Witterung

Beim letzten Training hat Gemma scheinbar verstanden, wozu ihre Nase gut ist! Ihr Opfer hat sich, wie auch bei den Übungen vorher, ein paar Meter von ihr entfernt, nachdem sie ihr gezeigt hat, dass sie eine Dose mit leckerer Wurst in der Hand hat. Sie lief ein Stück den Weg entlang und schlug sich dann ca. 3m ins Gebüsch. Gemma quietschte schon und ich hatte Mühe, sie festzuhalten, dann flitzte sie los, nachdem ich sie endlich geschickt hatte. Gemma lief den Weg lang und…bog ganz plötzlich auf der Höhe des Opfers ins Gestrüpp ab. Sie konnte das Opfer nicht gesehen haben, somit hat sie offenbar die Witterung aufgenommen und ist ihrer Nase gefolgt!

Diese Übung haben wir mehrfach wiederholt, teilweise konnte Gemma ihr Opfer sehen, teils saß er oder sie ein Stück weit ausserhalb der Sicht.

Von Mal zu Mal zeigt Gemma im Ansatz ein wenig mehr Trieb nach vorn. So langsam versteht sie, worum es geht und dass es bei dem verschwundenen Menschen immer tolle Leckerlies gibt!

Das Verbellen wird noch vom Opfer unterstützt, manchmal fängt sie schon von selbst an. Nach jedem “Wau” gibt es ein Leckerchen.

In der Welpenschule haben wir den ersten Kurs bereits abgeschlossen. Gemma macht tadellos “Sitz”, mit einiger Überredungskunst “Platz” und “Steh”. Alle Befehle werden neben der Sprache mit Handzeichen unterstützt, da sie später auch auf Entfernung reagieren soll und die Handzeichen sich da bewährt haben. Bei “Fuß” läuft sie gern, vor allem wenn ich die Wurst in der Hand halte, nur muss ich aufpassen, dass sie nicht neben mir herspringt!

Gemma ist für jede neue Aufgabe zu begeistern, solange ich über Motivation mit ihr arbeite. Über Druck ist ihr nichts beizubringen, sie verweigert dann sofort die Mitarbeit. Schon ein lautes Wort beeindruckt sie. Sie reagiert nicht ängstlich, sonder mehr “beleidigt”. Diese Eigenschaft ist hilfreich bei Dingen, die sie unterlassen soll (das Ausräumen der Katzentoilette o.ä.). Hier reicht es, deutlich “Nein” zu sagen und sie hört auf; möchte ich jedoch, dass sie etwas macht, so geht das nur über einen freundlichen Ton.

Die Rettungshundearbeit ist prinzipiell über positive Verstärkung und Motivation aufgebaut, ein Grundsatz der einem Flat-Coated Retriever sehr entgegen kommt.

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