Berlin 
|
In der "schönen freien Natur" ist ein junger Rüde auch meist nicht ohne Anwesenheit von anderen älteren Rüden mit läufigen Hündinnen konfrontiert.
Und da reguliert sich das "Wollen" dann auch auf recht hündische Weise.
Ich erlebe das selbst bei meinen drei Jungs. Es ist vollkommen klar, wer dürfte und wer nicht. Und der, der eben nicht Vorrang hat, der regt sich darüber auch nicht auf.
Wobei noch nicht mal mein Ältester (der in der Gruppen-Hierarchie dürfte) sich aufregt, solange die Dame nicht direkt vor ihm steht. Und das war auch so, als er noch alleine war.
Erstmal: Auf keinen Fall beruhigend auf ihn einreden! Das ist bei dem Verhalten wie bei anderen Verhaltensweisen auch: Es verstärkt nur!
Bitte nach Möglichkeit garnicht drauf eingehen und sich selber die Haltung zulegen "es gibt keinen Grund sich aufzuregen". Diese mentale Einstellung von Dir kann schon einen Unterschied machen.
Bitte darüber jetzt nicht lachen, aber ich habe viel Kontakt zu Rüdenbesitzern. Da ich in einem Rassehundzuchtverein bin auch zu welchen, deren Rüden decken. Und es gibt schon eine Tendenz, wie sich Rüden verhalten, je nachdem, wie die Menschen denken, wie sie wohl reagieren würden.
Im Klartext: Es haben eher diejenigen z. B. Verhaltensänderungen des Rüden nach dem ersten Deckakt, die schon vorher darüber sprechen, daß das so wäre. (Und solche Leute sind dann super erstaunt, wenn ich berichte, daß bei meinen Hunden das garnicht so war.)
Ein wenig hilft vielleicht, wenn man sich klarmacht, daß in der freien Natur auch nicht jeder zum Deckakt kommt, und daß die, die eben nicht dazu kommen, auch ohne Psychiater überleben.
Zu meinem Ex-Mann hab ich mal gesagt: "Du bist hier der ranghöchste Kerl und damit ist klar, wer ran darf und wer nicht."
Allerdings gibt es durchaus auch hypersexuelle Rüden und denen hilft wirklich nur die Kastration. Denn deren Sexualtrieb ist so übersteigert, daß er anders nicht regulierbar ist. Ein Bekannter von mir hatte so einen Golden Retriever - er bedauert bis heute, daß er erst recht spät kastriert hat, denn den Hund hat die Kastration wirklich entlastet.
Grüsse,
Claudia
|