- Der Hund
- Droh-, Imponier- und Aggressionsverhalten
- Dr. Jekyll und Mrs. Hyde - meine Hündin Tara
Dr. Jekyll und Mrs. Hyde - meine Hündin Tara |
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Ein freundliches Hallo an alle User dieses Forums,
durch Zufall bin ich auf diese Forum gestoßen und wühle mich seit 2 Std. durch den Bereich "Dominanz, Agression,etc." und erhoffe mir den einen oder anderen Ratschlag für ein besseres Miteinander. Worum geht es: Meine Hündin TARA ist mittlerweile ca. 3,5 Jahre alt, stammt aus einer der spanischen Tötungslager von wo ich sie mit ca. 4/5 Monaten herbekam. Sie ist aller Wahrscheinlichkeit ein Mix zw. Labrador und Terrier, ungefähr 50cm hoch und 21kg schwer. Menschen und Kindern gegenüber ein unglaublich freundlicher Hund, auch die mit im Haushalt lebenden Kater (Norwegische Waldkatzen mit 7kg) sind aktzeptiert und geliebt. Wir gehen morgens eine 1/2 Stunde und nachmittags ca. 1,5 Std. und abend nochmal eine 1/2 Std. . Das kann mit dem Fahrrad sein, im Wald, zum Schwimmen, etc. . Agility können wir aufgrund ihres Verhaltens leider nicht mehr machen. Tara wurde direkt in eine Junghundgruppe, meines damaligen Hundevereins, problemlos integriert und zeigte keine Verhaltensauffälligkeiten im Sozialisierungsbereich unter Hunden. Auch auf dem Hundeplatz gab es keine Probleme. Mit ca. 7/8 Monaten wurde sie auf einer Hundefreilaufwiese von einem Altdeutschen Schäferhundrüden übel gemobbt/attakiert ohne das der Besitzer eingriff od. seinen Hund zurückrief. Heute weiß ich das damit der Grundstein gelegt war - heute hat sie vor jeder Art von Schäferhund eine panische Angst. Desweiteren war Tara eine der Hündinnen die anscheinend mit einer großen, wohlduftenden Blume am Poppo geboren wurde, sodaß jeder kastrierte/unkastrierte Rüde glaubte eine willige Dame gefunden zu haben. Das sorgte bei allen Spaziergängen für zusätzlichen Stress. Nach Beendigung ihrer ersten Hitze tauchten die ersten Probleme mit anderen Hündinnen auf. Meist aus dem absoluten Nichts, sehen - hassen - drauf. Sie dominiert dann die andere Hündin mit allem was dazugehört, ohne den Hund jedoch zu beißen, solange diese in regungsloser Unterwürfigkeit verharren. Toi, toi, toi ist bis jetzt also noch nichts wirklich Schlimmes passiert. Abrufbar ist sie in dieser Zeit überhaupt nicht, auch nicht ablenkbar, es sei den ich greife körperlich in das Geschehen ein. Leider mußte ich auch das schon öfter machen, da andere Hundehalter meinten Tara treten zu müssen oder mit dem Karabiner der Leine auf sie einschlagen zu müssen. Sehr hilfreich in solchen Situationen........Mittlerweile habe ich Tara kastrieren lassen, um schon einmal die Rüden loszuwerden. Aber ihr unsoziales Verhalten hat sich immer mehr ausgeweitet. Mittlerweile ist es egal, ob es eine Hündin, eine Welpe od. Junghund, oder ein duftneutraler Rüde ist. Leider haben meine genauen Beobachtungen keinen Schlüsselreiz für ihr Verhalten ausmachen können. Es ist vollkommen egal welche Farbe der Hund hat, ob erfreundlich auf sie zugeht, ob er klein oder dreimal so groß wie selber ist - selbst vor einem ausgewachsenem Dobermann macht sie nicht Halt. Wie spielt sich so etwas ab: Bsp. an der Leine Sie geht normal neben, vor, oder auch hinter mir und schnufelt herum. Uns kommt ein Hund entgegen, bei einer Distanz von ca. 30m legt sie sich erst lauernd hin, bei ca. 20m steht sie auf nimmt einefixierende, steife, drohende Haltung ein (langsames, steifes gehen), ab. 10m wird das Fell aufgestellt und ab 3m hängt sie senkrecht in der Leine mit gefletschten Zähnen und laut bellend. Beruhigung in diesem Zeitraum nicht möglich, Ablenkung ebenfalls Fehlanzeige und Kommandos bestehen nur aus Schall und Rauch, es sei denn ich würde in dem Falle mit massiver körerlicher Kraft auf den Hund einwirken. Kaum ist der Hund an uns vorbei wird noch 1-2 über die Schulter gesichert und alles ist wieder gut. Bsp. ohne Leine Ich glaube das brauche ich nicht weiter zu beschreiben, wenn ich den Zeitpunkt in dem ich sie noch abrufen oder ablenken kann verpasse, ist alles zu spät. Der Angriff erfolgt sofort und ohne einen einzigen Laut, bis die Hunde aufeinandertreffen. Selbst bei Hunden mit denen sie anfänglich friedlich spielt, habe ich keine Gewähr das es auch so bleibt. Ein falscher Blick genügt und sie geht ab wie Schmitz Katze. Da ich die Frage nach Hundeschule häufig gelesen habe möchte ich erklären das wir nach 1,5 Jahren die Hundeschule verlassen haben. Der Auslöser war die Aussage ich solle den Hund mit einen Stachelhalsband und Schleppleine einer solchen Situation aussetzen, um sie dann durch das Hineinrennen in die Leine / Stachelhalsband und ein verbales Kommando zu korrigieren. Das war es dann............... Seitdem arbeite ich mehr oder minder alleine mit ihr, Suchspiele, hier sind Mäuse sehr beliebt, Wasserspiele, immer wieder Kommandosequenzen dazwischen und natürlich das obligatorische an die Leine nehmen sobald ein anderer Hund nur auftaucht. Vielleicht ist für die Profis hier noch interessant zu wissen, das sie sich von Hündinnen die sie als Junghund kennengelernt hat, absolut dominieren läßt ohne ein Anzeichen von Agressivität. Spannend dabei ist, dass es auch ohne weiteres Hündinnen sein können die noch leichter wie unsere Kater sind, also Jack Russel bspw. Mittlerweile habe ich ein stückweit resigniert und denke wir werden wohl unsere Spaziergänge weiter in Abgeschiedenheit oder zu nächtlichen Zeiten absolvieren müssen, nur um ihr die Möglichkeit eines gewissen Freilaufes zu ermöglichen. Vielleicht projiziere ich ja auch mittlerweile meine Erfahrungen auf den Hund, da mir leider in diesem Bereich das Vertrauen in sie verlorengegangen ist. Schade eigentlich, sie ist so ein netter Hund, der leider nicht nur spielen will. Allen die ein offenes Ohr, resp. Auge für meine Nöte haben, sei hiermit bereits recht herzlich gedankt. Vielleicht hat ja auch der eine od. andere einen guten Rat für mich. Ansonsten grüßt, MotoLady mit Tara, alias Dr. Jekyll und Mrs. Hyde |
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Ein ebenso freundliches Hallo zurück.
Kenne ich, das Gefühl hilflos hinterm Hund zu hängen, auch solche Situationen zu meiden... Nächtliche Spaziergänge oder irgendwo in der Pampa... Ist nicht schön. Ich habe jetzt so etwa 1,5 Jahre Weg hinter mir und bin soweit zufrieden, das mein Rüpel sich nicht mehr so benimmt und ich Ansätze gut und locker Händeln kann. Ja fast so weit, das Hundebegegnungen kaum wahr nehme. Alleine hätte ich das nicht geschafft. Ich hatte Hilfe und kann dir gern sagen wer uns so weiter gebracht hat. Da wäre erst mal Anita /Karl (HTS) hier im Forum die mir neue Denkansätze lieferte ein anderes verstehen für unsere Lage. Dann haben wir Lakoko (Hundeschule Hundesache) gemacht, dort habe ich mir zeigen lassen und geübt (mit dem Hund) ihn zu kontrollieren. Kürzlich war noch ein Spaziergang mit Ewald /Hunde-versteher hier im Forum , der mir auch noch weite Ideen zur Umsetzung gab und letztendlich H. Stahl bei dem ich zuletzt ein Seminar besucht habe. All diese Menschen arbeiten mit Hund und Mensch und den Missverständnissen, die zwischen Beiden sind. Denn mehr ist es meist nicht, wenn ein Hund sich so benimmt. War übringens keiner dabei der meinte ich sollte den Hund doch mal artig prügeln ![]() Das war unser Weg. Dauert eine Zeit, weil ich auch viel an mir arbeiten mußte, weniger am Hund. Wünsche dir das du auch deinen Weg findest und ihr euch bald wieder ins Leben traut. Gruß Iris |
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Hallo Iris,
herzlichen Dank für deine Antwort. Ich gebe Dir Recht, dass da ein großes Stück Arbeit auf mich zukommt. Auch das diese Arbeit zu 90% an mir selber stattzufinden hat. Aber nach all den Erlebnissen ist mir meine Unbeschwerheit und Unbekümmertheit abhanden gekommen. Mir ist schon klar, das der Hund immer nur so gut ist wie das andere Ende der Leine. Mit Tara stoße ich tatsächlich an meine Grenzen und sie ist nicht, wie man meinen könnte, mein erster Hund. Aber ich ja schon froh, das wenigstens einer geantwortet hat. Wenn man neu in einem Forum ist ist das häufig anders - leider. Auch lassen meine angespannte Arbeitssituation stundenlange Forenbesuche nur selten zu. Naja, mal sehen ob noch jemand etwas dazu schreiben möchte, ansonsten wwerde ich mich mal hier vor Ort nach einem adäquaten Hundetrainer umsehen. MfG Motolady alias Petra |
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Ja, du hattest es auch geschrieben du hast das vertrauen in den Hund völlig verloren. Ging mir auch so. Alles was ich dazu sagen kann jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Du mußt ihn nur tun. Hör dich um, wen es gibt, wer dir sympatisch ist und da fang an. Gruß Iris |
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Hallo Petra!
Ich kenne Dein Problem sehr gut. Auch meine Hündin rastet regelmäßig aus bei Hundebegegnungen. Sie hat allerdings schon 2x zugebissen. Wir passen auch immer die Zeiten ab, wenn kein anderer Hund hier unterwegs ist, dass Kimba (mit 8Monaten geholt, 2 Jahre alt, kastriert) ein bisschen ohne Leine laufen kann. Wir sind seit etwa 7 Monaten in der Hundeschule und sind fleißige Schüler. An der Leine wird es auch schon etwas besser, sie steht nicht mehr senkrecht drin, aber sobald ich sie freilassen würde, wäre sie weg und über dem anderen Hund. Mir fällt es sehr schwer Sicherheit auszustrahlen, während ich völlige Panik habe, dass wieder etwas passiert. Kimba reagiert v.a. bei Hündinnen aggressiv, bis sie in ihrem Wahn allerdings merkt, welches Geschlecht ihr gegenüber hat wäre es wahrscheinlich sowieso schon zu spät. Wenn der andere Hund ihr aber die Stirn bietet, ist sie sofort friedlich und zieht den Schwanz ein und bei einer handvoll Rüden läuft sie vorbei als ob nichts wäre... Ich suche auch noch zusätzlich Möglichkeiten, um v.a. meinen Rückruf zu verbessern in solchen Situationen (übe im Moment mit 7m-Leine) und wie ich Kimba dazu bringen kann, relaxt anderen Hunden gegenüber zu reagieren (naja, wie soll Kimba relaxt sein, wenn ich komplett unter Spannung stehe). Falls Du schon neue Übungen, die wirken, gezeigt bekommen hast, würde ich mich sehr freuen, darüber mehr zu erfahren Viele Grüße! Jette |
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