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Beagle - Seite 13





Bärenkind:

Es ist eigentlich eine Beleidigung für die Beagle-Nase (übrigens auch für die meisten anderen Hundenasen), sie Futter suchen zu lassen. Sie sind dafür gemacht, weitaus feinere Nuancen und Duftatome zu erschnüffeln.

Also das Verstecken eines Futterbeutels ist für den Beagle in etwa so, als würde man einen großen, roten Ball in einen völlig leeren, 2 qm großen, weißen Raum legen und den Menschen bitten, den roten Ball zu finden. smilie_24.gif

Wobei ich für den Laienbeagle-Halter eine gut aufgebaute Arbeit mit einem Preydummie noch immer besser finde, als a) das Futter direkt in die Wicken zu flanken oder b) einfah nur spazieren zu gehen.

Ich würde wohl, wäre ich ein Beagle-Typ, Mantrailing mit dem Hund machen.

LG Anja


Naja, davon weiß mein Beagle nichts. Ich kann das Dummy durchaus so fies verstecken dass er in nem relativ kleinen Radius ein paar Minuten suchen muss.





Hallo , Mantrailing ist auch perfekt für den Beagle.
Da ich mich überwiegend mit der Jagdausbildung beschäftige nehme ich Schweiss (Blut). Im Endziel wird knapp 750ml Schweiss auf einer Länge von 1500m getropft. Dann folgt die Standzeit von 20 Std (es gibt auch Standzeiten von 40Std. je nach Püfung) Nach Ablauf der Zeit wird der Hund angesetzt.
Es ist im Enddefekt ein kleiner Minitropfen ( Tupfer ) alle 2m und der Witterung 20/40Std. voll ausgesetzt.

Für "Nichtjagdlich" geführte Beagle bevorzuge ich die Anisspur. Nicht Anis pur, sondern 1:50 gemischt mit Wasser... Standzeit bleibt die selbe.

Mein Beagle wird weniger zur Jagd direkt , sondern mehr zur Nachsuche bei Wildunfällen eingesetzt . Leider gibt es da genug von.

LG Thomas




Hihi, Thomas, wenn Du Dein Opfer beim Mantrailing entsprechend scheuchst, dann hast Du da auch ne Schweiß-Spur smilie_24.gif .

Nachsuche ist eine verantwortungsvolle Aufgabe. Hab mir da neulich mal von unserem Oberförster hier einiges dazu erzählen lassen, da mein jagdlich völlig unambitionierter Hovawart beim Spaziergang in den Küstenheiden an einer Streugutkiste abstoppte und die Ritzen beschnüffelte. Neugierige Hovifrauchen heben dann natürlich den Deckel an, und ... lassen ihn vor Schreck gleich wieder fallen, um natürlich dann noch mal beherzt anzuheben, um das Entdeckte zu begutachten.

Ich fand diverse Holzklötze, um die herum man Reh-Felle mit Beinchen dran genagelt hatte. Die Dinger hatten dann aus Fahrradschläuchen eine Schlaufe, da lagen Suchleinen drin, Flaschen und andere Dinge, die dann eher in Richtung "Schlachtabfälle" gehen würden.

Hab das dann wieder ordentlich zu gemacht und unseren Förster gefragt, was damit gemacht wird. Damit trainieren sie ihre Jagdhunde auf die Nachsuche und träufeln eben auch immer mal "Schweiß" in entsprechenden Abständen, mal auch etwas intensiver (Ruhepause des flüchtenden Wilds) etc. Fand das total spannend.

Gruselig fand ich, dass Nachsuchen meist erst am nächsten Tag bei Helligkeit gemacht werden, da das sonst zu gefährlich ist. Das angeschossene Wild hat halt dann Pech gehabt...

Wann startest Du zu Nachsuche bei Unfällen? Die sind ja auch meist nachts. Direkt?

Arbeitet Dein Hund dann an einer Suchleine, oder frei?

LG Anja




Hallo Anja, ja aber dann ist die Schweissspur intensiver und für Beagle nicht mehr so interessant. Scherz beiseite.

Hier im Ruhrgebiet wird so schnell wie möglich gesucht ! Wenn um 2Uhr nachts der Unfall ist, der Reviereigentümer mit seinem Hund nichts findet dann kommt der Anruf. Wir haben 4 Leute "auf Abruf" , einer davon bin ich. Da ich tagsüber arbeite komme ich meist nur abends oder nachts in Frage. 2 sind Rentner, die stehen Tagsüber zur Verfügung. Die meisten Unfälle passieren übrigens in der Dämmerung. Also früh morgens oder wenn es gerade dunkel wird.

Ja, die Nachsuche nachts birgt Gefahren, die wir auch lieber vermeiden würden. Verletztes Wild ist unberechenbar. Autobahnen und Landstrassen sehr nah an den Revieren, daher MUSS sofort gesucht werden ehe noch mehr passiert. Wir haben schon Strassen komplett durch die Polizei sperren lassen damit niemand zu schaden kommt.

Der Hund wird am Schweissriehmen geführt. Der Hund soll uns ja zum Wild bringen und nicht alleine vor dem Wild stehen, es wohlmöglich noch aufschrecken.
Geht die Spur durch für Zweibeiner unpassierbares Gelände teilt sich die Gruppe. Hund wird geschnallt. Ein geschnallter Beagle auf Spur gibt Laut. Daher ist er sehr gut "verfolgbar". Bei Sichtkontakt in wieder begehbaren Gelände wird der Hund ins Down gebracht (Pfeife). Nun wieder angeleint und weiter gehts.... Abrufen von der Spur ist Tabu.
( 2 Ton Pfeife, heller Pfiff , Hund kommt, dunkler Pfiff ...Down.)

Im Dunkeln bleibt der Hund am Riehmen. Dann versuchen wir das Dickicht zu umgehen und der Hund muss die Spur neu aufnehmen. Ist nicht anders möglich, Gefahr zu gross.
Leider mussten wir auch schon mal abbrechen und im Hellen weiter machen. Es stellte sich raus, das das Wild genau in diesem Dickicht lag. Daher konnte Billy (mein alter Beagle) auch keine Spur an anderer Stelle wieder aufnehmen. Hat uns sehr geärgert, aber die Sicherheit des Hundes geht vor.

LG Thomas




Vielen Dank für Deine Erklärungen. Man lernt ja nie aus, und die Jagd und seine "vernünftigen" Anwendungsgebiete sind für mich durchaus okay. Die Szene wandelt sich ja grad etwas, leider gibt es noch immer zu viel Beton in den Köpfen, aber den gibt es auch im Hundesport und anderswo, wo es menschelt...

LG Anja



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