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Dein Hundeforum  Der Hund
kareki

Hypersoziale Hunde = verhaltensgestört

Empfohlene Beiträge

Rosilein   
(bearbeitet)

Mir geht es seit Jahrzehnten ganz ähnlich ... eigentlich, seit ich meinen Oldi, damals 2 übernahm (er war zur Vermittlung in  professioneller Hand). Sie sagte mir damals, dass ich einen erwachsenen Hund übernehmen würde, nicht wie so viele, die in einem gewissen kindlichen Schema stecken geblieben seien. Damals hab ich das noch nicht direkt verstanden (hielt meinen Jacky schon für erwachsen). Das Begreifen ging allerdings dann relativ zügig (Anschauungsunterricht. könnte man formulieren). Und das ist mitnichten gleichbedeutend, es sei jemals ein aggressiver Hund gewiesen, nein eher ein souveräner, sozialer Charakter (dazu muss man allerdings zu seiner Familie gehören ... und das dürfen z.B. gerne auch Katzen sein ...).

 

Tatsächlich ganz ähnlich, wie der Unterschied Erwachsener - Kind. Im Grunde genommen kann er - situationsbedingt - 3 Möglichkeiten (n.v.a. sozialen Verhaltensweisen) des besagten Konzepts zeigen oder gar durchlaufen und keines hebt sich wirklich extrem hervor (Einfrieren, das hab ich bei ihm noch nicht gesehen .. vll. gab es dazu nie einen passenden Anlass).

Wobei er sich eher schon durch vermehrtes Desinteresse auszeichnet (vll. kurze Begrüssung und dann macht er halt sein Ding ... aber wenn er schon sein Ding macht, hat er wenig Interesse zu anderen zu laufen um sie zu begrüssen ... sein Ding ist wichtiger - er würde als Mensch vermutlich sagen: "habe keine Zeit zum Spielen, muss arbeiten"), deswegen wenig in Konflikte geraten ist (heute mehr wg. seiner Behinderungen und folglich sehr schrägen Körperhaltung ... das wird oft von Hundekumpels falsch verstanden).

 

Und ich kann mir gut vorstellen, dass sich durch Zucht ähnliche Veränderungen vererben, wie auch in der Natur (nur dass hier der Mensch die Finger im Spiel hat und eben vermehrt das vererbt, was er sich wünscht ... z.B. gerade solche Hunde werden bei vielen Rassen aus der Zucht genommen, die aggro nach vorne gehen ... usw. usf. ). Und somit betrifft es bei der Vererbung auch Anlagen, die einen grossen Einfluss auf Verhalten nehmen (sonst könnte man sich die ganzen Wesensteste für die Zucht glatt sparen).

 

Davon abgesehen, es muss schliesslich einen Grund geben, wieso man Wölfe (oder andere Wild-Caniden) nicht einfach mal so eben auf Zivilisation prägen kann, auch völlig losgelöst vom Umfeld. Auch dann nicht, wenn man es bei Welpen über Generationen hinweg versucht. Oder nur an die "Experimente" mit den vielen Hybriden gedacht ... der Schuss ging doch ordentlich nach hinten los (in erster Linie natürlich für die Hybriden).

 

Aber ich denke auch, dass es vll. noch zu früh ist, um solches zu diskutieren ... Vll. warten wir besser noch mal so 5 - 10 Jahre ... Dann ist die Wissenschaft viel weiter ...

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agatha   

wo sortiert ihr Straßenhunde ein, die echt schlechte Erfahrungen mit dem Menschen und Hunden gemacht haben, trotzdem super positiv, freundlich, lieb usw, auf diese zugehen???

 

Z:B: Lucie, mit heißem Wasser überbrüht, Strangulationsnarbe am Unterhals, aber nie unfreundlich, nie ängstlich im Kontakt zu Menschen????

Zu Hunden sehr freundlich, gute Antenne, macht auch einen Bogen um unfreundlichen Hund.

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hansgeorg   

Hey

 

Nun, heute wird alles was sich in irgendeiner Weise verhält, als Krank bezeichnet, obwohl es ganz natürliches Verhalten ist, Wissenschaft ist oft nicht mehr das was sie einmal war.

 

Warum gibt es keine einzige Gentherapie, nach dem Jahrzehnt des Humanen-Genoms-Projekts, was Milliarden kostete?

 

Überall viel heiße Luft.

 

Immer noch gilt: Genotyp + Umwelt = Phänotyp, d. h. auch, nicht alles andere muss automatisch Krank sein.

 

Beispiel die Silberfüchse.

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Lyris   
vor 4 Stunden schrieb Lyris:

dass sich der Großteil der Hunde die ich so kenne gar nicht mehr wie erwachsene, ausgereifte Hunde benehmen - vor allem wenn sie bestimmten Rassen angehören. Auch wenn das jetzt für den Einen oder Anderen blöd klingt. Dass es etwas mit der Zucht zu tun hat hatte ich vermutet...... aber ich denke es spielt die Erziehung und der Umgang durch den Menschen eine gewisse Rolle!

vor 2 Stunden schrieb hansgeorg:

Immer noch gilt: Genotyp + Umwelt = Phänotyp, d. h. auch, nicht alles andere muss automatisch Krank sein.

 

.... nur dass mittlerweile einfach dieses Hypersoziale als das (neue ) NORMAL gewünscht und gesehen/angenommen wird. Für einige Zweibeiner mag das schön und gut und vorteilhaft sein........ ich stehe dem kritisch gegenüber.......

Khan wird oft als "seltsam", "anders", "viel zu ernsthaft" angesehen - auch von eingefleischten Hundeleuten. Dabei verhält er sich einfach nur wie ein erwachsenes hündisches Individuum mit einem ausgereiften eigenen Charakter. 

 

...... ob jetzt sich der Hund in seinem Verhalten de letzten Jahrzehnten dahingehend dem Menschen angepasst hat, weil dieses Verhalten für ihn (Hund) den größte Erfolg gebracht hat, oder der Mensch durch züchterische Selektion (sei es nun bewusst oder unbewusst) dieses Verhalten verstärkt hervorgebracht hat sei nun dahingestellt ........ wahrscheinlich ist es sowieso eine Kombination aus Beidem....... !

 

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Rosilein   
(bearbeitet)
vor 2 Stunden schrieb hansgeorg:

Immer noch gilt: Genotyp + Umwelt = Phänotyp, d. h. auch, nicht alles andere muss automatisch Krank sein.

 

Hey

Genau Genotyp + Umwelt = Phänotyp und dann steht nicht einmal drauf, welcher ;).

 

Aber es heisst nicht:

Umwelt = Phänotyp

 

vor 2 Stunden schrieb hansgeorg:

 

Nun, heute wird alles was sich in irgendeiner Weise verhält, als Krank bezeichnet, obwohl es ganz natürliches Verhalten ist,

Was heisst hier heute?

Das Williams-Beuren-Syndrom soll wohl zum 1. Mal 1866 angesprochen und 1961-62 ausführlich beschrieben worden sein.

 

Man kann sich, das steht jedem selbstverständlich frei, natürlich auf den Standpunkt stellen, ist keine Krankheit, völlig normal und natürlich. Jede Veränderung in den Genen ist letztlich der Natur geschuldet und somit völlig normal (ob durch Menschenhand gezüchtet und geprägt oder durch die Natur selbst). Das gilt, nicht zu vergessen, selbstverständlich auch für Krankheiten oder nicht?

 

vor 2 Stunden schrieb hansgeorg:

 

Warum gibt es keine einzige Gentherapie, nach dem Jahrzehnt des Humanen-Genoms-Projekts, was Milliarden kostete?

Es ist eines, eine Erbgutkarte vom Menschen zu erstellen und ein anderes, als defekt identifizierte Gene zu reparieren.  Daraus erklären sich m.E. fehlende Gentherapien (das steckt alles noch in den Kinderschuhen):

http://www.wissensschau.de/genom/gentherapie_erbkrankheiten.php

Wenn es so einfach wäre, wie einen Staubsauger zu reparieren, ginge es sicherlich schneller, keine Frage. Stelle mir das in etwas so vor, wie es einst eines war, unseren Erdball zu kartografieren und ein anderes, die Menschheit jederzeit rund um ihn herum in kürzester Zeit recht bequem und ziemlich sicher reisen zu lassen. Oder vll. neuer, der Weltraum ... unendliche Weiten ...

 

vor 2 Stunden schrieb hansgeorg:

Beispiel die Silberfüchse.

Genau, das Beispiel eignet sich hervorragend herauszuarbeiten, dass es eben beides braucht und beides jeweils keine Einbahnstrasse ist (was wohl auch niemand behauptet hat).

Allerdings, ohne Zucht wäre es auch in diesem Beispiel nicht gegangen, so, wie es ohne Prägung nicht hätte funktioniert, etwas (durch Menschenhand) zu erschaffen, was einem Hund recht nahe kommt und dennoch im Ergebnis kein Hund ist (nur ähnlich).

 

Wenn ich bedenke, wie lange der Mensch schon Hunde züchtet, nach körperlichen und verhaltenstechnischen Merkmalen selektiert und ihn wiederum prägt (auch durch seine sich stetig verändernde Umwelt), dann ist es für mich kein Wunder, dass sich des Menschen Tätigkeit in den Genen der Hunde niederschlägt. Hypersozial ist genauso erwünscht, wie brachyzephal, Kindchenschema mit Glubschaugen auch babyähnlichen Krummbeinen (und ich gehe davon aus, dass diese Körperlichkeiten auch im Sozialverhalten niederschlagen und sei es nur als Faktor der eigenen, stets mitgenommen "Umwelt").

 

Denke, bei den Silberfüchsen Sibiriens, z.B. der sich nach 20 bis 40 Generationen verändernde Hormonspiegel, dicht gefolgt von körperlichen Veränderungen, dürfte sich auch in den Genen niedergeschlagen haben. Wie man das Ergebnis nennt, k/A, auf jeden Fall ist es kein natürlicher Fuchs mehr und insoweit auch nicht mehr in der Natur lebensfähig. Und ich würde sogar soweit gehen, dass überwiegend die Nachkommen dieser Füchse in der Natur nicht überlebensfähig wären. Wobei ich mir vorstellen kann, dass es ein schnelleres Zurück geben könnte, als bei den meisten Hunderassen ...

 

vor 2 Stunden schrieb hansgeorg:

Wissenschaft ist oft nicht mehr das was sie einmal

Das ist jetzt nicht wirklich neu ... eine solche Aussage und gerne wird dann auf die aktuellen Fehlschläge verwiesen ...

M.W.n. begleitet Wissenschaft solches seit Anbeginn ... Aber gerade dann, wenn sie sich auf unbekanntes und langfristig angelegtes Terrain begibt, bei dem man im Vorfeld schon ahnen kann, dass der Weg mit Fehlschlägen gepflastert sein wird. War bei der Raumfahrt auch nicht anders ... war es jemals anders? Auch Fehlschläge machen für mich Wissenschaft aus ...

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kareki   

@marcolino

Infantiles Verhalten heißt bei Hunden, dass sie viele/ausgeprägte welpenhafte Züge bis ins Seniorenalter behalten (z.B. der ausgeprägte Wille sich unterzuordnen, ausgedehntes Spiel, usw.).

Das geht einher mit (mentaler) Neotenie - die aber nicht (auch nicht als Ableitung des Silberfuchsexperiments!) generell ein Merkmal der Dimestikation ist. Es ist viel komplexer.

Wachtel nennt hier (vom Aussehen abgesehen!) europäische Hunde (Gerade Hütehunde und europäische Jagdhunde) als besonders gutes Beispiel dieser Einflüsse und geht davon aus, dass die Hunde deshalb die "Hundeberufe" (Blindenhumd, etc) gut erledigen können. Gerade asiatische und afrikanische Hunde des "Wolfhund"-Clusters (also "wolflike" im genetischen Sinne, es ist ja unlängst bewiesen, dass manche Hunde dem Wolf genetisch näher stehen als andere) stehen dem gegenüber.

 

Es ist einfacher einem "jugendlichen" Hund etwas beizubringen und das so zuverlässig abzurufen, als ein Individuum, das nach seiner Selbstständigkeit strebt - unabhängig von deiner Erziehung.

 

Nachzulesen in Wachtels "Rassehund wohin" - gibt aber noch andere Bücher, Coppinger, Miklosi usw.

 

 

 

Dennoch empfinde ich diese Entdeckung nun nicht verwunderlich und deshalb ist es doch nicht "sind ja alles Hunde". Gut find ich das.

 

 

@hansgeorg

Hast du den Artikel gelesen? :huh:

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kareki   

Mir geht's ähnlich wie @Lyris - die Norm erwartet ein völlig anderes Hundeverhalten als "richtig" als meine Hunde anbieten.

Daran merke ich fast täglich wie "hypersoziale" bzw. überfreundlichd Hunde als erstrebenswert gelten.

Fängt schon mit der Stigmatusierung an, dass ein Hund, der knurrt oder die Zähne zeigt, nicht richtig erzogen oder "sozialisiert" sei.

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Zurimor   

Ich werd grad mehr und mehr darin bestärkt, daß meine Entscheidung für einen Malamut als Ersthund goldrichtig ist. ;)

Die Wahrscheinlichkeit, sich da einen hypersozialen Hund zu holen ist sehr gering. :D

 

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Juline   
(bearbeitet)

Was mich an überfreundlichen Hunden häufig am meisten erschreckt ist ihre Wehrlosigkeit.

 

Da dürfen andere Wesen, Menschen und deren Kinder, andere Hunde Grenzen überschreiten, übergriffig sein, bedrängen, und der arme Hund zeigt nicht mal ein einziges Zähnchen. Erduldet. Dem psychischen Wohlbefinden ist das nicht zuträglich.

 

Ich finde das schlimm, mir tun diese wehrlosen Lämmchen von Herzen leid -ohne es gleich als krank oder gestört zu bezeichnen. Es ist in meinen Augen ein Defizit, schrecklicherweise ein gewolltes, herbeigeführtes, ähnlich verkrüppelter Körper oder anderer psychischer Abnormitäten.
 

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kareki   

Genauso schlimm finde ich Hunde, die dem nicht entsprechen und dann "erzieherisch" in dieses Bild gepresst werden.

Sowohl über massive Belohnungen (die "Leckerlustopfer", deshalb erwehre ich mich dagegen auch immer), als auch und noch schlimmer über Hemmung, das "unsoziale" Verhalten abzustellen. Überhaupt, ein Hund "muss das abkönnen", nicht, dass er noch böse auffällt!

 

Icj finde hier richtige Aufklärung besser als das ewige Duckmäusertum der Hundehalter - nicht umsonst gelten Hunde bei hundeunkundigen Menschen als willenlose "Arschkriecher".

 

Ein gewisser Herr Hundeprofi verstärkt dieses verschrobene Bild über Hunde leider noch in der Öffentlichkeit.

Wundert es dann, dass er mit Nordischen und Asiaten nicht kann? ;)

 

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