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borderholly

Aufmerksamkeit in Stresssituationen

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borderholly   

Hallo liebe Forumsmitglieder,

ich besitze eine Bordercollie Hündin und wir haben ein kleines Aufmerksamkeitsproblem wenn wir in Stresssituationen kommen, wie zum Beispiel viele laute Autos, uns entgegenkommende Hunde oder schreiende Kinder. Es ist, als würde ein Schalter umgelegt werden und nichts geht mehr. 

In der Wohnung übe ich viel mit Leckerchens und sie lernt schnell neue Tricks und ist auch super Aufmerksam. Kaum verlassen wir das Haus nimmt sie aber keine Leckerlis mehr an. Ohne Leine läuft sie mir zu weit weg und hört auch nur dann, wenn sie gerade Lust hat und nicht etwas anderes ihre Aufmerksamkeit erregt. Da sie Joggern und Fahrradfahrern und - ganz schlimm- Kindern hinterverhetzt und ich Sorge habe, dass etwas passiert, muss sie deshalb oft an die Leine. Wenn ich einen etwas einsameren Weg finde, darf sie auch ab, aber ich habe die ganze Zeit Angst, dass gleich ein Fahrradfahrer kommt und sie wegläuft, vor das Fahrrad springt oder ähnliches. Ich übe in ruhigen Momenten (wenn sie ohne Leine ist) auch, dass sie auf Kommando kommt. Nur das bringt ja nichts, wenn das gelernte in einer "Stress"-Situation nicht mehr abrufbar ist. Wenn sie an der Leine gestresst ist (zum Beispiel wenn wir durch die laute und volle Stadt gehen) zieht sie an der Leine, der Schwanz wird eingeklemmt und egal was ich sage oder mache- sie ignoriert mich. 

Wie soll ich weiter machen? Habt ihr eine Lösung für das Problem, ähnliches auch erlebt und könnt mir vielleicht weiterhelfen?

Hauptsächlich bräuchte ich ja irgendetwas, mit dem ich sie draußen überhaupt belohnen kann (außer Stimme), da Leckerchens nicht gehen und eine Lösung für die Stress-Situationen.

Liebe Grüße- eure Borderholly

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MissWuff   
(bearbeitet)

Grade nur Zeit für ein kurzes Post, aber nimmt sie draußen auch keine "Superleckerlies", z.B. Käse, gekochtes Fleisch, Tube mit Leberwurst oder Nassfutter, was auch immer sie am aller tollsten findet? In gar keiner Situation? Wie sieht es mit Spielzeug aus? Den Rückruf würde ich wenn möglich mit Spieli trainieren, damit der Hund nicht "runterfahren" muss, wenn er hört, sondern erst mal ein Zerrspiel machen oder rennen kann.

 

Ich arbeite mit meiner BC-Hündin schon lange an Bewegungsreizen (Dinge mit Rädern) und Geräuschen (abschalten bei Stress hat sie auch gut drauf), jetzt endlich mit wirklich sichtbarem Erfolg - ganz ohne Leckerchen stelle ich mir das aber sehr schwierig vor. Beim Rückruf geht Spieli super, aber anonsten hätte ich bedenken, dass es den Hund noch mehr hochpusht im Alltag.

 

Ich würde sie auch bis das alles viel besser wird möglichst nicht in Gegenden mitnehmen, wo sie grade total überfordert ist, wie die laute Stadt.

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gebemeinensenfdazu   
(bearbeitet)

Als Belohnung zur Gegenkonditionierung (insbesondere bei spielenden und schreienden Kindern) kann ich Zerrspielzeuge empfehlen, damit hat sie Bewegung und Spiel, gleichzeitig kannst du die Richtung steuern. Das müßte bei einem spielbegeisterten Hund (wie meiner) - und da zählen BCs meist dazu-  gut funktionieren.

Kannst du etwas mehr erzählen, wie alt? Herkunft?Alltagsgestaltung?Traumata?  Dann ergibt sich ein besseres Bild für weitere Vorschläge.

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borderholly   

Erstmal vielen Dank für die schnellen Antworten! 

 

Die Hündin ist 7 Jahre alt und ist schon ihr ganzes Leben bei mir. Ich habe sie damals mit 15 Jahren bekommen und bin in die Hundeschule gegangen, um gerade bei dieser "schwierigen" Rasse Hilfestellung in der Erziehung zu bekommen. Zuhause lief auch alles gut, da wir auf dem Dorf wohnen und dort wenige Reize- wie zum Beispiel Fahrradfahrer sind. Beim Spazieren gehen begegnet man da allerhöchstens mal einer anderen Person. Zum Studium ging es dann aber in die Stadt und der Hund musste mit, da meine Eltern beide Vollzeit arbeiten und für den Hund keine Zeit bleibt. Außerdem bin ich auch ihre Bezugsperson. In der Stadt habe ich sie versucht langsam an die vielen neuen Dinge zu gewöhnen. Ich wohne am Stadtrand und bin in drei Minuten auf freiem Feld- allerdings nicht allein, denn hier sind viele Spaziergänger, Jogger und Fahrradfahrer. Zu Anfangs bin ich dann immer mit dem Auto ein bisschen weiter raus gefahren und dort mit ihr gegangen. Aber im Alltag muss es manchmal "schnell" gehen und da habe ich dann keine Zeit. 

 

Nun zu ihren Problemen:

Anderen Hunden gegenüber war sie schon immer misstrauisch, was sich nach einem Angriff eines Schäferhundes (vor 4 Jahren) mit riesiger Bisswunde am Hals, Tierarzt und so weiter noch verschärft hat- vor allem bei größeren Hunden. Sobald ein anderer Hund ihr entgegen kommt geht sie geduckt, stellt ihre Nackenhaare auf und klemmt den Schwanz ein. Sie beschnuppert den Hund dann neugierig und entweder sie mag ihn und fängt an zu spielen oder sie knurrt und schnappt den anderen weg- allerdings nicht aggressiv, sondern eher als Warnung. 

Fahrradfahrern läuft sie hinterher und Joggern auch. Vor Kindern hat sich richtig Angst und man merkt richtig, dass sie dann einfach nur weg will. 

Dieses Verhalten hat sie schon ihr Leben lang - aber da es bei uns eben kein Problem war, haben wir nie richtig daran gearbeitet.

Wenn ich hier mit ihr rausgehe habe ich immer ihren "gelben Ball" dabei- ihr Lieblingsspielzeug, den man dank einer befestigten Schnur gut werfen kann und auch damit Zerrspiele machen kann. Wenn wir alleine unterwegs sind, kann sie die Augen von dem Ball nicht lassen, hört artig, lässt sich heranpfeifen und geht bei Fuß, aber sobald ein anderer Hund/Mensch auftaucht, ist auch der Ball egal oder jegliche Regeln. Wenn sie ohne Leine wäre, hätte ich gar keine Kontrolle mehr über den Hund. Sie bellt nicht oder hängt sich wie eine Irre in die Leine sondern zieht konstant voran und fixiert richtig was ihr da entgegen kommt. Erst wenn der Reiz vorbei ist, ist sie wieder ansprechbar. In der Stadt, wo viele Reize aufeinmal sind, zieht sie wie gesagt nur noch starr gerade aus, mit eingeklemmten Schwanz. Ich habe schon Käse und Wurst probiert- allerdings zwecklos sobald etwas anderes ihre Aufmerksamkeit erregt. 

Eine positive Situation ist zum Beispiel immer, wenn wir im Restaurant sind- da muss sie sich ablegen und brav liegen bleiben. Und egal was vorbei kommt, sie bleibt liegen. Zwar fixiert sie die vorbeilaufenden Menschen, aber springt nicht auf. 
Kommt allerdings Bewegung in die Sache- also wenn wir wieder aufstehen und weiter gehen, geht das Drama mit dem Ziehen wieder los. Ich versuche so oft wie möglich ihr diese Stresssituationen zu ersparen- aber da ich auch mal ausgehen möchte und sie nicht unbedingt gerne alleine bleibt, nehme ich sie manchmal dann doch mit. 

Das ganze geht jetzt schon zwei Jahre so. 

Ich habe mir eine lange Schleppleine gekauft, mich mitten auf die Wiese gestellt und sie immer wieder heuangepfiffen. Wenn sie kam, gab es lecker Käse. Sobald ein Fahrradfahrer vorbei gefahren ist, hat sie gezogen und kein Pfeifen hat sie heran gelockt. Erst als er wieder weg war, kam sie dann angelaufen und wollte ihren Käse einfordern. 

Zum Ball spielen mache ich sie dann manchmal auch ab oder wenn sie im Fluss schwimmen gehen darf- denn sie liebt schwimmen- aber sobald etwas vorbei kommt, ist der Ball oder das Stöckchen im Wasser egal und sie rennt hin. Da das natürlich gefährlich werden kann, mache ich es nur, wenn wirklich niemand in Sicht ist. 

 

Fazit: Spieli und Leckeri bringen nur etwas, wenn nicht anderes gerade ablenkt. Worauf soll ich aufbauen? Wie hast du @MissWuff das mit dem Abschalten bei lauten Geräuschen oder Dingen mit Rädern geschafft?

 

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DerOlleHansen   

Nichts fressen, noch nicht mal feinste Leckerlis = Stress/Angst pur!

 

In der Situation geht gar nichts, bis sich der Hund wieder wohl fühlt. Ist also ein guter Indikator dafür, dass du SOFORT die Situation verlassen musst! Erst wenn der Hund wieder soweit entspannt ist, dass er auch ein Leckerli nimmt,  kannst du in irgend einer Form weitermachen. Alles andere ist zwecklos, kontraproduktiv und stresst/verängstigt den Hund noch mehr.

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gebemeinensenfdazu   

Unter den Umständen hilft da glaube ich nur ein großangelegtes systematisches Training am besten unter Anleitung eines guten Trainers bzw. Trainerin.

Meine Hündin hat mit Joggern, Radfahrern, Autos etc. keine Probleme, nur Schreien insbesondere bei kleinen rennenden Kindern läßt sie reagieren, wenn die dann auch noch Frisbee oder Ball etc. spielen hilft wirklich nur noch selber das Zerrspielzeug auspacken und RICHTIG gut spielen. Das geht dann auch.

Wenn z.B. nur schreiende Kinder Auslöser sind, hilft es ihr, wenn ich frühzeitig signalisiere, den Auslöser wahrgenommen zu haben, ihr Ungefährlichkeit vermittle und ein Verhalten vorschlage, damit umzugehen. Also eine Kombination aus Zeigen und Benennen/Alternativverhalten Fördern. Zusätzlich hilft es ihr noch, wenn ich sie verbal lobend durch die Situation begleite (z.B. loben (weil:Hund läuft weiter)-loben (weil:Hundbläst zwar die Backen läuft trotzdem weiter)-loben (weil:Hund schaut zum Auslöser)-kurzes Nein (weil derHund zum Auslöser laufen will)/Richtungsanweisung (z.B. Wegrand)/loben (weil: Hund läuft nicht mehr zum Auslöser).

Das verbale Lob als Gegenkonditionierung klappt ja auch wenigstens unterbewußt, wenn der Hund gar nichts mehr annimmt, allerdings nur aus angemessener Distanz, die man dann shr langsam bei Erfolg verringert.

Das wären z.B. mögliche Trainingsansätze. Ich würde das wirklich anschauen lassen, das hat sich doch über so eine lange Dauer sehr verfestigt. Meiden von Auslösern ist kontraproduktiv- insbesondere, wenn es zuviele werden, dann steigt auch das Bedrohungsempfinden. Der Hund muß durch Erfahrungen lernen, daß die Auslöser keine Gefahr darstellen, wenn man in einer bestimmten Weise (Alternativverhalten etablieren) damit umgeht. Idealerwise bietet der Hund sogar selbst ein Alternativverhalten an.

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Freefalling   

Ich finde, du hast schon gute Tipps bekommen. 

Da wir den Ball auch als Superbelohnung benutzen... Ich würde schauen, dass sie den Ball wirklich nur in der wichtigen Situation bekommt. Im Moment kann sie vermutlich im Stress noch nicht drauf reagieren, das stimmt schon. Aber so für die Zukunft: Ich würde für den Rückruf generell immer etwas nehmen, das es sonst nicht gibt und das heiß begehrt ist. Also z.B. nicht die ganze Zeit mit Ball in der Hand rumlaufen und ihr den zu Hause auch nicht zur Verfügung stellen. Meiner hat zu Hause einen Kevlarball. Der ist nicht soooo toll und der wird vor allem zerkaut. 

 

Wir spielen z.B. gar nicht mehr einfach so Ball. Sondern ich werfe ihm den, wenn er auf den Rückruf kommt, relativ in meine Nähe. Der springt auch, das ist ein zusätzlicher Anreiz. Dann darf er den 1-2 Minuten tragen oder er spielt allein damit. Oder ich werfe ihn nochmal. Und dann muss er ihn gegen ein Leckerchen zurücktauschen. Am See werfe ich meistens Stöckchen oder ich übe zumindest einmal den Rückruf und fange dann an mit ihm zu spielen. Wenn ich direkt nach Rückruf anleinen muss, werfe ich ihm den Ball von 20cm ins Maul. Ist auch immer noch toll. ;) Den Ball gibt es dann zusammengerechnet vielleicht so 5 Mal pro Woche. Also so 0-2x pro Spaziergang. 

Wenn sie Zerrspielzeuge mag, wäre das vielleicht auch besser. Das behält sie eher bei dir. 

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MissWuff   
(bearbeitet)
7 hours ago, borderholly said:

Fazit: Spieli und Leckeri bringen nur etwas, wenn nicht anderes gerade ablenkt. Worauf soll ich aufbauen? Wie hast du @MissWuff das mit dem Abschalten bei lauten Geräuschen oder Dingen mit Rädern geschafft?

 

 

Okay, hoffe, ich kann das beschreiben, ohne dass es zu wirr wird. ^^ Ich bin da aus "Leidensdruck" echt spezifisch und kreativ geworden.

 

Erst mal Rückruf, der ist banaler: bei uns ist es so, dass wir ihn so aufgebaut haben, dass der Hund sich quasi umdreht, ohne nachzudenken. Hat in ihrem Leben bisher 3x nicht geklappt, da war sie 1 Jahr alt und einmal war eine ganze Rehherde beteiligt (sie kam, hat dann aber kurz vor mir wieder abgedreht), die anderen zwei Male war ein lautes Fahrrad direkt an ihr vorbei gefahren und ich hatte gepennt, ich Depp. Die letzten zwei Jahre kam sie immer (haben aber auch keine Rehe mehr getroffen). Und das lief so: es gibt ein Rückrufwort, das ich immer nur benutzt habe, wenn es das absolute Highlight gab und ich auch wusste, dass der Hund sicher kommt. Zuhause ist das Highlight Lachs oder Futter oder ein Kauartikel, draußen ist es das Werfen von einem Spielzeug. Diese Erwartung enttäusche ich bei diesem Rückrufwortz oder dem gleichbedeutenden Pfiff nie. Der Rückruf reißt sie aus fast allem heraus, weil er sooo toll ist, besser als das Klingeln zur Pause in der Schule. ;) Am Anfang haben wir auch Hin-und-her-rufen in der Wohnung gespielt, wo zwei Leute Superbelohnungen hatten und abwechselnd gerufen und belohnt haben, aber da ist sie so schnell überdreht, dass das immer nur kurz lief. Ein Problem hier: in Bezug auf die Problemlage eher eine mögliche Rettung, wenn man schon verpasst hat, den Hund rechtzeitig anzuleinen bzw. unter der Reizschwelle zu halten.

 

Eine Sache, die ganz wichtig ist und auch schon erwähnt wurde, ist, dass es zum Üben schon zu spät ist, wenn der Hund "abgeschaltet" hat - dann kann man nur noch so gut es geht managen und die Situation verlassen. Was ich gemacht habe, ist, das Ganze extrem behutsam aufzubauen, so gut es ging. Möglichst große Abstände zu den entsprechenden Reizen, die dann sehr langsam verringert werden, sobald der Hund aufmerksam bleiben kann. Wenn Abstand wahren nicht möglich ist, komplett ausweichen/umdrehend und weggehen/um eine Ecke biegen, falls das eine Option ist.

 

Im absoluten Notfall(!) habe ich mich vor meinen Hund gestellt und ihn kurz gehalten, eine Hand vor die Brust, was sie ein wenig beruhigt. Manchmal konnte ich sie auch hochheben und weg tragen mit ihren 15kg, da musste ich aber wissen, dass sie mir nicht versucht runterzuspringen, und beides war eigentlich schon ein Zeichen, dass die Begegnung extrem dumm gelaufen war, auch wenn der Hund nicht "ausgetickt" ist.

 

Auf große Entfernung konnte ich immer noch mit besonderen Leckerchen arbeiten, weil das Hirn noch an war/ist (wir sind noch lange nicht mit dem Training durch, aber auch wenn etwas kanpp vorbei fährt, läuft sie solange es nicht laut ist jetzt meistens ins Fuß oder bleibt liegen, statt sich in die Leine zu schmeißen - im Freilauf passe ich immer auf, weil ich nicht sicher bin, bis auf welche Entfernung vom Reiz der Rückruf definitiv sitzt und das mag ich auch nicht testen). Da haben wir "normal" gegenkonditioniert (für Sichtig des Reizes und meistens dann mich angucken belohnt), bis ich damit keine deutlichen Fortschritte mehr beobachten konnte. Dann habe ich (eine Weile nachdem ich eine TÄ/Verhaltenstherapeutin wegen der hohen Errregbarkeit und Ängstlichkeit auf die Schilddrüsenwerte hab schauen lassen, längere Geschichte) mich auf eine Bank hier in der Nähe weit vom Weg weg gesetzt und meiner Hündin beigebracht, dort mit dem Kopf auf dem Boden zu liegen. Nehme an, so ähnlich wie bei euch im Restaurant, wofür dieses "default settle" eigenetlich auch gedacht ist - aber ohne Kommando, sondern ich habe einfach abgewartet, wie ich mir das bei Emily Larlham abgeschaut hab (Trainerin mit Youtube-Channel, den ich super hilfreich finde für alles mögliche, allerdings auf Englisch). Dieses "default settle" kannte sie von zuhause gut, aber sie musste erst mal drauf kommen, sich nun vor die Bank zu legen statt unter dem Tisch beim Essen, und dann nach den ersten Leckerlies irgendwann den Kopf runter zu machen. Bei Fragen zum "default settle" selbst würde ich auf ein Video aus dem besagten Channel verweisen, ist wie gesagt eigentlich für Cafes/Restaurants gedacht.

 

Wie auch immer, es gab dann immer besonders viele/tolle Leckerlies, wenn wenn in der Ferne ein Reiz auftauchte. Daran, ob der Kopf unten war, konnte ich sehen, ob der Hund noch entspannt war (bei Reizsichtung hab ich auch belohnt, wenn der Kopf open war, allerdings noch mehr für den Kopf unten und dafür, ihn wieder runter zu machen). Als das alles gut lief, habe ich geübt, dass Hundi sich auch hinlegt, wenn ich auf einer anderen Bank bin oder wo länger stehen bleibe. Schließlich bin ich dann näher an den Weg, und habe das so weiter gemacht. Sie hat sich dann bald beim Gassi immer hingelegt im "Futterbettel-Modus", wenn etwas angefahren kam mit genügend Abstand.

 

Und dann endlich konnte ich das aufbauen, worauf ich immer hinaus wollte, aber was wir vorher nie geschafft haben - ins Fuß zu gehen, wenn ein Reiz auftaucht. Immer, wenn es ihr zu schwierig war, hat sie dazu geneigt, sich hinzulegen statt auf den Reiz überzuspringen, und insgesamt konnte/kann sie die Reize nun viel besser tolerieren. Da gab es dann für fast jeden Schritt ein tolles Leckerlie.

 

(Ohne Leine oder auch an der Schlepp muss die Belohnung bei uns immer ein Spieli sein, aber wie gesagt gehe ich da auch keine Risiken ein und sichere den Hund, sobald ich meine, es könnte was vorbeifahren.)

 

Ohje, das ist aber lang geworden. Ich weiß nicht, wieviel dir meine Erfahrungen weiterhelfen, aber wenn du noch Fragen hierzu hast, sag Bescheid!

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MissWuff   
(bearbeitet)

Oh, und noch was sorry: was mir aufgefallen ist, das Fußlaufen macht nun einen riesigen Unterschied bei uns, auch weil der Hund nicht mehr dem Reiz "nachziehen" kann an der Leine, auch nicht ein kleines bisschen. Vorher habe ich versucht, solchen Reizen nicht direkt "nachzulaufen", aber manchmal muss man halt doch irgendwie von A nach B und das war dann immer ganz nervig und hat sie für die Zukunft weiter hochgepusht. Jetzt kann ich sie ins Fuß holen und nach 1-2 Minuten loben und Leckerlies geben in dieser Position ist das Fahrrad etc. nicht mehr so spannend.

 

Ich würde dir auch vorschlagen, mal einen mit BCs möglichst erfahrenen, positiv arbeitenden Trainer draufschauen zu lassen. Von da aus kannst du dann weiterarbeiten! Es wird vermutlich seine Zeit dauern, aber je kleinschrittiger und behutsamer du vorgehst, desto nachhaltiger werden die Erfolge sein. ;) Und ich würde mir nicht zu viel auf einmal vornehmen. Ich z.B. bin das "Schlimmste" bisher nicht direkt angegangen: Dinge, die sowohl laut als auch schnell sind, wie Skateboards. Die kann mein Hund gar nicht ab. Da weiche ich noch weitgehend aus. Und am Anfang bin ich manchmal echt nur sehr kurz Richtung "(belebte) Stadt" gelaufen, sodass wir nur ein paar Dinge mit Rädern angeschaut haben.

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2010   

@borderholly 

das ist ein sehr häufiges Bild eines Border Collies, was du da beschreibst.

Die Rute ist unter dem Bauch, sprich, der Hund ist in HOCH-Konzentration. Mehr Aufmerksamkeit kann auch ein Border nicht bieten, als dein Hund das macht. Border lernen verdammt schnell und da kannst du fast nichts zu, wenn du auf ein solches Verhalten nicht vorbereitet bist.

 

Meiner Erfahrung nach ist es am besten, wenn du diese Situationen mit Autos und vielen "Hetzmöglichkeiten" versuchst 4 Wochen nicht heribeizuführen, dass heisst, den Hund nicht an Strassen entlangführen ect. Währendessen mit dem Hund ein alternativ-Verhalten aufbauen, gut wäre mit einem Trainer, der BC beurteilen kann. Die Rasse stellt etwas andere Anforderungen na di  haltung, aber das weisst du ja wahrscheinlich.

Ich würde den Hund nicht von der Leine machen, sondern erst üben, wie der Hund sich zu verhalten hat.

BC (andere Rassen auch...aber BCS extrem), bauen solch Verhalten auf und viele (nicht alle) gehen dann auch in Zwicken über. Das würde sogar meine Hündin dann machen, die normal superbrav ist.

 

WEIL das im genetischen Program am Vieh mit integriert ist. Der zeigt Fehlverhalten, ABER, er handelt nach "Genetik".

Das beschriebene Verhalten zeigen viele! sehr viele auch sehr gut erzogene BCs, wenn daran nicht gearbeitet wird.

 

Kannst du mal schreiben wie alt der Hund ist, wo er herkommt, was du mit ihm machts?

 

LG

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