Anatomie des Hundes

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Inhaltsverzeichnis

Fachspezifische Benennungen, Anatomie des Hundes

Anatomie des Hundes
  1. Stop Stirn
  2. Fang Maul, Schnauze mit Lefzen, den Lippen
  3. Wamme Kehle, Kehlhaut
  4. Oberarm mit Schulter
  5. Ellenbogengelenk
  6. Vorderfuß
  7. Kruppe Hinterteil dort höchster Punkt
  8. Keule, Hüftgelenk, oberes Bein
  9. Sprunggelenk Fußgelenk
  10. hinterer Fuß
  11. Widerrist höchster Punkt der Schulter
  12. Kniegelenk
  13. Läufe Beine
  14. Rute Schwanz

Zahnformel Hund

Zahnformel Hund

Das bleibende Gebiss der Hunde hat 42 Zähne. Es hat in jeder Kieferhälfte 3 Schneidezähne (Incisivi, I), einen Eck- oder Hakenzahn (Caninus, C) und 4 vordere Backenzähne (Prämolaren, P). Im Oberkiefer gibt es 2, im Unterkiefer 3 hintere Backenzähne (Molaren, M).

Jeweils einer der Backenzähne ist besonders kräftig und wird als Reißzahn (Dens sectorius) bezeichnet. Im Oberkiefer ist es der P4, im Unterkiefer der M1, also immer der drittletzte Zahn. Beide greifen wie eine Schere ineinander und dienen zum Zerreißen von Fleischstücken.

Graphisch lässt sich die Zahnformel bei Hunden so ausdrücken:

Zahnformel Hund.png

Das Milchgebiss der Hunde hat 28 Zähne. Der P1 und die hinteren Mahlzähne besitzen keine Milchzahnvorgänger. Die Zahnarten werden im Milchgebiss meist mit kleinen Buchstaben gekennzeichnet, die Zahnformel lässt sich also folgendermaßen darstellen:

Zahnformel Welpe.png









Die Sinne des Hundes

Ohren

Ohren

Die Leistungsfähigkeit des Ohrs ist hoch entwickelt. Es kann höhere Frequenzen wahrnehmen als das des Menschen, im Idealfall:

  • Mensch ~ 20-20.000 Hz, maximale Empfindlichkeit im Bereich zwischen 1.000 bis 4.000 Hz
  • Hund ~ 15-50.000 Hz (nach anderen Quellen bis 100.000 Hz), maximale Empfindlichkeit bei 8.000 Hz

Die beweglichen Ohrmuscheln des Hundes lassen ihn Geräuschquellen zudem besser dreidimensional orten als ein Mensch das könnte. Eine Geräuschquelle kann ein Hund mit einer Abweichung von maximal 2% erkennen (beim Menschen ist die Abweichung größer als 15%). Für die Bewegung des Hundeohres sind 17 Muskeln verantwortlich. Selbst Hunde mit Schlappohren sind in der Geräuschortung nur knapp den Stehohrigen unterlegen.

Die Ohren sind neben der Hörfähigkeit auch wichtig als "Signalgeber" für die optische Kommunikation, die Stimmung des Hundes wird so signalisiert. Diese Signalwirkung ist im sozialen Zusammenleben der Hunde untereinander äußerst wichtig. Hier gibt es Probleme bei besonders langhaarigen und schlappohrigen Hunden.

Hunde sind im Übrigen auch in der Lage, über etwa 25 m Infraschallfrequenzen um die 1 bis 2 Hertz wahrzunehmen.

Augen

Augen

Früher ging der Mensch von der Annahme aus, dass Hunde nur Graustufen, "schwarz-weiß" sehen könnten. Nach genaueren Untersuchungen wurde diese Meinung revidiert: Hunde sehen Farben - aber etwas anders als der Mensch.

Das Auge des Hundes besteht aus 2 verschiedenen Lichtrezeptoren: die einen, die Stäbchen, sind für das Sehen von Graustufen zuständig. Die anderen, Zapfen genannt, für das Sehen von Farben. Die Stäbchen sind sehr viel zahlreicher und benötigen zudem für ein Signal an das Gehirn viel weniger Licht. Die Zapfen sorgen für das Farbensehen, aber nur bei ausreichender Beleuchtung. Das trifft auch auf den Menschen zu: In der Dämmerung sehen auch wir nur in Graustufen. Bei Hunden kommt noch ein Trick der Evolution hinzu. Der Augenhintergrund ist "verspiegelt" (diese Schicht wird Tapetum lucidum genannt), sodass einfallendes Licht vom Hintergrund des Auges reflektiert wird und die Stäbchen so noch einmal trifft. Hunde können in der Dämmerung daher sehr viel besser sehen als Menschen.

Die Zapfen sind jeweils auf einen bestimmten Spektralbereich spezialisiert, beim Menschen sind es 3 unterschiedliche Rezeptoren, für die Farben Rot, Gelb und Blau, aus deren 3 Farbsignalen das Gehirn den Gesamtfarbeindruck bildet.

Der Hund hat nur 2 unterschiedliche Zapfentypen, die für Gelb und Blau empfindlich sind. Dadurch wird nur ein Teil des menschlichen Farbspektrums abgedeckt: Rot ist eine Farbe, die der Hund nicht kennt. Das Farbensehen der Hunde ist sogar etwas in Richtung Ultraviolett verschoben, endet aber durch den fehlenden Rot-Rezeptor bei Gelb.

Sehvermögen und höchste Farbempfindlichkeit bei Mensch und Hund

Es gibt aber noch andere, gravierende Unterschiede: Das Hundeauge ist im Bereich 430 nm, dem Blaubereich, am empfindlichsten, das menschliche Auge im Bereich grün/gelb, 550 nm. Die Sehschärfe ist vermutlich geringer als beim Menschen und auf Bewegung optimiert, stillstehende Dinge werden durch das Gehirn unterdrückt, also kaum wahrgenommen. Hier hat auch die Evolution gewirkt: die Beute des Wolfes bewegt sich und wird darum optisch selektiert. Das Sichtfeld des Hundes ist wesentlich größer als das des Menschen, es beträgt etwa 240 Grad im Gegensatz zu 200 Grad bei Menschen. Der Bereich, in dem Mensch und Hund dreidimensional sehen können, ist mit 120 Grad gleich groß.

Nase

Nase

Die Nase, das Riechorgan des Hundes, ist wesentlich besser entwickelt als beim Menschen. Grob zu erkennen ist das schon an der Anzahl der Riechzellen, wobei es auch zwischen den Hunderassen erhebliche Unterschiede gibt. Ganz grob kann man hier sagen: Je länger die Hundeschnauze, desto besser das Riechvermögen.

So hat z.B. der Mensch 5 Millionen Riechzellen, der Dackel 125 Millionen und der Schäferhund hat 220 Millionen. Für seine Riech- und Spürfähigkeiten ist der Bloodhound als "Nonplusultra" bekannt.

Zur Beurteilung der Riechleistung reicht das aber bei Weitem nicht aus:

Messungen haben ergeben, dass das Riechvermögen des Hundes etwa eine Million mal besser ist, als das des Menschen. Der Hund kann in kurzen Atemzügen bis zu 300 mal in der Minute atmen, so dass die Riechzellen ständig mit neuem "Material" versorgen werden.

Das wichtigste „Riechorgan“ ist das Gehirn, hier werden die eintreffenden Daten verarbeitet und ausgewertet. Dabei ist zu beachten, dass Hunde „Stereo" riechen können, die Nase kann also „rechts und links" differenzieren, ähnlich wie beim Sehen. Auf diese Weise ist der Hund fähig, die Richtung einer Spur zu beurteilen und selbst eine alte Spur zu verfolgen. Das Riechhirn ist im Vergleich zum Menschen riesig: Alleine 10% des Hundehirns ist dafür zuständig, beim Menschen sind es nur 1 %. Der Mensch nutzt diese besondere Fähigkeit des Hundes als Spürhund in vielen Bereichen. Bei dieser Fähigkeit muss unterschieden werden zwischen der „mechanischen" Spur und der Duftspur. Leider ist es heute üblich den Hund ( Im speziellen Hundesport: z.B. Schutzhund) auf die mechanische Spur zu trainieren, also auf den Geruch von Verletzungen des Erdbodens, wie geknickte Pflanzen und so weiter. Eine kreuzende, zur gleichen Zeit angelegte Spur kann so zu einer Fehlsuche führen, da beide Spuren gleichwertig für den Hund sind. Für die Fährtenarbeit der Polizei ist diese Vorgehensweise selbstverständlich untauglich. Hier werden die Hunde auf die Geruchsspur trainiert, also das verstärkt, was der Hund auch natürlich machen würde. Diese Spur driftet aber durch äußere Einflüsse wie durch den Wind von der "mechanischen" Spur ab, sammelt sich an windstillen Stellen, wird an windigen Ecken stark verdünnt. Die Spur ist für den Hund eindeutig, weil jeder „Duftspender" eine eindeutige "Geruchsfarbe" hat. Sehr gute Spürhunde können eine solche Spur noch nach Tagen eindeutig aufnehmen und verfolgen, auch mitten durch eine Stadt, mitten durch viel parallele und kreuzende Fremdspuren.

Hunde "schmecken" Gerüche auch über das Jacobsonsche Organ (Vomeronasalorgan), welches sich im Gaumen befindet. Dieses transportiert die aufgenommene Information sofort an das Limbische System, das entwicklungsgeschichtlich älteste Zentrum im Gehirn. Es ist für die Entstehung von Gefühlen, Triebverhalten und für die Bildung von Hormonen verantwortlich. Siehe dazu auch Olfaktorische Wahrnehmung.

Die Urversion des TEXTES basierte auf dem Artikel Haushund (Stand:05/05) aus der freien Wikipedia Enzyklopädie. Er steht unter der GNU-Lizenz. In Wikipedia gibt es eine Autorenliste.


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