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Hat jemand einen Weimaraner? - Seite 9 |
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Hallo Andrea,
ja klar Heinrich kommt vom Königsdorfer Wald, mit Papieren, Stammbaum, Chip und Gesundheitszeugnis. LG sarah |
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MIch würde interessieren, ob hier jemand ist, der einen erwachsenen Weimaraner hat, also so. ca. zwischen 1,5 und 3 Jahre alt und ob es ab einem gewissen Alter Probleme gegeben hat, vor allem bezüglich der Mannschärfe.
Ich glaube schon, dass man mit genug Talent und Wissen um diese Rasse einen Weimaraner auch als reinen Familienhund mit entsprechender Alternativ-Auslastung halten kann, jedoch sind meine Erfahrungen mit Weimaraner eher gegenteilig. Ich kenne einige, aber keinen, der sich nach der Pubertät gut entwickelt hat. Ausschlaggebend ist hierbei natürlich auch die Zucht. Showlinien gibt es bei der Rasse nicht, bei den Arbeitslinien ist es die Frage, ob man da als "Normalo" überhaupt einen Hund bekommen würde . Und die restlichen, die es auf dem Markt für jedermann zu kaufen gibt, na ja, da muss man eigentlich nichts zu sagen. Ich selbst arbeite als Pflegestelle mit einem Verein zusammen, der Jagdhunde vermittelt und hatte schon oft Weimaraner hier, die die Erwartungshaltung der Menschen nicht erfüllen konnten. Abgesehen von den Problemen, die andere Leute auch mit ihren Hunden haben wie Leinenführigkeit usw. war immer ein großes Problem, das Verhalten anderer Hunde gegenüber und die Mannschärfe (viele von diesen Hunden haben tatsächlich schon innerhalb des ersten Jahres Menschen gebissen). Die Rasse wird oft sehr unterschätzt, vor allem, weil die ersten Monate alles ganz normal verläuft. Die Probleme kommen oft erst sehr spät, wenn man nicht von Anfang an sauber mit diesen Hunden arbeitet. Das Thema der Jagdtriebigkeit finde ich gar nicht so wichtig, weil viele Hunde diesen Trieb haben. Jedoch glaube ich, dass man mit einem Hund aus einer jagdlichen Zucht diesbezüglich ganz gut zusammen arbeiten kann, da sie mit dem Menschen kooperieren wollen und nicht ständig Alleingänge unternehmen, wenn man sie nicht lässt. Die angezüchtete Mannschärfe eines Weimaraners sollte man allerdings im Vergleich mit anderen Jagdhundrassen auf keinen Fall außer Acht lassen. |
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Hi Sarah, dann willkommen im Club der Königsdorfer Weimaraner. Dylan ist auch von dort. Mit den Papieren kannst Du allerdings nichts anfangen. Die gelten leider nicht. LG Andrea |
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Hi, vor zwei Jahren hätte ich auch noch gedacht, ist alles übertrieben was die so erzählen. Heute weiß ich es besser. Die Mannschärfe ist ein richtiges Problem das ich nicht richtig in den Griff bekomme. Leider gab es auch schon unangenehme Vorfälle. Anlagen dazu waren schon recht früh vorhanden, das ganze läuft aber etwas aus dem Ruder seit er ca. 1,5 Jahre alt ist. Und die Entwicklung diesbezüglich ist noch lange nicht abgeschlossen. Das tückische am Weimaraner ist das er sehr lange braucht um sein Wesen zu entwickeln. Der bravste Hund der Welt kann im Alter von drei Jahren plötzlich zum Terroristen werden. Auf der anderen Seite habe ich den Jagdtrieb durch die enge Bindung des Hundes an seinen Besitzer sehr gut im Griff (bis jetzt) LG Andrea |
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Hallo Andrea,
genau das meine ich. Es dauert einfach lange, bis es zum wirklichen Problem wird. Wie äußert es sich denn bei Deinem Hund? Ich glaube, dass der "Jagdtrieb" wie bei vielen anderen Hunden das geringere Problem ist und dass man da auch am ehesten mit dem Hund arbeiten kann. Ich kenne auch kaum Jäger, die einen Weimaraner für die Arbeit halten, kann aber natürlich sein, dass der Eindruck täuscht und es nur hier bei uns so ist. Der Deutsch Drahthaar wird hier viel geführt als Allrounder und dazu kommen dann immer noch die diversen Spezialisten wie BGS, Jagdterrier usw. Ich hatte auch immer gedacht, dass man nen Weimaraner eigentlich problemlos führen können müsste, aber die, die ich kennen gelernt habe, waren alle echt griffig, teilweise unberechenbar, haben eine große Zerstörungswut und sind sehr findig, wenn es ums Ausbrechen geht. Ein Pflegehund hat bei mir sogar ein geschlossenes Fenster geöffnet, ist da raus gesprungen und hat dann meinen 1,80-Stabmattenzaun überwunden. Krass, das habe ich bei noch keinem Hund gesehen. Ich selbst habe ja einen DK und abgesehen davon, dass er ein sehr arbeitsintensiver Hund ist, der klug und eigenständig arbeitet und sehr viel Selbstbewusstsein hat, ist er zu Menschen immer freundlich, meldet auch nicht viel und ist ein sehr angenehmer Hund. Die Frage für mich ist, ob die Hunde, die ich kenne, einfach nur vom Besitzer aus Unwissenheit versaut worden sind oder ob man mit denen schnell an seine Grenzen kommt, egal, wie gut man sich auskennt. Ich stelle mir einen Hund mit Mannschärfe einfach extrem schwierig im Alltag vor. Und es ist schon auffällig, wie viele von denen, vor allem Rüden ab einem gewissen Alter (ab 1 Jahr) abgegeben werden, weil die Leute überfordert sind. |
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Hi,
da sind wir ja zur gleichen Zeit hier unterwegs.also die Mannschärfe bemerkt man vor allen Dingen im Haus und in der Nähe des Hauses. (Garten etc.) Personen die sich dem Haus nähern oder auch reinkommen werden gnadenlos verbellt. Und er hat auch schon zugebissen. Daran arbeiten wir zur Zeit natürlich. Ansonsten ist er eigentlich sehr verträglich. Er reagiert nur auf fremde Personen wenn ich mich erschrecke. D.h. wenn z.B im Dunkeln sich jemand von hinten nähert und ich es erst im letzten Moment bemerke. Es kann auch passieren das er Personen die sich mir nähern nicht vorbei lässt. Er stellt sich dann quer vor denjenigen und drängt die Person ab. Bisher macht er das auch nur bei Dunkelheit und wenn er merkt das ich unsicher bin. Im Grunde genommen ist der Weimaraner leichtführig. D.h. natürlich nicht das es einfach ist ihn zu erziehen. Ein Weimaraner hinterfragt erstmal alles. Aber wenn man ihm klar gemacht hat, das er nichts zu hinterfragen hat, setzt er das Erlernte problemlos und konsequent um. Schafft man das allerdings nicht, erschafft man einen Hund der sich genauso verhält wie Du es beschreibst. Selbst mit Hundeerfahrung gerät man schnell an seine Grenzen. Ohne Erfahrung führt es allerdings meistens zur Katastrophe. Ein gelangweilter Weimaraner entwickelt einen enormen Erfindungsreichtum um die Aufmerksamkeit zu bekommen die er braucht. Ohne geistige Auslastung ist es ein Ding der Unmöglichkeit den Hund in den Griff zu bekommen. Am besten ist es natürlich wenn er jagdlich geführt wird. Kann man das nicht (so wie ich) muß man vernünftige Alternativen anbieten. Einfache Gassirunden sind dazu nicht geeignet. Ach ja, bei uns sind übrigens alle Türklinken nach oben gedreht. LG Andrea |
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9 Seiten und nur 2 Fotos
das geht ja gar nicht Ich finde die Weimis wunderschön. Würde mir aber nie einen zutrauen. |
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Hey Vreni, vielleicht ist mein Bericht interessant fuer dich. Allgemeingueltig ist es sicherlich nicht, es ist nur ein Hund.
Mein Gasthund ist ein 9-jaehriger Weimaraner. Er ist jetzt ein genialer Hund. Er lebt bei mir angepasst und kann alles voellig unauffaellig mitmachen. Seine Besitzerin spielt er immer noch manchmal aus und manipuliert sie. Aber auch mit ihr hat er nun stetig Fortschritte gemacht. Seine Probleme waren vielfaeltig - Verlassensangst, Hundeaggression und Probleme mit Joggern und Fahrradfahrern. Es ging soweit das er 6 Jahre lang einen Maulkorb getragen hat. Mit seiner Besitzerin traegt er den noch immer. Ob das alles in ihm war? Meiner Meinung nach nicht. Ich habe den Eindruck sein Start ins Leben war unguenstig. Aus vielen Missverstaendnissen sind echte Probleme entstanden. Ihm wurden vom Vorbesitzer keine Grenzen gesetzt. Er wurde abgegeben, weil er mit einem Jahr zu gross und zu schwierig war. Als er bei seiner jetztige Besitzerin ankam, wurden weiterhin nicht genug Grenzen verstaendlich gemacht und die Verlassensangst wurde nicht addressiert, dadurch hat er sich allerhand Dinge erzwungen. Zum Zeitpunkt seiner Ankunft war die neue Besitzerin schwerkrank und ihr aelterer Ehemann musste sich um den jungen Wilden kuemmern. Der Hund fing an den alten Mann vor schnellen Menschen und Schaeferhundartigen zu beschuetzen. Das ist eskaliert. 6 Jahre spaeter kam er zu mir, weil er nicht alleine bleiben konnte, mit andere Hunden unvertraeglich war und bei anderen Hundesittern nicht in der Gruppe laufen konnte. Die Besitzerin war verzweifelt, da der Hund sie durch sein Verhalten total in der Hand hatte. Bei mir hat es gepasst weil ich keine riesigen Hundegruppen fuehre, sondern im Durchschnitt 3-5 Hunde dabei habe. Im Gegensatz zu anderen Hundesittern laufen meine Gruppen laufen ruhiger und unter Kontrolle. Alle kennen und akzeptieren meine Regeln. Die Hunde und ich sind nicht perfekt, aber wir kennen uns und unsere Grenzen. Ich weiss was ich von den verschiedenen Charakteren erwarten kann und weiss wie ich sie einsetzen kann, um mir zu helfen. Mit Hilfe meiner Hunde habe ich 1 Spaziergang gebraucht um ihn in die Gruppe zu integrieren und ihm meine Draussenregeln verstaendlich zu machen - keine Schaeferhunde/Hunde oder Menschen anfallen. Er konnte sofort jeden Hund akzeptieren, den ich ihm vorgestellt habe. Die Drinnenregeln zu akzeptieren, seine starren Verhaltensformen aufzuloesen, dauerte um einiges laenger und hat allerhand Nerven gekostet. 7-8 Jahre Verlassensangst war schwierig abzuschuetteln. Seit einem Jahr braucht er keinen Maulkorb mehr. Er ist einer meiner zuverlaessigsten Hunde. Menschen ignoriert er, es sei den er wird angesprochen, dann ist er hoeflich und freundlich. Hunde gruesst er hoeflich und neutral. Er laesst sich auf keine Provokation ein, ist fuer mich total berechenbar und ein sehr guter Lehrer fuer juengere Hunde. Er war schon ein paar Mal in der Situation, das er sich verteidigen musste, aber mehr will er nicht. Ihn schicke ich zusammen mit meinem Kleinen vor um Hunde abzuchecken oder abzulenken. Er ist ein grosser Teddy, ein ganz normaler Hund. Ich sehe ueberhaupt nichts Negatives mehr in ihm. Er will keine Konflikte mit Mensch oder Hund. Was in seiner Vergangenheit passiert ist, war nicht er. ![]() Momentan gehts ihm nicht gut. Er ist in der Klinik mit einer akuten Darmentzuendung. Ich hoffe morgen etwas Positives zu hoeren. |
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Mit viel Wissen um die Rasse ist es bestimmt auch möglich, einen solchen Hund vernünftig zu führen. Das glaube ich auch. Die, die ich kennen lerne, sind natürlich auch immer nur die, die wegen Problemen abgegeben werden.
Die, die ich kenne, würden fast ausnahmslos von Leuten angeschafft, weil sie diese Hunde schick finden und gar nicht wussten, was sie da haben. Die hätte wahrscheinlich schon mit nem Labrador Probleme gehabt. Ich hatte aber auch eine Weimaraner-Hündin in der Kundschaft, die super in der Gruppe gelaufen ist und bestens erzogen war. Die Besitzer waren sich aber klar über die Rasse und hatte einiges an Hundeerfahrung. Und vielleicht sind Hündinnen auch noch ein bisschen gemäßigter. Ein Fall hatte mich damals sehr wütend gemacht. Wieder wurde ein Weimaraner angeschafft, weil er schön ist. Im ersten Jahr war Frauchen in der Hundeschule, in der nur mit Lecker und Clicker gearbeitet wurde bzw., es wurde immer nur Blickkontakt beim Hund bestätigt. In die Welpengruppe durfte er nicht, aus welchen Gründen auch immer. Außerdem wurde ihr gesagt, dass so ein junger Hund auf keinen Fall in die Stadt mit darf oder vielen Reizen ausgesetzt werden soll. Also wurde der mehr oder weniger isoliert und auch von Hundekontakten fern gehalten. Er war ein sehr pfiffiger Welpe, der einfach gerne was tun wollte. Mit etwa einem Jahr kam er zu mir in die Gruppe....und biss erst mal meinen Rüden. Ohne Vorwarnung, sofort drauf. Mein Rüde hat ihm dann die Meinung gesagt und er hat klein bei gegeben und lief von da aus auch mit jedem anderen Hund in der Gruppe gut und spielte auch schön. Die Probleme zuhause wurden immer größer (Leinenführigkeit, Leinenaggression). Man hatte einfach kein Vertrauen in den Hund und Frauchen war sehr unsicher. Vor lauter Not hat sie ihn dann mehrere Wochen zu einem Jäger in den Zwinger gegeben, der mit ihm gearbeitet hatte. Danach war der Hund total gebrochen, hörte aber ausnahmslos auf eine Hundepfeife und ließ sich auf einen bestimmten Pfiff hin, sofort ins Platz fallen. Da kann man sich jetzt ja seinen Teil zu denken. Außer, dass er auf die Pfeife hörte, waren die alten Probleme aber immer noch da. Zusätzlich war er sehr empfindlich, wenn zu viele Reize auf ihn einprasselten. Kamen mehrere Geräusche zusammen, reichte ein weiterer Auslöser und der Hund flippte aus. Er reagierte auf alles, was nicht so war wie immer. Z.B., wenn bei einem Auto auf einmal die Tür aufstand, da fing er an total zu bellen und kam damit gar nicht zurecht. Sehr seltsam alles. Er wirkte, als wenn er geistig behindert wäre, anders kann man es gar nicht sagen. Alles, was er machte, war so übertrieben. Auch wenn ich heute keinen Kontakt mehr zu ihm habe, weiß ich aber, dass er weiterhin in der Familie lebt. Solche Schicksale tun einem einfach leid. Außerdem macht es mich wütend, dass es zig Leute gibt, die immer wieder Weimaraner-Welpen an jedermann verkaufen. Und Weimaraner mit Labrador, mit Münsterländer, mit Deutsch Drahthaar mischen. Das macht die Sache nicht besser, vor allem, weil die meistens einfach nur schwarz sind und man dann den Käufern noch nicht mal vorwerfen kann, dass sie wegen der ansprechenden Farbe kaufen. Einen Weimi-Münsterländer-Mix hatte ich auch mal in Pflege. Der Hund war ein Jahr alt, völlig überdreht, weil seine Besitzer schon mit 4 Monaten den Ehrgeiz hatten, mit dem Hund Mantrailing zu machen (einen Weimaraner muss man ja schließlich auslasten) und zwar auf viel zu hohem Niveau. Dabei hatte der Hund ganz andere Probleme. Er konnte nicht alleine bleiben, hat richtig Terror gemacht, alles angefressen und hat draußen auch auf jedes Geräusch total panisch reagiert und sei es nur, dass ein Blatt vom Baum gefallen ist. Ich bin bestimmt nicht dafür, dass bestimmte Jagdhunde nur in Jägerhände abgegeben werden dürfen, denn es gibt Jäger und Jäger. Aber eine Auswahl der richtigen Leute und eine entsprechende Aufklärung über die Rasse würde einiges Unheil vermeiden. Das gilt im übrigen für fast alle Hunderassen. Aber wenn man schnell Geld machen kann und alle Menschen einen besonderen Hund haben müssen, den keiner hat, wird sich das leider so schnell nicht ändern. |
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