fall ist und mit einem bösen Knurren abgewährt wird. Einer der Arbeiter meinte dann, er würde den Chef anrufen und ihm mitteilen, dass die restlichen Baumstämme nicht mehr verladen werden können, da diese gerade zum *Waldspielplatz für Hunde* umdeklariert wurden!
Der Heimweg, über freies Feld, verlief äusserst ruhig und ohne Leinengezerre.
Heute abend sind wir dann zum Hundeplatz zum Longieren gefahren. Vorher wird immer noch eine kurze Runde zum Lösen durch den Wald gemacht. Diese Runde war nicht so schön, Shelly zog immer wieder an der Leine, wohl auch deshalb, weil sie von meiner Tochter geführt wurde.
Das Longiertraining an sich verlief wieder super toll, Shelly läuft hochkonzentriert und führt alle Sichtzeichen sofort aus. Das hat sie prima gelernt, ebenso das Kreisinnere als *Tabuzone* zu akzeptieren, selbst wenn ich ein Leckerchen ins Kreisinnere werfe.
Den Weg zum Auto konnte Shelly wieder mit hängender Leine zurücklegen, das lag aber wahrscheinlich daran, dass sie für den heutigen Tag wirklich müde war.
Nun liegt sie hier und versucht wohl, im Traum ein Reh zu jagen, ihre Beine zittern und beben.
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