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Das Hundeforum  Der Hund
Lexx

Verhaltensprobleme - und körperliche Ursachen

Empfohlene Beiträge

Lexx   

Ein Thema beschäftigt mich schon länger.

 

Zum Glück hat es sich ja mittlerweile rumgesprochen dass auch körperliche Gründe Ursachen für Verhaltensprobleme oder ausbleibenden Erfolg im Training sein können.

Das wäre ja eigentlich begrüßenswert. Wie vielen Hunden wurde unrecht getan weil sie vermeintlich aggressiv oder stur waren, in Wirklichkeit aber Schmerzen, Hormonprobleme etc. hatten.

 

Was mir aber seit einiger Zeit auffällt ist, das ich immer häufiger von Hunden höre die Verhaltensprobleme haben oder wo es im Sport "nicht so läuft" und das ganz schnell auf die körperliche Schiene geschoben wird.

Nach dem Motto: "da kann man dann nichts machen" bis hin zu: den Hund von seinem "leiden" erlösen..

Sicher müssen körperliche Gründe ausgeschlossen werden. Ein Hinterfragen der eigenen Erziehungsmethode und des Trainings ist aber ebenso wichtig. Und manachmal ist der Hund einfach nicht für die gewünschte Tätigkeit oder Umgebung geeignet oder die Konstellation passt nicht.

Gerade "Hundetrainern" oder Menschen die meinen viel von Hunden zu verstehen scheint es sehr schwer zu fallen das eigene Scheitern einzugestehen (lieber ist dann der Hund "schuld") oder die eigene Kompetenz kritisch zu betrachten.

Fälle die real passiert sind, die ich etwas verfremde, bei denen ich teilweise die Hunde persönlich kenne/kannte oder die Züchter:

 

Nicht in D.: Hundetrainerin für Obedience, Clickertraining etc. Hundeverschleiß in 9 Jahren (alles Hütehunde von guten, teilweise mit bekannten Züchtern), die vorigen Hunde habe ich nicht mitbekommen:

1. Hund mit 2 Jahren eingeschläfert. Ursache unbekannt. Hund ging es "immer schlechter".

2. Hund (von deutschem Züchter) mit einem Jahr "krank" (im nachhinein wird Schimmel im Haus angeführt) , auf massiven Druck des Züchters Abgabe an anderen Hundesportler. Hund erholt sich komplett, wird Rettungshund und lief höchste Obi Klasse.

3. Hund hat weniger Glück, ebenfalls von deutschem Züchter, mit 2 Jahren zum entsetzten des Züchters wegen "Rückenproblemen" eingeschläfert.

4. Hund ereilt im Alter von ca. 4 Jahren wegen gleicher Ursache das gleiche Schicksal.

5. Hund noch am Leben. jetzt 6jahre alt. Angeblich seit dem 1. Lebensjahr krank (der TA konnte aber nie etwas finden, jetzt wurde auf Borreliose spekuliert). Da wurde auch schon oft geglaubt dass der Hund bald nicht mehr zu retten ist (in FB Posts)

6. Hund wurde im Feburuar diesen Jahres mit 2 Jahren eingeschläfert. Ursache: unbekannt. Hund war "unruhig", käme mit seinem Körper nicht klar, Tierarztodyssee, als Erklärung kam der Kopf des Hundes wäre wohl wahrscheinlich zu klein (Arbeitsrasse mit normaler Kopfform)....

 

Extremes Bsp, aber leider wahr.

 

Andere Beispiele:

 

Junghund mit wenigen Monaten eingeschläfert wegen angeblicher Epilepsie mit Beißvorföllen. Allerdings eine Epilepsie ohne Grand Mal oder Fokale Anfälle und die Angriffe in Verbindung mit "Korrekturen" und Ressourcen. Hund war kein Jahr, Mitten in der Pubertät. 

 

Dann gibt es noch eine Reihe harmloser Beispiele wie der Hund verbellt Sachen weil er nicht gut sieht (nicht durch TA festgestellt) , ist ängstlich weil er Schilddrüsenwerte im unteren Normbereich hat oder das Gegenteil... usw.

 

 

Wie gesagt, ich möchte ausdrücklich betonen dass Verhaltens und Leistungsprobleme ihre Ursache in körperlichen Ursachen haben KÖNNEN, das gehört in jedem Fall mit abgeklärt. 

Allerdings habe ich manchmal doch das Gefühl dass es der leichtere Weg ist zu sagen der hund hat ein körperliches Problem, als andere Faktoren zu überdenken.

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marcolino   

Ist das nicht überall so wo die Profilierungssucht des Menschen keinen Raum mehr lässt für die Bedürfnisse (mental und körperlich) eines ihm überlassenen Tieres?

 

 

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Lexx   

Leider fällt mir das immer extremer auf :( 

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marcolino   
(bearbeitet)

Aber es ist doch gut, dass dir das auffällt!

 

Denn LEIDER fällt es immer noch zu Wenigen davon; Es gibt genügend, die sich von dem Anschein eines "perfekt erzogenen Hundes" blenden lassen, um sich dann unreflektiert auf angepriesene Methoden einzulassen.

Was es den Hund kostet, zum alleinigen Ansehen seiner Halter so zu "glänzen", wird oft nicht gesehen.

 

Ich stehe ja sehr auf Hilfe zur Selbsthilfe - und dazu gehört ganz massiv die Fähigkeit, hinter die Kulissen/den Anschein schauen zu können.

 

Oft fehlen dazu aber gewisse Aspekte (Wissen z. B.), die einen Menschen erst dazu in die Lage versetzen.

 

Deshalb liebe ich den Polar auch so - weil HIER die Möglichkeit besteht, individuell auf die Bedürfnisse und speziellen Belange des einzelnen Menschen einzugehen, mit Fokus auf das Wohlergehen des jeweiligen Hundes :)

 

 

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Nebelfrei   

Es gibt halt zuviele HH, die den Hund als Prestigeobjekt bzw als Sportgerät (wiederum zum Prestigegewinn) sehen.

Ich frage mich allerdings auch was für Tierärzte das sind.

 

Ich bin durchaus der Meinung, dass auch ein frühes Einschläfern richtig sein kann, Leiden einfach über Jahre durchzustehen, nur weil der Hund.noch jung isr, finde ich falsch, aber bei deinen Beispielen ist das mE nicht der Fall.

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Lexx   

Klar, wenn es dafür BERECHTIGTE Gründe gibt. Da würde ich jetzt in erster Linie Krankheiten (die real existieren und dem Hund Leid zufügen) nennen. Und klar, wie damals das BSP mit dem Herdenschutzhund der die Spaziergängerin grundlos totbiss... da gäbe es bei mir auch keinen Therapieversuch... Auch nicht mit 10 Monaten... 

 

 

 

 

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Michelle003   

Das einige nach Ausreden für die selbst gemachten Fehler suchen, erlebe ich hier auch. Dann wird es "auf die schlechte Vergangenheit beim vorigen Halter", Krankheiten, Stand des Mondes, Rasse, Geschlecht, Größe, .... geschoben. 

 

Immerhin kenne ich niemanden der so weit ging den Hund gleich einschläfern zu lassen. Das erinnert mich an ... die Dame die hier mal ihre "Theorie" verbreitet hat. 

 

Ist ganz schrecklich, aber manche meinen Hundeerziehung funktioniert auf Knopfdruck . Ein paar Mal üben und dann soll es sitzen, aber so funktioniert manches halt nicht. Das ist eine langwierigses Geduldsspiel und für manches eignet sich ein Hund auch einfach nicht. Dann muss man sich was anderes suchen, das Hund und Halter gefällt. Gerade wenn man bei Turnieren mitmacht, kann es auch sein das der Hund das einfach nicht leisten kann. Es kann auch nicht jeder Mensch Olympionike oder Popstar werden. 

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marcolino   
vor 8 Minuten schrieb Michelle003:

Das einige nach Ausreden für die selbst gemachten Fehler suchen, erlebe ich hier auch.

 

Ich glaube, dies ist Vielen aber gar nicht so bewusst ... da denke ich dann auch immer: Im Zweifel für den Angeklagten ;)

 

So eine Reaktion finde ich auch durchaus menschlich, und denke mir, hier zu unterscheiden ob etwas menschlich ist oder ob es ein bestimmtes Maß überschreitet (für mich!) kann zielführender sein ... als nur einfache Kritik oder gar Dogmatismus.

 

Das aber nur mal als Randbemerkung - ich sehe hier keinen Hinweis darauf, dass dies nicht unterschieden wird :)

 

Gerne würde ich mich auf die Thematik konzentrieren, die eigentlich von @Lexx angesprochen wird: Die Auswirkungen körperlicher und hormoneller Handicaps auf das Verhalten.

 

Was ist da möglich, und wie kann damit umgegangen werden?

 

 

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Michelle003   
Am 13.9.2017 um 12:50 schrieb Lexx:

Zum Glück hat es sich ja mittlerweile rumgesprochen dass auch körperliche Gründe Ursachen für Verhaltensprobleme oder ausbleibenden Erfolg im Training sein können.

 

Ich weiß nicht ob das hier dazu gehört, aber besonders beim Thema Stubenreinheit sind körperliche Gründe etwas das ich abklären würde und das vielen nicht so bekannt scheint (es wird im Forum oft danach gefragt).

 

Wenn es trotz über längeren Zeitraum stattfindenden "Training" (alle paar Stunden raus und loben wenn es klappt) nicht funktioniert:

Gassi- und Fütterungszeiten variieren, da möglicherweise rein körperlich ein "aushalten" nicht möglich ist. Verdauungszeiten des Futters.

 

Wenn der Hund plötzlich nicht mehr stubenrein ist:

Könnte es sich um eine Blasenentzündung oder andere Erkrankungen der Nieren/Blase/... handeln.

Eine negative Auswirkung nach einer Kastration.

Bei älteren Hunden könnte auch Demenz vorliegen.

 

Beim Thema "Aggression":

Ist ein Hund aus nicht ersichtlichem Grund plötzlich gereizt, neigt eher dazu zu beißen, Artgenossen gegenüber angespannt, ...  würde ich abklären lassen ob der Hund Schmerzen hat.

 

Plötzlicher "Ungehorsam":

Verweigert ein Hund aus nicht ersichtlichem Grund plötzlich bestimmte Tricks, Sprünge, Gassirunden, ... oder ist mit weniger Elan dabei würde ich ebenfalls zum TA gehen und Schmerzen/Erkrankungen ausschließen lassen. Möchte er die Leckerlies plötzlich nicht mehr annehmen, dann sind es vielleicht die Zähne.

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Lexx   
(bearbeitet)

Mir ging es eher darum dass anscheinend körperliche Problem nun für "Versagen" in anderen Bereichen angefûhrt werden oder auch dafür den Hund zu entsorgen, im Extremfall sogar die Tötung des Hundes. 

Früher war der Hund halt einfach bösartig und hatte einen schlechten Charakter oder es lag an den Genen, heute rennt man jahrelang zum TA, zum Heilpraktiker, Physio und Psychotherapeuten bis irgendwann einer eine Pfurz findet der quer sitzt und das ist dann die Erklärung für alles.

Den HH trifft keine Schuld, er bekommt noch Mitleid von anderen Leuten.

Oft kam der Gedanke dass man viel. Selbst nicht so gut ist wie man dachte, niemals auf (und keiner traut sich mal was zu sagen), keine Selbstreflektion, laut m. Persönlichen Eidruck definieren sich auch immer mehr HH nur über ihre Hunde.

 

 

Wie gesagt DASS es körperliche Ursachen gibt, gerade bei plötzlichen Veränderu gen etc. Ist absolut klar. Dass dies das 1. Ist was abgeklärt werden muss auch. Absolut. Hat mein Hund ein körperliches Problem versuche ich das natürlich zu beheben. Falls nicht möglich: kommt der Hund damit klar? Und dann wenn ja: komme ich damit klar? Bin ich bereit ggfs meine Ansprüche runter zu schrauben? Wenn nicht, sollte ich mir das eingestehen und mich nicht selbst belügen. Dann versuche ich einen passenden Platz für den Hund zu finden.

 

Andreres bsp von einem bc züchter aus dem osten mit tatsąchlichem gesundheitsproblem: welpe mit 5 monaten ed festgestellt. Neue besi sehr ehrgeizig. Bekannte von mir hat den bruder. Hatte angeboten fie kleine zu übernehmen und zu operieren. Angelehnt. Hund mit 5 monaten gehimmelt. Warum?? Der hund wäre wohl nie  im sport gelaufen aber hätte ein schönes leben als familien hund haben können. 

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