BARF - Eine Einführung und Analyse

Aus Hunde-Wissen
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Inhaltsverzeichnis

BARF - Rohfütterung

Was bedeutet eigentlich BARF?

Das Akronym BARF war ursprünglich eine spöttische Bezeichnung für Haustierbesitzer, die ihre Hunde und Katzen roh ernährten und bedeutete „Born again raw feeders“ oder auch „Born again raw freaks“. Die Bezeichung wurde von der Kanadierin Debbie Tripp erfunden, die das Akronym aber bald nur noch für „Bones and raw food“ verwendete. Dr. Ian Billinghurst, ein australischer Tierarzt und der eigentliche Erfinder der BARF-Methode verwendet BARF auch für „Biologically apropriate raw food.“ Dieser Begriff lieg auch der deutschen Übersetzung von BARF zugrunde: „Biologisch argerechtes rohes Futter.“ Ein weiterer Begriff, mit dem die Rohfütterung von Hunden gelegentlich bezeichnet wird, ist NDF, „Natural Dog Food“.


Was ist BARF?

BARF ist die Fütterung von Hunden und Katzen mit rohem Fleisch, rohem Gemüse und Knochen. Durch BARF wird versucht, die natürliche Ernährung des Hundes nachzuahmen. In der freien Natur ernähren sich Wölfe nicht nur vom Fleisch ihrer Beutetiere, sondern auch der Mageninhalt der Tiere, in der Regel Pflanzenfresser, wird gefressen. Hinzu kommen noch Beeren, Kräuter und Gräser. Dagegen stehen Getreide und Getreideprodukte nur seltenst auf dem Speiseplan von Caniden. Genau das ist aber der Hauptbestandteil der meisten Fertigfutter. Anatomisch und physiologisch ist der Hund durchaus noch mit seinem Stammvater, dem Wolf, zu vergleichen. Der Verdauungstrakt des Hundes ist mit dem des Wolfes in Aufbau und Funktion identisch. Der Hund ist, genau wie der Wolf, ein opportunistischer carnevorer Allesfresser, und daher ist eine Fütterung des Hundes, die sich an der natürlichen Ernährung des Wolfes orientiert, durchaus angebracht.


Woher kommt BARF

Die Ernährung von Hunden mit Fertigfutter ist eine relativ neue Erscheinung. Erst Mitte des letzten Jahrhunderts wurde die Fütterung von Fertigfutter populär, heute gilt sie vielen Hundebesitzern als die einzige Möglichkeit, ihren Hund ausgewogen zu ernähren. So fütterte auch Dr. Ian Billinghurst seine Hunde mit Fertigfutter und empfahl den Besitzern seiner Patienten dasselbe. Durch gesundheitliche Probleme seiner Hunde wurde er angeregt, die Ernährung seiner Tiere zu überdenken. Die Lektüre eines Buchs von Juliette de Bairacli Levy brachte ihn dazu, zur traditionellen Fütterungsmethode – der Fütterung von Essensresten, Küchenabfällen und Knochen – zurückzukehren. Der gesundheitliche Zustand der Hunde besserte sich, und Billinghurst war inzwischen überzeugt davon, dass Fertigfutter sich generell negativ auf den Gesundheitszustand von Haustieren auswirkt. Er entwickelte seine Fütterungsmethode, die inzwischen auf rohen fleischigen Knochen und rohem Gemüse basierte, weiter und es gelang ihm, einige Besitzer seiner Patienten dafür zu interessieren. Viele Hundebesitzer, die ihre Hunde so ernährten, wie es ihnen von Billinghurst vorgeschlagen worden war, berichteten von einer deutlichen Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustands ihrer Hunde. Billinghurst Bemühungen, seine Erkenntnisse über die Tierarztpraxen zu verbreiten, scheiterten. Daher verfasste er sein erstes Buch „Give your dog a bone“, das 1993 erschien und vor allem von Züchtern in ganz Australien sehr positiv aufgenommen wurde. Auch in England und Amerika verbreiteten sich Billinghursts Ideen schnell.

Auch in Deutschland wird BARF immer populärer. Dennoch wird diese Fütterungsweise immer wieder kritisch betrachtet, vor allem von Tierärzten. Wissenschaftliche Studien zur Ernährung von Haustieren mit BARF fehlen bislang völlig. Obwohl viele Besitzer von Hunden, die mit BARF ernährt werden, von deutlichen gesundheitlichen Verbesserungen berichten, bleibt BARF leider immer noch in gewisser Weise eine Glaubenssache.


Warum füttert man BARF?

Viele Hundebesitzer, die sich entschließen, ihren Hund mit BARF zu ernähren, wurden durch gesundheitliche Probleme ihres Hundes dazu angeregt, sich mit der Ernährung des Hundes zu beschäftigen. Heutzutage leiden zahlreiche Hunde an Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Allergien, oft auf Getreide. Da Getreide aber ein wichtiger Bestandteil vieler Fertigprodukte ist, müssen Alternativen gefunden werden. Auf der Suche nach diesen stößt man fast zwangsläufig auf BARF. Andere Hunde haben zwar keine Unverträglichkeiten, aber ihre Besitzer setzen sich trotzdem intensiv mit der Ernährung von Hunden auseinander, weil sie ihrem Hund die bestmögliche Fütterung bieten wollen. Viele Hundebesitzer finden kein Fertigprodukt, das ihren Ansprüchen genügt und steigen daher auf BARF um. Die Hauptkritikpunkte am Fertigfutter sind folgende:


  • Viele Fertigfuttersorten enthalten sehr viel Getreide und wenig Fleisch. Getreide ist zwar ein billiger Energielieferant, entspricht aber nicht der natürlichen Ernährungsweise des Hundes. Getreidereiche Mahlzeiten verbleiben sehr lange im Verdauungstrakt, da nicht ausreichend Magensäfte gebildet werden können. Dadurch können wiederum Bakterien im Magen überleben, was zu Durchfällen, Fehlgärungen und Parasiten führen kann. Hinzu kommt, dass die Bauchspeicheldrüse des Hundes nicht auf größere Mengen Getreide ausgelegt ist und nicht ausreichend Enzyme produzieren kann. Eine krankhafte Vergrößerung der Bauchspeicheldrüse kann die Folge sein.
  • Die Deklarationen auf Fertigfutterpackungen sind oft nicht sehr durchsichtig. Deklariert werden müssen Fleisch, tierische Nebenerzeugnisse, pflanzliche Eiweißextrakte, Zucker, Öle und Fette. Genauere Angaben darüber, welches Fleisch verwendet wurde, was genau die „tierischen Nebenerzeugnisse“ sind und woher die pflanzlichen Eiweißextrakte, Zucker, Öle und Fette kommen, sind nicht vorgeschrieben. Große Skepsis herrscht auch Tiermehlen gegenüber. Darin werden Schlachtabfälle, verendete Nutztiere und eingeschläferte Hunde und Katzen verarbeitet. Wenn man Pech hat, verfüttert man dann das Endprodukt dieser Tierverwertung an seinen Hund.
  • Fertigfutter enthält vielfach Konservierungsstoffe, künstliche Zusatzstoffe, Farb- und Geschmacksstoffe.


Der Grund, dass Hundebesitzer sich entscheiden, ihren Hund mit BARF zu ernähren, liegt also vielfach in dem Wunsch zu wissen, was der Hund genau in seinen Napf bekommt.


Was braucht der Hund?

Der Hund benötigt in erster Linie Energie, die durch Proteine, Kohlenhydrate und Fette in der Nahrung zugeführt wird. Wieviel Energie der Hund täglich braucht, hängt von vielen Faktoren wie Alter, Aktivität, Gewicht, Rasse u.v.m. ab.

Eiweiße (Proteine) benötigt der Hund sowohl in tierischer als auch in pflanzlicher Form, wobei er tierisches Eiweiß besser verwerten kann. Proteine bestehen aus 20 Aminosäuren, von denen der Organismus des Hundes 10 nicht selbst herstellen kann. Die Aminosäuren dienen zum Aufbau von Fell, Krallen, Haut und Organen. Auch zur Energiegewinnung sind Proteine sehr wichtig.

Fette sind die wichtigsten Energielieferanten für den Hund und außerdem für die Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen wie Vitamin A, D, E und K wichtig.

Auch Kohlenhydrate sind als Energielieferanten wichtig. Sie stehen aber in der Energieversorgung des Hundes qualitativ an zweiter Stelle und dienen als Lieferanten für Kurzzeitenergie. Ballaststoffe, die auch zu den Kohlenhydraten zählen, regen die Motorik des Darms an und helfen dadurch bei der Verdauung. Anders als der Mensch braucht der Hund jedoch nur wenig Ballaststoffe.

Als Mengenelemente braucht der Organismus des Hundes Kalzium, Phosphor, Magnesium, Kalium, Chlor und Natrium. Die wichtigsten Mengenelemente für den Hund sind Kalzium und Phosphor. Beide Elemente sind für das Skelett des Hundes und für den Knochenaufbau wichtig. Das Verhältnis von Kalzium zu Phosphor im Futter sollte immer ausgewogen sein. Die Angaben in Bezug auf das Ideale Kalzium-Phosphor-Verhältnis schwanken allerdings zwischen 1:1 (Reinerth) und 2:1 (Klapproth). Nach Meyer und Zentek ist ein Kalzium-Phosphor-Verhältnis von 1,3:1 bis 2:1 als problemlos anzusehen. Lediglich ein Kalzium-Phosphor-Verhältnis von unter 1:1 kann zu gesundheitlichen Problemen führen. Früher wurde davon ausgegangen, dass ein Hund 100mg Kalzium pro Kilogramm Körpergewicht benötigt. Neuere Studien des National Research Council belegen allerdings, dass 50mg Kalzium pro Kilogramm Körpergewicht ausreichen, um den Kalziumbedarf des erwachsenen Hundes zu decken. Bei Welpen liegt der Kalziumbedarf um ein vielfaches höher: sie benötigen mindestens 100mg Kalzium pro Kilogramm Körpergewicht, im Zahnwechsel sogar bis zu 200mg.

Spurenelemente, die der Hund benötigt, sind Eisen, Kupfer, Kobalt, Mangan, Zink, Jod, Selen, Zinn, Fluor, Molybdän und Nickel.

Ein Mangel oder Überschuss an Mineralien kann Schäden beim Hund verursachen, allerdings bedarf es dafür einer falschen Fütterung über lange Zeit. Bei einer abwechslungsreichen Fütterung sind Mangel- oder Überschusserscheinungen nicht wahrscheinlich.


Wie ernährt man seinen Hund mit BARF?

Bei der Ernährung des Hundes mit BARF gilt als Grundregel: alles roh! Die Bestandteile des Futters sollten weder gekocht noch erhitzt werden, damit Vitamine und andere wichtige Nährstoffe, die bei hohen Temperaturen denaturieren würden, erhalten bleiben. Grundlage der Ernährung mit BARF sind rohes Fleisch und Innereien, rohes Gemüse und fleischige Knochen. Des Weiteren können verschiedene Zusätze wie Öle, Kräuter, Milchprodukte, Vitamine, Algen und Mineralien dem Futter zugegeben werden. Das Fleisch kann je nach Vorliebe des Hundes und des Hundehalters gewolft oder in größeren Stücken gefüttert werden, Gemüse muss immer fein püriert werden, da der Verdauungstrakt des Hundes die Zellwände des Gemüses nicht selbst zerstören kann. Nur püriertes Gemüse kann richtig verdaut werden. Als Zusatz zu viele Gemüsesorten sind Öle nötig, da einige Vitamine fettlöslich sind und nur über Fett aufgenommen werden können.

Für eine ausreichende Kalziumversorgung sind Knochen wichtig. Möchte man jedoch keine Knochen füttern oder verträgt der Hund sie nicht, kann man den Kalziumbedarf des Hundes auch über Futterzusätze wie Eierschalenpulver oder Kalziumcitrat decken. Dennoch sind Knochen vorzuziehen, da sie außer Kalzium auch andere wertvolle Mineralien, Antioxydantien und wichtige Enzyme enthalten. Zusätzlich reinigen sie das Gebiss und beugen Zahnstein vor.

Getreide kann, muss aber nicht gefüttert werden. Ob man Getreide füttert oder nicht, hängt davon ab, ob man es als Energielieferant für notwendig hält und ob der Hund es verträgt.

Möchte man seinen Hund nicht ausschließlich mit rohem Futter ernähren, gibt es auch die Möglichkeit des „Teil-Barfens“. Dabei bekommt der Hund sowohl rohes Futter als auch Fertigfutter. Hierbei ist wichtig, darauf zu achten, dass die frisches Futter und Fertigfutter nicht gemischt werden, da die beiden Futterarten unterschiedlich lange im Darm verbleiben. Auch ist es ratsam, das Fertigfutter abends zu verfüttern, da das Fertigfutter schwerer verdaulich ist als das frische Futter.


Was darf man füttern und was nicht?

Als Fleischsorten für die Rohfütterung kommen Rind, Geflügel, Kaninchen, Hase, Wild, Pferd, Lamm und Fisch in Frage. Schweinefleisch ist umstritten, da es in rohem Zustand das Aujetzky-Virus übertragen kann, das dem Menschen nichts anhaben kann, aber für Hunde tödlich ist. Zwar ist Deutschland laut EU seit 2003 Aujetzky-frei, doch da es sich hierbei um ein Virus handelt, das dem Menschen nicht schadet, bleibt ein Restrisiko bestehen. Daher muss jeder Hundehalter für sich abwägen, ob er es für sinnvoll hält, Schweinefleisch zu füttern. Aufgrund der Aujetzky-Gefahr sollte man aber in jedem Fall Wildschweinfleisch meiden.

Bei Obst können die meisten Sorten verfüttert werden. Insgesamt ist darauf zu achten, dass die Früchte sehr reif bis überreif sind. Bei Steinobst muss der Stein in jedem Fall entfernt werden, da in den Kernen Blausäure enthalten ist, die in größeren Mengen tödlich wirken kann. Nicht verfüttert werden sollten Holunderbeeren, Physalis, Karambole, Weintrauben und Quitten. Zitrusfrüchte sollten nur in Maßen verfüttert werden, da sie viel Säure enthalten.

Bei Gemüse ist Vorsicht geboten. Einerseits ist enthält es für den Hund wichtige Nährstoffe, andererseits gibt es viele Gemüsesorten, die schädliche Nebenwirkungen haben. Unbedenklich sind Salate, Fenchel, Chinakohl, Gurke, Karotte, Sellerie, Kürbis, Mangold, Radieschen, Rettich, Rote Beete und Zucchini. Nur bedingt geeignet sind alle Kohlsorten außer Chinakohl, da sie blähend wirken. Nachtschattengewächse wie Kartoffeln, Paprika, Tomaten und Aubergine enthalten das für Hunde giftige Solanin. Nur sehr reife Tomaten oder rote, gelbe und orange Paprika können in kleinen Mengen verfüttert werden. Auch gekochte Kartoffeln sind möglich. Niemals verfüttert werden dürfen Auberginen, grüne Paprika, grüne Tomaten und rohe Kartoffeln. Des Weiteren sind Avocados völlig ungeeignet für die Rohfütterung. Sie enthalten das Toxin Persin, das für Hunde tödlich ist. Hülsenfrüchte wie Erbsen, Linsen und Bohnen können starke Krämpfe und Blähungen auslösen. Daher sollten auch sie nicht verfüttert werden. Umstritten sind Zwiebelgewächse. Laut Schäfer/Messika sind Zwiebeln, Lauch und Knoblauch giftig bis stark giftig für Hunde und sollten überhaupt nicht gefüttert werden, Reinerth dagegen ist der Meinung, dass Zwiebelgewächse in kleinen Mengen bedenkenlos verfüttert werden können. Laut Meyer/Zentek verursachen Zwiebelgewächse in einer Menge von mehr als 5g pro Kilogramm Körpergewicht am Tag Anämie.

Für die Knochenfütterung eignen sich vor allem weniger harte Knochen von jüngeren Schlachttieren. Geeignet sind vor allem weiche Geflügelknochen und Rippen sowie Brustbein vom Kalb. Diese leisten einen wertvollen Beitrag zur Mineralstoffversorgung. Zur Zahnpflege sind auch härtere Knochen geeignet, die nicht ganz gefressen werden. Insgesamt sollte darauf geachtet werden, dass der Hund nicht mehr als 10g Knochen pro Kilogramm Körpergewicht am Tag frisst, da es sonst zu Knochenkot kommen kann.

Futterzusätze sind in den meisten Fällen nicht unbedingt nötig, können aber dem Futter beigemengt werden. Wichtig sind vor allem Öle, da einige Vitamine fettlöslich sind und nur in Verbindung mit Öl aufgenommen werden können. Weitere Futterzusätze sind Algen, Vitamin C, Kräuter, Grünlippmuschelextrakt und Milchprodukte. Vorsicht geboten ist vor allem bei Kräutern, die wegen ihrer Heilwirkung mehrheitlich nur kurweise gegeben werden sollten und bei Milchprodukten, die nicht zum natürlichen Ernährungsspektrum des Hundes gehören und die auch nicht von allen Hunden vertragen werden.


Bedenken gegenüber BARF

Macht rohes Fleisch Hunde nicht aggressiv?

Hierbei handelt es sich um ein Ammenmärchen. Es gibt keinerlei Zusammenhang zwischen der Fütterung von rohem Fleisch und erhöhter Aggressivität von Hunden.


Kann rohes Fleisch Krankheiten und Parasiten übertragen?

Das ist richtig. Durch den Verzehr von rohem Fleisch können sowohl Krankheiten als auch Parasiten übertragen werden. Gefährlich sind vor allem das bereits erwähnte Aujetzky-Virus, BSE, Salmonellen und Darmparasiten.

Eine Infektion mit der Aujetzky-Krankheit kann vermieden werden, indem dem Hund kein Schweinefleisch verfüttert wird.

Über BSE gehen die Meinungen auseinander. Laut Schäfer/Messika belegen Laborversuche, dass BSE grundsätzlich auf Hunde übertragbar ist, nach Reinerth wurden bislang noch nie Erkrankungen mit BSE ähnlichen Symptomen bei Hunden festgestellt. Auch Meyer und Zentek gehen davon aus, dass Hunde für BSE-Prionen nicht empfänglich sind. Generell gilt, dass die BSE-Gefahr über eine sorgfältige Auswahl der Fleischlieferanten eingedämmt werden kann. Risikomaterial vom Rind wie Hirn, Rückenmark, Augen, Mandeln, Milz und Darm wird in der Regel entsorgt und kommt nicht in den Handel.

Vor Salmonellen wird immer wieder bei der Verfütterung von rohem Geflügel gewarnt. Doch in jedem gesunden Hunde-Verdauungstrakt befinden sich im Normalfall Salmonellen. Da der Hund über einen kürzeren Verdauungsweg verfügt als der Mensch und zudem aggressive Verdauungsenzyme besitzt, schaden sie in geringer Zahl nicht. Bedenklich wird es erst, wenn Salmonellen in großer Zahl auftreten oder der Hund ein geschwächtes Immunsystem hat. Um die Gefahr einer Salmonelleninfektion gering zu halten, sollten Hack- und Geflügelfleisch gerade so lange ungekühlt stehen gelassen werden, bis sie Zimmertemperatur erreicht haben. Außerdem sollte das Tauwasser von Geflügelfleisch weggeschüttet werden.

Darmparasiten können zwar oral über rohes Fleisch aufgenommen werden, aber genauso wahrscheinlich ist eine Aufnahme über die Nase, wenn der Hund beispielsweise am Kot eines infizierten Hundes schnüffelt. Genau wie bei Hunden, die mit Fertigfutter ernährt werden, ist es bei Hunden, die mit BARF ernährt werden ratsam, regelmäßig zu entwurmen oder Kotproben auf Wurmbefall untersuchen zu lassen.


Kann man seinen Hund mit BARF überhaupt ausgewogen ernähren?

Eine Frage, die sich bei der Ernährung mit BARF immer wieder stellt, ist die nach der Ausgewogenheit des Futters. Seit langer Zeit wird Hundebesitzern von der Futtermittelindustrie und der Werbung suggeriert, dass es ohne Fertigfutter gar nicht möglich ist, seinen Hund ausgewogen zu ernähren. Tierärzte unterstützen diese Ansichten nur allzu oft und trauen Hundebesitzern nicht zu, ihren Hunden ausgewogene Mahlzeiten zusammenzustellen. Es gibt aber auch Gegenstimmen: Erik Zimen wendet sich entschieden gegen einen ausschließliche Fütterung mit Fertigfutter: „Lassen wir uns doch nicht von den Hundefutterherstellern für dumm verkaufen! [… es ist] sicher für den Hund gesünder, er bekommt beim Schlachter gekauften frischen Pansen und ein paar Knochen dazu als denaturierten Einheitsfraß.“ Tatsache ist: es ist bestimmt nicht möglich, seinen Hund mit Eigenmischungen jeden Tag auf das Milligramm genau ausgewogen zu ernähren – das ist aber auch gar nicht nötig! Ausgewogenheit wird nicht durch die tägliche Aufnahme ein und derselben Nährstoffe in immer der gleichen Menge, sondern über Wochen oder sogar Monate erzielt. Beim Barfen wird darauf geachtet, dass über einen bestimmten Zeitraum, meist über einen Monat, alle wichtigen Nährstoffe in ausreichender Menge zugeführt werden. Dies erreicht man mit frischer, abwechslungsreicher Kost.


Ist BARF nicht furchtbar teuer?

Das lässt sich pauschal nicht sagen. Im Vergleich zu Fertigfutter vom Discounter ist BARF sicher teurer, doch Premiumfutter kann in vielen Fällen wiederum teurer sein als BARF. Es kommt darauf an, welche Einkaufsmöglichkeiten man hat. Im Internet bieten verschiedene Futterfleischhandel günstiges Fleisch für Hunde und Katzen an, und wenn man Glück hat, kann man vielleicht sogar günstig Fleisch vom örtlichen Metzger beziehen.


Ist BARF nicht sehr zeitaufwändig?

Natürlich benötigt man zum Barfen mehr Zeit als zur Fütterung mit Fertigfutter. Gerade am Anfang ist der Zeitaufwand nicht zu unterschätzen. Man muss sich gründlich informieren und viel lesen, um nichts falsch zu machen. Die Erstellung der Futterpläne dauert ohne Übung zunächst auch lange. Zudem muss Zeit für die Suche nach Einkaufsmöglichkeiten für Fleisch eingeplant werden. Es kann eine Weile dauern, bis man bezahlbare und zuverlässige Quellen gefunden hat. Mit zunehmender Übung verringert sich auch der Zeitaufwand. Durch geschickte Organisation ist es möglich, Tagesportionen für einen bestimmten Zeitraum vorzubereiten und einzufrieren. Dann müssen am entsprechenden Tag nur noch Fleisch und Gemüse aufgetaut und mit den Zusätzen vermengt werden.


Sind Knochen denn nicht schädlich für den Hund?

Knochen sind für den Hund nur in gekochter Form gefährlich. Solange Knochen roh gefüttert werden, sind sie entweder leicht zu zerbeißen – das ist vor allem bei Geflügelknochen der Fall – oder so hart, dass sie nicht splittern, wie bei Rinderknochen. Erhitzt man Knochen, so wird die Knochensubstanz hart und splitternd, was zu schweren Verletzungen führen kann. Zudem sind gekochte Knochen unverdaulich für den Hundemagen. Trotzdem sollte man zu Anfang nur sehr weiche Knochen wie Hühnerhälse und –flügel oder Kalbsknochen verfüttern und genau beobachten, wie der Hund mit der ungewohnten Nahrung umgeht.


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