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Dein Hundeforum  Der Hund
freej

Freilaufende Hunde - Frust und ratlos

Empfohlene Beiträge

freej   
(bearbeitet)

Hallo,

 

da meine Geduld mittlerweile fast aufgebraucht ist, erhoffe ich mir ein wenig Rat. Die Hundedichte hat in den letzten zwei Jahren in meiner ländlichen, leicht städtischen Gegend deutlich zugenommen (Weinberge, kleinere Städte in der direkten Umgebung).

 

Ich kann zu üblichen Gassizeiten das Haus kaum verlassen ohne das uns freilaufende und nicht rückrufsichere Hunde innerorts und auch kurz vor dem Ortseingang entgegenkommen.  Hier gibt einiges an Wild (Wildschwein, Kaninchen, Naturschutzgebiet ist nicht weit weg) und viele Personen die Erholung als Radfahrer oder Wanderer suchen. Außerdem verläuft in der Nähe eine Bundesstraße. Es befindet sich ein gut besuchter Kindergarten und Spielplatz in 1-3 Minuten Gehreichweite. Meines Erachtens keine sinnvolle Umgebung um Hunde freilaufen zu lassen. Jedenfalls bleibt unser Shiba Inu (Jagdtrieb, nicht rückrufsicher, Rüde, unverträglich mit manchen anderen Hunden) immer an der Leine.  Hier einige Erlebnisse bisher:

 

- Meine schwangere Frau wurde von zwei freilaufenden Hunden verfolgt. Unser Hund wurde gezwickt, meine Frau wollte aus Sorge unseren Hund nicht ableinen und rannte nach Hause.

- Wir kümmern uns öfters um die demente kranke Großmutter meine Frau. Sie ist ein unglaublicher Hundefreund und wir gehen gemeinsam unseren Hund ausführen. Nur eine Freude ist es nicht, wenn plötzlich freilaufende Hunde entgegenkommen und die Tiere nicht zur Seite genommen werden. Keine Verständnis bei den HH! 

- (vor mir zwei Personen mit freilaufenden Hunde, hinter mir Frau, Kinderwagen, ein freilaufender Hund, ich dazwischen) Meine Bitte die Hunde kurz zur Seite nehmen, wurde mit einem ignoranten Lächeln beantwortet. Hinter mir war eine Frau mit einem Kind, freilaufenden Hund und Kinderwagen. Für die entgegenkommenden HH mit ihren Hunden wäre es einfacher gewesen. 

- Beim zu Seite schieben von zwei Pudels, die bellend um mich und meinen Hund liefen, wurde mir Gewalt angedroht! 

- Wir haben hier einen älteren Herr, welcher seinen kleinen aktiven schwarzen Jagdhund überall frei herumlaufen läßt. Er nimmt aus Trotz ihn nicht mehr an die Leine. Ich hätte ihn fast schon beim Ausparken überfahren.  

- Schwiegermutter, Bekannte und Arbeitskollegen wurden in den letzten Jahren durch Hunde gebissen. Das war jedoch nicht an unserem Wohnort bzw. einige Kilometer entfernt. 

- Radfahrer und Fußgänger werden von den Hunden belästigt

- etc.....

 

Wir gehen öfters mit zwei "angeleinten" Huskys spazieren. Die Huskyhündin ist sehr dominant und kommt ihr ein fremder Hund entgegen, liegt er sehr schnell auf dem Boden oder wird angeknurrt. Die gemeinsame Spaziergänge sind mit ihnen weitaus entspannter und liegt wohl an dem Ruf der beiden Huskys.  Die Besitzerin ist im Hundeverein engagiert und findet die aktuelle Situation äußerst angespannt.  Es ist nur eine Frage der Zeit bis etwas Schlimmeres geschieht. Das Ordnungsamt will nur Handeln, wenn ein Vorfall vorliegt. Jedenfalls war das die Aussage nach meinem Anruf . Ich weiß mir aktuell kaum noch zu helfen. Bald haben wir Nachwuchs und ich habe ehrlich gesagt kein Interesse auch noch Hunde vom Kinderwagen zu verjagen oder mich mit Pfefferspray zu bewaffnen. 

 

Es gibt genug vernünftige Hundehalter bei uns, aber leider nimmt die Gruppe der Unvernünftigen bei uns stetig zu.

 

Weiß jemand Rat? 

 

Danke,

 

 

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gebemeinensenfdazu   
(bearbeitet)

Ganz ehrlich: Ändere deine Einstellung.

Begegne freilaufenden Hunden freundlich und betrachte sie nicht als Feind, den es wütend zu vertreiben gilt, denn dadurch entsteht erst Aggression. (Für den Notfall nimm eine zweite Leine mit und leine den anderen Hund an, wenn kein Halter da ist.). Gleiches gilt für die betreffenden Halter. Ein kurze Schilderung deiner Problematik und die Bitte zur Rücksichtnahme bringt deutlich mehr als aversive Maßnahmen gegen die Hunde.

Daß euer Hund keinen Freilauf kriegt finde ich sehr traurig.

Das Wissen um Hunde - ihre Motivationen und Bedürfnisse - ist zwar deutlich verfügbarer als früher, aber irgendwie geht es scheinbar trotzdem verloren.

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Michelle003   

Da es sich bei dir um einen Shiba Inu handelt kann dir vielleicht @kareki @Tyrshand weiterhelfen.

Das du frustriert bist verstehe ich, gerade wenn man selbst Rücksicht nimmt und diese nicht zurückbekommt. Gerade wenn ein Baby kommt ist man dann ja doch gerne mal angespannt.

 

Da es wohl zu umfangreich und via Internet schwer ist die einzelnen Situationen anzugehen würde ich dir raten, vielleicht mal mit einem guten Hundetrainer gemeinsam spazieren zu gehen. Jemanden der dir und deinem Hund helfen kann wie ihr diese Begegnungen besser und stressfreier meistern könnt. :) 

Es gibt auch schon einige Threads zur Begegnung mit fremden Hunden, vielleicht stehen da noch interessante Anreize und Tipps für dich drin. 

 

 

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Graefin   

Ich kann es durchaus verstehen ... bevor ich Kensi hatte bin ich auch mehr oder weniger tiefenentspannt spazieren gegangen. Mia ist ein Hund der relativ locker ist bei Hundebegegnungen. Ich kann sie bei doofen Hunden ggf abschirmen, dann bleibt sie freiwillig hinter mir, oder ich lasse sie halt laufen. Mit Kensi war das anders ... als damals noch 1,5kg-Hund war sie verständlicherweise nicht sonderlich begeistert von großen Hunden, die frontal auf uns zustürmten. Egal ob ich diese Hunde blocken konnte oder nicht. Für sie war es Stress pur. Nachdem dann auch 2x ein Tutnix über sie drübergewalzt ist (die wollten nur freundlich sein, aber dass so ein Zwerg es nicht toll findet von einem fremden Hund der 20x soviel wiegt umgeworfen und durch die Gegend gerollt zu werden sollte klar sein) wars erstmal ganz vorbei und meine entspannte Haltung war ebenfalls dahin. 

Es ist schlicht und ergreifend frech und respektlos seinen Hund zu jedermann hinlaufen zu lassen. Grad für ängstliche oder unverträgliche Hunde ist der Moment in dem der Hund auf einen zukommt nunmal tierisch Stress. Ob man ihn nun abblocken kann oder nicht. 

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gebemeinensenfdazu   
(bearbeitet)

Hunde haben es sehr gut drauf zu erkennen, ob ein Kennenlernen gewünscht ist. Sie haben etliche Strategien einen Konflikt zu vermeiden. Das große Problem ist, daß Halter es nicht zulassen, daß der Hund diese Umgangsformen erlernt. Im Gegenteil er erschwert es noch durch eigene aversive Maßnahmen und eskaliert.

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Amidala   

Ich denke ebenfalls, dass dreimal tief durchatmen und der Versuch nochmal entspannter an die Situation zu gehen durchaus helfen kann. Ich verstehe vollkommen, dass es nervt wenn Hunde die offline sind ständig zum angeleinten Hund rüber laufen. Aber ich denke jeder Hundehalter kennt diese Situation und manchmal muss man da einfach durch.

 

ich weiß nicht ob es in deiner Situation hilft, aber wenn ich gassi gehe begegnet man oft den selben Mensch-Tier-konstellationen. Vielleicht kannst du zumindest die einen oder anderen nochmal bitten ihre Hunde anzuleinen, sollte man sich nochmal begegnen. Bei uns ist immer schnell klar, bei wem man anleint, wer grade läufig ist... Macht die Situation entspannter, weil man vorausschauender reagieren kann. Auf beiden Seiten. Und oftmals stellt man fest, dass viele Hundehalter doch viel einsichtiger sind, wenn man nochmal in Ruhe die Situation erklärt auch wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist.

alternativ muss man sich vielleicht ein Auslauf Gebiet suchen wo es ruhiger ist (aber ob das auf Dauer die Lösung ist... Vermutlich nicht)

 

nicht alle Hundehalter haben die selbe Grundeinstellung und das ist auch okay so. Mach dir doch keine Gedanken, warum jemand Hunde da frei laufen lässt wo du es für ungeeignet hältst. Genauso die Sorge um Hundebisse (vor allem wenn es nur vom hören sagen kommt und nichmal in eurem Gebiet). Konzentrier dich auf die Probleme die euch betreffen, oder euch einschränken und Versuch erstmal dafür eine Lösung zu finden. Ich denke auch das entspannt, statt sich am großen Ganzen aufzuhängen ;)

 

ich hoffe ihr findet die richtige Lösung für euch und könnt eure Spaziergänge bald wieder genießen.

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velvetypoison   

Ich würde Dir gerne sagen: Ja, da gibt es was und macht alles gut.

Gäbe es das, würden viele andere Hundehalter viel ruhiger leben  und das Problem, mit "Der tut Nixen" und den "Oh, der tut doch was? Hat er ja noch nie gemacht...." wäre behoben.

 

Ich bin nicht mehr selbst betroffen, aber ich kenne das leider sehr gut und ich habe Freunde/Familie die wirklich sehr unter solchen Situationen leiden und gelitten haben.

Auch wenn es sich so lesen mag: Ich will es nicht runterspielen oder in Richtung "Alles nicht so schlimm" gehen.

 

Caillous Vorgänger war ein Angsthund, der ausgewählte Hunde mochte aber sonst seine Ruhe haben wollte.

Hunde waren nicht sein Ding. Und wir waren immer wieder Hunden ausgesetzt, auf die keiner achtete. Manchmal Hunde, die einfach jung und noch nicht erzogen waren (keiner kommt perfekt auf die Welt) aber eben auch immer wieder den gleichen, wo es auch nichts brachte (außer ungefragte Ratschläge und auslachen) die Leute zu bitten auch auf uns zu achten und zumindest kurz anzuleinen oder auszuweichen/den Hund zu sichern.

Zum Teil ein Spießrutenlauf.

 

Ja klar: Und dann kommt einer angelatscht, der mir sagt "Ändere Deine Einstellung."

Das wollt ich ja hören.

Nicht. :angry:

 

Ich hab aber gemerkt, dass es gar nicht so sehr um die anderen geht.

Das es nicht meine Aufgabe ist, mir deren Kopf zu zerbrechen und das es kein "verlieren" ist, den "Kampf dagegen" abzubrechen.

Und mich auf das zu konzentrieren, was wirklich wichtig ist: Mein eigener Hund.

Der Rest war verschwendete Energie - es ist nicht änderbar. Und ich kämpfe nicht mehr gegen Windmühlen.

 

Morgens schon mit dem Gedanken rauszugehen "Was/wer wird es denn heute sein?!" war einfach keine gute Basis für mich und sowas hab ich auch an meinen Hund gesendet.

Vor jeder Ecke angespannt, immer dieser Fluchtgedanke. Der hat völlig verdrängt, dass ich eigentlich einen schönen Spaziergang mit meinem Hund machen wollte. Statt dessen habe ich konstant überlegt, wohin wir ausweichen könnten, wo hinter wir stehen könnten... Das war ja eigentlich nicht das, was ich wollte. So hatte ich mir das auch nie vorgestellt. Und so kannte ich das nicht (meine erste Hündin war völlig das Gegenteil).

 

Ich bin dazu über gegangen, die "Der Tut Nixe" einfach mit einzuspannen.

In unserer Training. Ich habe sie geblockt bevor sie da waren (nicht irgendwie körperlich drauf eingewirkt, einfach davorgestellt so das sie nicht an meinen Hund kamen und mit mir vorlieb nehmen mussten) und damit zum einen die Geschwindigkeit rausgenommen, zum anderen meinem Hund gezeigt: Ich halte sie erstmal weg.

Ich hab meistens unten gekniet (mein Hund war klein) und auf gleicher Höhe "vermittelt".

Das Gute hier ist mir: Die meisten "Der Tut Nixen" - tun tatsächlich auch nichts. 

Das war alles immer noch stressig für meinen Hund, aber wir haben beide so gelernt, besser damit umzugehen und vor allem: Positiver unterwegs zu sein.

Es gab eine Lösung für uns beide (natürlich hätte da auch was schief gehen können, aber ich wollte ja weg von negativen Gedanken und dem Kopfkino).

 

Bei uns ist das OA schon sehr streng.

Wer da einmal in die Mühlen gerät, der hat es erstmal schwer.

Und auch wenn ich mir so oft gewünscht habe, den immer Gleichen einfach mal eins reinzuwürgen: Ich habs nicht gemacht.

Mir liegt das nicht. Und auch wenn ich dran denke, weiß ich ganz tief im Inneren: Dieses Anzeige-Sache ist nicht meine Welt.

Ich hab mich lieber weiter auf Strategien konzentriert, die einfach mein leben und das meines Hundes erleichtern und verbessern.

 

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2010   

Hi,

ich kann dich widerum gut verstehen und es nachvollziehen, dass du täglich einen Spriessrutenlauf machen musst, damit dein Hund auch in den Genuss kommt, spazieren gehen zu können.

 

Deine Einstellung kenne ich nicht, aber ich kenne es mit einen "niedlichen" relativ kleinen Hund nicht ernst genommen zu werden.

Das Ergebnis sind mehrere Biss"unfälle".

 

Ich habe meine Einstellung auch geändert :)

 

Ich werde SEHR DEUTLICH!!!, wenn ich so belästigt werde. SEHR DEUTLICH :)

 

 

 

 

 

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2010   
vor 10 Stunden schrieb freej:

 Jedenfalls bleibt unser Shiba Inu (Jagdtrieb, nicht rückrufsicher, Rüde, unverträglich mit manchen anderen Hunden) immer an der Leine.

 

 

 

Ich möchte mal auffordern, sich in diese Position reinzuversezten.

Man hat solch einen Hund, wie auch immer man dazu gekommen ist, und andauernd knallen fremde Tutnixe in einen rein.

 

Ist es nicht möglich, dass jeder Rücksicht nimmt?

Ich würde entweder selbst mit meinen Hunden genau so weit ausweichen, wie es für die Tiere angenehm ist, und ich selbst weiche als Halter eines Hundes der nicht jeden mag, auch aus.

 

Das ist immer möglich, tud überhaupt nicht weh, macht eine gute Stimmung und funktioniert einwandfrei.

 

Das allergrösste Problem sind Halter mit Hunde, die sich egoistisch benehmen und immer besser wissen, was ein Hund von jemand anders möchte oder will.

Meist sind das die absoluten "Nullen" in Sachen Hundverstand, meist gepaart mit einem jungen Hund, der fidelt wie blöd.

Lustig ist, wenn man diese dann irgendwann wieder trifft und der junge Hund nicht mehr fidelt sondern "PLÖTZLICH" unverträglich geworden ist, weil irgend ein BÖSER Hund ihn gebissen hat.

 

LG

 

 

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Nebelfrei   

Aber dennoch kann ich mir einfach nicht vorstellen, dass ausschliesslich Idioten bei euch rumlaufen.

Was erwartest du von anderen? Vielleicht zuviel?

Ich kenne auch Leute, die von mir erwarten, dass ich meinen Hund anleine, obwohl der sowieso nicht zu ihnen geht. Allein, dass mein Hund nicht angelint ist, empfinden sie als Provokation.

Sorry, ihr Pech.

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