Vertrauen in luftiger Höhe
Ein Rettungshundeteam muss unbedingtes Vertrauen zueinander haben um die anstehenden Aufgaben zu bewältigen. Beide müssen sich kennen und verstehen. In Einsätzen, vor allem in den Trümmern aber auch in der Fläche, begegnen wir Gefahren wie Feuer, einstürzenden Trümmerteilen, Gas; aber auch Wildschweine oder Unwetter können zur Gefahr werden.
Ein Rettungshund läuft ohne Leine und Halsband, somit ist es umso wichtiger, eine gute Kommunikation zueinander zu finden um in den Einsätzen nicht gefährdet zu werden.
Um Vertrauen zueinander aufzubauen ist es notwendig, viele gemeinsame Erfahrungen zu machen, den Alltag zu bewältigen aber auch immer mal vor schwierigen Aufgaben zu stehen, die dann gemeinsam gelöst werden. Jede Überwindung des Hundes gegen seine Ängste mit Unterstützung des Hundeführers führt zu einer besseren Bindung und zu immer stärkerem Vertrauen. Dabei ist es wichtig, die Aufgaben so zu stellen, dass der Hund mit einer positiven Erfahrung heraus geht.
Heute stand eine solche Aufgabe auf dem Übungsprogramm. Die Drehleiterübung!
Auf einer Feuerwehrleiter (ca. 30m hoch) können die Hunde aufwärts bis in den Korb steigen und dann wieder heruntergefahren werden. Das ist aber schon was für die “Großen”, die “Kleinen”, so wie Gemma, müssen nicht laufen, sie werden rauf und wieder runter gefahren. Und das ist schon spannend genug….für mich offensichtlich, denn ich wurde deutlich blasser als Gemma. Sie schaute sich den Transportkorb an, legte sich dann hin und guckte umher….
Dann also zur nächsten Aufgabe: Das Abseilen!
Eingepackt in ein Abseilgeschirr wurde Gemma mir vor den Bauch gehängt und so wurden wir beide unter dem Korb hängend nach oben gezogen. Von dort ging es dann in aller Ruhe wieder abwärts. Gut, dass ich Gemma dabei hatte…das ist schon ein komisches Gefühl, denn ich bin nicht ganz “Höhenfest”. Gemma schaute mich ab und zu an und hing ansonsten ganz artig in dem Abseilgeschirr und ließ sich von mir kraulen.
In den Pausen lernte sie dann auch eine weitere Lektion in Sachen “Geduld”. Sie wartete in einer Box des Einsatzwagens. Nach ein wenig gemecker über das fehlende Programm legte sie sich ruhig hin und schlief.
Dann wartete Aufgabe Nr. 3 auf uns: Der Leichenduft!
Rettungshunde werden für die Suche nach Lebenden ausgebildet, dennoch ist es möglich, dass die gesuchte Person in der Zwischenzeit verstirbt. Somit ist es sinnvoll zu wissen, wie der Hund auf diesen Geruch reagiert. Hierzu wurde eine Schaufensterpuppe mit Leichenduft präpariert und an ein Holzhaus gelehnt. Die Hunde wurden ohne Suchbefehl einfach in der Nähe losgelassen und wir konnten beobachten, wie sie sich verhalten.
Gemma tapste los, reagierte erstmal gar nicht auf den Geruch, fand aber die Puppe irgendwie seltsam. Ich “redete sie ihr schön”, somit beschnüffelte sie sie und dann war sie auch schon uninteressant.
So viele Aufgaben heute! Und alle prima gemeistert!
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Am 3. June 2007 um 00:36 Uhr
Prima Idee und Klasse geschrieben.
die Vielseitigkeit der Arbeit der Retungshunde wird einem da erst so richtig bewusst.
L.G.
Wotan