- Der Hund
- Hundeerziehung
- Das sichere "Hier" - Seite 13
Das sichere "Hier" - Seite 13 |
|---|
|
|
Also, ich finde es wenig hilfreich, wenn Beiträge bis zur genauesten Quellenangabe zerfieselt werden.....
Mir als Laien helfen auch diverse Untertöne und Spitzfindigkeiten nicht wirklich weiter. Da fehlt mir die Lust irgendwann weiterzulesen und somit ist man genauso schlau wie vorher. Fragen wagt man garnicht mehr zu stellen, da man evtl. seine Ansichten wissenschaftlich absichern müßte....ne, sowas find ich frustrierend. :heul |
|
|
Ich hatte gestern Abend bei Hans-Georgs erklärung der positiv-negativen Verstärkersache und der Bestrafung auch das Gefühl, dass das nicht mit dem von mir Erlerntem übereinstimmt, hab nachgelesen (in den Fachbüchern in der Arbeit) und Ömnes und Karls Erklärungen stimmen absolut mit meinen Informationen überein.
In einem Buch für Otto-Normalhundehalter , zu Hause, fand ich noch folgende, ganz einfache Ausführung: Es gibt 4 Konsequenzen: etwas Gutes beginnt (positive Berstärkung) etwas Gutes hört auf (negative Bestrafung) etwas Schlechtes beginnt (positive Bestrafung) etwas Schlechtes hört auf (negative Bestärkung) (aus:Hunde sind anders, Koskos-Verlag, seite 174) Da wird für jedermann gut verständlich nahegebracht, wie Lernen funktioniert. Nun zur konkreten Vorgehensweise mit der Schleppleine, wie es Hans-Georg beschrieben hat: Für mich kommt das nicht in Frage. Ich möchte begründen warum. Ignoriert mein Hund mein Signal und ich drehe mich um, gehe weiter, so dass der Hund durch die Einwirkung der Schleppleine "umfällt", dann muß dieses Weggehen mit sher hoher Intensität erfolgen, denn zum Umfallen bring ich einen Hund auf diese Art nur durch einen sehr starken Ruck, der ihn von den Füßen reißt. Ich bin mit diesen Methoden sehr wohl vertraut, ebenso im Umgang mit dem Stachelhalsband und ähnlichen aversiven Methoden. Die Anwendung dieser Form von Erziehungsmitteln beinhalten die Möglichkeit, körperliche Schäden hervorzurufen. Diese Form von Gewalt lehne ich ab. Ich hatte viele Gelegenheiten, die Folgen über einen längeren Zeitraum zu beobachten, sei es im Hinblickauf die sichtbaren Schädigungen der Hunde und auch im Hinblick auf die wirkliche Effektivität . Dieses "Absichern" eines Komandos war in keinem Fall eine 100% Lösung des "Ungehorsamkeitsproblems, sondern mit Abflachung des Reizes der über einen längeren Zeitraum nicht mehr angewandt wurde, verlor sich auch die Wirkung, so dass in Abständen eine "Nachkonditionierung" mit dem selben aversivem Mittel nötig war, oder eine Aufrechterhaltung des Reizes durch konsequenten Druck und Gewaltanwendungen in schwächerer, jedoch in jedem Fall schmerzhafter oder deutlich erschreckender Form. Der Zeitpunkt der Notwendigkeit für ein Nachkonditionieren zeigte sich durch eben nicht mehr 100% Gehorsam, sondern Ignoranz in hoher Trieblage, wobei auch hierbei die Möglichkeit besteht: Hund mißachtet EINMAL und kann sich und andere in Gefahr bringen. Für mich ist die persönliche Konsequenz eine veränderte Sichtweise den Hunden gegenüber. Auch ich strebe 100% Gehorsam an. Das muß für mich mein Ausgangspunkt sein. Darauf arbeite ich hin. ABER: ich akzeptiere, dass nichts im Leben beständig perfekt funktioniert, weder Ich, noch mein Hund, noch irgendeine Methode, denn auch ein Konditionieren mit Negativreizen ist nicht die perfekte Lösungsmöglichkeit. Also: Ich passe mich und meinen Hund an die Lebensumstände an, die uns zur Verfügung stehen. Ich gestehe mir und meinem Hund Fehler zu. Ich habe in der Auseinandersetzung mit der Theorie des Lernens auch gelernt, dass Fehler ein wichtiger Bestandteil dieses Prozesses sind. Ich sehe meine Hunde nicht als Konditionierungsobjekte, sondern als Lebewesen, die mit Hilfe von Konditionierungen lernen , aber ebenso durch Lernerfahrungen, die neben klassischer Konditionierung, operanter Konditionierung, auch auf einer persönlichen Beziehung basieren. Diese persönliche Beziehung setzt voraus, das Lebewesen mir gegenüber in seiner Ganzheit wahrzunehmen und dementsprechend anzuerkennen, inwiefern durch Gattungsspeziefische Eigenarten Grenzen des Möglichen gesetzt sind. Ich werde zb nie von meinem Pferd verlangen, dass es auf der Koppel einen Hasen schlägt und apportiert. Ebenso werde ich von meinem Hund nicht verlangen, dass er Hasen in freier Natur als leblose Steine wahrnimmt und sie dementsprechen keinen Reiz auf ihn ausüben würden. Ich arbeite täglich an dieser Beziehung, an meiner Wahrnehmung, an meiner Fähigkeit, den Hunden begreiflich zu übermitteln, WAS ich von ihnen erwarte. Und dabei habe ich festgestellt, für mich persönlich, dass ich das weder mit Zuckerbrot, noch mit Peitsche erreiche, auch nicht mit beiden Extremen zusammen, sondern zwischen Zuckerbrot................................................und Peitsche gibt es eine unerschöpfliche Bandbreite von Möglichkeiten, aus denen ich nur geduldig,engagiert, offen, neugierig, interessiert, aussuchen brauche. Wie Anita auch beschrieben hat, in den Bausteinen........da ist viel mehr als "nur" konditionieren nötig und möglch. Für mich ist das etwas ganz wunderbares!!! |
|
|
@ Hans-Georg:
Im Zuge meiner Ausbildung zur Erzieherin und in Ausübung meines Berufes in einer Behinderteneinrichtung, der für mich mehr eine Berufung darstellt, habe ich die Feststellung gemacht, dass jedes Individuum, das ein in bestimmten Bereichen funktionsfähiges Gehirn hat, und sei es auch noch so eingeschränkt funktionsfähig, lernfähig ist. Deine Äußerung bezüglich deiner Strassenhündin, sie sei nicht erziehbar, aber das notwendige funktioniert, wiederspricht sich deshalb für mich. Wenn sie zum Beispiel gelernt hat auf ihren Namen zu reagieren, also fähig ist, Verknüpfungen herzustellen, dann ist sie auch nicht erziehungsresistent. Sicher gibt es derart traumatisierte Hunde, für die es besser ist, sie nicht weiter anzupassen zu versuchen an unsere , für Hunde unnatürlichen Lebensumstände, jedoch ein lebendiges Wesen als unerziehbar und somit als lernunfähig zu bezeichnen, finde ich, um es gelinde auszudrücken, übereilt. Ich habe mit behinderten Kindern und Jugendlichen zu tun, die zum Teil schwer traumatisiert sind, die mit Zuckerbrot und Peitsche erzogen wurden, oder gar nicht,oder mit einem von beiden............. Wir als Pädagogen haben die Aufgabe, weder mit Zuckerbrot, noch mit Peitsche...sondern mit Einfühlungsvermögen, Flexibilität und Großem Einfallsreichtum, für jedes dieser Kinder, Möglichkeiten zu finden, ihnen ein Lernen zu ermöglichen. Ich sag dir mal was: Was man da erlebt und erfindet, um wenigstens kleine Teilerfolge zu erreichen, das ist etwas sehr bereicherndes. Zu behaupten, jemand wäre nicht zu erziehen heißt in meinen Augen, dieses Lebewesen aufzugeben, nicht in seiner persönlichen Eigenart zu respektieren. das finde ich sehr traurig. |
|
| Zufällige Themen | ||
| Thema | Antworten | Aufrufe |
|
|
16 | 11549 |
|
|
7 | 3095 |
|
|
36 | 21529 |
|
|
21 | 8383 |
|
|
10 | 2314 |
| Startseite |


