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Welchen Sinn hat "Spurtreue" beim MT ? - Seite 3





Hier wurde auch vom Pendeln geschrieben. Selbst spurtreue Hunde sollten dies tun, denn sonst kommt es ab einem gewissen Punkt zur Adaption des Geruchs - er wird also nicht mehr wahrgenommen. Wir kennen das sogar als Mensch - betrete ich eine Wohnung, dann rieche ich den dortigen "Stallgeruch". Nach ca. 5-15 Minuten ist es vorbei, da das Gehirn den Geruch wegschaltet.

Hunde, die also nie die Nase von der Spur nehmen, können bei langen Fährten also diese durch Adaption verlieren. Deshalb wird ein guter Ausbilder nie darauf bestehen, dass der Hund nur und ausschließlich die Nase auf der Spur hat.






Ich denke auch das es bei kurzen Strecken möglich ist das der Hund auf der Spur bleibt aber bei langen wird dies nicht funktionieren.

Ich bin auch die ganze Zeit am grübeln warum das wichtig sein soll.Ziel ist es doch das der Hunde das Opfer oder sein Jackpot findet.

Lg Birgit




Ich sehe das so wie Anita, auch man hat man es mir beim Workshop genauso erklärt.

Allerdings noch etwas dazu, was bisher nicht erwähnt wurde. Je frischer die Spur und so stiller die Windverhältnisse, desto spurtreuer wird der Hund laufen.
Ist die Spur älter oder herrscht starker Wind, umso mehr wird der Hund abweichen.
Und manchmal auch um bis zu 300 m.....Es ist daher sehr, sehr schwer, als BG zur richtigen Zeit zu korrigieren.
Es ist wichtig, dass der BG den Hund genauso, wenn nicht besser lesen lernt als der HF selber.

Mittwoch habe ich bzgl. der Spurtreue und Wind etwas Lustiges zu berichten.
Tanja/Cassya ist von je her Aias sein Lieblingsopfer. Ich darf sie eigentlich weder zum Splitting gebrauchen, wenn die VP eine andere ist, noch darf sie die VP begleiten. Sie muss die Anweisungen am Start geben und hoffen, alles wurde verstanden.

Mittwoch hatten wir die Gelegenheit, mit drei Leuten von der Staffel an der Strasse zu arbeiten. Ein HF hatte sich als VP zur Verfügung gestellt und lief ein kurzes Stück die Stasse hoch und blieb offen stehen. Tanja lief auf der anderen Strasseseite mit und postierte sich vor den anderen HF, damit Aias lernt, Tanja zu ignorieren.

Aias hätte beim Start also beide Personen sehen können, denn der Abstand war nicht mehr als 30 m. Er lief los und ich merkte, wie mir der Wind von rechts um die Ohren pustete. Tanja stand vor einer Hecke und Aias lief ohne zügern, ohne schnuppern ohne anschauen an ihr vorbei. Juhu, ignoriert...ich freute mich wie Bolle.
Der andere HF stand an einem offenen Gartenzaun, kein Gebüsch, keine Hecke, alles völlig frei....und Aias zog ebenso an ihm vorbei.
Jetzt war ich verwirrt. Der HF stand doch da mitten in der Pampa, er sieht noch genauso aus, wie vor 5 Minuten, was ist denn nun los????
Aias bog direkt hinter ihm in die Hofeinfahrt ab, kam aber gleich wieder zurück. Er lief den Fußweg noch ein Stück geradeaus ab, drehte aber dann gleich wieder um. Dann wollte er auf die andere Strassenseite, was aber nicht sofort ging, weil dort Autos kamen. Er pendelte hektisch hin und her und kam zufällig mit der Nase dicht an den HF heran. Da endlich bemerkte Aias ihn erst und er wirkte so überrascht, als wollte er sagen: Meeensch, da bist du ja, wo kommst du denn plötzlich her???? Bist du vom Himmel gefallen?

Der Wind war so stark, dass um die Person eine Art Vakuum entstanden sein muss und Aias nicht die optische Wahrnehmung zu Rate gezogen hat, dass es nicht möglich war, die Person zu erriechen....wenn er ins Blumenbeet hätte trampeln dürfen, um hinter die VP zu gelangen, hätte er es wohl etwas leichter gehabt.

Ich kann mir daher sehr gut vorstellen, dass u.a. aus diesem Grund z.B. Line-Up mit ungeübten Hunden nicht funktioniert. Die Personen stehen anfangs zu dicht, die Gerüche überlappen sich, der Hund kann einfach (noch) nicht unterscheiden und herausarbeiten und geht optisch vor. Und da eben nicht nach dem Geruch, sondern meist nach Vorlieben: Der hat mit letzte Woche tolle Lecker gegeben, die hat fein mit mir Aktion gemacht oder der hat jetzt gerade freundlich gelächelt....was auch immer...




Hallo Manu,
genau sowas habe ich bei meiner "Döner-Parkplatz" - Sache erlebt:
Ich bin auf dem Parkplatz drauf gefahren und ausgestiegen. Innerhalb meiner ganzen Wartezeit, war ich nie mehr als ca. 10m vom Fahrzeug entfernt.
Beim ersten Durchgang lief der Suchhund direkt an meinem Fahrzeug vorbei (ich sass keine 10m auf einem Treppenaufgang eines Geschäftes) ...dort habe ich mich zu dieser Zeit schon ca. 1 Stunden aufgehalten ... der hat weiter abgecheckt ... und weg waren die wieder ... smilie_14.gif
erst beim zweiten "vorbeikommen" hat mich der Hund angezeigt ... smilie_7.gif
Die Sache fanden wir alle sehr interessant ...

@Birgit,Bibi: Den einzigen Vorteil sehe ich in dem angesprochenen Zeitfaktor .... ansonsten würde mich mal interessieren, wie so etwas trainiert wird ... smilie_7.gif

Hat einer von Euch so eine Ausbildung ?? Wird der Hund in die Spur "gedrückt" ???


LG
Micha




Wie meinst du das?

Gedrückt? Bitte erläutere mal.




Hi,
ich nenne es mal "genötigt" möglichst nah an der Spur zu arbeiten ... also während der Ausbildung ...
Ist ne Frage ... smilie_7.gif

LG
Micha




Ich tue das nicht....warum auch? Ich weiß doch nicht, was der Hund wo riecht.

Ich muss mich auf den Hund verlassen und nicht der Hund sich auf mich. Es gibt beim Trailen Dinge, die ich dem Hund einfach nicht abnehmen kann.

Unsere Ausbilderin auf den Workshops sagt, 80 % leistet der Hund, 20 % der HF. Ich kann dem Hund Hilfestellung leisten, wenn er nicht weiter weiß, Kreise ziehen, weiter in eine Kreuzung hineingehen z.B., aber ich kann ihm nicht sagen, wo es langgeht.

Wenn ich dem Hund ständig erzähle, wo es langgeht, dann stellt er seine Selbstständigkeit ein. Da Aias früher in der Flächenarbeit ausgebildet wurde und viel "Hilfe" brauchte, musste ich hart dafür kämpfen, dass er sich gegen mich durchsetzt....manchmal muss ich das heute noch....




Huhu!

Ja, früher wurden die Hunde in der Fährte sogar mit Zwangsmittel genötigt Fusstappen für Fusstappen zu suchen, wich der Hund ab gabs eins auf die Mütze.

Glaubt garnicht, wie kreativ manche pokalorienterten HF da wurden.

Wie gesagt, ich mache zuviele Jahre RH-Arbeit, um Hunden nicht zu glauben. Ich habe schon unglaubliche Dinge bezüglich Verwirbelungen, Orts- Temperatur- und Windabhängigen Ergebnissen gesehen. Ich vertraue nur noch einem hervorragend ausgebildeten Hund, dieser hat für mich IMMER Recht.

In zweifelhaften Situationen lassen wir den erfahrensten Hund (zeitnah! das ist wichtig!) nachsuchen und schauen, was er aus der Witterungslage macht.




Ich denke jetzt mein letztes "Statement" hierzu ...
Warum? Seit 2 Tagen ist es in unseren (kleinen) Familie Thema Nr.1 ...
Bescheuert oder ?? smilie_6.gif .. Andere Familien unterhalten sich abends über Tante Gerda, oder schauen Fernsehen und Papa bekommt beim Fernsehen Bier gebracht smilie_6.gif ... ich nicht ! smilie_14.gif
(meine Frau sagt: Mantrailen und Spurtreue: Nein, Quatsch!! ..absolut...basta) Ihre Meinung ... ich hab nun eine andere ...
Also, was ich aus alle dem gelernt habe:

Über die Grundsatzdiskussionen möchte ich mich nun nicht äussern! Ich würde als "Anfänger" (so bezeichne ich mich, auch noch in 10 Jahren) niemals meinen Hund ohne profesionelle Hilfe anderweitig trainieren lassen als ich es jetzt mache, dabei ist uns aufgefallen, daß unsere Hunde absolut verschieden arbeiten: Ina arbeitet alles aus .. die würde ich als Kantenläuferin bezeichnen und Jule geht den direkten Weg ( wir haben da schon diverse Experimente angestellt). Falls ich jemals "umschulen" lassen würde (auf Spurtreue): Muss ich eine 100 % Sicherheit haben, dass mein Hund nicht dadurch "versaut" wird ! PUNKT!! Und das ist der wichtigste Punkt !! Es gibt Pro und Kontra ... ja, wie die Arbeitsweise unserer Hunde ... Ina würde ich nie "umschulen" wollen, nie !!
Ich finde Eure Postings hier sind auch interessant, aber man sollte es von beiden Seiten betrachten !!
Es gibt Vor- und Nachteile ... keine Frage, aber mein "grosses" Argument ist hier der Zeitfaktor ... Und bei Einsatzteams kann es von grosser nicht zu unterschätzter Bedeutsamkeit werden ,,, Schnell finden !! Ich werde nie Einsätze gehen wollen (in meinem Berufsleben hab ich genug davon gehabt ... ich vermisse es nicht smilie_24.gif ) ...

Also, viele gute Trails ....

LG
Micha




Micha, wenn ich Anitas letzten Beitrag richtig verstanden habe, ist es in Ordnung, wenn der Hund *neben der Spur* läuft, weil er sie halt da, wegen verschiedenen Faktoren (Wind, Untergrund, Ortslage, usw.), riecht! smilie_24.gif

Gut, er sollte nicht unbedingt einen Umweg von einem Kilometer machen, weil das im Ernstfall (was unsere Gruppe ja nicht vorhat! smilie_24.gif ) unter Umständen schlecht für das Opfer sein könnte!



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