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MissWuff

Schilddrüse und Verhalten, Reaktivität, Medis... etwas dringend

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MissWuff   
(bearbeitet)

Hallo!

 

Wie viele ja sicher wissen, habe ich eine BC-Hündin, unkastriert und 3 Jahre alt, die Reaktivitätsprobleme hat. Das betrifft einige Geräusche und alles, was schnell ist und Räder hat, ganz schlimm ist, wenn es Räder hat und laut ist (z.B. Skateboard), aber auch Autos, Fahrräder,... Leinenpöblerin bzgl. anderer Hunde ist sie auch, das war aber immer auf einem besseren Level und wäre allein genommen kein Ding. (Ohne Leine verträgt sie sich mit allen Hunden.) So kann sich das alles bei einem Spaziergang gegenseitig hochpushen.

 

Wir hatten die letzten Monate extreme Fortschritte, nachdem ich im Training etwas verändert hatte (etwas kompliziert, aber weiterhin alles über Leckerlies/Gegenkonditionierung/Alternativverhalten), wir konnten sie dann so führen, dass sie draußen fast nie bei etwas angebellt hat oder hinterherjagen wollte/in die Leine gesprungen ist. Es wurde immer immer besser und wir waren sehr glücklich, sie war weitgehend entspannt bei Spazierganängen. Gleichzeitig hat sie auch schon eine Weile davor Schilddrüsenmedis bekommen, wo wir noch mit der Dosis probiert haben, die Schilddrüsenwerte waren etwas niedrig, aber Schilddrüsenmedis gab es nur für das Verhalten und unter der Anleitung einer TÄ/Verhaltenstherapeutin, die sich auch mit der Rasse auskennt und bei der wir uns generell für mehrere Stunden hatten beraten lassen. Das mit den Medis lief so seit Anfang des Jahres, also lange, bevor sich deutliche Besserungen im Verhalten feststellen ließen. Irgendwann nach erfolgreichem Training sollten sie so oder so wieder abgesetzt werden, da die TÄ meinte, wahrscheinlich sind ihre Schilddrüsenwerte durch den Stress so mäßig, sodass es sich gegenseitig bedingt.

 

Wir haben die Medis dann wieder reduziert, weil die Maximaldosis für ihr Gewicht zu hoch für sie war und wir überhaupt nicht sicher sagen konnten, dass die Medis einen Unterschied machen. Auch mit der Praxis telefonisch abgesprochen. So ging die Dosis immer weiter runter, wir haben wirklich ab einem gewissen Punkt immer um die 3 Wochen gewartet, um weiter zu reduzieren, um sicher zu sein, dass wir nichts verpassen.

 

Alles lief weiter super. Dann haben wir die letzte 1/4 Tablette abends weggelassen (morgens gab es schon nix mehr - Thyroxanil 200 ist das Medikament), vor so einer Woche. Seitdem ist sie ganz schlimm. Sie ist draußen wieder extrem nervös, geht Dinge an, wollte vor ein Auto hüpfen. O_O Wenn sie bei meiner Mutter in der Wohnung ist, fiept und heult sie vormittags richtig (heute und vor ein paar Tagen), letzteres ist neu, auch wenn sie schon immer bei meiner Mutter in der Wohnung unruhig war. Wenn sie bei mir ist, ist in der Wohnung alles ziemlich gut, sie schläft viel und kommt runter. Aber beim Gassi ist sie auch extrem nervös und das fiel mir gleich auf, nachdem wir die Tablette nicht mehr gaben, wobei mir der mögliche Zusammenhang erst danach klar geworden ist. Aber eine 1/4 Tablette, die es nur am Abend gab? Kann die so einen Unterschied machen?

 

Es gibt auch ein paar andere Veränderungen, kranke Familienmitglieder und Dinge bezüglich der Gassiwege, wo ich mir auch grade Gedanken mache... aber es ist schon gravierend und ich tendiere grade dazu, ihr ab heute Abend und dann in einer Woche am besten auch morgens wieder 1/4 Tablette zu geben und zu schauen, ob sich was ändert. Beim ersten Erhöhen haben wir aber da nichts festgestellt und deshalb ja weiter erhöht. Mit der TÄ würde ich in dem Fall danach reden, es hieß, wenn man eine Verschlechterung bemerkt, soll man wieder erhöhen und schauen. Ich könnte höchstens morgen früh ihre "Vertretung" erreichen, aber das würde sehr schwierig.

 

Meint ihr, es könnte wirklich an der einen 1/4 Tablette liegen? Oder sollte ich direkt ganz woanders schauen?

 

Eta: Seit Absetzen der 1/4 Tablette würgt sie beim Gassi auch manchmal Schaum hoch mit den Leckerlies, die es zuletzt gab. So 3 mal jetzt. Das hat sie früher manchmal gemacht unter extremem Stress, z.B. während der ersten Läufigkeit öfter. Sonst geht es ihr körperlich super.

 

Sorry, dass das so lang geworden ist!

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Nahttante   

Was verhalten sich denn die Blutwerte ( mind. T4 und TSH ) im Vergleich vor, während und jetzt nach der Gabe von Thyroxanil?

Was heisst "niedrig" ?  Wie weit war denn T4 runter und wie hoch TSH?

 

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MissWuff   
(bearbeitet)

Habe dazu gerade mal meinen alten Thread rausgekramt, kopiere mal schnell daraus, weil ich sonst erst mal die Unterlagen raussuchen müsste. Den hatte ich mal wieder etwas verpeilt, wäre glaube ich sinnvoll gewesen, da weiter zu posten. Egal,  ursprüngliche Werte vor Behandlung:

 

"Das freie T3 ist zu niedrig (2,4; in Ordnung wäre 3,7 bis 9,2), das T3 wirklich grade noch so okay (es muss zw. 20 und 206 sein und ist 36,6), das freie T4 ist okay aber ich denke reelativ niedrig (13,2). Antikörpertest ist im Rahmen, aber es sind welche vorhanden (1% und 5%, es müssen unter 10% bzw unter 20% sein)."

 

TSH war 0, 05.

 

Während der Behandlung hatten wir getestet, als es viel zu hoch war, da sah das so aus: "Jetzt ist das freie T3 im Rahmen aber immer noch eher niedrig (4.7 - alles von 3.7 bis 9.2 ist im Rahmen) aber das T4 ist so ziemlich haargenau an der Obergrenze. TSH ist > 0.030 (keine Ahnung, wie man diesen Wert interpretiert)"

 

Wir sollten jetzt reduzieren und aufs Verhalten gucken, es war ausgemacht, falls wir absetzen oder wenn wir auf einer Dosis bleiben, rufen wir noch mal an und ggf. wird noch ein Bluttest gemacht, da war noch nicht ganz klar, ob das auch sinnvoll ist, falls wir komplett absetzen.

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Nahttante   

TSH bei 0,05 ????

 

Normwerte Laboklin

T4 - 1,3-4,5 µg/dl

T3  - 30-200 ng/ml

fT3  -  3,7-9,2 pmol/l

fT4  -  7,7-47,6 pgmol/l

 

TSH  -   < 0,6 ng/ml

 

TSH ist ein in der Hirnanhangdrüse  produziertes Hormon. TSH regt die Schilddrüse zur Bildung von fT3 und fT4 an.

Bei einer SDU sinkt T4 und die Hirnanhangdrüse produziert mehr TSH um dies auszugleichen. Wird als Referenzwert für eine Diagnose zu T4 (fT4) bestimmt.

 

Ergo ist in der Regel bei einer SDU T4 zu niedig und TSH erhöht  Erst nach der Einnahme und Einstellung auf ein Medikament sinkt der TSH Wert wieder.

 

Zu niedriger TSH Wert deutet eher auf eine Schilddrüsenüberfunktion hin. Daher sind immer die Werte im Paket zu sehen.

Der fT3 Wert zeigt keine Störung der Schildrüsenfunktion an und ist somit als alleiniger Wert zu vernachlässigen.

 

Um es genau nachzulesen: http://oldsite.laboklin.de/pdf/de/news/laboklin_aktuell/lab_akt_1107.pdf

 

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MissWuff   
(bearbeitet)

Hmmm, also die TK sagte uns damals, rein "körperlich" ist das so okay, bzgl. Verhalten sollten wir aber mit einem "Spezialisten" sprechen, ob man behandeln sollte und wir wurden an eine solche TÄ weitergeleitet. Und beim Anschauen des Verhaltens und Ausbleiben von Besserung durch Dinge, die wir grade am Probieren waren (so Zeug wie Adaptil-Halsband) riet sie uns dann, das auszuprobieren. (Geld macht sie dadurch keins, falls das jemand denken sollte, die Bluttests machen wir bei einer näheren TK, die uns auch an sie weiterleitete und sie bekommt dann die Ergebnisse geschickt.)

 

Unser ganz regulärer TA hier meinte, er würde eigentlich nichts machen, nur wenn sich deutlich das Verhalten dadurch ändert.

 

Also ganz unsinnig kann die Behandlung da ja jetzt nicht gewesen sein? Ich würde ihr jetzt eigentlich in einer dreiviertel Stunde ihre 1/4 Tablette noch mal geben und gucken. Wenn sich nichts bessert, setzen wir komplett ab, die Veränderung jetzt grade war aber krass und ich bin verwirrt.

 

Edit: Ich hoffe, ich habe den Wert auch richtig gelesen, die Tabelle ist an der Stelle für mich nicht so ganz klar gewesen, glaube ich. Gucke grade noch mal, falls ich einen Fehler finde, sag ich Bescheid.

 

Edit 2: Nein, da steht: 0.05 und dann < 0,6 ng/ml. Hm.

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Nahttante   

Sorry, aber einige Kollegen raten auch noch zur Kastra, wenn der Hund Probleme macht.

 

Nein, sind die Werte im Rahmen würde ich keine Hormone geben und riskieren, das ich genau diesen Hormonhaushalt durcheinander bringe.

Habe ich nervöse Menschen und gebe ihnen Schlafmittel, wirkt es auch, sie werden ruhiger.... Sinnvoll ? Eher nicht.

 

Du gibst bei normalen Werten Hormone. Diese "fahren" die Schilddrüse ( die ja absolut richtig produziert) kurz hoch, dann wieder bis auf normal runter.

Wie?

Hirnanhangdrüse merkt.. T4 zu viel ( Eigenes + Medis) . Produziert weniger TSH um die Schilddrüse runter zu fahren. Durch die Medis stimmt nun die Menge wieder.

Jetzt setzt du ab, T4 sinkt und es dauert ne Zeit, ehe wieder mehr TSH gebildet wird um T4 anzuheben.

 

Das der Hund nach dem Absetzen hoch fährt, ist normal ! Das pendelt sich ein.

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Nahttante   
vor 14 Minuten schrieb MissWuff:

Unser ganz regulärer TA hier meinte, er würde eigentlich nichts machen

 

 

Da hat er so was von Recht :D

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MissWuff   
(bearbeitet)

Das waren aber echt viele TÄ, die das so in Ordnung fanden (selbst der reguläre TA war nicht komplett dagegen), wo ich sonst auch gute Erfahrungen gemacht habe, grade die TK war immer super. Hm, okay, dann würde ich erst mal abwarten... finde es nur komisch, weil wir echt extrem langsam reduziert haben und nur jetzt bei dieser letzten 1/4 Tablette abends weglassen sich was geändert hat und dann so krass.

 

Wenn es aber nicht wieder "normal" wird, würde ich dann noch mal mit der TÄ reden und ggf. es noch mal mit der 1/4 Tablette probieren. Danke!

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MissWuff   
(bearbeitet)

Ich muss dazu sagen, sie ist vom Verhalten echt extrem, das hatte ich den TÄ natürlich auch genauer geschildert, dass sie z.B. ein halbes Jahr oder so keine Treppen mehr gehen wollte, weil ihr einmal ein Mensch entgegen kam, der sie erschreckt hatte. Solche Dinge. Während der Medis wurde einiges besser, es ist für mich nur nicht klar, ob es WEGEN der Medis war.

 

Wie lange dauert es denn so ungefähr, bis sich der Hormonhaushalt wieder eingependelt haben sollte ohne Tabletten? Es war die letzten 1-2 Wochen nur noch die 1/4 abends.

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Nahttante   

Geduld, das wird. in 2 Wochen sollte es sich eingepegelt haben.

Ich empfehle vor jeder weiteren Gabe von Thyroxanil erst einmal T4 und TSH zu bestimmen und Thyroxanil nur geben, wenn wirklich eine SDU vorliegt.

 

vor 25 Minuten schrieb MissWuff:

Edit 2: Nein, da steht: 0.05 und dann < 0,6 ng/ml. Hm

 

Ja, normal. Ist ja durch Thyroxanil genug fT3 fT4 vorhanden. Somit wird TSH stark reduziert, um nicht zu viel zu produzieren. Du legst also die Schilddrüse fast lahm.....

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