Shelly und die Geheimnisse des Waldes
Shelly, Labrador-Mix, 23 Monate, hat leider einen sehr ausgeprägten Jagdtrieb, den ich mir zur Aufgabe gemacht habe, in den Griff zu bekommen.
Dann wäre noch Boomer, Border-Mix, 10 Jahre, der sich mit Geschlechtsgenossen nicht unbedingt versteht.
Ich bin also täglich mit 2 kleinen *Problemen* unterwegs, die mich immer wieder herausfordern!
Da Shelly vor ca. drei Wochen einen Alleingang durch den Wald gemacht hat und wir sie nach unendlichen 6 Stunden bei einer Hundeorganisation abholen konnten, läuft sie im Moment grundsätzlich an der Schleppleine, jeglicher Freigang ist tabu.
Nach ihrem Ausflug war es mir unmöglich, mit Shelly in den Wald zu gehen, da sich wirklich wie eine Verrückte aufgeführt hat.
Sie wälzte sich schreiend auf dem Boden, biss in die Schleppleine, aus lauter Wut, nicht in den verlockenden Wald laufen zu können.
Aber bei den steigenden Temperaturen kann ich nicht den ganzen Sommer bei 30 Grad über freies Feld laufen, ist einfach zu warm für die Hunde.
Am Dienstag wurde dann, voller Motivation, der Plan gefasst, *gezielt* den Waldspaziergang zu üben.
Wir also losgezogen. Mit Boomer keinerlei Problem, ihn kann ich sogar bei laufendem Wild abrufen.
Die ersten paar Meter ging es schon los, Shelly zog wie verrückt.
Ich hab sie ins *Sitz* bringen können, Leckerchen, und weiter.
Dies hab ich ein paar Mal gemacht, und sie zog schon nicht mehr!
Nächste Station war ein langer, umgelegter Baumstamm, über den liess ich beide balancieren. Shelly war jedoch so auf das Waldesinnere fixiert, dass sie glatt herunterfiel!
Den weiteren Weg habe ich damit verbracht, sie davon abzuhalten, nach rechts und links abzudriften.
Durch unsere regelmässige Longierarbeit kennt sie das Kommando *raus da*, und oh Wunder, ab dem dritten Kommando klappte es!
Immer wieder blieben wir stehen, ich liess beide Sitz machen, Leckerlie.
Nächser Versuch: Kommando *Platz*. Mit Boomer kein Problem, der schmiss sich geradezu auf den Waldboden, aber Shelly war es einfach nicht möglich, vor lauter Aufregung herunter zukommen. Dann habe ich mich hingehockt, und ganz interessiert auf dem Boden herumgekratzt, und nun konnte sich auch Shelly hinlegen. Beim *Bearbeiten* des Waldbodens liess ich ein paar Leckerchen aus meiner Hand auf den Boden kullern, und die wahren seeeehr interessant.
Shelly wurde immer ruhiger, und zum Schluss hing sogar die Leine durch!
Ich war ganz zufrieden mit diesem Ergebnis!
Am Mittwoch wieder *Waldbegehung*, es lief schon wesentlich besser, Shelly zog nicht mehr, konnte sich schon wesentlich besser auf mich konzentrieren, und das *Platz* funktionierte auch wesentlich besser!
Ich habe verstärkt mit Leckerchen und hoher Stimme gearbeitet, und auch der Mittwoch lief ganz in meinem Sinne!
Zwischendurch bröselte ich die Leckerchen in winzig kleine Stücke, und liess sie als *Leckerlie-Regen* auf den Boden fallen.
Mensch, waren die beiden toll beschäftigt, auch den letzten kleinen Fitzel zu suchen und zu finden!
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