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Herdenschutzhunde zwischen Faszination und Albtraum

Empfohlene Beiträge

Lexx   

Das manche Hunderassen eher zu Artgenossenunverträglichkeiten neigen ist doch jetzt wirklich nicht abzustreiten. Viele Zûchter von z.B. American Bulldogs schreiben dass in ihrer Rassebeschreibung auf ihren HPs auch deutlich rein. Man sollte damit umgehen können dass der Hund evtl. nicht für immer verträglich bleibt.  Und natürlich hat da die Zuchtgeschichte bzw. Selektion einen Einfluss drauf. Ich verstehe auch nicht warum bei vermeintlich "guten" Eigenschaften die erblichen Anlagen unbestritten werden, wenn es nicht mehr so schön ist, ist es nur die Umwelt. Was natürlich nicht heißt dass jeder Hund einer Rasse die fûr Hundekämpfe gezüchtet wurde ein Problem mit andrren Hunden hat u. Auch nicht heißt dass jeder Hund einer Begleithunderasse unkompliziert ist.

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Antrina   
(bearbeitet)
vor 2 Stunden schrieb Nebelfrei:

Nur bei den Kampfhunden heisst es, es sei 'nur' Erziehung. Seltsam.

 

Das stimmt so nicht ganz. Bei den Kampfhunden wurde auf Hunde selektiert, die zubeißen und nicht mehr los lassen. Zusätzlich ist die Beißkraft noch erhöht, was man an den eindrucksvollen Kiefermuskeln der Hunde auch oft sehen kann. Die gleichgeschlechtliche Aggressivität findet sich dort auch öfter. Ein Rüde dieser Rasse versteht sich meistens nicht mit anderen Rüden, in Extremfällen nicht mal mit Hündinnen, was umgekehrt genauso gilt. Weshalb diese Hund in den Tierheimen in Einzehelhaft sitzen.

 

Gegenüber Menschen besitzen sie dagegen eine weitaus höhere Toleranz als die sogenannten Schutzhunde, die ja dafür gezüchtet wurden, einen Menschen zu beißen während der Kampfhund im Ring, alles- nur eben nicht den Menschen beißen soll.

 

Beißt nun ein Kampfhund einen Menschen, ist das dann tatsächlich in den meisten Fällen "die Erziehung", weil er dafür nun wirklich nicht gezüchtet wurde. Die Auswirkungen sind in dem Fall dann leider wegen der bereits erwähnten Beißart (höhere Beißkraft, nicht mehr loslassen) um so verheerender, die Hunde reißen wirklich ganze Fetzen Fleisch aus ihrem Opfer heraus. Im Tierheim hatten wir sogar einen Bulli, dem zuerst fast sämtliche Knochen gebrochen und der anschließend lebendig begraben wurde. Das war immer noch ein super freundlicher Hund, der bei jedem Menschen wedelte und sich freute. Ich bin davon überzeugt, dass das kein Schäferhund nach so einem Erlebnis noch machen wird..

 

PS: Genau wegen dieser hohen Toleranz ist der Bullterrier (oder auch Am.Staff) ein sehr beliebter Familienhund, der sehr oft mit Kinder gehalten wird!

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gebemeinensenfdazu   
Am 5.3.2017 um 11:05 schrieb Lexx:

Ich verstehe auch nicht warum bei vermeintlich "guten" Eigenschaften die erblichen Anlagen unbestritten werden, wenn es nicht mehr so schön ist, ist es nur die Umwelt. Was natürlich nicht heißt dass jeder Hund einer Rasse die fûr Hundekämpfe gezüchtet wurde ein Problem mit andrren Hunden hat

Hüteinstinkt oder Schutzinstinkt ist erstmal weder gut noch schlecht- je nach Einsatzzweck. Jemand, der am liebsten allein mit seinem Hund ist, sollte sich auch keinen Labrador holen. Wenn keine Artgenossen da sind, ist Artgenossenunverträglichkeit kein Problem, man kann ja ausweichen und  erzieherisch die Toleranz erhöhen.

Daß für Hundekämpfe gezüchtet wurde- und zwar niemals ausschließlich, eine solche Rasse wurde immer auch zu anderen Zwecken gezüchtet- liegt ja nunmal eine gewisse Zeit zurück. Da sollte und wurde züchterisch erfolgreich Einfluß genommen, vor allem bei den SoKas, bei anderen wie den Akitas wird Artgenossenunverträglichkeit z.T. eher als Individualitätsfeature betrachtet.

Mich stört der unreflektierte Verwendung des Begriffes "Kampfhunderassen" immens und das hätte ich ehrlich gesagt hier nicht erwartet. Gerade in Bezug auf Listenthematik, Hunderassismus usw. ist unreflektierter Umgang mit unreflektierten Begriffen ziemlich daneben, wie ich finde. Wie schon erwähnt: Hüteinstinkt ist nicht mit Reaktionsformen wie Aggression vergleichbar. Kein Tier hat den Wunsch, Schmerzen zu erleiden, sondern versucht das zu verhindern.

Die erwähnte "Gameness" habe ich bisher als "Nicht aufgeben wollen", "Hartnäckigkeit", bzw."den Biß nicht lösen" interpretiert. Sicher kann darauf gezüchtet werden, Terrier werden auch gerne als stur bezeichnet, das wäre dann die erwähnte Hartnäckigkeit. Das Beißverhalten kommt aber nur zu Geltung, wenn gebissen wird und ist natürlich erzieherisch beeinflußbar.

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kareki   
(bearbeitet)

Bei Akitas geht es nicht um die "Artgenossenunverträglichkeit", die hat der Shiba (oder alle anderen Nihon Ken bis auf der Kai als Meutehund, bis zu einem bestimmten Grad) auch. Sind "Individualisten".

Nein, wer schon mal einen Akita auch nur in einem Kommentkampf erlebt hat, weiß, was das Kampfhunderbe hinterlassen hat.

 

D.h. nicht, dass Akitas per de aggressiver sind, aber es bestimmt mit, wie sie im Falle des Falles kämpfen. Das ist erzieherisch nicht komplett beeinflussbar. Man kann verhindern, dass es zum Kampf kommt, aber eine Garantie gibt es nicht.

 

Hat nichts mit "Hunderassismus" zu tun.

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gebemeinensenfdazu   

Was dann ein Beispiel dafür wäre, wenn züchterisch nicht viel Wert darauf gelegt wird, dieses Verhalten einzudämmen. Ich hatte ja mal zeitweise ne Ca de Bestiar Hündin (wurden auch mal- neben der Herdengebrauchshundtätigkeit- zu Kampfzwecken mißbraucht), da sahen Hündinnenbegegnungen auch unangenehm aus - liegt wohl auch an der recht kleinen Zuchtbasis, daß da wenig passiert ist.

Anders sieht es aber aus, wenn züchterisch da eingewirkt wird. Und das ist bei den Sokas durchaus passiert. Hier klang teilweise durch, daß in England mit den "einschlägigen" Rassen immer noch Hundekämpfe veranstalteten würden und dieses aggressive Verhalten genetisch begründet sei. Dagegen habe ich mich gewandt.

Das Scharfmachen, Quälen usw. ist maßgeblich für den Hundekampf, auch Herdenschutzhunde wie Kangals und deren Mischlinge werden dazu mißbraucht. Rasseeigenschaften wie Beißverhalten (nicht loslassen) und -kraft sind immer noch vorhanden, weil anatomiebegründet. Beißhemmung lernen aber diese Rassen genauso gut.

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kareki   

Es geht mir nicht ums Beißen...

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Rosilein   
(bearbeitet)
Am 5.3.2017 um 08:40 schrieb Nebelfrei:

Natürlich kann man irgendwelche Hunde aufeinander hetzen, die werden aber nicht so kämpfen, wie die Kampfhundrassen.

Von den körperlichen Voraussetzungen abgesehen, bezieht sich das m.E. mehr auf die Linien, weniger auf die Rasse als solches.

Wobei es sicherlich wahrscheinlich ist, dass man ausgerechnet bei den sog. "verdächtigen" Rassen mehr auf Aggression gezüchtete Linien findet, weil Mensch sie dort hat haben wollen.

 

http://www.sc-og-zürich-waid.ch/wp-content/uploads/2017/01/aggression.pdf

Zitat

Aggressives Verhalten durch Zucht

Grundsätzlich ist es möglich, durch entsprechende Zuchtauswahl die angeborene Be-

reitschaft zur Aggressivität beim Hund zu steigern. Im Extremfall ist die Reizschwelle

zur Auslösung aggressiven Verhaltens soweit gesenkt, dass die Tiere immerzu bereit

sind, anzugreifen. Diese erblich bedingte Verhaltensstörung ist jedoch nach den bis-

her vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnissen noch sehr selten und auf be-

stimmte Zuchtlinien begrenzt.

 

Erworbenes aggressives Verhalten

Aggressives Verhalten kann durch gezielte Abrichtung auf Artgenossen bzw. auf den

Menschen ausgelöst werden. Diese Verhaltensstörung wird durch eine unzureichen-

de Sozialisation .....

 

(Quelle: Dr.Feddersen-Petersen, Dr.Killmann, Tierschutzbund)

 

Zurzeit erforscht man gerade, inwieweit sich bereits die Erfahrungen der Vorfahren in den Genen niederschlagen. Allerdings ist m.E. noch zu früh, um gesicherte Erkenntnisse belegen zu können (irgendwo hab ich mir einen Auszug ... finde ihn gerade nicht ... ggf. reiche ich das noch nach).

 

Stelle ich mir nun vor, nicht nur die gezüchteten körperlichen Merkmale + charakterlichen Anlagen + schlechte Sozialisation + "negative Erfahrungswerte Vorfahren" ...

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caronna   

Das Akita Kampfhunde gewesen sein sollten ist mir neu. Vielleicht hier verwechselt mit dem Tosa? Zitat: Der Tosa wurde ursprünglich zur Verwendung in Hundekämpfen besonderer Art gezüchtet: Ähnlich wie bei den Sumoringern kämpften diese Hunde mit den Läufen und dem Körper und rangen den Gegner zu Boden, Beißen und selbst Knurren führte zur Disqualifikation (https://de.wikipedia.org/wiki/Tosa_(Hunderasse))

Die immer wieder auftauchende Behauptung, von "Schmerztolerant",  "zubeißen und nicht mehr loslassen", "ehöhte beißkraft" ist schlichtweg falsch. letzteres hat noch keiner gemessen, und wo sollte das gemessen werden? in der vorderen Schnauze, ganz hinten?

vielleicht schaut ihr mal da rein: http://elib.tiho-hannover.de/dissertations/steinfeldta_2002.pdf

die Bücher von Dr. Dieter Fleig  sind auch lesenswert

 

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marcolino   

Wo kommen denn auf einmal die Kampfhunde her?

 

Geht es hier noch um Herdenschutzhunde, und um den Artikel?

 

:think:

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Amaterasu   
(bearbeitet)

Da geht es los.

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