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Stubenreinheit, Gehorsam usw. (Achtung, leider sehr lang) - Seite 3





Guten Morgen,

es tut gut hier zu schreiben und sich auszutauschen. Für mich ist das so dringend nötig, um die Sichtweise von Menschen zu bekommen, die schon genügend Hundeerfahrung haben, damit ich lerne, meinen Hund zu verstehen - danke:)

Nachdem ich gestern abend wieder runtergekommen war von meiner Palme, war ich dann sauer auf mich selbst, weil ich es ja eigentlich verzapft hatte, was passiert war und ich fühlte mich sooo unfähig.

Ich hab ihr gestern abend einen großen Weidenkorb mit Eingang ins Schlafzimmer gestellt und sie motiviert, da drinnen mal zu liegen (mit Leckerli und einem Spielknoten, den sie sehr liebt) und ihr dabei immer gesagt: "Das ist Dein Platz, so ist fein". Das klappte auch recht gut und sie hat intensiv drinnen herumgeschnuppert.

Nach dem letzten Gassi im Garten ist sie dann sogar in den Korb reingegangen für ca. eine halbe Stunde, dann ist sie wieder unters Bett. Als ich heute nacht wach wurde und geguckt habe, lag sie im Korb und hat geschlafen:)

Wie ich finde, ein guter Anfang:)

Wie wir heute morgen in den Garten kommen, stehen beide Pferde da und gucken und schnauben zu uns rüber.

Lucie ist NICHT hingelaufen, sie hat zwar gebellt und sich aufgeregt, so dass sie gleich mal vergass, wie dringend sie eigentlich nach der Nacht ihre Geschäfte machen muss.

Ich hab dann energisch gesagt: "Aber jetzt ist es genug" und - oh Wunder - sie hat sich dann nur noch aufs Knurren beschränkt, hat unter Knurren ihre Geschäfte gemacht und ist dann anstandslos, ohne auch nur einmal zu den Pferden hinrennen zu wollen, mit mir wieder rein.

Blickkontakt ist ein gutes Thema. Sie meidet ihn meistens, wenn wir Übungen machen. Ich weiß, wie wichtig dieser Blickkontakt ist. Nur so hab ich auch ihre volle Konzentration.

Wie aber bekomm ich sie dazu, mit mir Blickkontakt zu halten? Geht das auch nur über Leckerli und mit einem Kommando? Wenn ja, welches Kommando würde da hilfreich sein?

Das sie mir schon vertraut, nicht nur mir, sondern auch der ganzen Familie, zeigt eigentlich die Tatsache, dass sie sich liebend gerne, wenn wir sie streicheln, auf den Rücken legt und wir ihr das Bäuchlein kraulen sollen. Das genießt sie so sehr und sie streckt und räkelt sich dabei und gibt zufriedene Töne von sich. Ich denke, sie würde das nicht machen, wenn sie uns mißtraut, denn damit liefert sie ja ihre ungeschützte weiche Seite aus.

Unterwerfung ist das nicht. Das sieht bei ihr anders aus. Als mal ein bekannter Hund zu arg mit ihr gespielt hat, hat sie sich auf den Rücken geworfen, die Rute war dabei zwischen den Beinen, die Ohren zurück gelegt und die Pfötchen angewinkelt.

Bring ich sie eigentlich durcheinander, wenn ich mit ihr rede? Wenn ich z.B. in der Küche bin und sie kommt mit, dann legt sie sich meistens hin und guckt mir zu, was ich mache.

Dann sag ich ihr immer, was ich gerade mache und sie hört irgendwie richtig zu. Ihre Augen sind auf mich gerichtet, sie hat die Ohren gespitzt und sie legt den Kopf mal auf die eine und dann wieder auf die andere Seite.

Ich mach das ganz oft, mit ihr einfach reden, auch, wenn ich mich morgens schnell in die Kleider werfe, damit wir zum Gassi gehen können.

Nun hab ich mal gelesen, dass man den Hund nicht zutexten soll, das ist zu menschlich, aber ich texte sie ja nicht zu, wenn ich mit ihr übe (da gibt es immer nur kurze klare Ansagen), sondern so, in der Freizeit, wo keine Übungen anstehen. Dann kann es doch nicht verkehrt sein oder?

Heute wirkt sie übrigens sehr relaxt. Bis auf das sie meinem Ältesten unbedingt beim Anziehen wieder die Socke klauen musste, hat sie auch die Kinder in Ruhe gelassen und keine Anstalten gemacht, ihr Zwicktheater aufzuführen.

Kleine Frage noch, weil ihr schreibt, ich soll die Bindung an mich noch enger machen, wie gestalte ich dann jetzt die Spaziergänge an der Leine draußen? Halb Spiel und Rumtoben und die andere Hälfte Erziehung? Und wie ist es besser? Erst Spiel und dann Erziehung oder umgekehrt?

Verzeiht mir die Frage, die ganz bestimmt auch wieder in den menschlichen Bereich fällt, aber sie beschäftigt mich sehr. Wenn ich mit Lucie an der Erziehung arbeite, dann kommt es mir so vor, als ob sie dann sauer auf mich ist. Sie ignoriert mich dann einfach, was bei ihr bis zu zwei Stunden so sein kann. Dann ist es wieder in Ordnung für sie.

Kann ein Hund so sein oder bilde ich mir das ein? Jedenfalls ist es bei ihr so, wenn wir nur spielen, dann ist sie happy und ignoriert mich danach nicht. Aber nach jeder Erziehungseinheit hat sie das Verhalten, dass sie mich dann erst mal einfach nicht mehr anguckt und ich stellenweise den Eindruck habe, sie ist schwer enttäuscht von mir.

Liebe Grüße
Nelly






Guten Morgen!
Ich find es ganz ganz toll, wie du dir Gedanken machst und bemüht bist, das Beste draus zu machen!
Bis du einen Trainer gefunden hast, können dir die kleinen Tipps hier bestimmt weiterhelfen..,

Ich habe den Blickkontakt sn der Leine angefangen - das ist schon sehr stressig für das Tier - du solltest dich immer auf eine Sache beschränken, damit der Hund nicht überfordert ist.
Es ist nicht schwer: wenn Uhr an der Leine geht, bleibst du zwischendurch einfach stehen und beobachtest sie aus dem Augenwinkel... Dann gehst du in die andere Richtung / hin u her.... Erst wenn sie dich beim stehenbleiben anschaut, erwiderst du den Kontakt z d es gibt etwas feines anfang
Ich hoffe ich hab's Nicht zu kompliziert geschrieben...
So machen wir es manchmal noch heute smilie_24.gif




Hallo!
Dann willkommen auf dem Erdboden smilie_6.gif
Schaut sie dich auch hin und wieder mal an, wenn du mit ihr gehst? Achte mal
drauf, dann sofort loben. Du kannst auch ein Kommando dafür einführen, das
hat den Vorteil, dass du Blickkontakt auch einfordern kannst. Bei uns ist es das
Wort "Schau". Übst du indem du dich zu ihr hinkniest, halte dir ein Leckerli
zwischen die Augen, schaut sie dich an sagst du dein Wort dafür und gibst ihr
das Leckerli. Später hältst du ihr das Leckerli in der geschlossenen Faust hin,
sagst deinWort und schaut sie dich an gibts das Leckerli. Das lernen sie sehr
schnell.
Schaut sie dich beim spazieren gehen gar nicht an stehen bleiben wie oben
geschrieben und warten. Das kann einige Zeit dauern aber irgendwann wird ihr
das zu doof und sie schau dich an. Dann natürlich sofort loben. Auch dafür brauchst
du etliche Wiederholungen.
Das du mit deinem Hund sprichst finde ich nicht schlimm, sie versteht es eh nicht und
mache ich auch. Wenn du mit ihr arbeitest ist es richtig, dann auf das wesentliche
beschränken. Machst du genau richtig.
Mit dem Körbchen im Schlafzimmer hört sich doch gut an, vor allem wenn sie freiwillig
rein gegangen ist, was willst du mehr. Wichtig, wenn du sie allerdings ins Körbchen
schickst, dann muß sie drin bleiben bis zu das Kommando wieder auflöst. Meine Hunde
bekommen hier im Büro z.B. kein Kommando, sie dürfen liegen wo sie möchten,
dürfen aber den Raum nicht verlassen.
Viel Spaß heute
LG Sabine




Toll, dass du dir so viel Mühe gibst. Hört sich so an, als ob die ersten kleinen Erfolge da sind. Du scheinst auf dem richtigen Weg zu sein. Freu dich über Erfolge, auch wenn sie nur klein sind und sei nicht frustriert, wenns mal nicht so gut klappt.

Dass man einen Hund nicht "volltexten" soll, bezieht sich auf Kommandos. Wenn dein Hund das Kommando SITZ ausführen soll, sagst du auch nur SITZ. Manche neigen dazu, dann so was zu sagen wie: "Hundi, komm mach mal Sitz, wie macht das brave Hundi..." Da ist es für den Hund praktisch unmöglich, das Kommando SITZ rauszuhören. Aber in so einer entspannten Situation, wie du sie beschreibst, mit dem Hund zu sprechen, ihm die Weltgeschichte zu erklären oder von deinen Freuden oder Sorgen zu reden, finde ich völlig in Ordnung.

Zum Blickkontakt: Bestätige den Blickkontakt mit Lob und Leckerli. Das Leckerli wirfst du zu ihr hin. Sie soll ja nicht zu dir kommen sondern dich nur ansehen. Wenn du willst, kannst du später noch ein Kommando z. B: SCHAU einführen.

Wenn ihr spazieren geht, mach jetzt erstmal nur kurze Übungseinheiten. Danach machst du ein tolles Spiel mit ihr z. B. mit einem Ball oder Tau (Zerrspiele erst nach dem Zahnwechsel). Oder ein Suchspiel mit Leckerchen verstecken. Oder "Fang das Leckerchen". Achte darauf, dass ihr das auch wirklich Spass macht. Es macht zum Beispiel keinen Sinn ein Leckerchen so zu verstecken, dass sie es zu lange suchen muss.

Viel Erfolg weiterhin!




Danke:)

Da freu ich mich, dass ich so weiter mit ihr reden kann und ihr die Welt erklären. Gut zu wissen:)

Ja, meine Frustrationsgrenze ist schon sehr niedrig in dieser Beziehung. Bis auf gestern war ich noch nie sauer auf sie, aber auch da hab ich eingesehen, war mein Fehler, nicht ihrer. Und dann ärgere ich mich jedes Mal über mich selbst, wie ich mir nur so blöde anstellen kann, dass mich mein Hund nicht verstehen kann motz

Mitunter stell ich fest, ich bin selbst zu angespannt bei der Erziehung und sie merkt das deutlich und hört erst recht nicht. Wenn ich es leichter nehme, also innerlich lockerer und trotzdem konsequent, dann nimmt sie Kommandos auch viel besser auf.

Leider klappt das nicht immer, denn wenn am Vortag ein Kommando gut saß und am nächsten Tag scheint alles vergessen, dann zweifle ich an mir und setze sie und mich dann unter Druck, dass ich es erzwingen will, dass sie das und das befolgt.

Hier muss ich ruhiger werden, damit mein Hund entspannt lernen kann und keinen Druck dahinter hat. Schließlich ist es mein Ziel, dass sie alles das, was ich von ihr verlange, gerne macht und mit Erzwingen kann ich da gar nichts erreichen. Bei ihr eh nicht, dafür ist sie viel zu stur:)

Muss jetzt das Körbchen, wenn sie es irgendwann mal wirklich akzeptiert hat und es für sie ein richtiger Rückzugort ist, nur im Schlafzimmer stehen oder darf das Körbchen auch wandern - z.B. Wohnzimmer?

Sonst müsste ich sie ja, wenn es angebracht ist, immer ins Schlafzimmer schicken, was ja nicht Sinn der Sache ist, weil ich sie ja dann gleichzeitig auch des Zimmers verweise und das wäre für sie ja dann eine Strafe, die sie bestimmt nicht versteht oder?

Sie hat es gerne, bei uns zu sein, wo wir uns aufhalten, da schläft sie tief und fest, wenn sie müde ist, egal, wieviel Action bei uns gerade herrscht, sie ist dann davon völlig unbeeindruckt und schläft friedlich und entspannt weiter.

Eben hab ich mit ihr gespielt im Wohnzimmer auf dem Teppich. Es ist so herrlich, wie sie das macht. Ohne Erziehungszwang ist sie ein so aufmerksamer Hund, da ist sie wie ausgewechselt.
Ich verstecke, sie sucht, ich schmeiss ihre Brummhummel, sie kommt, holt sie und ich muss sie wieder werfen, sie schmiegt sich, wenn ich auf dem Boden liege, mit ihrer Brummhummel an mich, will gekrault werden und ist rundherum zufrieden.

Am liebsten wäre mir, ich könnte Spiel und Erziehung miteinander kombinieren, aber wie ich das anstellen soll, weiß ich noch nicht recht. Vielleicht hilft während des Spiels dann auch viel Lob, so dass sie den Zusammenhang dann erkennt, wenn wieder Erziehungsübungen dran sind.

Beim Spazierengehen, nein, da schaut sie mich selten an, auch im Garten eher weniger. Da will sie auch nicht mit mir spielen, weder auf dem Feld, noch im Garten. Da spielt sie lieber alleine z.B. Fußball mit ihrem Ball und will auch nicht, dass ich ihn werfe, denn wenn ich das tue, holt sie ihn zwar, legt sich aber dann weit weg von mir mit dem Ball und spielt alleine weiter.

Im Haus ist die Bindung schon sehr super. Nur draußen halt, da geht einfach gar nichts. Alles ist wichtiger, obwohl wir auf dem Land sehr ruhig wohnen und uns so gut wie nie Jemand mal auf den Feldern begegnet, weder Tier noch Mensch.

Das mit dem Einfach-Stehen-Bleiben und Richtung wechseln, wenn wir unterwegs sind, um ihren Blickkontakt zu mir zu fördern, ist eine gute Idee. Und vor allem, kein Zwang dahinter, so wird sie gar nicht merken, das ich sie gerade erziehe, das ist schön:)

Jetzt ist sie erst mal knülle und schläft:)

Liebe Grüße
Nelly





So, kleines Update:)

Das mit den Pferden scheinen wir im Griff zu haben.

Ich habe es mit ihr mit Leberwurst geübt. Immer, wenn ich "Ruhig" sagte und sie das Bellen unterbrach und mich anschaute, hab ich ihr ein kleines Fitzelchen Leberwurst gereicht.

Nun geht sie zwar noch immer an den Zaun, aber sie sitzt und guckt nur, egal, was die Pferde gerade machen oder welche Geräusche sie von sich geben. Noch nicht mal mehr ein Knurren gibt sie da mehr von sich.

Sie hört besser und ignoriert mich nicht mehr, wenn ich rufe. Nicht immer kommt sie jetzt beim ersten Mal, aber ich habe denoch ihre Aufmerksamkeit, in dem sie wenigstens zu mir schaut, wenn ich rufe (vorher tat sie ja ganz oft so, als wäre ich gar nicht da).

Wenn sie im Garten nicht beim ersten oder zweiten Mal rufen kommt, dann dreh ich mich um, gehe ins Haus und mach die Tür zu.

Das hat sie ja teilweise, wenn ich es vorher probiert habe, gar nicht wirklich interessiert. Aber das war mein Fehler, dass ich dann immer wieder rausgekommen bin. Das mach ich jetzt nicht mehr. Ich schließe geräuschvoll die Tür und beobachte sie dann versteckt durchs Fenster.

Ich hab sie dann mal eine Minute vor der verschlossenen Tür sitzen lassen und sie war dann heilfroh, als ich wieder aufgemacht habe. Seitdem schaut sie immer, ob ich rein gehe, da brauch ich dann gar nicht mehr rufen, sie kommt von alleine, wenn ich Richtigung Haustür laufe.

Um es zu festigen, gehe ich dann noch in den Waschkeller und noch einmal raus, hole dann noch was im Flur, geh wieder raus usw. und sie läuft mir dann halt immer hinterher und wartet direkt auf mich.

Nur mit der Stubenreinheit werd ich aus ihr nicht schlau. Gestern und vorgestern war nix, sie hat prima eingehalten und heute wieder ein Einbruch.

Wir kommen von unserer 30 minütigen Abendrunde (da sie sehr brav an der Leine ging, durfte sie dann einen Teil frei laufen - was prima geklappt hat) und sie hat ihre Geschäfte alle gemacht.

Wir wir dann so ca. 25 Minuten wieder zu Hause sind, denk ich, ich seh nicht richtig, hockt sie sich ins Wohnzimmer und pinkelt und schaut mich dabei auch noch an!!!!

Da ich sie in flagranti erwischt habe, hab ich laut "Pfui" gerufen. Bin gleich noch mal mit ihr runter, wo sie natürlich nichts, aber auch gar nichts machte, sondern herumspielte.

Sie hält nachts locker ihre 10 Stunden ein, da pennt sie tief und fest und auch morgens hat sie es nicht so eilig, dass sie es kaum noch aushalten könnte.

Seit nunmehr 7 Wochen führ ich sie quasi fast nach draußen wie einen Welpen, lobe überschwenglich jedes Geschäft, was sie draußen macht noch immer und sie bekommt ein Leckerlie.

Sie hat draußen definitiv keine Hemmungen sich zu lösen. Sie pinkelt sogar rotzfrech an den Markierungen anderer Hunde, hat sie absolut kein Problem mit.

Geschäfte im Haus werden, wenn ich sie nicht erwische, ignoriert und die Stellen richtig saubergemacht und erwisch ich sie, rufe ich laut "pfui" und trag sie nach unten.

Sie hat auch kein bestimmtes Schema, wo sie hinmacht im Haus. Wenn es ihr einfällt, dann macht sie wahllos irgendwo hin, egal ob da Teppich liegt oder nicht. Ihr ist das dann völlig egal.

Sie hat ja einen gründlichen Gesundheitscheck bekommen und sie hat nichts mit der Blase oder sonst was anderes, was die Stubenreinheit beeinträchtigen könnte.

Und hätte sie was mit der Blase, dann würde sie ja täglich reinmachen. Dem ist nicht so. Es geht immer mal paar Tage gut, dann kommt wieder ein kleiner Einbruch, in dem sie einmal oder sogar mehrfach am Tag rein macht.

Würde mich über Tipps freuen, wie wir das in den Griff bekommen können.

Viele Grüße
Nelly



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