Ein Pubertätstagebuch





Ein Pubertätstagebuch.
Eine Anleitung um Zweibeiner in den Wahnsinn zu treiben und sich danach ins Pfötchen zu lachen.


- Vorwort -

Alles beginnt so schön ...: Man entscheidet sich einem Hund ein zu Hause zu geben, macht sich viele Gedanken darum und egal welchen Weg man einschlägt, ob "Gebrauchthund" oder "Neuhund" aus welchem Land auch immer, man freut sich. Man schwebt irgendwie ein wenig auf Wolken. Alles so aufregend. Dann komm wieder die Zweifel, ob man überhaupt der richtige Mensch für einen Hund ist und ob man ihm alles bieten kann, was er sich wünscht und benötigt oder ob man lieber nicht noch warten sollte. Dann freut man sich wieder.
Spätestens, wenn dann "der Hund" vor einem steht, sind alle Zweifel gegessen. Man schwebt noch mehr auf Wolken, wie frisch verliebt. Das Warten auf "den Tag" stellt sich als Geduldsprobe heraus. Und je näher er rückt, desto nervöser und hibbeliger wird man.

So wars auch bei mir - als ich mich für das kleine, kulleräugige, weiße Plüschkügelchen entschieden habe, das sich mit Schnürsenkelspielen und vielen kleinen Hundebussis in mein Herz geschlichen hat. Hätte ich nicht so erfolgreich verdrängt, was in der Pubertät des kleinen Plüschis auf mich zu kommt, hätte ich das Monster dort gelassen und mir einen Stoffhund gekauft. smilie_6.gif Zumindest manchmal. Ab & an kann das Hundchen ja doch ganz freundlich sein.


- Hauptdarsteller -

Nun werde ich euch erstmal, bevors ans Eingemachte geht smilie_24.gif , die Hauptdarsteller dieses Tagesbuches vorstellen.


Paula - Weißer Schweizer Schäferhund, geboren im Oktober/2009 und somit laut Sternzeichen eine Waage. "Es" ist weiblich, sogar sehr: Sie "spricht" sehr gerne und viel. Mit tausend verschiedenen Lauten, die sie zum meckern, aufmerksam machen, kommentieren und einfach nur so nutzt, immer mitten drin, statt nur dabei. Dazu noch eine sehr interessante und vielfältige Mimik. Hält sich für einen übergroßen Schoßhund, hat ein enormes Kuschelbedürfniss, ist manchmal zu intelligent für ihre Zweibeiner. Meistens sehr verschlafen und ganz besonders morgenmuffelig, aber - vorsicht! - wehe ma legt den Schalter um und begleitet Fräulein Hund in die "Außenwelt", dann wird aus dem kleinen Dornröschen das krasse Gegenteil. smilie_14.gif


Patrizia - das bin ich. Immer brav, immer lieb, immer freundlich, immer zuvorkommend und ein absoluter Gutmensch, der dem größten Arschloch höflichst ein "Guten Morgen!" reinwürgt. Na gut. Nicht immer. Aber immer öfters. smilie_6.gif Ich bin ein Mensch, zudem weiblich. Geboren bin ich im Oktober/1988 und auch eine Waage laut Sternzeichen. Sehr harmoniebedürftig, sehr verschlafen, aber trotzdem aktiv ... - eigentlich fast so wie mein Hund, nur, dass ich nicht versuche auf jedermanns Schoß zu klettern smilie_6.gif . Böse Zungen behaupten ich wäre "bekloppt" und "verrückt". Stimmt aber gar nicht! Ich bin ganz normal. So normal, dass es fast schon langweilig ist - fast, damits hier nicht langweilig wird, teile ich mir mit dem Plüschmonster mein Leben.


das "Herrchen" - und mit dem teile ich mein Leben auch. Es ist im August/1984 geboren, männlich, eine Jungfrau laut Sternzeichen und halt mein "Opfer". Das Herrchen möchte jedoch unerkannt bleiben. Wir "zwei Irren" sind ihm zu dann doch manchmal etwas peinlich smilie_14.gif smilie_6.gif


- Wie alles begann ... -

Zuerst schuff Gott ..., ähm, nein. Die Pubertät begann eigentlich schleichend. Plüschmonster war läufig, oder auch nicht, oder doch, oder nicht ..., keiner weiß es. Aber danach beganns. Ganz langsam. Zuerst wurden die kleinsten Kleinigkeiten vergessen und sie begann immer öfters ein wenig zu überdrehen, was sie im Welpenalter nie getan hat. Runterholen ging aber immer ganz gut. Nun sind wir dann doch etwas fortgeschritten im Prozess des "pubertierens". Äußerst witzige Beispiele hierbei sind, besonders für Außenstehende:

Hund hat vergessen, dass Kühe nicht den Hund als Hauptnahrungsquelle haben.
Hund hat vergessen, dass "Sitz" auch wirklich "Sitz!" heißt und nicht "Lass deinen Hintern zwei Zentimeter über dem Boden und schieß los, bevor man ausgesprochen hat."

Und weitere Kleinigkeiten, die aber nicht der Rede wert sind. Wie z.B. gelegentliches Grenzenaustesten und Frauchen verarschen. Ja, der Hund verarscht mich! Mit vollem Bewusstsein und absichtlich. Wenn nochmal jemand behauptet ein Hund kann nicht so weit denken, dann brech ich in Tränen aus smilie_6.gif

Mal sehen, was noch so auf uns zu kommt ... smilie_6.gif





- Rinder fressen Hunde -

Wir gehen jeden Tag 2x an den selben Rindern vorbei. Jeden Tag. Einmal morgens, einmal abends. Paula mag die zwei Bullen mit ihren Bimmelglocken - eigentlich. Gestern auf einmal nicht mehr. Man musste sich - ohne jegliche Vorwarnung - plötzlich in Panik um mich herumwinden und kreischen wie am Spieß. smilie_14.gif
Dann geht man so lange und schnell rückwärts, dass Frauchen nicht mehr reagieren kann, und schlüpft aus dem Halsband. Die Gelegenheit muss man natürlich nutzen um gaaaaaaanz schnell nach Hause zu laufen. Auf dem direkten Weg: Mitten auf der Bundesstraße, die die sehr geehrten Autofahrer gerne mal mit dem Hockenheimring verwechseln. Wie durch Zauberhand kam weder ein Auto, noch ein LKW, geschweige denn ein Radfahrer. Nur eine Katze. Nett!

Nun mit rasendem Puls, einem großen P für Panik in den Augen, bin ich natürlich dem Hund hinterher. Und wer hätte es gedacht: Auch mit Raucherlunge holt man einen Hund wieder ein und kann ihm den Weg abschneiden. Dann gabs erstmal mächtig Ärger und Madame musste stramm "Hand" (Fuß rechts) gehen. Und zwar an den Kühen vorbei. Oh Wunder! Diesmal waren sie nicht gefährlich, sondern ihre Freunde - wie immer. Versteh' einer den Hund smilie_14.gif




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Hör' bitte auf - ich kann nicht mehr vor Lachen!!!! smilie_5.gif




Weiter weiter smilie_5.gif smilie_5.gif smilie_5.gif




So, nach einer kurzen Pause, noch eine kleine Geschichte von letzter Woche ...

Wir sind bei den Schwiegereltern. Meine Schwägerin und ihr Freund kommen auch. Meinetwegen. Ich kann mir zwar besseres vorstellen, aber was muss, das muss halt. kaffee.gif Paula hatte leider lange Zeit die Angewohnheit immer vor lauter Unterwürfigkeit/Freude zu pinkeln, wenn sie begrüßt wurde. Ignorieren fällt den Leuten natürlich immer tierisch schwer, weil "es freut sich doch so *quiek*", also pack ich den Hund neben mich und lass sie abliegen. Sie hat schon ewig nicht mehr gepinkelt, aber sicher ist sicher.
Nach etwa fünf Minuten und augenscheinlich entspanntem Hund lasse ich sie aufstehen. Sie geht natürlich "Hallo!" sagen. Meine Schwägerin sagt sofort "Meine Schuhe sind neu, mach kein Pipi!". Ich ganz lässig: "Ach, pinkeln tuts nimmer." Und was war? Pfütze! RIESENPFÜTZE! smilie_14.gif

Danach war ich schon grummlig. Putz Pfützchen auf und pack den Hund zum Spazieren gehen. War eh an der Zeit. Wir trödeln so durch den Wald, als zwei junge Herren ausländischer Herkunft daher gewackelt kommen. Natürlich mit Rasierklingen unter den Armen und mächtig viel "Ich bin Chef!"-Getue. Ich lasse den Plüschhintern neben mir absitzen und warten bis die Herren vorbei sind. Dumme Kommentare inklusive, z.B. "Hetzt du den Hund auf uns?" "Ja. Die erschmust euch, wenn ich loslasse." Sie lachen. Und was macht mein Köter? BELLT! Ja. Bellen. Zum ersten Mal, dass sie mehr als ein leises "wuff" getätigt hat. Das muss man wohl zu Hause noch gehört haben. Wurde drauf angequatscht, ob die Nudel da so hysterisch gebellt hat smilie_14.gif

Ansonsten waren wir totenbrav. An der Leine, im Freilauf immer brav hinter Frauchen hintergedackelt, die "rote Linie" nicht überschritten und auf dem Weg geblieben. Kommt uns doch tatsächlich ein anderer Hund entgegen. Den hab' ich nicht gesehen, aber Plüschi ist ja nett und macht mich mit "fiepfiepwifffiepgrummel" aufmerksam drauf. Also angeleint, dran vorbei gegangen, nett gegrüßt ... und RUMMS! Sitz ich nach einer 180°-Drehung auf meinem Hintern, weil das Fräulein meinte mit ihren 25kg hinter mir in die Leine klatschen zu müssen. Nicht witzig. Gar nicht!

Angepisst nach Hause gewatschelt. Im Freilauf. Juckt mich doch nicht, ob mein Hund das in der Siedlung darf oder nicht. Im Gegensatz zu den freilaufenden Kleinsthunden bleibt Plüschi wenigstens auf dem Gehweg und rennt nicht in den Sandkasten um dort ihr großes Geschäft zu verrichten ... Jaja, da hatte ich eine längere Diskussion mit einer Mini-Yorki-Halterin drüber, deren Köter immer in den Sandkasten gemacht hat und gerne mal den vorbeigehenden Menschen in die Fersen zwickt, gelegentlich diese auch anpinkelt. Nett, ne? Deren Rüde kam natürlich auch just in diesem Augenblick aus der Haustüre geschossen und war mitsamt meines Hundes auf und davon. Sie hat nämlich Angst (!) vor dem kleinen Tier.

Gut, Hund zwischen Wäschespinnen und Bäumen wieder eingesammelt. Ins Haus rein, ab in den Aufzug und laut seufzen.
Bei meinen Schwiegereltern werd ich dann gefragt: "Hast du dir in die Hose gemacht?". Ich guck nur dämlich. Ungefähr so smilie_7.gif . Was war? Bei meinem Abflug dank Leinenkamikaze bin ich in einer sehr matschigen Pfütze gelandet. Und mein Hintern zum einen kackbraun und zum anderen bis zu den Knien nass. Klasse! Danke Hund *erwürg* smilie_14.gif

Manche Tage sind dafür geschaffen einfach im Bett zu bleiben ...




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Zugabe! Zugabe! Zugabe!!!!




genau smilie_5.gif




So, noch ein kleiner Exkurs, wie man einen Hund überdreht
... und dann ist Schluss für heute.

Um einen Junghund gewaltig zu überdrehen benötigt man *trommelwirbel* eine Milchpackung. Egal ob leer oder voll. Egal wo, egal wann und selbst auf 2m Entfernung wird diese Milchpackung als das Heiligtum überhaupt angesehen. Kaum hat man eine in der Hand ist man Hund's allergrößter Kindheitsheld. Selbst wenn sie leer ist und eigentlich in den Müll gebracht werden soll.
Hund wusselt vor lauter Freude um einen herum, so dass man fast über ihn stolpert. Es wird gefiepst, gegähnt, gegrummelt, gebrummt, gekreischt. Schickt man den Hund in sein Bett, dann tut er das. Aber nicht ohne dort weiter Radau zu veranstalten. Und permanent herum zu hibbeln. Hund liegt zwar, aber die Pfoten zittern, die Ohren wackeln und der Schwanz peitscht hysterisch durch die Gegend. Sieht sehr witzig aus, wie sie versucht sich krampfhaft still zu halten. smilie_14.gif

Füllt man dem Hund nun ein wenig Milch in seinen Napf, dann wird sich sofort nach der Freigabe drauf gestürzt, als hätte man wochenlang noch nicht mal einen Futterbrocken bekommen. Dabei wird die Milch im Umkreis von 1m verteilt und auch im Gesicht. Ist Hund damit fertig, wird weiter gejodelt.

Bringt man die Milch danach in den Müll ist das Geschrei groß. Gibt man dem Hund die leere Packung, dann ist sie uninterressant. smilie_7.gif

Hat sie zwar noch nie gemacht, aber ... sag niemals nie smilie_14.gif , es gibt immer ein erstes Mal.
Heute war ihr die Milch dann wieder vollkommen egal. smilie_7.gif



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