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kareki

Hypersoziale Hunde = verhaltensgestört

Empfohlene Beiträge

gebemeinensenfdazu   
(bearbeitet)

In dem (sehr interessanten!) Artikel ist nicht näher erwähnt, ob es sich bei diesen Genvarianten um Deletionen handelt (die beim Menschen besagtes Syndrom auslösen). Hypersozial finde ich auch ein falsches Wort für Hunde, die nur fiddlen im Repertoire haben. Da stößt meine auch auf Geduldsgrenzen, obwohl sie sehr gute Retrieverfreunde hat. (Die zeigen aber auch mehrere und nicht nur monoton eine Verhaltensweise bei Begegnung und Konflikten.) Fiddle about ist ihr zwar lieber als Fight, nervt jedoch nach einer Weile, einer Menge Retriever geht es allerdings auch so.

Gerade Verträglichkeit ist doch sehr erfahrungsabhängig bzw. erziehungsabhängig.

Und nur Fiddle about drauf zu haben wirkt doch eher als potentielle Konfliktquelle. Meine macht das z.B. häufig beim Menschenkennenlernen- definitiv nicht bei allen- aus der Erfahrung heraus, daß die da eher positiv reagieren, bei Hunden meistens nicht (als Welpe klar häufiger).

Von Verhaltensstörung würde ich glaube ich dann sprechen, wenn negative Erfahrungen keinerlei Auswirkungen auf das "freundliche" Begegnen haben.

Der Versuchsaufbau mit den Wölfen im Vergleich könnte auch deshalb zuungunsten der Hunde abgeschnitten haben, weil die Hunde Besitzansprüche seitens der anwesenden Menschen vermuteten und erst auf Erlaubnis warteten.

 

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kareki   
(bearbeitet)

Nein, das habe ich inhaltlich nicht gesagt. Es gibt ja bereits Untersuchungen , die darauf hinwiesen, dass Hunde, die auf Verträglichkeit selektiert wurden, zu infantilerem Verhalten und Konfliktlösungen wie Anbiederei oder Untetwürfigkeit neigen. (Also nein, es ist tatsächlich auch rassespezifisch)

 

Das hat mit dem Inhalt des Artikels direkt nichts zu tun, erst im weiteren Sinn ergibt sich für mich eine Verbindung.

 

Und doch, "hypersozial" finde ich für Hunde, die jeden Menschen, jedem Hund und jede Katze lieben, tatsächlich passend und für ungesund hielt ich das auch (aus meiner Perspektive heraus), sodass ich "verhaltensauffällig" durchaus in Betracht ziehe. Warum sollte übersteigerte "Aggression" verhaltensauffällig sein, aber übersteigerte "Freundlichkeit" nicht?

 

Dass es erst dann eine Störung sein soll, wenn aufgrund von negativen Erlebnissen keine Änderung des überfreundlichen Verhaltens erfolgt, erschließt sich mir nicht - das überfreundliche Verhalten ist ja bereits "unnormal" und wie in dem anderen Thread (der in dem Punkt inhaltlich passt) schon angesprochen, ist es kein natürliches Verhalten der Gattung Canis.

 

Wie gesagt, das gilt gar nicht für *alle* Hunde (steht auch drin). Auf meine trifft gar nichts von alledem zu.

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gebemeinensenfdazu   
(bearbeitet)

Wahrscheinlich liegt's daran, daß zum Einen

vor 23 Minuten schrieb kareki:

Hunde, die jeden Menschen, jedem Hund und jede Katze lieben,

und zum Anderen Hunde, die als einzige Konfliktlösung Fiddlen betrachten, thematisiert werden. Erstere kenne ich gar nicht näher, ahne aber, daß es sie gibt. Also habe ich mich auf die anderen bezogen.

vor 23 Minuten schrieb kareki:

Dass es erst dann eine Störung sein soll, wenn aufgrund von negativen Erlebnissen keine Änderung des überfreundlichen Verhaltens erfolgt, erschließt sich mir nicht - das überfreundliche Verhalten ist ja bereits "unnormal" und wie in dem anderen Thread (der in dem Punkt inhaltlich passt) schon angesprochen, ist es kein natürliches Verhalten der Gattung Canis.

Als Welpe, der bei Menschen aufgewachsen ist, finde ich das schon normales Verhalten, mit allem und Jedem (sofern es keine Angst macht/beunruhigt) Spielen zu wollen. Mit zunehmender Erfahrung verändert sich auch die Verhaltensbandbreite.

 

Und wegen "hypersozial": Übermäßig freundlich halte ich ab einem bestimmten Grad nicht mehr für sozial, sondern ignorant. Deswegen finde ich die Bezeichnung nicht gut.

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Zurimor   

Blöde Frage vielleicht, aber was ist "fiddle about". Der Begriff heißt im Englischen ja so viel wie herumspielen, etwas stückchenweise tun oder auch tüfteln.

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Zurimor   

Ah, also überspielen schwieriger Situationen, das kenn ich. :D "Fiddle about" war mir aber als Begriff unbekannt.

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marcolino   

Fiddle about ist eigenlich fiddle about/flirt, und ein MODELL, welches versucht die Verhaltensmöglichkeiten aufzuzeigen, die ein Hund zur Konfliktlösung hat:

 

Flucht, Einfrieren, Kämpfen, Besänftigen. 

 

Die gleichen Konfliktlösungsstrategien haben ALLE Säugetiere, zu denen auch der Mensch zählt.

 

Nun zählen Menschen UND Hunde nicht umsonst zu den HÖHEREN Säugetieren, was ein Hinweis darauf ist, wie komplex gerade das soziale Assoziationsvermögen und damit die Verhaltensweisen und die diesen zugrunde liegenden Motivationen sind.

 

Die Gedankenkette "Zu viel fiddle about ist infatil" ist völliger Blödsinn, weil 

 

1. viel zu kurz gedacht weil die Umfeldbedingungen dabei völlig unberücksichtigt bleiben und

2. Infantilismus eine Entwicklungsstörung bezeichnet, bei der ein Individuum in seiner (körperlichen und/oder geistigen) Entwicklung zurückbleibt auf der Stufe eines Kindes.

 

Dazu mal eine ganz einfache Frage: Der Jetztzeitmensch spielt deutlich mehr und agiert (üblicherweise, am gesellschaftlichen Standard gemessen) deutlich weniger aggressiv als ein Neandertaler - sind die Jetztzeitmenschen deshalb INFANTIL?????

 

Ein paar grundlegende Kenntnisse über den Umbau des Gehirns von Hunden im Vergleich zu ihrem Urahn Canis Lupus wären nicht schlecht, um mal ein wenig Klarheit zu Sozialverhalten und dem Begriff des Infantilismus besser voneinander trennen zu können.

 

 

 

 

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Schnüffelmaus   
vor 25 Minuten schrieb marcolino:

Die Gedankenkette "Zu viel fiddle about ist infatil" ist völliger Blödsinn

 

doch, das finde ich schon irgendwie - zumindest ein wenig ... ;) 

denn wenn die Vielfalt der möglichen Konfliktlösungsstrategien von 4 auf 1 reduziert wird dann finde ich das eine Rückwärtsentwicklung.

 

Gerade bei erwachsene Hunden empfinde ich ein ewiges herumgefiddele - egal wer dem Hund gegenübersteht - als unreif ...

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Lyris   

.... interessant.... ist mir in letzter Zeit immer wieder extrem in unserem neuen Gassigebiet aufgefallen in der überwiegend 3 Rassen zu finden sind. Da bin ich ins grübel gekommen, dass sich der Großteil der Hunde die ich so kenne gar nicht mehr wie erwachsene, ausgereifte Hunde benehmen - vor allem wenn sie bestimmten Rassen angehören. Auch wenn das jetzt für den Einen oder Anderen blöd klingt. Dass es etwas mit der Zucht zu tun hat hatte ich vermutet...... aber ich denke es spielt die Erziehung und der Umgang durch den Menschen eine gewisse Rolle! Den Artikel kannte ich nicht - ist aber dahingehend für mich echt spannend!

Khan ist da völlig raus! Ich merke immer wie genervt er und ich sind wenn ein Hund schon zwanghaft und übertrieben "flirtet" . ..... aber die meisten Leute finden das toll... daher liegt meine Vermutung eher darin, dass die ganze Geschichte sich weiter steigert.

vor 1 Stunde schrieb marcolino:

Fiddle about ist eigenlich fiddle about/flirt, und ein MODELL, welches versucht die Verhaltensmöglichkeiten aufzuzeigen, die ein Hund zur Konfliktlösung hat:

 

Flucht, Einfrieren, Kämpfen, Besänftigen. 

 

Die gleichen Konfliktlösungsstrategien haben ALLE Säugetiere, zu denen auch der Mensch zählt.

 

Nun zählen Menschen UND Hunde nicht umsonst zu den HÖHEREN Säugetieren, was ein Hinweis darauf ist, wie komplex gerade das soziale Assoziationsvermögen und damit die Verhaltensweisen und die diesen zugrunde liegenden Motivationen sind.

 

Die Gedankenkette "Zu viel fiddle about ist infatil" ist völliger Blödsinn, weil 

 

1. viel zu kurz gedacht weil die Umfeldbedingungen dabei völlig unberücksichtigt bleiben und

2. Infantilismus eine Entwicklungsstörung bezeichnet, bei der ein Individuum in seiner (körperlichen und/oder geistigen) Entwicklung zurückbleibt auf der Stufe eines Kindes.

 

Ja, Fight, Flight, Flirt, Freeze! Aber eben ALLE 4 Möglichkeiten. Viele Hunde die ich jetzt beobachtet habe können nur noch übertrieben Flirten! Und das auch nicht auf einem Niveau als das ich "Flirt" als Begriff in der Stress-/Sitationsbewältigung für alle höheren Säugetieren kennengelernt habe: nämlich SOZIALE KOMMUNIKATION. Das ist keine Kommunikation mehr was viele Hunde betreiben, sondern ein - für mich und meinen Hund - extrem kindliches, albernes und aufdringliches Verhalten....

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