Kleiner Streit zwischen Freundinnen mit seltsamer Folge





Moin!

Für meine Juno gab es bisher nur eine Hündin, vor der sie überhaupt (dafür: bei jeder Begegnung) Unterwerfungssignale macht, grundsätzlich jedesmal beschnuppert wird und sich dafür mitunter sogar hinlegt. Von der akzeptierte sie es auch, angeknurrt zu werden, als sie ihren Ball schnappen wollte. Danach lief Juno dann halt einfach mit Flora mit (statt sie zu überholen) und drehte dann kurz vor dem Ball ab. Generell sind die beiden so drauf, daß wenn eine einen Hund nicht mag, die andere sofort voran will, um die Sache zu klären.

Flora selbst kommt aus dem TH und war dort Leiterin des Rudels. Hier im Park ist sie super verträglich, aber wenn ein Hund Mist baut, wird der halt auf den Rücken gedreht. Flora ist ein sehr massiver Schäfer-Mix (deutlich breiterer Kopf und viel leistungsfähigere Schnauze stechen hervor aber sie ist generell deutlich stärker gebaut als ein DSH). Ihre Muskeln hat sie noch in eindrucksvoller Menge, aber wegen einer Krebserkrankung lahmt sie inzwischen und ist kaum noch schneller als eine Walkerin.

Letztens wollten wir dann die Wiese nutzen, indem auch für Juno ein Ball geworfen wird. Blöde Idee, denn Flora interessierte sich dann für Junos Ball und Juno meinte, Flora anknurren zu müssen. Das half natürlich nicht und daraufhin war Juno so blöd, Flora zu zwicken. Ergebnis war, daß Juno gleich darauf auf dem Rücken lag, bis sie aufhörte, zu versuchen, sich zu wehren. Das ist an sich schon sehr seltsam, denn Juno knurrt nur sehr wenige Hunde an, wenn die sich für ihren Ball interessieren und ansonsten läßt sie die einfach gewähren. Hinzu kommt, daß ihre normale Taktik ist, schnell ranzugehen, kurz was zu verpassen und sich sofort zurückzuziehen. Das sieht harmloser aus als jede Spielerei und mit ihrer Schnelligkeit und Wendigkeit könnte sie im Park eh jeden Hund abhängen und nach belieben austeilen ohne einstecken zu müssen - aber bei Flora blieb sie direkt Schnauze an Schnauze stehen.

Nachdem Juno dann also ruhig war, ließ Flora los und Juno nahm erstmal knapp 10m Abstand. Von beiden kam keinerlei Aggression mehr und Juno sah echt bemitleidenswert aus, obwohl beide natürlich unverletzt blieben. Danach wollten auch beide gar nicht mehr Ball spielen, sondern nur noch getrennten Weges aus dem Park gehen.

Heute Morgen kam ich mit Juno am Balkon von Flora vorbei und sie lief da erstmal neugierig hin (sie mag die Halter ebenfalls sehr). Nach einiger Zeit kam dann auch Flora auf den Balkon, wobei die Hunde sich aber wegen dem Sichtschutz nicht sooo gut sehen können. Juno nahm dann 2m Abstand zum Balkon und beide blieben komplett friedlich.

Heute abend sind wir dann Flora im Park über den Weg gelaufen und da mußte ich staunen: Beide Hunde schienen kurz verwundert zu sein und liefen dann im normalen Tempo weiter aufeinander zu. Keinerlei Drohgebärden oder so - aber Juno hat zum allerersten Mal keinerlei Unterwerfungszeichen gemacht! Desweiteren hat Juno sich sonst immer von Flora beschnuppern lassen und dieses Mal war es umgekehrt: Flora blieb stehen und ließ sich von Juno beschnuppern! Zusammen weiterlaufen wollten die beiden nicht (Juno war aber auch mit zwei Freunden unterwegs, die schon weiter liefen) aber ein wenig zusammen rumstehen wollten die beiden dann doch. Küßchen wie sonst wurden aber keine verteilt.

Ist es normal, daß der Hund, der den Streit verliert, dann auf einmal keine Unterwerfungssignale mehr macht und statt dessen der gewinnende Hund sich beschnuppern läßt statt umgekehrt? Ist das irgend eine Form der Beschwichtigung? Oder bahnt sich da an, daß sich Juno nun wegen des zunehmenden Lahmens von Flora über sie stellen will und muß ich da aufpassen?

Juno hatte schonmal einen Streit mit einer Läufigen Hündin wegen dem Ball der anderen Hündin (sie lief Richtung Ball und wurde attackiert). Beide mochten sich davor super gerne und für die andere Hündin (die eigentlich unterlegen war, aber wir haben die damals getrennt) war das Thema 2 Minuten später bei der nächsten Begegnung schon vergessen. Juno hingegen brauchte etliche Wochen, bis sie der anderen Hündin wieder vertraute. Insofern lief die Geschichte jetzt also gänzlich anders ab und das läßt mich grübeln...

Screet






Hallo,

mal ganz im Ernst und auch wenn das jetzt nicht deine Frage beantwortet. Lass' doch mal den Ball weg, wenn es da immer wieder Ärger drum gibt. smilie_24.gif





Hi,

ich würde eher darauf schließen, dass es etwas mit der Krebserkrankung und dem Allgemeinbefinden zu tun hat. Ist aber eher ein Rückschluss hier aus unserer Tier-WG.




Bei einigen klappt es, daß die gleichzeitig mit dem Ball (oder mehreren) spielen, bei anderen halt nicht. In dem Fall sah ich, daß Flora sich dafür interessierte und packte den Ball ein. Weil Flora sich da aber noch für interessierte, kam Juno da nicht so richtig drauf klar. Im Gegensatz zu Maggie z.B., die damals sofort attackierte, um ihren Ball gegen Juno zu verteidigen, ging das durchaus ruhiger los. Ich hätte ehrlich gesagt auch nicht erwartet, daß Juno versuchen würde, Flora von ihrem Ball fernzuhalten.

Sonst hat Juno auch noch nie Zoff wegen Ihrem Ball gehabt! Einigen Hunden überläßt sie den komplett, ohne irgendwelches Gegrummel. Mit anderen Hunden wird das Spielzeug hin- und her gegeben. Schlimmstenfalls einmal /leicht/ knurren und die Sache ist geregelt.

Ich mag es aber auch nicht, wenn Juno andere von ihrem Ball vertreiben will. Soll ja nicht so werden, wie bei Maggie. Aus dem Grund sowie weil ich weiß, daß Flora nicht verletzt, sondern sich falsch verhaltende Hunde einfach ruhigstellt, bin ich auch nicht dazwischengegangen.

Es wundert mich halt, wieso dann bei der nächsten Begegnung die Rollen für mich irgendwie unersichtlicherweise nicht zu dem Ausgang des Streits um den Ball passen und was das für die Zukunft bedeutet.

Screet



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