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- Natural Dogmanship von Jan Nijboer - Seite 19
Natural Dogmanship von Jan Nijboer - Seite 19 |
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Genauso sehe ich das auch, Monika.
Und obwohl ich wirklich oft und gern die ND-Seminare besuche, so mache ich doch ein paar Dinge anders, weil ich es anders sehe und empfinde. Jan will auch gar nicht "der Meister" sein. Er möchte anregen, nachzudenken. Und das schafft er auf verblüffend einfache und sehr humorvolle Weise. Erlebe ich immer wieder bei Seminaren, wenn Menschen neu dazukommen und nach 2 oder 3 Tagen mit einer anderen Einstellung z.B. zum Thema "Spazierengehen" , "Napffütterung" oder "Freilauf" nach Hause fahren! Wirklich spannend! Am Anfang hab ich alles exakt so machen wollen wie es im Buch steht. Damit war ich schnell überforderet; hab sogar zweimal alles wieder aufgegeben. Dann hab ich erkannt wie der Weg ist und daß es auch ein "Rechts" und "Links" gibt, nur aus meiner Sicht und für mich eben kein "Zurück (ich meine damit zum Futternapf). Das bedeutet selbstverständlich nicht, daß mein Hund nie wieder Freilauf bekommt oder hungert oder nie wieder ausserhalb des Gartens pinkeln darf. Das Einzige was wirklich anders ist, weil ich es absolut anders sehe: ich zwinge ihn nicht mehr zu Hundekontakten. Ich sehe inzwischen mehr als deutlich, daß das "nicht seins" ist er es eben wirklich nicht haben muss. Er ist herzkrank, vielleicht hängt es mit dieser Einschränkung zusammen. ich weiß es nicht. Ich hab jedenfalls einen Blick dafür entwickelt, daß er nicht gern Hundekontakte hat. Ansonsten ist ND für uns der richtige Weg, da mein Hund Jessie mit Hilfe des Futterbeutels schlicht Stress abbauen kann und Vertrauen aufbauen kann. Gruß von Jesska |
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Ich finde Jans Methode auch nicht gänzlich schlecht, aber du schreibst oben, was mich stört. Der Hund wird durch den Futterbeutel GEZWUNGEN, sich mit mir zu beschäftigen, ich übe also eine Art "Macht" über ihn aus, da er ja sonst nicht anders ans Futter kommt: Er muss mir gehorchen und mit mir zusammen arbeiten, sonst geht er leer aus. DAS gefällt mir daran nicht. Ich arbeite übrigens selber mit dem Futterbeutel, aber nicht um seine Aufmerksamkeit zu bekommen oder ihn zu zwingen, dass er mit mir arbeitet (das macht er freiwillig, ganz ohne Futterbeutel ), sondern um ihn zu belohnen oder zu motivieren...Und ich füttere ihn auch aus dem Napf.
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Schön, dass du wieder da bist!!
Das sehe ich genau so! Ich benutze keine Leckerchen mehr, auch aus diesem Grund und weil ich sie nicht mehr "brauche", ich kenne viele Hunde, die sich genau so verhalten, wie du es oben beschreibst und das ist echt nicht mein Ding! Wir sind doch "näher" als ich angenommen habe! LG Steffi |
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Also ich kann nur sagen, daß ich nie festgestellt habe, daß mein Hund von mir gezwungen wird, mit mir zusammen zu arbeiten.
Natürlich war es ein hartes Stück Arbeit und ein weiter Weg, meinen Terrier - der für die allein durchzuführende Jagd auf Mäuse und Ratten gezüchtet wurd - davon zu überzeuegn, daß es Spaß macht, mit mir etwas gemeinsam zu unternehmen. Schon als mein Hund ein paar Monate alt war, habe ich festgestellt, daß es ihm nicht reicht, spazierenzugehen. Da ich keine Idee hatte, was ich mit ihm anfangen sollte -ich war damals noch überzeugt, daß es ausreicht, einen so süssen Hund einfach nur aufs Sofa zu setzen und lieb zu haben! - steigerte ich unsere Spaziergeh-Strecken, bis wir irgendwann bei 3 Stunden pro Tag angekommen waren..... Nach einer Weile fehlte mir dann die Zeit, das durchzuziehen....und Jessie sammelte Frust. Er knurrte andere Hunde an, er knurrte meinen damals 7-jährigen Neffen an und schliesslich knurrte Jessie auch meine Mitbewohnerin an. Einmal korrigierte er sie sogar, indem er sie in die Ferse biss. Waren wir zusammen unterwegs, nahm mein Hund gar nicht wahr, daß ich da war. Kein Wunder! Mein Hund war ja ununterbrochen mit Markieren beschäftigt und damit, zuerst zu sehen, ob irgendwo etwas Gefährliches ist. Gefährlich war irgendwann jede Mülltonne, jeder Laternenpfahl, jeder Fahrradfahrer....selbst ein Vogel, der über unser Haus flog. Jessie wurde krank von all dem Stress. Kennt ihr die Folge von "Hundeprofi", wo der weisse kleine Hund stundenlang an der Fensterscheibe leckt? Mein Jessie sass stundenlang völlig unbeweglich vorm Paroramafenster in der Wohnung meiner Mitbewohnerin. Immer wenn sich etwas bewegte, kam er bellend zu einem von uns und sorgte so dafür, daß wir ihm die Tür zum Garten öffneten. Er rannte dann raus, bellte, schaute sich im Garten um, sorgte für Sicherheit, pinkelte an den 4 äussersten Ecken und kam dann wieder herein. Nach ein paar Minuten folgte das gleiche Spielchen. Jessie war so gestresst davon, daß er sehr krank wurde und fast daran gestorben wäre! Als er meine Mitbewohnerin biss, war für mich die Grenze deutlich überschritten! 2 Minuten später -und das ist bis heute so - entschied ich, daß er nicht mehr die Entscheidungen trifft, sondern wir Menschen. Soviel zu "Bei ND darf der Hund keine Entscheidungen mehr treffen". Wir fahren damit viel besser, daß ich die Entscheidungen treffe, denn mein Hund ist damit weit überfordert. Seitdem konnte Jessie Vertrauen aufbauen und er überläßt mir gern die Entscheidungen, die Verantwortung und damit die Aufgabe, für unsere Sicherheit zu sorgen. Das erstmal in Kürze. Bei Fragen bitte einfach melden, ich antworte gern. Gruesse sendet Jesska
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Hallo Jesska,
ich finde es toll und bewundernswert, dass du erkannt hast, dass es deinem Hund nicht gut ging und alles verändert hast! Viele Leute bleiben einfach in ihrem Trott und merken meist gar nicht, dass ihr Hund gestresst ist oder sie schieben es auf den "bösen, dominanten Charakter" des Hundes. Du kannst sehr stolz darauf sein, wie du die Dinge für dich und deinen Hund verändert hast und wenn dir ND dabei geholfen hat ist doch völlig o.k.! Ich denke, dass du dir genau das aus ND raussuchst, was dir gefällt und zu euch passt. Du bist bestimmt niemand, der nicht hinterfragt oder einem Guru hinterherläuft ohne nachzudenken! Selbst ich konnte mir gute Dinge aus ND ziehen, die bei meinem unsicheren Hund sehr hilfreich sind! Ich mag die ruhige Art der NDler, das passt einfach zu mir und Sam. Bei Sam war es auch so, dass er auf Hundekontakte lieber verzichtet. Ich habe das aber leider lange nicht gemerkt. Irgendwann fing er (aus Stress) an zu Pöbeln, extrem zu Markieren etc. Ich habe dann einige Dinge umgestellt und bin so froh, dass er heute viel weniger Stress hat. Dass er nicht mit anderen Hunden spielt, das muss ich eben akzeptieren. Ich finde deine Sichtweisen auf jeden Fall sehr interessant! |
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Da ich es normalerweise eher gewohnt bin, für meine seltsamen Ansichten niedergemacht zu werden, kann ich nur sagen:
Vielen vielen Dank für die Blumen, Steffi! Darüber freue ich mich sehr. Ich denke, mein Sinnspruch paßt da schon sehr gut! Denn genau das erlebe ich jeden Tag: ändere Deine Sichtweise und Du siehst klarer. Nicht nur in Bezug auf Hunde... Viele Grüße sendet Jesska |
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Wieso wirst du denn niedergemacht? Deine Ansichten sind ja nicht besonders seltsam! Jedenfalls wirkst du auf mich nicht wie jemand, der treu doof einem Sekten-Guru folgt ohne selber noch zu denken...
Verschiedene Sichtweisen bringen einen immer weiter (ist jedenfalls meine Meinung). Aus fast jeder Sichtweise kann man noch etwas lernen bzw. etwas übernehmen. Und wenn einem es nicht gefällt, dann braucht man es ja nicht anzuwenden. Aber alles andere wäre Stillstand für mich. Wenn ich Bloch lese, dann sollte ich auch Nijboer lesen und weitere Autoren. Die verschiedenen Blickwinkel finde ich hoch interessant! Bleib einfach so wie du bist, deinem Hund scheint das sehr gut zu tun! Wenn man seinen Weg gefunden hat, dann sollte man diesen auch nicht mehr verlassen
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Finde ich gut wenn du ein Hund hast der ein Aufmerksamkeit Defizit hat ist das genau das Richtige würde ich sagen
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Also ein Aufmerksamkeitsdefizit hatte mein Hund noch nie. Er war vor unseren ND-Alltag schlicht immer mit dem Job des Revier sicherns beschäftigt. Und damit, vorne zu sein, um zuerst -welche Gefahren auch immer - sehen zu können, genauso wie potentielle Beute. Wenn ich heute mit ihm losziehe haben wir eine Struktur und ich kann deutlich sehen, daß das meinem Hund Sicherheit gibt.
Wenn ich nämlich mal keine Strukturen anbiete (z.B. Sitz vor dem Einsteigen ins Auto oder Sitz, damit ich das Auto in Ruhe abschliessen kann), ist Jessie nicht so aufmerksam. Ich vermute, es ist ihm dann schlicht auch langweilig. Jetzt hab ich die Beute mit und inzwischen gehen wir ins Einkaufszentrum und ich arbeite mit drei Beuteln. Mein Hund macht begeistert mit! Und er macht nicht ausschließlich deshalb mit, weil sein Futter im Beutel ist. Sondern wir sind inzwischen so weit, daß es lange nicht ums Futter(n) geht sondern daß der Beutel und der Beutelwurf an sich für ihn zur Bestätigung geworden ist. Ich hab manchmal zwar einen Beutel mit, wenn ich mit Jessie unterwegs bin, aber der ist leer, da es der Beutel am Schlüsselbund ist. Inzwischen arbeite ich mit 3 Beuteln und merke, daß ich immer voran komme und Jessie immer weiter fordern kann. Ich kann z.B. mit ihm im Zooladen "Einkaufen" gehen, wir kommen ohne Gemurre an anderen Hunden vorbei, denn mein Hund ist ja mit etwas Spannenderem beschäftigt. Ich kann -und das hab ich mit mehrmaligen Abschalttraining auf dem ZooParkplatz vorbereitet - auch mit Jessie und unserer Reizangel arbeiten und sogar wenn andere Hunde vorbeigehen. Das Witzigste ist, daß Jessie mir auch im haus, wenn wir durch die Wohnung gehen um nach draussen zu kommen, deutlich den Vortritt lässt. Für mich ist glasklar, was Jan sagt "Wer führt - wer folgt?" Denn mein Hund beweist mir, daß er nicht an der Führung und Zuständigkeit interessiert ist. Und seitdem auch meine Mitbewohnerin ein paar Dinge einhält, ist Jessie völlig entspannt wenn wir oft Besuch bekommen. Und das ist sehr erstaunlich für einen Hund der als Welpe nicht auf Menschen geprägt wurde und sich immer, wenn ein Mensch zu Besuch kam, in die hinterste Ecke meiner Wohnung verkrümelte. Jessie bleibt auf der Couch liegen und der Besuch kann sich daneben legen. Ja, Jessie darf auf die Couch! Nein, nur weil man seinem Hund nicht gestattet, erhöhte Liegeplätze einzunehmen, heisst das noch lange nicht, daß er das nie wieder darf. ND ist individuell! Wenn man eine Weile nach ND lebt, erkennt man auch, wann das mit der Couch wieder okay ist. Nämlich genau dann wenn man bemerk,t daß die Rudelstruktur für den Hund klar ist. Wenn man bemerkt, daß dem Hund klar ist, wer für die Sicherheit zuständig ist. Mein Hund patroullierte früher an den äussersten Ecken des Gartens, inzwischen mache ich das ;-) Er geht in seine bestimmte Ecke und pinkelt sich dort leer, bevor wir zur Futterbeutel-Jagd aufbrechen. Mein Hund war früher ein alle-zwei-Meter-markierer. Inzwischen pinkelt er sich einmal vor der Futterbeutel-Jagd leer und ich schicke ihn noch maximal einmal zum Pinkeln wenn wir irgendwo sind. Wichtig dran ist, daß ich ihn zum Pinkeln schicke und den Platz zuweise. Seit ich ND lebe habe ich unglaublich viel gelernt von und mit und über meinem Hund. ND ist super spannend, interessant und super individuell. Man braucht auch keine diversen Seminare, obwohl immer noch manche Leute meinen es handele sich um eine Sekte. Das ist nicht so. Die Menschen besuchen so wahnsinnig gern die Seminare, weil es dort so spannend ist. Zum Beispiel wurde auch einmal Beutel-Training gemacht und dem Menschen dabei die Augen verbunden. Das Gesicht des einen Hundes werde ich nicht vergessen, könnte mich jetzt wieder wegschmeissen vor Lachen, wenn ich dran denke. Auf einem der Seminare war einmal eine Frau mit ihrer DobermannMischlingshündin die ihre Hündin neben ihrem Stuhl ablegen konnte und der Hund war nicht angeleint. Diese Hündin bliebt dort über 30 Minuten liegen, OBWOHL fremde Personen samt Hunden und Kindern zum dortigen Fest aufs Gelände kamen und gingen, sich also viel bewegten. Das Frauchen der Hündin war die ganze Zeit außer Sichtweite. Diese Hündin spielte auch den Ablenkungsreiz bei verschiedenen Hunden. Das Spannendste daran ist: genau diese Hündin griff noch vor 3 Jahren alles an, was sich bewegte, Hunde, Kinder, Radfahrer, Menschen, Besuch zuhause, den Postboten sowieso. Und, nein, sie wollte nicht "spielen" oder "Hallo" sagen! Das hat mich echt aus den Socken gehauen, ist schon 6 Monate her und ich hab immer noch das Bild vor Augen und möchte in Gedanken meinen Hut ziehen! Sorry wenn ich das schon mal erzählt hab, aber es beeindruckt mich eben total! Und mein Hund darf auch vorangehen |
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Ich hatte letzte Woche eine Trainingsstung bei einer ND Trainerin und ich war ganz und garnicht
überzeugt. Die wollen ihr Programm bei jedem Hund gleich durchziehen.Ich habe einen Huskymischling der auf der Straße aufgewachsen ist. Den kannst du mit Futterbeutel apportieren nicht locken. Da er sowieso nicht versessen auf Futter ist schon garnicht. Bei z.B.einem Labbi wird das sicher funktionieren. Dann wollte die Damen mir noch erzählen meinen Hunden würden Spaziergänge nichts bringen. Also immer nur raus zum entleeren und dann Futterbeuteltraining... Meine Hunde lieben lange Spaziergänge. Ich denke das kann ich wohl noch beurteilen. Als ich dann sagte das ich manchmal nach einem stressigen Bürotag einfach mal einen entspannten Spaziergang machen will- ohne Kommandos und Übungen- da sagte sie glatt zu mir: Dann gehen sie ohne ihre Hunde Wer damit klar kommt -ok. Für mich und meine Hunde wäre das auf jeden Fall nix. |
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