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marcolino   

Vielleicht denke ich da ja zu einfach ... aber für mich ist die Verhaltenskette, die im realen Verfolgen gipfelt, so aufgebaut:

 

Objekt überholt/entfernt sich vom Hund, Erwartungshaltung "Verfolgen" wird gepuscht, Adrenalin/Noradrenalin schnellt hoch, der Hund zischt ab.

 

Diese Verhaltenskette hat sich etabliert.

 

Sofortmaßnahme: Verfolgen verhindern, durch Sichern des Hundes mit Leine. 

 

Jetzt habe ich aber bei einem Hund, der das Verfolgen schon als Verhaltenskette etabliert hat das Problem der Erwartungshaltung (innere eigene/intrinsisch) für das Verfolgen, d. h., die Hormone schnellen hoch. Bewege ich mich MIT dem Hund hinter diesem reizauslösenden Objekt hinterher, dann "füttere" ich quasi noch die Hormone, die bei ihm schon in Wallung geraten sind.

 

Um meinen Hund ansprechbar zu machen, brauche ich also erst mal eine Ausgangslage, bei der diese Erwartungshaltung geringer ist. Deshalb entferne ich mich zunächst von dem Reizauslöser, nachdem dieser wahrgenommen wurde. In leichten Fällen kann ich diesen Richtungswechsel sehr kurz und möglicherweise auch in der Freifolge ablaufen lassen, bei sehr schwierigen Fällen würde ich neben dem Sichern mit Leine beim Richtungswechsel noch eine andere Alternative einbauen, z. B. eine Leckerchensuche an der Leine. Eine interessante Stelle kann auch gemeinsam "inspiziert" werden, auch durch Buddeln z. B. verstärkt.

 

Mache ich dann kehrt, gehe also in meine ursprüngliche Richtung weiter, dann versuche ich jegliches Verhalten beim Hund zu verstärken, welches mir zeigt dass sein Fokus NICHT MEHR auf dem Verfolgungsobjekt liegt - das ist z. B. Schnüffeln am Wegrand, Markieren, andere Objekte wahrnehmen die keinen Verfolgungsanreiz auslösen. Auch hier kann ich einem Hund helfen, indem ich ihm Alternativen anbiete, so wie zunächst beim Zurückgehen.

 

Es geht darum, dass der Hund in ihm angepassten Schritten die Möglichkeit bekommt, die Reizauslösung Stück für Stück abzubauen.

 

 

 

 

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agatha   

Finde ich super beschrieben, marcolino

 

Da Lucie GsD auf Leckerlis steht, habe ich jede Erschnüffeln ihres Jagdobjektes gelobt.

Ich kannja schon aus ihrer Körperhaltung vorher sehen,wenn es wieder mal eine super Spur gibt.

Da habe ich sie abgeholt, gelobt (jaaaa , mache ich ) und belobt.

Aus der Handlung geholt und mit einer neuen Handlung abgelenkt, belobt.

(also raus aus der Geruchsspur, Leckerlis, Mäüsesuchen)

 

Für Maüsesuchen habe ich einen bestimmten Laut antrainiert, sie schalltet sofort um auf buddeln.

 

Yerom ist da immer sehr überfordert, findet jagen doof,Mäusebuddeln überflüssig, ein Baum zum anpullern, super!!!!

 

 

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2010   
vor 10 Stunden schrieb marcolino:

... für mich ist die Verhaltenskette, die im realen Verfolgen gipfelt, so aufgebaut:

 

Objekt überholt/entfernt sich vom Hund, Erwartungshaltung "Verfolgen" wird gepuscht, Adrenalin/Noradrenalin schnellt hoch, der Hund zischt ab.

 

Ja

 

vor 10 Stunden schrieb marcolino:

Sofortmaßnahme: Verfolgen verhindern, durch Sichern des Hundes mit Leine. 

 

Ja

 

vor 10 Stunden schrieb marcolino:

 

Jetzt habe ich aber bei einem Hund, der das Verfolgen schon als Verhaltenskette etabliert hat das Problem der Erwartungshaltung (innere eigene/intrinsisch) für das Verfolgen, d. h., die Hormone schnellen hoch. Bewege ich mich MIT dem Hund hinter diesem reizauslösenden Objekt hinterher, dann "füttere" ich quasi noch die Hormone, die bei ihm schon in Wallung geraten sind.

 

Ja

 

vor 10 Stunden schrieb marcolino:

 

Um meinen Hund ansprechbar zu machen, brauche ich also erst mal eine Ausgangslage, bei der diese Erwartungshaltung geringer ist.

 

Ja

 

vor 10 Stunden schrieb marcolino:

 

Deshalb entferne ich mich zunächst von dem Reizauslöser, nachdem dieser wahrgenommen wurde. In leichten Fällen kann ich diesen Richtungswechsel sehr kurz und möglicherweise auch in der Freifolge ablaufen lassen, bei sehr schwierigen Fällen würde ich neben dem Sichern mit Leine beim Richtungswechsel noch eine andere Alternative einbauen, z. B. eine Leckerchensuche an der Leine. Eine interessante Stelle kann auch gemeinsam "inspiziert" werden, auch durch Buddeln z. B. verstärkt.

 

Und hier trennt sich der hartnäckige Autojäger vom noch handlebarem.

Wenns so geht ist doch gut.

Ein Hund, der  den Blick nicht wegnimmt vom Objekt, ist nochmal ein anderes kaliber und benötigt hier noch mal andere Strategien.

 

Wie schon geschrieben, man kann es auch manchen Hunden einfach untersagen....

 

vor 10 Stunden schrieb marcolino:

 

Mache ich dann kehrt, gehe also in meine ursprüngliche Richtung weiter, dann versuche ich jegliches Verhalten beim Hund zu verstärken, welches mir zeigt dass sein Fokus NICHT MEHR auf dem Verfolgungsobjekt liegt - das ist z. B. Schnüffeln am Wegrand, Markieren, andere Objekte wahrnehmen die keinen Verfolgungsanreiz auslösen. Auch hier kann ich einem Hund helfen, indem ich ihm Alternativen anbiete, so wie zunächst beim Zurückgehen.

 

Ja, wenn der Hund mitgeht und ansprechbar ist, ist das gut.

 

vor 10 Stunden schrieb marcolino:

Es geht darum, dass der Hund in ihm angepassten Schritten die Möglichkeit bekommt, die Reizauslösung Stück für Stück abzubauen.

 

 

Genau darum geht es.

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2010   
vor 11 Stunden schrieb agatha:

nehmt mein "im Fuss gehen" nicht "Schutzhundetechnisch".

 

 

gut zu wissen.... ;) 

 

 

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Creoslamartron   

Ihr habt ja nichts dagegen, wenn ich mir das alles aufschreibe?

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Nebelfrei   
vor 1 Stunde schrieb Creoslamartron:

Ihr habt ja nichts dagegen, wenn ich mir das alles aufschreibe?

 

Aner mot Füller in Schönschrift! :D

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gebemeinensenfdazu   

Der andere Aspekt, nämlich warum sie das macht, wäre noch wichtig. Daher die Frage nach dem Tagesablauf, der Auslastung etc. und nach einem einem speziellen Auslöser, der sie damit hat anfangen lassen. Da steckt Motivation dahinter.

Das kann zwar Überreiztheit sein aber genauso ein Hund, der sich langweilt. Dazu würde auch das alles Mögliche unterwegs suchen und aufnehmen /Verschlingen passen. Ich kenne das außerdem von Hunden, die zu stark reglementiert werden (Hetzen als Selbstbelohnung und Entfernen des Einwirkungsradius).

Das ist ein Kleinsthund aus der Gesellschaftshunde- Gruppe, die Sichtfixiertheit düfte mit einem Border Collie nicht vergleichbar sein.

Das wäre dann eine Übersprungshandlung  weil zuwenig passiert.

Das Symptom kriegt man vielleicht so weg, aber nicht die Ursache. Auch halte ich es für sehr wichtig, daß Hunde lernen, einen Sicherheitsabstand zu wahren bei Fahrzeugen. Ich würde in jedem Fall weiter versuchen ein AufdieSeiteAusweichen (auch mit dem Collie, der sollte keine Probleme haben das zu erlernen) zu etablieren.

 

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marcolino   

@2010 Dann haben wir jetzt also zwei Möglichkeiten, Alternativen für den Hund "zu erarbeiten" - durch Umkehren/Wegbewegen vom Objekt, oder so wie von dir beschrieben den Hund über vorher etablierte Signalworte beim Menschen zu halten ("bei Fuß").

 

Eine dritte Möglichkeit könnte auch die Kombination von Beidem sein ... :)

 

Ich glaube, welche Möglichkeit die passende für einen Hund ist, hängt sehr vom Hund ab - meinen Amigo in der Situation z. B. "bei Fuß" zu nehmen, wäre nur mit sehr viel Druck möglich. Er ist so sehr fokussiert auf ein Jagdobjekt, dass ihm das außerordentlich schwer fällt. Umdrehen und ein anderes Angebot wahr zu nehmen, fällt ihm tatsächlich leichter. "bei Fuß" ist eine Übung, die ich nicht so ... "intensiv" aufgebaut habe, wie mancher es für nötig hält :D 

Nun muss ich dazu sagen: bei meinen Hunden sind solche "Ersatzjagden" auf Jogger, Fahrradfahrer, Autos oder Ähnlichem genau durch die von mir beschriebene Vorgehensweise erst gar nicht aufgekommen. 

 

Bei Vasco habe ich z. B. mit der von dir beschriebenen Vorgehensweise eine Fehlverknüpfung - allerdings bei sich auf uns zu bewegenden Objekten (Menschen) - wieder aufheben können. 

 

Ich könnte mir vorstellen, es fällt deinen Hunden in solchen Situationen tatsächlich leichter, deinen Vorgaben zu folgen, als es meinen Hunden gelingen würde. :think:

 

@gebemeinensenfdazu Die Frage nach der Motivation (Auslöser) finde ich auch wichtig. Ein "Fehlverhalten" ist nie isoliert, sondern immer im gesamten Kontext zu betrachten.

Finde ich zumindest. Dabei halte ich es für möglich, dass hier einfach der selbstbelohnende Aspekt, den eine solche Jagd bedeutet, die ausschlaggebende Rolle spielen kann. Gerade deshalb finde ich aber deinen Gedankengang wichtig, an anderer Stelle für den Hund interessante Angebote zu machen, die seine Bedürfnisse befriedigen.

 

Nehme ich ihm nämlich diese Marotte mit selbsterfühlender Belohnung (Autojagen) WEG, dann fehlen ihm faktisch diese Momente der (Selbst-)Belohnung. 

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Rosilein   
(bearbeitet)
vor 9 Stunden schrieb marcolino:

Eine dritte Möglichkeit könnte auch die Kombination von Beidem sein ... :)

(A = Fuss, gleiche Richtung  / B = Richtungswechsel)

Hhhmm ... Wenn A bereits seinen Nutzen entfalten kann, würde ich auf eine Kombination aus A + B lieber verzichten, weil sich  B negativ auf die Konzentration für A auswirken könnte (einfach als ein Mü zu viel verlangt); umgekehrt m.E. auch. Wenn B besser funktioniert als A, dann lieber B alleine (und umgekehrt).

 

Wobei ich eher zu @2010 Sicht (und Ausführungen sowie Lösungsansatz) auf den Hund und das Umfeld von @Graefin tendiere. Zumal sie so etwas schrieb (bilde ich mir zumindest ein), dass die Strasse recht belebt sei und der Hund sich jeweils für die Autos in seiner Gangrichtung entscheidet. Das könnte, neben der jeweiligen Interpretation des Hundes (was evtl. den Einsatz von "Gewalt" beinhalten müsste, also an der Leine umdrehen, so er sich noch den Hals nach dem zu hetzenden Auto verdreht) über den HH-Umgang mit der Situation ("Flucht" vermittelt m.E. nicht so viel souveräne Ruhe, wie ein "Weiter-Führen") auch deswegen ins Auge gehen, weil in der anderen Richtung auch Autos fahren.

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Rosilein   
(bearbeitet)
vor 10 Stunden schrieb gebemeinensenfdazu:

Das ist ein Kleinsthund aus der Gesellschaftshunde- Gruppe, die Sichtfixiertheit düfte mit einem Border Collie nicht vergleichbar sein.

Das wäre dann eine Übersprungshandlung  weil zuwenig passiert.

Das Symptom kriegt man vielleicht so weg, aber nicht die Ursache.

Man findet nicht so viel über diese Rasse. Wenn man der Historie Glauben schenken kann,  fliesst in ihr das Blut des Engl. Toy Terrier (welcher seinen Ursprung im Jagdterrier, im Grunde nur "eingelaufen" hat)...

Graefin vermutete wohl auch (zumindest meine Interpretation) ein Jagdverhalten dahinter ...

Dennoch würde mich das WARUM verstärkt interessieren, weil man es so schlecht (ohne Ansicht) beurteilen kann.

 

Jagdterrier (-Blut) und Sichtfixiertheit (nur auf das Fixieren selbst bezogen, nicht auf die Art und Weise des Fixierens) ist ganz sicher kein Widerspruch. Es kann ja sein, dass das bei Graefins Hund durchschlägt. Nicht selten traut man so einem Winzling das nicht wirklich zu (einst wohl ein Running-Gag wg. der Grösse des ETT), man nimmt es nicht so ernst (Stichwort: Vögel). Doch wenn man Jagd-Terrier (egal welchen und völlig einerlei in welcher Grösse) bei der Jagd einmal beobachtet ... das hat schon was. Allerdings schliesst das eine Übersprungshandlung - mangels Auslebemöglichkeiten - nicht aus.

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