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Lissy-und-Missy

Ich bin der Nabel der Welt - und das muss sich ändern!

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Lissy-und-Missy   

Ich möchte euch hier gern von meinem ersten Trainer-Termin berichten. Ich freue mich, dass es hier reichlich Menschen gibt, die das scheinbar interessiert. 

 

Gleichzeitig möchte ich diesen Thread dazu nutzen, um meine Beobachtungen, Erfolge und vermutlich auch Misserfolge festzuhalten, um mir den Blick auf das Große und Ganze zu bewahren, wenn ich mal Zweifel habe. 

 

- Achtung! Viel, viel Text! Es fällt mir immer wieder schwer, mich kurz zu halten, aber es war soooo viel Input... Ich MUSS das einfach mal aufschreiben! - 

 

Das (die) Problem(e):

 

1. Esmi bleibt nicht allein. Sie bleibt nicht nur nicht allein, sie ist todtraurig, wenn ich nicht da bin, auch wenn sie andere Menschen und Hunde um sich hat, die sie bestens kennt. 

 

2. Esmi will nicht Auto fahren. Sie hat furchtbare Angst, wenn der Motor angeht. 

 

Alles üben über Monate hinweg, hilft ihr nicht, ihre Angst zu überwinden. Nicht im Ansatz sind Fortschritte zu erkennen... 

 

Am Freitag war nun der große Tag. Die Trainerin (Tierärztin und Verhaltenstherapeutin) war hier und hat sich ein umfängliches Bild von Esmeralda, mir und unserem Zusammenleben gemacht. Wir haben viel geredet, sie wollte wirklich ALLES bis ins kleinste Detail wissen, obwohl ich mir vorab schon 2 1/2 Stunden Zeit genommen habe, um ihren ersten Fragebogen auszufüllen. 

 

Diesen hat sie sehr gelobt, selten hat sie so eine ausführliche Beschreibung vorab erhalten. Sie meinte irgendwann in dem Gespräch jedoch, dass die Menschen in der Regel in diesem Fragebogen dazu neigen, ihr jeweiliges Problem übertrieben zu beschreiben, also beispielsweise der schnappende Hund wird in dem Fragebogen als "der Hund von Baskerville" beschrieben, obwohl das im Ansatz nicht so schlimm ist, wie es beschrieben wird. 

 

Ich habe in dem Fragebogen ihrer Meinung nach untertrieben. Da war ich schon das erste mal betrübt, als sie die Vermutung äußerte, dass der Hund nicht einfach nur Trennungsangst hat, sondern Todesangst verspürt, wenn ich sie verlasse - eine "trennungsbedingte Angststörung"! 

 

Todesangst! Ohweh... arme Schnecki!!! Mein Gefühl... 

 

Sie bittet mich nun also, das Haus so zu verlassen, mit allen Ritualen, die ich so eingeführt habe, und mit dem Auto genau 12 Minuten wegzufahren, während sie hier bleibt und den Hund genau beobachtet. Wenn sie nicht vorher anruft, soll ich nach genau 12 Minuten wiederkommen. 

 

Gesagt, getan... Ich spule das ganze Programm ab und denke noch so bei mir - na super, Vorführeffekt - Hund geht ohne Diskussion ins Wohnzimmer und macht auch grundsätzlich einen viel ruhigeren Eindruck, als sie es sonst tut. Ich fahre also los, einmal um den Block und bleibe in sicherer Entfernung stehen und sitze meine Zeit ab. Sie ruft nicht an - wundert mich nicht im geringsten, so "ruhig" wie Esmi reagiert hat. 

 

Nach 12 Minuten komme ich wieder und wir besprechen, was vorgefallen ist. Sie meint nun also, dass sie sich jetzt wirklich sicher ist, dass der Hund nicht einfach nur psychisch leidet, sondern auch körperlich massiv auf die Trennung reagiert. Alles, was ich bisher getan habe, kann man bei normalen bis ängstlichen Hunden so tun und man wird irgendwann Erfolg haben. Meine "Rituale" schüren aber bei Esmi nur noch mehr ihre Angst. Als sie ins Wohnzimmer gegangen ist, zeigte sie einen sog. Lämmerschwanz, der hing also einfach nur gerade runter (nicht eingeklemmt) und sie hatte wohl laute Darmgeräusche. Das kennt vielleicht der eine oder andere - wenn man in eine Stressituation gerät bzw. man weiß, dass es jetzt stressig wird, reagiert der Körper mit Darmproblemen, manch einer bekommt dann sogar Durchfall. 

 

Bevor ich das Haus verlasse, sage ich ihr immer als letztes "ich bin gleich wieder da". Bei diesem Satz wurden in dieser Situation wohl ihre Pupillen ganz weit (da war sie schon im Wohnzimmer zusammen mit der Trainerin), sie holte tief Luft und hielt dann die Luft an! Dann ließ sie einen fahren :blink: Im weiteren Verlauf ist sie durch das Haus gewandert, hat nach mir gerufen und hat versucht, die Tür zu öffnen... das alles in 12 Minuten. 

 

Bis auf die direkten körperlichen Reaktionen war mir das alles bekannt. Ich habe das ja auch mittels Kamera schon beobachtet. Die kleinen Dinge, wie Luft anhalten bleiben da natürlich verborgen. DAS tat mir dann auch wieder sehr, sehr leid, dass ich ihr DAS jedes Mal wieder zugemutet habe, wenn ich sie verlassen habe (wir sprechen hier von einer Stunde (!!!), um mal einkaufen zu gehen).  :(

 

Das "Auto-Problem" habe ich dann auch noch demonstriert. Die Auswirkungen waren ähnlich bis auf den Unterschied, dass sie wirklich, wirklich bemüht ist, meiner Bitte zum einsteigen nachzukommen, sich aber einfach nicht überwinden kann, über ihren Schatten zu springen, auch wenn sie es für mich gern tun würde. 

 

Das Ergebnis der Trainerin lautet also folgendermaßen:

 

Esmi und ich haben eine viel zu große Bindung. Das ist erst mal nichts schlechtes, wenn man einen Hund mit dieser Vorgeschichte (rumänischer Straßenhund, Angst vor allem, was sich bewegt) zu sich holt. Die große Bindung bedeutet ja auch gleichzeitig, dass sie sich auf vermeintliche Gefahren einlassen kann, einfach weil ich da bin und sie mir vertraut, dass das schon in Ordnung ist, wenn ich das okay finde. Deshalb haben wir vielleicht auch schon so viel erreicht in den letzten Monaten. Ich habe sie zum Beispiel sehr schnell von der Leine gelassen, einfach weil ich mir zu 99,9% sicher war, dass sie niemals wegrennen wird, einfach weil sie es niemals riskieren würde, dass ich nicht mehr da bin. 

 

Nun ist es aber an der Zeit, dass sie versteht, dass ich eben NICHT "der Nabel der Welt" bin und sie auch Freude haben kann, wenn ich mal nicht dabei bin. 

 

Nur glaubt die Trainerin, dass das mit Trainingsmethoden, egal welche, nicht bzw. nicht in einer akzeptablen Zeit zu schaffen ist. Mit "nicht akzeptabel" vermutet sie mehrere Jahre, wenn überhaupt - dem ich erst mal persönlich zustimmen muss, einfach weil das auch für mich nicht einfach ist (ich lebe unter der Woche allein hier), nicht weg zu können, nicht mal für allerkleinste Erledigungen, weil sie so sehr Angst hat und ich sie gleichzeitig nicht mitnehmen kann, weil sie nicht ins Auto steigt (damit sind auch Busse, S-Bahnen und sonstige Öffi's gemeint). Darüber hinaus ist Esmi mit ihren 7 Jahren auch schon "mittelalt" und ich fände es echt schade, wenn wir noch mehrere Jahre dahin dümpeln in einer Mischung aus Angstzuständen verschiedenster Ausprägung. 

 

Man weiß ja nicht, was Esmi in Ihrem bisherigen Leben erlebt hat, aber die Trainerin ist der Meinung, dass dieser Hund sich buchstäblich selbst im Weg steht, ihr Gehirn überhaupt nicht mehr in der Lage ist, auf meine eigenen "Therapieversuche"  zu reagieren. 

 

Ich habe in dem ursprünglichen Fragebogen irgendwo mal geschrieben, dass ich bei Esmi oft das Gefühl habe, dass sie höchst verwirrt ist, wenn sie mal glücklich und ausgelassen ist und sie dieses Gefühl so sehr verwirrt, dass sie sich dieses Glücksgefühl gar nicht zugestehen kann und dann von jetzt auf gleich wieder in ihre "gleichgültige" Starre verfällt, einfach weil sie dieses "gleichgültige" Gefühl kennt und sich vielleicht damit auch sicher fühlt. Hier stimmte mir die Trainerin zu. 

 

Deshalb schlägt die Trainerin im ersten Schritt eine medikamentöse Behandlung vor und das nicht mit homöopathischen oder naturheilkundlichen Mitteln, sondern mit "echten" verschreibungspflichtigen Medikamenten, die angstlösend wirken sollen. 

 

Das fand ich tatsächlich im ersten Moment scheisse! Ich kann's nicht anders sagen. Ich kenne derartige Medikamente aus der Humanmedizin. Gott sei Dank nicht persönlich, aber durch persönliche Erfahrungen, die ich sammeln musste, habe ich Menschen in gleichen Situationen kennengelernt, die eben diese Medikamente genommen haben und die mir damals berichtet haben, wie massiv diese Medikamente wirken können. Teilweise waren die Menschen, die diese Medikamente nehmen, durch eben diese überhaupt erst in der Lage, eine Therapie zu beginnen, was ja erst mal super ist. Aber diese Menschen berichten auch, dass der Körper auch sehr schnell sehr abhängig davon wird. 

 

Nun stand ich also Freitag Abend vor der Entscheidung, ob ich ihr solche Medikamente gebe oder ob ich den beschwerlichen Weg über mehrere Jahre gehe. Ist es der richtige Weg, dass man einem Hund einfach so eine "Psycho-Pille" gibt?  Samstag bin ich dann in die Apotheke und habe die Tabletten geholt, konnte sie ihr aber noch nicht geben. Ich habe gelesen und gelesen... 

 

Letztlich habe ich mich dafür entschieden. Seit Sonntag schluckt mein Hund also "Psycho-Pillen". Das soll sie nun die nächsten 14 Tage tun, bevor wir uns überhaupt das nächste mal treffen, um weitere Schritte in Richtung Verhaltenstherapie zu gehen. In der Zwischenzeit soll ich regelmäßig ein Feedback geben, was sich in ihrem Verhalten ändert, damit die Trainerin abschätzen kann, ob das Medikament hilft, ob es die richtige Dosierung ist oder ob ein anderes Medikament besser wäre. 

 

Ich möchte an dieser Stelle noch einmal herausstellen, dass ich ihr die Tabletten NICHT gebe, weil ich mir erhoffe, dass ich dann einen Hund bekomme, der einfach so in mein Leben passt. Ich gebe dem Hund die Tabletten, weil ich mir erhoffe, dass er dann zugänglich wird für eine Verhaltenstherapie, die ihr hilft mit ihren Ängsten umzugehen und die es ihr möglich macht, alternative Handlungen vorzunehmen, die es ihr ermöglichen, ihren Stress zu bewältigen und die es ihr im besten Fall möglich macht, dass sie sich irgendwann freut, wenn ich einkaufen gehe. 

 

Die Trainerin meinte dazu: "Ziel muss es sein, dass der Hund irgendwann mal denkt 'Boah... wann geht denn die Alte endlich mal weg, damit ich (beispielsweise) meinen Leberwurst-Kong endlich mal wieder in Ruhe schlabbern kann!'". Ganz einfach und platt ausgedrückt! Das muss selbstverständlich in vielen kleinen Schritten aufgebaut werden!

 

Ebenso das Autoproblem, das mit Entspannungsmethoden irgendwann dazu führen soll, dass der Hund den Eindruck hat, dass Auto fahren im ersten Augenblick vielleicht total blöd ist, sie aber Alternativverhalten zur Verfügung hat, die es ihr ermöglichen, die Autofahrt zu "überstehen", einfach weil sie gelernt hat, dass sie sich von der Angst abwenden kann und sich schönen Dingen zuwenden kann, die vorher konditioniert wurden und ihr in genau dieser Situation Erleichterung schaffen, eben weil kein Lebewesen dieser Welt sich auf zwei Dinge gleichzeitig konzentrieren kann. Die Alternative muss interessanter sein, als sich der Angst hinzugeben. 

 

Ich weiß nicht, ob das der richtige Weg ist, ich habe eine grundsätzliche Abneigung gegen Medikamente mit einer so drastischen Wirkung. Ich bin beispielsweise auch kein Fan davon, das ein Hund ein Breitband-Antibiotikum gespritzt bekommt, wenn er sich irgendwie unpässlich fühlt. Nur auf Verdacht, weil eine eindeutige Diagnose nicht möglich ist oder mit vielen (kostenintensiven) weiterführenden Untersuchungen einher gehen würde. Habe ich schon oft erlebt, habe ich schon oft (nicht immer) abgelehnt. Einfach aus meinem Bauchgefühl heraus. 

 

Nach umfänglicher Überlegung und Abwägung aller Möglichkeiten und am Ende auch einfach aus meinem Bauchgefühl heraus bin ich nun bereit, diesen "drastischen" Weg zu gehen. 

 

Ich bin gespannt und ich hoffe, dass ich nicht allzu sehr angegangen werde, weil ich meinen Hund (sinnlos) mit Chemie vollpumpe. Natürlich bin ich auch offen für gegenteilige Meinungen und Erfahrungen (lieber Erfahrungen, als Meinungen). Aber ich habe wirklich auch das Gefühl, dass wir an einem Punkt sind, in dem sämtliche Versuche meinerseits, ihr die Ängste zu nehmen, schlicht NULL Wirkung zeigen. Nun reichen meine Erfahrungen mit Hunden dieser Herkunft nicht so weit, als dass ich beurteilen könnte, ob eine Behandlung mit Medikamenten Standard ist oder völlig ungewöhnlich ist... Auch an diesen Erfahrungen wäre ich sehr interessiert! 

 

Sagt mal, was haltet ihr davon? 

 

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Nebelfrei   

Ganz toll!

 

Hab keine Angst vor Psychopharmaka, sie können in vielen Fällen sehr hilfreich sein. 

 

Ich kenne es von Menschen, manchmal erlauben erst sie, sich auf eine Therapie einzulassen., weil die Menschen ohne sie in ihren Problemen gefangen und blockiert sind.

 

Viel Erfolg!

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Lexx   

Ich würde die Tabletten in deinem Fall in jedem Fall geben. Du pumpst deinen Hund nicht sinnlos "mit Chemie voll", sie scheint ja echt gravierende Probleme zu haben die euch beiden das Leben schwer machen. Ob der beschwerliche Weg über mehrere Jahre überhaupt existiert... ich wage das mal zu bezweifeln. Eher trainiert ihr 5 Jahre erfolglos rum und irgendwann ist dein Hund halt alt, blind und taub und dann funktioniert etwas. Ich finde bei solchen Problemen eine medikamentöse Unterstützung absolut gerechtfertigt.

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Stefanie79   

Ich finde es richtig was Du tust.

 

Klar sind das keine Smarties und jedes Medikament kann auch mit Nebenwirkungen einher gehen aber dann muß man halt Alternativen finden.

 

Angst ist gut und sinnvoll. Panik ist einfach nur schlimm.

Esmi kann gar nicht anders da ihr Gehirn immer und immer wieder die falschen Informationen sendet.

Das kann man weder weg "erziehen" noch sonst was.

Durch die Medikamente wird das Gehirn quasi wieder auf "Vordermann" gebracht damit es auch andere Stoffe ausschütten kann als ständig in den "Panikmodus" zu schalten.

 

Beispiel:

Einem Diabetiker gibt man auch Insulin. Da würde man auch nicht mit Globuli ankommen.

 

Ich drücke Euch fest die Daumen das ihr bald Fortschritte macht.

 

 

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GuidoFranz   
(bearbeitet)

Wenn es hilft ihre angst zu lockern und ein arbeiten mit ihr dadurch möglich wird, wäre das natürlich super. 

Bin gespannt wie es weitergeht.

(bin im übrigen auch kein Freund von Medikamenten aber manchmal geht's halt nicht anders). 

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Juline   

Würde ich bei einer so gravierenden -ich nenn`s mal Blockade- wahrscheinlich genauso machen!

Und vielleicht ist es auch wichtig, dass du deine Zweifel wirklich völlig ausräumst, um dich mit gutem Gefühl und Gewissen auf diesen Ansatz einzulassen.

 

Was ist das für ein Medikament, welcher Wirkstoff?

 

Ich fände es klasse, wenn du hier weiter ausführlich berichtest :)

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trullentier   

Danke für Deinen Bericht. Das liest sich nach wirklich viel Input. Ich kann Deine Bedenken bezüglich der Psychopharmaka voll und ganz verstehen, hab im ersten Moment auch auch die Luft eingezogen als ich das gelesen habe. Aber so wie Du es erklärst - oder die Erklärung weitergibst - scheint es sehr logisch.

Bitte berichte weiter. Ich hoffe so sehr, das Euch dieser Weg helfen kann. Denn wie sehr Du durch Esmeraldas Angst im Alltag eingeschränkt bist, das geht so über Jahre nicht. Und es wäre nicht nur für dich, sondern vor allem auch für sie so schön, heraus aus dieser Angst zu finden. Sich zu trauen glücklich und ausgelassen zu sein. Zumindest ein wenig.

 

Bemerkst Du denn schon Veränderungen in ihrem Verhalten seit Sonntag? Ich weiß, es ist noch sehr früh dafür, aber vielleicht merkst Du schon was?

 

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denny   

Ich setze hier mal ein Lesezeichen! Ich finde es total richtig, Esmi medikamentös zu unterstützen. Sie muss ja offensichtlich erst mal empfänglich für verhaltenstherapeutische Maßnahmen werden. Mit den Ängsten, die du beschreibst, wäre das anders sicherlich nicht möglich.

 

 

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marcolino   

Deine Zweifel und Gewissensbisse kann ich sehr gut nachvollziehen :kuss:

 

Du scheinst aber der Diagnose der Tierärztin zu vertrauen. Magst du mal schreiben, warum du ihr diese Kompetenz zusprichst?

Das ist nämlich MEIN einziges Problem bei der ganzen Sache - und DAS liegt daran, dass ich weder Esmeralda noch die Tierärztin selber kenne :)

 

Ich schwanke zwischen: "Toll - endlich mal jemand, der Hunden tatsächlich eine Psyche zugesteht, die eben auch so verstört sein kann, dass man andere Wege als die mit der Verhaltensbrechstange gehen muss."

und:

" Uih, hoffentlich ist das nicht jemand, der jedes Problem mit Pillen zu beheben versucht ..."

 

Ich neige aber zu Ersterem, u. A. auch deshalb, weil unter Wirkung der Tabletten eine Lernerfahrung in kleinen Schritten aufgebaut werden soll.

 

Zur Medikamentengabe schließe ich mich meinen Vorrednern an. Massive Angststörungen (mit depressiven Zügen, die bei Esmeralda ja wohl zu sehen sind) blockieren die Möglichkeit für neue Lernerfahrungen. Für Esmeralda ist das eine große Chance, die zweite Hälfte (mindestens) ihres Lebens mit deutlich besserer Lebensqualität verbringen zu können.

 

Ich drücke euch die Daumen, und bin natürlich gespannt auf weitere Berichte :)

 

Lieber Gruß

Moni

 

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Gast   
(bearbeitet)

Sorry, wenn ich was überlesen habe. Hab in  den anderen Threads auch gesucht,aber nichts dazu gefunden, ob die Schilddrüsenwerte untersucht wurden.

Ansonsten bin ich auch der Meinung, dass unter gewissen Umständen Psychopharmaka durchaus angebracht sein können.Bei Nicky waren der TA und ich kurz davor.

Zuerst wurde es mit pflanzlichen Sedativa versucht, welche manche Probleme jedoch sogar verschlimmerten, wie die leichte Auslösbarkeit mit aggressiven Reaktionen, bzw. bewirkte das bei Nicky eine verzögerte, weniger leicht auslösbare, aber dafür umso heftigere Reaktion und die Trainierbarkeit sank sogar noch mehr.

Allerdings ist das etwas ganz anderes als echte Psychopharmaka.

Schließlich wurde die SDU festgestellt und die Substitution mit Forthyron brachte bei ihm den Durchbruch, sodass er anfangen konnte zu lernen.

Alleine Bleiben war bei ihm ein ganz massives Problem und nur durch wirklich behutsames Vermitteln von "sich selbst wahrnehmen und die Situation als angenehm spüren/erleben können" , machte er dann erstaunlicherweise unerwartet schnelle Fortschritte. Das war aber noch vor der Substitution. In gewohnter Umgebung fiel esihm nämlich ein wenig leichter, zu lernen. Draußen - neue Reize  da ging gar nix, erst ab Substitution.

Ich hab dabei auch im Alltag versucht, soviel Situationen wie möglich zu bestätigen, in denen er Erfahrungen mit Selbstwirksamkeit machte, welche er mit  akzeptablen Verhaltensstrategien löste.

Ich hab viele Parallelen aus Deinen Beschreibungen rausgelesen und verfolge nun gespannt, wie es bei Euch weitergehen wird.

 

Ich finde es unheimlich toll, wie sehr Du bereit bist, Dich auf dieses Hundewesen einzulassen , um Esmi zu helfen, das Leben besser genießen zu können - auch unabhängiger von Dir .:wub:

 

 

 

 

 

 

 

 

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