laraderdackel:
Hallo
oft lese ich hier das man sich interessant machen soll, damit der Hund kommt?
Ich finde es etwas unglücklich formuliert mit dem sich interessant machen. Gemeint ist wohl, den Hund zum Herkommen zu motivieren, und zwar ganz direkt. Man macht das vor allem mit Hunden, die noch gar nicht wissen, worum es überhaupt geht und was wir von ihnen wollen. Mit hinhocken, wegrennen, säuseln kriegt man fast jeden jungen Wackelwelpen dazu, begeistert anzusausen, und man macht das Herkommen zu einer positiv verknüpften Sache, die man dann mit einem Signal belegen kann.
Bei einem Hund, der das Signal schon ausreichend gut kennt, mache ich das nur noch sehr eingeschränkt. Da ist das "sich interessant machen" eher, dem Hund beizubringen, dass es enorm lohnend ist, auf mich zu achten. Ich unternehme ganz allgemein spannende Dinge mit dem Hund, und zwar nicht nur an einem fixen Übungsplatz. Daher bin ich grundsätzlich interessant. Aber einem Junghund, der gerade 50m von mir mit seinem besten Kumpel tobt, werde ich mich nur mässig interessant machen können, also lasse ich es und trainiere lieber unter Bedingungen, die den Hund nicht überfordern. Da geht es nicht um perfektes Funktionieren, sondern um den Aufbau einer starken positiven Verknüpfung des Hier, der Erkenntnis für den Hund, dass es sich lohnt zu kommen.
Mit negativer Verknüpfung des Hier bin ich äusserst zurückhaltend, denn das ist nicht mein Ziel. Was ich ahnde, ist ein bewusstes Ignorieren seitens des Hundes - da stürze ich mich auch schon mal mit Donnergrollen zum Hund. Hat den Vorteil, dass man dann auch etwas näher ist, wenn der Hund wieder Gesprächsbereitschaft signalisiert.