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Dein Hundeforum  Der Hund
Juliawo

Pflegehund - Fragen über Fragen

Empfohlene Beiträge

segugiospinone   
vor einer Stunde schrieb Juliawo:

Wir werden es heute abend mal probieren. Ich nehme den Hund lieber mit ins Schlafzimmer, als uns weiterhin die Tür zerkratzen zu lassen. Die Box werden wir einfach mal mit hinstellen. 

Unsere Aiwi schläft auch bei uns.. Aber wenn Soly eins kann, dann ist es stinken :D Er hat einen unheimlich üblen Körpergeruch :D Deshalb sollte er nicht ins Schlafzimmer ;)

 

Heißt das, Eure Hündin schläft mit im Schlafzimmer und der Pflegerüde muss wo auch immer die Nacht ganz allein verbringen??? Na dann wundert mich das nicht, dass er austickt. Wie kommt man nur auf so eine Idee? Ein Hund, der vermutlich bislang rund um die Uhr mit Artgenossen verbrachte, wird nun plötzlich - in fremder Umgebung bei fremden Menschen und einem fremden Hund - alleine gelassen. Weil er riecht. Na klar riecht er. Er kommt aus grottigen Verhältnissen und wird bislang auch nicht das beste Futter bekommen haben. Logisch, das da kein Rosenduft zum Vorschein kommt :10_wink:

Box als Rückzugsort lieben manche unserer Hunde sehr. Eine OFFEN STEHENDE Box!!

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Estray   

Es entwickelt sich schon wieder in eine Richtung der Vorwürfe....ist nicht nötig, oder? :) 

 

So wie ich das verstehe, tut man dem Hund momentan mit zu viel Nähe keinen Gefallen und auch zum Zweithund ist noch keine Bindung entstanden. 

 

Bitte mal die Kirche im Dorf lassen. 

 

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segugiospinone   

Oh sorry, bin schon still und lasse Fachleute reden.

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Laikas   
(bearbeitet)

Ich habe ja auch einen sehr ängstlichen Hund, der nichts kannte und Hunde und Menschen meidet. Soleille erinnert mich an unsere Anfangszeit beim Eingewöhnen. Ich glaube, mein Fehler war, ihn draussen zu überfordern, denn er vertraute mir noch nicht und war draußen also komplett auf sich gestellt. Das kannte er gar nicht. Ich würde deshalb zusehen, dass Soleille sich erst mal zuhause in Haus und Garten und vor allem mit euch und Aiwi sicher fühlt (könnt ihr ihn schon anfassen, ohne dass er Angst hat? was macht er, wenn etwas knallt, etc.). Dann kann er draußen auf euch zählen, wenn ihm was Angst macht, und er kann an einem sicheren Ort wieder entspannen, wenn der Spaziergang stressig war. Ich würde es langsam angehen, auch wenn man sich was anderes wünscht und die Umgebung sich wundert und Druck und Witze macht, wieso der immer noch nicht "normal" und lustig und gut erzogen ist. Möglichst Zeitdruck, Frust und Erfolgsdruck vermeiden. Fand ich manchmal ganz schön schwierig.

 

Wenn meiner anfangs einen Panikanfall hatte, habe ich ihn am Geschirr gepackt (sonst völlig friedlich, schnappte er dann plötzlich nach mir, das war ihm jetzt zu übergriffig!) und in eine stille Ecke gebracht, irgendwas Höhlenartiges wie ein Mülltonnenverschlag, und den "Ausgang" mit meinem Körper gesichert, ihn ignoriert und rausgeguckt. Ich hatte zwei Leinen am Sicherheitsgeschirr, die anfangs am Halsband und am Rücken, später vorn und hinten am Geschirr oben hingen, so dass man den Hund notfalls auch gut wegziehen und gängeln kann. Das ist besser als nur ein Zugpunkt. Ich würde auch unbedingt aufpassen, dass die Leine am Halsband nie gespannt ist (außer als Notsicherung im äußersten Notfall) oder an ihm rumreißt, besonders bei Panikanfällen, wenn die Leinen sich verheddern und man womöglich auf die Leine tritt, wenn der Hund gerade wild wegzieht. Manche nehmen ja ein Würgehalsband als Notsicherung, ich würde es eher lassen und ein normales nehmen, falls noch nötig. Wenn Soleille kein Straßenhund ist, dann wäre er bei uns hier so gut wie tot, wenn er wegläuft. Manche buddeln und beißen sich durch und klettern über Regentonnen. Ich würde da höllisch aufpassen, vielleicht die Schleppleine auch im Garten dranlassen (unter Aufsicht), so dass er sie hinter sich her zieht.

 

Ich benutze als Anweisungen durch den Straßendschungel Rechts, Links, Stopp, Rüber und "Bis an den Rand", "Auf den Weg" und "Stufe". Das hat meiner sofort kapiert und es scheint zu helfen, ihm klar anzusagen, was zu tun ist, wenn ihm alles zuviel wird (dann nehme ich ihn auch kurz, "rechts an mein Bein", "ich geh vor" hilft auch). Bei Hindernissen wie Treppen werfe ich gern Leckerlibeutel voraus (mit Hand im Geschirr). Ich habe die Leine bis heute um meinen Oberkörper hängen und finde das sehr praktisch beim Kot aufsammeln, Naseputzen oder falls die Leine aus der Hand fällt. Dann sind beide Hände frei. Die Länge der Leine war anfangs sehr kurz, dann habe ich gemerkt, dass er sich mehr entspannt, wenn er mehr Abstand zu mir hat. Wenn er nicht weiter will, dann gehe ich in die Hocke, biete Schutz an, schaue, was die Angst auslöst, rede leise "Das ist nur xy, alles ok", "Ja, du hast Recht, da sitzen Leute im Dunkeln, die tun aber nichts", oder baue mich auf und prüfe wie ein Feldherr die Lage (damit er bloss nicht denkt, ich hätte auch Angst und Sorge), verteile Leckerlis, wenn er von selber einen Schritt geht. Oft hilft es, mich in die Richtung zu drehen, wo ich hin will, und mit lockerer Leine einfach entspannt zu warten. Er scheint dann zu entspannen, weil ich nichts von ihm will, und entscheidet dann selbst. Ausweichen kann helfen, Straßenseite wechseln, von der anderen Seite kommen. Jeden Tag einen Schritt mehr, wenn man da unbedingt lang muss. An einigen Stellen ist jetzt Leckerliausgabestelle, dann gibt es wenigstens etwas, das toll ist draußen. Gullis waren ein schlimmes Problem, besonders wenn Laub drüber liegt. Meiner ist da einfach raufgelaufen und böse gestolpert, auch über Mauselöcher und Maulwurfshügel. Er kannte wohl nur Beton unter den Füßen und entleert sich auch nur auf Stein und Asphalt. Wir sitzen auch viel rum an immer den gleichen Wegen und essen was und gucken uns um.

 

Fremde Hunde (und ihre Auslaufgebiete) würde ich erst mal meiden, alle am besten, wenn er auf Aiwi schon abwehrend reagiert. Das Bemerktwerden, freudige Begrüßen, Kennenlernschnüffeln kann auch schon sehr unangenehm sein. Vielleicht habt ihr ein Auto zum Rausfahren in reizarmes Gebiet? Oder einen Fahrradanhänger, wo er unterwegs auch mal reinflüchten kann, wenn alles zuviel wird oder nervige Hunde kommen? Aber Herumfahren muss er ja vielleicht auch noch lernen. Soviel Neues auf einmal (z.B. Hundeplatz mit offenen Freilauf für alle) würde ich nicht machen. Draußen habe ich beim Spazierengehen sehr schlechte Erfahrungen mit Tut-Nixen und Tut-was-aber-ist-mir-doch-egal gemacht. Wenn Soleille sich die Hunde nicht selbst vom Hals halten kann, dann musst du das ja machen. Ich fand das schwer, wenn mehrere große Hunde bellend auf uns zurasen, weil sie endlich aus dem Auto raus sind. Manche Rüden waren ausgebüxt unterwegs und auf der Suche nach Hündinnen. Da ist keiner, um den wegzurufen und da wird erst mal der Konkurrent abgecheckt. Allein der Geruch, den ein neuer Hund in einer Gegend verbreitet beim Pieseln, etc. ruft die einheimischen Hunde auf den Plan, wenn man sich dann wirklich begegnet. Ich würde mir schon mal überlegen, was man dann macht (reden, blocken, hoffen, eine offene Tüte Leckerlis wegwerfen und selbstbewusst weitergehen?). Dem Rüden gestern Nacht musste ich nur sagen "Geh weg, wir wollen dich hier nicht!". Entschlossen, selbstbewusst, unfreundlich vor allem, die lesen immer mein Gesicht. Das kann man ja noch steigern.

 

Zum Schlafen: Lass ihn doch schlafen, wo er will. Im Flur vorm offenen Schlafzimmer oder mit rein, wenn er es möchte. Ich lasse nachts das Licht an. Hast du einen alten Sessel? Vielleicht den als Schlafplatz bzw. Hundekörbchen nehmen?

 

Ein Hundetrainer sagte: kleine Schritte, nicht zu lange üben, Überfordern ist kontraproduktiv. Ich wünsche euch viel Erfolg und eine gute Zeit miteinander!

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Estray   
vor 31 Minuten schrieb segugiospinone:

Oh sorry, bin schon still und lasse Fachleute reden.

 

Schreib einfach nicht so aburteilend :).

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Rita1   

Hallo Julia,

 

mir ist noch etwas eingefallen, was bei dem super ängstlichen Hund, den ich trainiert habe, zum Erfolg geführt hat.

Biete zu Anfang nur an und fordere nichts. Alles was der Hund von sich aus tut und lernt, sitzt zehnmal besser als etwas, wozu man ihn überreden will. Und noch gaaaaanz wichtig ist RUHE!!! Ruhe im Umgang mit ihm, Ruhe in der Umgebung, Ruhe in allen deinen Aktionen.

 

Grüße von

Rita

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Juliawo   
vor 3 Stunden schrieb segugiospinone:

 

Heißt das, Eure Hündin schläft mit im Schlafzimmer und der Pflegerüde muss wo auch immer die Nacht ganz allein verbringen??? Na dann wundert mich das nicht, dass er austickt. Wie kommt man nur auf so eine Idee? Ein Hund, der vermutlich bislang rund um die Uhr mit Artgenossen verbrachte, wird nun plötzlich - in fremder Umgebung bei fremden Menschen und einem fremden Hund - alleine gelassen. Weil er riecht. Na klar riecht er. Er kommt aus grottigen Verhältnissen und wird bislang auch nicht das beste Futter bekommen haben. Logisch, das da kein Rosenduft zum Vorschein kommt :10_wink:

Box als Rückzugsort lieben manche unserer Hunde sehr. Eine OFFEN STEHENDE Box!!

Ich sehe da ehrlich gesagt keinen Grund mich zu rechtfertigen. Die Hunde haben sich gebissen. Da hole ich mir den Pflegehund doch nicht nachts ins Schlafzimmer, wenn ich keine Möglichkeit habe Spannungen mitzubekommen. Wenn es dann zum Beissvorfall kommt und ich nach dem wach werden erst einschreiten kann... Die Vorstellung finde ich ganz schlimm. 

Vielleicht kannst du das nicht nachvollziehen, aber die Sicherheit MEINES Hundes geht vor. 

Der Pflegehund hat bis vor 2 Tagen richtige Angst vor uns gehabt, ob wir ihm da einen Gefallen tun ihn neben uns schlafenzu lassen finde ich auch fragwürdig.

Ich habe nicht gefragt, woher der Gestank kommt, aber danke für die Aufklärung :)

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Juliawo   
vor 2 Stunden schrieb Rita1:

Hallo Julia,

 

mir ist noch etwas eingefallen, was bei dem super ängstlichen Hund, den ich trainiert habe, zum Erfolg geführt hat.

Biete zu Anfang nur an und fordere nichts. Alles was der Hund von sich aus tut und lernt, sitzt zehnmal besser als etwas, wozu man ihn überreden will. Und noch gaaaaanz wichtig ist RUHE!!! Ruhe im Umgang mit ihm, Ruhe in der Umgebung, Ruhe in allen deinen Aktionen.

 

Grüße von

Rita

Das machen wir von Anfang an :)

Im Großen und Ganzen läuft er in vielen Alltagssituationen so nebenher. Kann beobachten, schnüffeln und wird nicht unbedingt miteinbezogen, wenn es nicht gerade ums fressen geht. 

 

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Juliawo   

@Laikas

Vielen Dank für deine ausführliche Beschreibung. Das ist toll von jemandem zu hören, der ähnliches geschafft hat! 

Wir haben glücklicherweise einen großen Garten und Wiesen ums Haus. Das wird perfekt sein für die ersten Spaziergänge. 

Ich habe jahrelang als Jugendliche ehrenamtlich im Tierheim gearbeitet. So einem Hund wie Soly bin ich dort nie begegnet :)

Ich habe auch eine tolle Ansprechpartnerin die mit Hunden aus dem Ausland arbeitet.. Dennoch hört man ja immer gerne mehrere Meinungen :)

 

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Juliawo   
vor 5 Stunden schrieb kareki:

Wenn du jetzt noch den Gedanken an Rangordnung (gibt es so nicht) und Maßregelung aufgibst, und dein Augenmerk auf mehr Belohnungen legst, kannst du gut mit dem Hund arbeiten.

 

Ich finde nämlich, es hört sich äußerst gespannt und mit viel Überforderung an.

Naja ich dachte immer die Hunde müssten schon ihre Stellung im Rudel schon klären oder nicht? 

Was für Maßregelungen? 

Belohnung gibt es hier für jeden Pups immer und überall :)

Ich finde bei uns ist es eher entspannt! Ruhig, ausgeglichen und wir geben ihm alle Zeit, die er braucht :)

Wenn wir überfordert sind dann vielleicht mit der Beisserei. Aber ich denke & hoffe, dass die Hunde davon nicht viel mitbekommen.

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