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Dein Hundeforum  Der Hund
marcolino

Altersschwäche oder doch krank? Woran erkenne ich das?

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marcolino   
(bearbeitet)

Jede Altersphase eines Hundes hat ihren eigenen Charme - aber auch eigene Probleme.

 

Wenn Hunde älter werden, beobachten wir sie oft mit Argusaugen, jede Kleinigkeit wirft die Frage auf: Wird mein Hund nun alt, ist das normal - oder ist das ein Anzeichen für eine Krankheit? Was kann ich tun, was sollte ich tun?

 

Vielleicht können eure Erfahrungen dazu beitragen, dem ein oder anderen Hundehalter etwas von der Unsicherheit zu nehmen, die das fortschreitende Alter des eigenen Hundes mit sich bringt.

 

Zum Einstieg mal in Absprache mit Lexx ein Beitrag von ihr aus einem anderen Thread,  :)

 

 

vor 1 Stunde schrieb Lexx:

Ich möchte einfach nur noch mal sagen: das Hunde oder Menschen "altersschwach" sind und daran sterben passiert leider (!) Sehr selten. Eigentlich sind es fast immer organische Dinge/Erkrankungen . Manche Dinge kann man behandeln, andere nicht.

Ich komme aus der Humanmedizin. 

Das ein Hund weil er alt wird mal eben "keine Lust" mehr zum pinkeln hat, das halte ich für absoluten Quatsch. Wenn er Harndruck bekommt, und das wird er wenn er trinkt, wird er die Blase auch früher oder später leeren wollen. Jeder von uns weiß wohl wie sich eine volle Blase anfühlt.

Wenn er dies anscheinend nicht "will" wird es einen Grund geben der ihn davon abhält. Viel. Ist es auch die Hüfte die schmerzt etc.

Wie kann man denn ausschließen dass er keine Schmerzen hat wenn nichts untersucht wurde?

Typische Stressanzeichen wie hecheln, speicheln etc. Sind auch typische Schmerzanzeichen. 

Meine Hündin hatte z.b. mal fast einen Darmverschluss. Konnte man erst im Röntgenbild sehen. Ihr stand der Kot bis zum Magen. Außer dass hjnten nichts raus kam habe ich nichts gemerkt. Musste sie in Narkose ausräumen lassen.

 

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Wilde Meute   
(bearbeitet)

Hätte ich gerade ein sehr anschauliches Beispiel -

 

mein Rüde, 13 1/2 Jahre alt (großer Mix, 32kg) leidet schon länger an Problemen mit dem Bewegungsapparat in Form von schwerer HD, vermutlich ED, Spondylose und diversen Arthrosen und wurde deshalb auch schon, mit knapp 12 Jahren operiert (Goldakupunktur).

 

Vor ein paar Monaten fing er an auf der Hinterhand schlechter zu laufen, er wurde wackelig, konnte nicht mehr rennen ect.

Er ist teilweise losgerannt und die Hinterbeine sind ihm einfach weggesackt.

Auch auf Spaziergängen war nach einer halben Stunde Schluss, er war einfach zu erschöpft und schlich nur noch hechelnd hinter mir her.

 

Hätte man meinen können das käme vom Bewegungsapparat, dass es nun doch einfach schlimmer werden würde und die Goldakupunktur einfach nicht (mehr) nutzen würde.

 

Ich bin dann aber, nachdem er auf gekreuzten Hinterbeinen zusammengebrochen ist, am nächsten Tag mit ihm zum Tierarzt, weil ich einen

ganz anderen Verdacht hatte. Sein HERZ (!!).

 

Hinterhandschwäche tritt oft bei Herzerkrankungen auf, gerade bei großen Hunden macht sich das bemerkbar.

Also Hund abgehört, Röntgenbild, Herzultraschall und siehe da, das Herz tat nicht mehr das, was es machen sollte. (leichte Form der DCM)

Mit Herzmedikament wieder nach hause und nach wenigen Tagen ging es meinem Hund mehr als besser.

Inzwischen rennt und tobt er wieder, die Einschränkungen in der Bewegung hat er natürlich durch die anderen Krankheiten

aber er hat wieder Kraft und Ausdauer, seine Beine halten ihn wieder und er ist wieder richtig, richtig gut drauf.

 

Hätte ich noch länger gewartet, weil ich gedacht hätte es käme von der HD, wäre er jetzt vielleicht nicht mehr hier.

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Laikas   
(bearbeitet)

Mein Hund war 9, als sie anfing nach dem Schlafen schwer hochzukommen und sie musste sich erstmal etwas "warmlaufen". Der TA sagte, das sei Arthrose, sei normal in dem Alter und da könne man nichts machen. Dann begann sie phasenweise auch auf den Spaziergängen draußen zu humpeln. Es hieß wieder, das das von der Arthrose käme. Ich habe sie dann auf Borreliose testen lassen, weil andere Hundehalter im Ort definitiv einen Borreliose-Fall hatten. Unser Gebiet galt als Nicht-Risikogebiet, was Krankheiten durch Zecken angeht, aber wir waren auch mal in Bayern unterwegs gewesen. Der Borreliosetest war positiv und nach 4 Wochen Höchstdosis Antibiotika war das Humpeln (beim Spazierengehen zumindest) verschwunden. Sie war aber immer noch sehr schwergängig nach dem Schlafen. Das kam dann wohl wirklich von der Arthrose.

 

Nächtliches Husten ist ein Zeichen für Herzschwäche. Ich selbst würde dann lieber gleich zu einem Ultraschallexperten gehen mit Zusatzausbildung in Kardiologie. Die kommen oft zu Sammeluntersuchungen in Tierkliniken oder Praxen. Große Tierkliniken haben aber auch immer Herzexperten, die einen Ultraschall machen können. Was das Abhorchen durch die Haus-TAs angeht, bin ich eher skeptisch.

 

Bei einem Hund mit Herzschwäche, der wieder vermehrt hustet, obwohl er schon Entwässerungsmittel bekommt, würde ich abgesehen von "Wasser in der Lunge" auch prüfen lassen, ob die Mandeln entzündet sind.

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mikesch0815   

Die Alterswehwehchen meiner alten Generation waren unterschiedlich und im Grad der "Verniedlichung" auch mehr oder weniger in Anführungszeichen zu setzen. 

 

Grundsätzlich hatte ich die Einstellung: Solange der Hund alleine aufstehen kann, gehts noch. Heute würde ich davon etwas abweichen, weil doch mehrere Aspekte letzlich das Gesamtbild machen. Fakt ist aber, das ich keine Hemmung habe einem alten Hund alles an palliativen Mitteln zu geben, was aufzubieten ist. Das bedeutet, Schmerzfreiheit geht immer an erster Stelle, auch wenn manche Nebenwirkungen der Medis nicht so erheiternd sind. Aber wir reden von alten Hunden und von Palliativ.

 

Alle alten Hunde hatten beginnende Probleme ab dem Zeitpunkt, wo die physische Voraussetzung für ordentliche Spaziergänge nicht mehr gegeben waren. Sobald sie nicht mehr in der Lage waren, vernünftige Spaziergänge zu machen, zog die fehlende Kondition einen Schlepptau an anderen Problemen nach. 

 

Wichtig war mir das Vetorecht meines damaligen TAs, dessen Kompetenz ich über alles schätzte (und leider bis heute vermisse, er ist ja im Ruhestand). Mir war es wichtig, das jemand mit einer emotionalen Distanz die Sache beäugte und ehrlich seine Meinung kundtat. 

 

Allen Senioren war gemein, das es relativ spät zu einem doch recht heftigen Alterungsprozess kam. Auch wenn letztlich verschiedene Dinge auftraten und bei Aisha wie erwartet die Epilepsie irgendwann mit einem fatalen Anfall zuschlug. 

 

Aisha wurde knapp 15, Leonid 14, Kyra 18 und Rumsi ca. 14 Jahre alt. Alle waren mehr oder minder bis ca 1~2 Jahr(e) vor Ende recht aktiv.

 

so weit

Maico

 

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Lexx   

Typische Alterswehwehchen sind natürlich Verschleißgeschichten wie Arthrose oder nachlassende Sinne . Aber auch da sollte man z.B. genau gucken. Meine Hündin hatte im Alter von 13 Probleme beim laufen und das Röntgenbild offenbarte eine schwere Arthrose (A1 Hüfte gehabt). Unzählige Tierarztbesuche, Schmerzmedis, Physiotherapie (allerdings keine gute) halfen nicht. Wir fuhren dann zu Frau Dr. Kinzel nach Aachen für eine Denervation.

 

Jaaa.... und bei der Voruntersuchung wurde sie dann komplett durch die Gegend gedreht, neurologisch untersucht etc. Sie schrie auf einmal laut auf: und lief wieder wie ein Uhrwek bis zu ihrem Tod. 1 1/2 h Spaziergänge, kein Problem. Letztendlich hatte sie natürlich die schwere  Arthrose. Das Problem war aber ein anderes (wahrscheinlich ein eingeklemmtrer Nerv etc.).

 

Andere Beispiele mit falschen Diagnosen oder wo etwas auf 2Altersschwäche" geschoben wurde, habe ich ja schon genannt.

 

Ich finde es schade dass bei vielen alten Tieren beim Tierarzt gespart wird. Ob das jetzt aus Geldgründen (lohnt sich nicht mehr) oder der Sorge es wäre Stress für das Tier, ist.

Lebensqualität erhalten hat für mich oberste Priorotät. 

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Nebelfrei   
vor 27 Minuten schrieb Lexx:

Ich finde es schade dass bei vielen alten Tieren beim Tierarzt gespart wird. Ob das jetzt aus Geldgründen (lohnt sich nicht mehr) oder der Sorge es wäre Stress für das Tier, ist.

Lebensqualität erhalten hat für mich oberste Priorotät. 

 

Ich finde es eben sehr berechtig, zu fragen, ob es mehr Stress oder mehr Linderung ist.

Ich finde es muss nicht unbedingt alles gemacht, nur dass das Leväben ein paar Monate länger dauert.

x Verauche mit x verschiedenen Therapien finde ich oft eine Quälerei.

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Lexx   

@Nebelfrei Natürlich. Unser alter Kater hatte z.B. CNI und für uns kam nur Diätfutter und Medikamente in Frage. Eine Infusionstherapie haben wir abgelehnt. Da dies eine extreme Belastung für die Katze gewesen wäre, für eine Behandlung die nur Wochen verlängerung gebracht hätte.

 

Aber so Dinge man möchte seinen Hund einen einmaligen TA Besuch ersparen wegen "Stress" der dem Hund vielleicht viel Linderung bringen könnte, das kann ich z.B. nicht verstehen.

 

Wenn etwas das Leben aber für ein paar Monate verlängert bei guter Lebensqualität, warum nicht? Ein paar Monate sind für einen Hund mit einer Lebenserwartung von ca. 10 - 15 Jahren eine ganze Mengen. Umgerechnet auf uns wären dass sicher ein paar Jahre.

 

Man sollte natürlich nicht alles machen was geht, nicht wenn es mehr schaden als nutzen bringt.

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DerOlleHansen   
vor 3 Stunden schrieb mikesch0815:

Mir war es wichtig, das jemand mit einer emotionalen Distanz die Sache beäugte und ehrlich seine Meinung kundtat. 

 

Ich bin sehr froh, dass ich einen solchen immer noch Tierarzt habe. Der hat mich auch in der Endphase meines krebskranken Dex super begleitet. Besonders hilfreich fand ich, dass er kein Blatt vor den Mund genommen hat. Da wurde nichts "schöngeredet", sondern - wie man hier im Norden sagt, "Butter bei die Fisch'!" Das ganze sachlich, aber dennoch einfühlsam. Das hat mir oft die notwendige Kraft gegeben.

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Laikas   
(bearbeitet)
vor 1 Stunde schrieb Lexx:

Ich finde es schade dass bei vielen Aaten Tieren beim Tierarzt gespart wird. Ob das jetzt aus Geldgründen (lohnt sich nicht mehr) oder der Sorge es wäre Stress für das Tier, ist.

Lebensqualität erhalten hat für mich oberste Priorotät. 

 

Das liegt aber nicht immer nur an den Tierhaltern. Hier auf dem Land habe ich es mehrfach erlebt, dass ich mit sehr alten Hunden zum TA gehe und sie ihn offenbar nicht behandeln wollen, weil da angeblich nichts mehr geht, denn das sei normaler Verschleiß.

Ich hatte einen sehr dementen 15-jährigen Hund, der noch hervorragend laufen konnte. Er flitzte die Treppen hoch und runter und machte noch seine längeren Spaziergänge mit mir. Er begann extrem viel zu trinken und beim TA hieß es: "Lassen Sie den jetzt einfach ganz in Ruhe sterben! Diagnostik stresst da nur. Wozu noch quälen?". Zum Einschläfern gab es aber laut TA auch keinen Grund. (Der Hund hatte da aktuell eine behandelbare Blaseninfektion und eine beginnende Nierenschwäche, die nur eine Diät und Kontrolle brauchte.) Da ging es auch nicht um die Kosten, die hatte ich gar nicht thematisiert (ich bezahle alles sofort und habe noch nie um Rabatt oder Raten gebeten) und ich wollte einfach nur wissen, was der Hund hat und ob man ihm helfen kann, genauso wie bei jedem jüngeren Hund auch.

Beim nächsten Senior, den ich woanders vorstellte, hieß es: "Blutbild? Wozu? Der ist herzkrank und wird sehr schnell daran sterben, der Rest ist hier uninteressant." Viele Halter vertrauen auch einfach ihren Tierärzten und machen dann, was diese sagen. Zweitmeinungen oder auch nur einen Experten hinzuzuziehen, ist nach meinen Erfahrungen auch nicht immer bei jedem TA erwünscht. Dann heisst es oft, dass die Behandlung nicht weitergeführt werden kann, denn man hätte ja jetzt den Arzt gewechselt.

 

Ich würde als Tierhalter mit mir selbst abmachen, mit welchen Auskünften und Maßnahmen ich mich da zufrieden geben will. Dafür ist ja z.B. dieser Thread da. Man kann sich auch unterwegs mit anderen Hundehaltern austauschen, aber ich sehe auch den sozialen Druck unter vielen (immer begüterten) Hundehaltern, dass man das absolute Maximum an unterstützenden Maßnahmen für alle Hunde verlangt. Da macht man als Seniorenbesitzer nie genug für den Hund, denn es gibt immer noch dies und das, etc. Ich bin da sehr empfänglich für ein schlechtes Gewissen, aber alles zusammen kann ich mir definitiv nicht leisten und manchmal geht es auch nicht. Ich werde das Leben des Hundes nicht aufs Spiel setzen, nur um eine Möglichkeit für Schmerzen abzuklopfen, und ich karre einen alten Hund, der im Auto extrem gestresst ist, nicht hunderte von Kilometern zu einem Spezialisten, der eine Koryphäe sein soll. Da muss man auch sein eigenes Maß finden für den speziellen Hund in genau dieser Lebenssituation.

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NannyPlum   

Bei Linus fingen im Alter von 12, 13 Jahren Panikattacken an. Er rannte dann auf einmal in wilder Panik weg, war nicht mehr ansprechbar und reagierte nicht mehr auf Rufen. Diese Zustände hielten ein paar Minuten an. 

Man vermutete erst so etwas wie Demenz, aber dagegen sprach, dass er immer zum Auto gelaufen ist.

Letztlich kam der Tierarzt auf Durchblutungsstörungen. Mit einem durchblutungsfördernden Medikament und Herztabletten hörten diese Angstattacken auf und auch die Schwerhörigkeit würde besser. In den letzten 3 Monaten seines Lebens (er wurde 16) verabschiedete er sich so langsam aus dem Leben. Er kam nicht mehr mit ins Schlafzimmer, sondern blieb nur noch im Wohnzimmer. Er ging mit Gassi, aber widerwillig. Er hatte Arthrose und bekam ein hochdosiertes Schmerzmittel. Und er verweigerte jegliches Essen bis auf Salami und Mortadella. Die hat er auch bekommen, soviel er wollte. Er hat immer weniger am Leben teilgenommen.  Letztlich hatte er eines Morgens das Vestibulär-Syndrom. Ich habe mich gegen eine Behandlung und für den Abschied entschieden, weil er sich eben schon die Zeit zuvor aus dem Leben verabschiedet hatte. In seinen Augen war kein Lebenswille mehr, und deshalb konnte ich ihn auch gehen lassen.

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