Beauceron

Aus Hunde-Wissen
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Beauceron
Beauceron1.jpg
FCI - Standard Nr. 44
Patronat, Herkunft Frankreich
Klassifikation FCI

Gruppe 1
Sektion 1

Rassenamen BERGER DE BEAUCE - BAS ROUGE - BEAUCERON
Größe Rüden: 65-70 cm, Hündinnen : 61-68 cm
Gewicht nicht spezifiziert
Fell:
  • Beschaffenheit
  • Farbe
  • Am ganzen Körper eng anliegend

  • Schwarz und brand ( schwarz mit Lohfarbe Abzeichen ) Rotstrumpf. Von tiefschwarzer Farbe, der Brand soll eichhörnchenrot sein
Schädel:
  • Kopfform
  • Ohren
  • Gut gemeißelt mit harmonischer Linie. Aus der Seitensicht soll der Nasenrücken mit der oberen Schädellinie annähernd parallel laufen

  • Die natürlichen Ohren sind halbstehend oder hängend, sie sollten nicht anliegen. Die Ohren sind flach und eher kurz, die Länge entspricht der halben Kopflänge
Körper:
  • Aussehen
  • Rute
  • Der Berger de Beauce ist von mittlerer Körperproportion

  • Lang, tief getragen, mindestens bis zum Sprunggelenk reichend, ohne Abweichung zur Seite, bilden einen leichten Haken in Form eines "J"
Verwendung Hirtenhund, Wachhund
Rassen von A bis Z

Inhaltsverzeichnis

Über den Beauceron

Beauceron-Rüde Aias

Der Beauceron hat viele Namen, man bezeichnet ihn als Bas-Rouge (Rotstrumpf), französisch als Chien de Beauce oder auch als Landedelmann.

In seinem Ursprungsland Frankreich wurde er früher als Arbeitshund an Schafherden gehalten, heute trifft man ihn dort leider nur noch selten. Auch wenn die Übermacht der Border Collie bei der Arbeit an Schafen auch in seiner Heimat sehr stark geworden ist, trifft man bei den zahlreichen Hütehundprüfungen auch noch heute erfolgreich arbeitende Beaucerons.

Der Beauceron ist eine sehr alte französische Hütehundrasse, die erstmals 1888 von Pierre Megnin unter diesem Namen für die kurzhaarige Variante benannt wurde. Der heute bestehende Typ ist nach strenger Zuchtauslese bis jetzt ohne Fremdbluteinkreuzungen entstanden.

Entgegen der weit verbreiteten Meinung wurde der Beauceron nicht nach der Gegend Beauce benannt, da es sich nicht um die Ursprungsregion des Rassetyps handelt.

In früheren Zeiten gab es lediglich einen kurz- und einen langhaarigen Schäferhundtyp, der in allen Regionen des Landes verbreitet war.

Erst 1896 entschied eine Kommission, diese beiden Typen namentlich zu unterscheiden, die kurzhaarige Variante hieß nun Beauceron, die langhaarige Briard. Diese Bezeichnung gilt noch heute. Lediglich der Picard, der erst seit 1925 auch zu den Französischen Hütehunden zählt, wurde tatsächlich nach der Ursprungsregion Picardie benannt.

Der Beauceron ähnelt heute dem Ursprungstyp aus dem 19. Jahrhundert kaum noch.

Alte Bilder zeigen den Beauceron als eher schlanken, zarten Typ mit schlanker Schnauze und wesentlich kürzerem Fell als heute. Gab es ursprünglich mehrer Farbvarianten wie schwarz, schwarz-lohfarben, grau, schwarz-grau mit mehr oder weniger weiss, sind heute nur noch zwei Farbvarianten erlaubt – schwarz-lohfarben (feu et noir) und schwarz-grau mit Abzeichen (harlekin)

Auch der Größenstandard wurde mehrfach abgeändert, heute liegt er für Hündinnen bei 61 – 68 cm, für Rüden bei 65 – 70 cm. Leider kommt es vor, dass gerade die Rüden über ihr Standardmaß hinausgehen und teilweise bis zu 74 cm Stockmaß und mehr haben.

Der Beauceron wird heute unter der FCI-Klasse 1 Nr. 44 geführt.

Der betreuende Rassehundeclub ist der CFH (Club für französische Hütehunde) www.cfh-net.de , der zur Zeit 15 aktive Züchter betreut. Bevor der Beauceron in die deutsche Zucht darf, muss ein Hund bei drei Austellungen des CFH oder der FCI mindestens ein Sehr gut von 3 verschiedenen Richtern erhalten haben, davon einmal in der Offenen Klasse.

Natürlich muss er ins CFH-Zuchtbuch eingetragen sein, sollte der Hund im Ausland erworben worden sein, müssen die Papiere umgeschrieben werden.

Da auch der Beauceron an HD leiden kann, wird die Rasse nur noch mit HD-freien oder HD-Verdacht Hunden zur Zucht zugelassen. Der andere Zuchtpartner muss dann HD-frei sein.

Das Mindestalter beträgt 15 Monate, der Wesenstest und eine Standardbeurteilung muss bestanden sein.

Achtung, kupierte Hunde aus dem Ausland, auch wenn dort noch kein Kupierverbot herrscht, werden weder ins Zuchtbuch eingetragen, noch dürfen sie an deutschen Ausstellungen teilnehmen.

Obwohl der Beauceron als robust gilt und keine rassetypischen Krankheiten hat, kann auch bei ihm HD auftreten. Leider scheinen sich auch verschiedene Krebsarten unter der Rasse zu verbreiten, was aber eher auf Umwelteinflüsse zurückzuführen ist.

Da die Rasse heute eher selten bei seiner ursprünglichen Aufgabe, dem Hüten, anzutreffen ist, hat sich der Beauceron zu einem Allrounder entwickelt. Man findet ihn in allen Bereichen des Sports, sei es nun im Vielseitigkeitssport, Agility, Obedience oder im Rettungshundebereich.

Manchmal findet man ihn aber auch als Familienhund ohne Aufgabe. Dabei sollte man aber nie, niemals vergessen, dass diese Rasse eigentlich zu den Gebrauchshunden zählt und nicht jeder Beauceron ohne spezielle Aufgabe glücklich ist.

Für mich ist der Beauceron die schönste Rasse überhaupt, wenn auch nicht imer die Einfachste.

Mit einem Schmunzel kann ich sagen: Gibt man dem Beauci den kleinen Finger, nimmt er gern den ganzen Arm – was soviel bedeuten soll, besonders in den ersten Jahren seiner Entwicklung braucht diese Rasse eine konsequente, aber einfühlsame Hand. Ungerechtigkeit versteht er nicht, dafür ist der ureigene Charakter noch heute sehr ausgeprägt.

Daher muss man beachten, Fremden gegenüber kann der Beauci sehr zurückhaltend sein, was ihm leider oft als Ängstlichkeit unterstellt wird.

Beauceron-Rüde Aias

Dabei kann man eigentlich sehr genau beobachten, wie ein Beauci jemanden mit Nichtachtung einfach übersieht und auch auf große Verlockung verzichtet. Leckerchen nimmt er oft dankend an....und geht. Ein Beauceron mit ausgeprägter Ängstlichkeit sollte gar nicht erst in die Zucht, in Deutschland wird er den Wesenstest nicht bestehen, genauso wie übersteigerte Aggressivität bei dieser Rasse fehl am Platze ist.

Mutig, furchtlos und selbstsicher soll er sein, aber nie böse, ängstlich oder unruhig. Er steht für seine Familienmitglieder ein und beschützt auch „seine“ Katzen notfalls vor Angreifern.

Die Revierverteidigung ist bei ihm mehr oder weniger ausgeprägt und sollte seinem Menschen immer im Hinterkopf bleiben.

Ein Rüde ist nicht immer umgänglich mit Geschlechtsgenossen, daher ist die Sozialisierung besonders wichtig.

Auch wenn der Beauceron in den ersten Jahren anstrengend sein kann, manchmal länger als andere Rassen zum Erwachsen werden braucht, sagen die Rasseliebhaber immer wieder:

Einmal Beauceron, immer Beauceron


Beschreibung der Rasse nach FCI

Verwendung

Hirtenhund, Wachhund

FCI Klassifikation

Gruppe 1 Hütehund und Treibhund ( ausgenommen Schweizer Sennenhund ) Sektion 1 Hütehund und Treibhund. Mit Arbeitsprüfung.

Kurzer geschichtlicher Abriss

Chien de Beauce, Beauceron und Bas - Rouge sind die gegebenen Namen Ende des 18. Jahrhunderts, um die alten Flachlandhirtenhunde zu bezeichnen, vom selben Typ mit Kurzhaargesicht und rauhen kurzen Haaren, mit kupierten Ohren. An den 4 Pfoten und am Körper mit Brandabzeichen, daher wurde er " Bas - Rouge " ( Rotstrumpf ) genannt. Gewöhnlich war das Haarkleid schwarz und brand, es gab auch grau, ganz schwarz, sogar ganz fauve ( Lohfarbe ). Diese Hunde waren gezüchtet und ausgewählt wegen ihrer Fähigkeit die Herde zu führen und zu schützen.

Allgemeines Erscheinungsbild

Der Beauceron ist ein Hund von großer Größe, solide, rustikal, kräftig, gut gebaut und muskulös, ohne Schwerfälligkeit.

Haut : Am ganzen Körper eng anliegend.

Haar : Auf dem Kopf kurz, auf dem Körper kräftig, kurz, dick, festanliegend von 3 - 4 cm Länge. Die Hose und der untere Teil der Rute sind leicht länger, aber immer fransig. Unterwolle kurz, fein, dicht und flaumig, vorzugsweise mausegrau, sehr eng, erscheint nie über das Deckhaar.

Beauceron-Rüde Aias

Farbe : a) Schwarz und brand ( schwarz mit Lohfarbe Abzeichen ) Rotstrumpf. Von tiefschwarzer Farbe, der Brand soll eichhörnchenrot sein. Die Brandabzeichen sollten sich wie folgt verteilen :

  • Punkte über den Augen.
  • An den Fangseiten, wird allmählich weniger zu den Wangen, darf aber nie unter die Ohren reichen.
  • An der Brust, 2 Flecken sind vorzuziehen.
  • An der Kehle
  • Unter der Rute.
  • An den Läufen, allmählich abnehmend nach oben ohne jedoch 1 / 3 der Läufe zu überragen, auf der Innenseite etwas höher.

b) Harlekin ( blau gefleckt mit lohfarbenen Abzeichen ) grau, schwarz und brand, das Haarkleid ist zum Teil gleichmäßig grau gefleckt und schwarz, gut verteilt mit manchmal mehr schwarz als grau. Die Abzeichen sind gleich wie beim Schwarzbrand. Ein diskreter weißer Brustfleck wird geduldet.

Widerristhöhe : Rüden: 65 cm bis 70 cm, Hündinnen : 61 cm bis 68 cm

Wichtige Proportionen

Der Berger de Beauce ist von mittlerer Körperproportion. Die Länge des Körpers vom Buggelenk zum Sitzbeinhöcker muss leicht länger als die Widerristhöhe sein. Die Kopflänge: 2 / 5 von der Widerristhöhe. Die Breite und die Höhe des Schädel ist leicht unter die Hälfte der Kopflänge. Der Schädel und Fang ist von gleicher Länge.

Verhalten/Charakter (Wesen)

Sicheres furchtloses Auftreten. Der Ausdruck ist ehrlich, nie böse, ängstlich oder unruhig. Brav und furchtlos sollte sein Wesen sein.

Kopf

Beauceron-Rüde Aias

Gut gemeißelt mit harmonischer Linie. Aus der Seitensicht soll der Nasenrücken mit der oberen Schädellinie annähernd parallel laufen.

Schädel : Flach oder von einer Seite zur anderen leicht gewölbt. Scheitellinie wenig ausgeprägt, Hinterhauptkamm sichtbar an der Schädelspitze.

Stop : Wenig ausgeprägt in der Mitte zwischen Hinterhauptkamm und Nasenspitze.

Nasenschwamm : Gut entwickelt im Verhältnis zum Fang, nie gespalten und immer schwarz.

Fang : Nie schmal, nie spitz.

Lefzen : Fest und immer gut pigmentiert. Oberlippe die Unterlippe bedeckend, ohne lose zu überhängen; Im Lippenwinkel einen sehr leichten Taschenansatz bildend der jedoch stets fest bleiben muss.

Kiefer / Zähne : Kräftig, Scherengebiss.

Augen : Horizontalliegend von leicht ovaler Form. Regenbogenhaut soll dunkelbraun, aber nie heller als dunkelhaselnussbraun, auch wenn der Brand aufgehellt ist. Für den Harlekin ist das verschiedenfarbige Auge erlaubt.

Ohren : Hochangesetzt. Die natürlichen Ohren sind halbstehend oder hängend, sie sollten nicht anliegen. Die Ohren sind flach und eher kurz, die Länge entspricht der halben Kopflänge.

Hals : Gut bemuskelt von guter Länge, mit den Schultern harmonisch verbunden.

Körper

Obere Profillinie : Der Rücken ist gerade. Die Lendenpartie ist kurz, breit und bemuskelt. Die Kruppe ist leicht schräg.

Widerrist : Gut betont.

Brust : Brustumfang die Widerristhöhe um 1 / 5 übertreffend, zu den Ellbogen reichend, breit, tief und lang.

Rute : Lang, tief getragen, mindestens bis zum Sprunggelenk reichend, ohne Abweichung zur Seite, bilden einen leichten Haken in Form eines "J". In der Bewegung, kann die Rute ein bisschen höher getragen werden als die obere Rückenlinie.

Gliedmaßen

Vorderhand

Allgemeines : Von vorn und von der Seite gesehen gut im Lot.

Schultern : Schräg und mittellang.

Unterarm : Muskulös.

Vorderpfoten : Kräftig, rund, kompakt. Die Krallen sind immer schwarz. Die Ballen sind hart, aber elastisch.

Hinterhand

Allgemeines : Von vorn und von der Seite gesehen gut im Lot.

Schenkel : Breit und muskulös.

Sprunggelenk : Kräftig, nicht zu bodennah, die Spitze befindet sich etwa um 1 / 4 der Widerristhöhe, mit dem Unterschenkel einen gut geöffneten Winkel bildend. Die Vordermittelfussknochen sind fast senkrecht, leicht hinter den Sitzbeinhöcker stehend.

Hinterpfoten : Kräftig, rund, kompakt.

Beauceron-Rüde Aias

Afterkrallen : Aus Tradition wollten die Schäfer die doppelte Afterkralle behalten. Die Afterkrallen zeigen gut getrennte Daumen mit Krallen, ziemlich nah am Fuss.

Gangwerk

Geschmeidig und ungezwungen. Die Glieder bleiben gut in der Linie. Der Berger de Beauce soll einen raumgreifenden langen Trab haben.


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