Bernhardiner

Aus Hunde-Wissen
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Bernhardiner
Bernhardiner.JPG
FCI - Standard Nr. 61
Patronat, Herkunft Schweiz
Klassifikation FCI

Gruppe 2:
Sektion 2.2:

Rassenamen St.Bernhardshund, Bernhardiner
Größe Rüden 70 bis 90 cm, Hündinnen 65 bis 80 cm
Gewicht nicht spezifiziert
Fell:
  • Beschaffenheit
  • Farbe
  • Varietät Kurzhaar (Stockhaar) : Deckhaar dicht, glatt, anliegend und derb. Unterwolle reichlich. Keulen leicht behost, Rute dicht behaart.
  • Varietät Langhaar : Mittellanges, gerades Deckhaar mit reichlich Unterwolle. Gesicht und Ohren kurz behaart; über Hüfte und Kruppe meistens etwas gewellt; Vorderläufe mit Befederung; stark behoste Keulen; Rute buschig

  • Grundfarbe weiss mit kleineren oder grösseren rotbraunen Platten (Plattenhunde) bis durchgehende rotbraune Decke über Rücken und Flanken (Mantelhunde). Zerrissener Mantel (mit Weiss durchbrochene Decke) gleichwertig. Gestromtes Rotbraun zulässig. Braungelb toleriert.
Schädel:
  • Kopfform
  • Ohren
  • Massiv, imposant und ausdrucksstark

  • Mittelgross, hoch und breit angesetzt; Ohrmuscheln stark entwickelt. Ohrlappen geschmeidig, dreieckförmig mit abgerundeter Spitze; hinterer Rand leicht abstehend, vorderer Rand an den Backen anliegend
Körper:
  • Aussehen
  • Rute
  • von beachtlicher Grösse und erhabener Gesamt-erscheinung

  • Ansatz breit und kräftig. Rute lang und schwer, letzter Schwanzwirbel mindestens bis zum Sprunggelenk reichend
Verwendung
Rassen von A bis Z


Unter dem Namen Bernhardiner werden die Hunde des Hospizes auf dem Großen St. Bernhard verstanden, das um 1050 gegründet wurde. Hunde zur Unterstützung der Mönche werden etwa ab Ende des 17. Jahrhunderts vermutet. Die Mönche holten sich Hunde dazu aus der Umgebung, die zu den Vorfahren der heutigen Sennhunde zählen. Eine regelrecht durchgängige Zucht war auf der Passhöhe nicht möglich, immer wieder wurden Hunde nachgeholt, weil der Stamm erloschen war. In der Regel wurden die Hunde zudem nicht alt. 6 bis 8 Jahre waren auf Grund der äußeren Umstände üblich. Die frühen St. Bernhardshunde hatten mit den heutigen nur eine entfernte Ähnlichkeit, weder die Größe noch die Farben entsprachen dem heutigen Hundetyp. Erst im 19. Jahrhundert stabilisierte sich das Aussehen, der für die Arbeit auf dem Pass ungeeignete Langhaar kam hinzu; Deutschland, zum Beispiel, schuf unter dem Namen Alpenhund einen eigenen Standard. 1887 wurde der Schweizer Standard allgemein anerkannt und war fortan federführend.

Vergleichen wir den Bernhardiner aus der Anfangszeit mit dem heutigen, stellen wir große Unterschiede fest. Der heutige Hund ist gewaltig, massig, seine ursprüngliche Funktion, z.B. die des Lawinenhundes, kann er nicht mehr wahrnehmen, zu schwer, zu unbeweglich.

Bernhardiner 1917 im Erscheinungsbild eher wie der Berner Sennhund heute

KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 2 Pinscher und Schnauzer,Molossoide, Schweizer Sennenhunde und andere Rassen. Sektion 2.2 Molosser, Typ Berghunde. Ohne Arbeitsprüfung.

Im Februar 1884 wurde das "Schweizerische Hundestammbuch" (SHSB) eröffnet; die allererste Eintragung war der Bernhardiner Léon, und die weiteren 28 Eintragungen betrafen ebenfalls Bernhardiner. Am 15. März 1884 wurde der "Schweizerische St. Bernhardsclub" in Basel gegründet. Anlässlich eines internationalen Kynologen-kongresses am 2. Juni 1887 wurde der St.Bernhardshund offiziell als schweizerische Hunderasse anerkannt und der Rassestandard wurde als verbindlich erklärt. Der Bernhardiner gilt seither als Schweizer Nationalhund.

ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD : Es existieren zwei Varietäten des St.Bernhardshundes :

• Varietät Kurzhaar (Stockhaar) und • Varietät Langhaar.

Beide Varietäten sind von beachtlicher Grösse und erhabener Gesamt-erscheinung; sie haben einen harmonischen, kräftigen, strammen und muskulösen Körper, mit imposantem Kopf und aufmerksamem Gesichtsausdruck.

WICHTIGE PROPORTIONEN : • Angestrebte Proportion Widerristhöhe zu Rumpflänge (gemessen vom Buggelenk bis zum Sitzbeinhöcker) - 9 : 10. • Angestrebtes Verhältnis Widerristhöhe zu Brusttiefe : siehe Skizze. • Gesamtlänge des Kopfes etwas grösser als ein Drittel der Widerristhöhe. • Verhältnis Fangtiefe (gemessen am Fangansatz) zu Fanglänge knapp 2 : 1. • Fang etwas länger als ein Drittel der Gesamtkopflänge.

VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN) : Im Wesen freundlich; Temperament ruhig bis lebhaft; wachsam.

KOPF : Massiv, imposant und ausdrucksstark.

OBERKOPF : Schädel : Stark, breit, im Profil und von vorne gesehen leicht gewölbt; im Affekt bildet der Ohransatz mit dem Oberkopf eine gerade Linie, die seitlich in sanfter Rundung in die kräftig entwickelten hohen Backenpartien übergeht. Stirn gegen den Fang zu steil abfallend. Hinterhauptbeinhöcker nur mässig betont. Obere Augenbogen stark entwickelt. Die am Stirnansatz beginnende, deutlich ausgebildete Stirnfurche verläuft mitten über den Oberkopf. Die Stirnhaut über den Augen bildet leichte Falten, die gegen die Stirnfurche zu konvergieren; im Affekt sind sie mässig sichtbar, ansonsten sind sie eher unauffällig. Stop : Markant ausgeprägt.

GESICHTSSCHÄDEL : Nasenschwamm : Schwarz, breit und eckig; Nasenlöcher gut geöffnet. Fang : Gleichmässig breit. Nasenrücken gerade, mit leichter Rinne. Lefzen : Lefzenränder schwarz pigmentiert. Lefzen des Oberkiefers stark entwickelt, straff und nicht zu stark überhängend, gegen die Nase zu einen weiten Bogen bildend. Mundwinkel bleibt sichtbar. Kiefer / Zähne : Ober- und Unterkiefer kräftig, breit, gleich lang. Gut entwickeltes, regelmässiges und vollständiges Scheren- oder Zangengebiss. Engschliessender Vorbiss ohne Kontaktverlust der Schneidezähne zulässig. Fehlen der PM1 (Prämolaren 1) und der M3 toleriert. Augen : Mittelgross, dunkelbraun bis nussbraun, mässig tief liegend, mit freundlichem Ausdruck. Natürlicher, gefestigter Lidschluss angestrebt; kleiner Knick mit wenig sichtbarer Bindehaut am Unterlid und kleiner Knick am Oberlid sind zulässig. Lidränder vollständig pigmentiert. Ohren : Mittelgross, hoch und breit angesetzt; Ohrmuscheln stark entwickelt. Ohrlappen geschmeidig, dreieckförmig mit abgerundeter Spitze; hinterer Rand leicht abstehend, vorderer Rand an den Backen anliegend.

HALS : Kräftig und von genügender Länge; Kehl- und Halswamme mässig entwickelt.

KÖRPER : Im allgemeinen : Gesamterscheinung imposant, harmonisch, stattlich und gut bemuskelt. Widerrist : Gut ausgeprägt. Rücken : Breit, kräftig, fest; die Rückenlinie verläuft bis zur Lende gerade und horizontal. Kruppe : Lang, wenig abfallend, harmonisch in den Rutenansatz übergehend. Brust : Brustkorb mässig tief mit gut gewölbten Rippen, jedoch nicht tonnenförmig; nicht tiefer als bis zu den Ellenbogen reichend. Untere Profillinie und Bauch : Gegen hinten leicht aufgezogen.

RUTE : Ansatz breit und kräftig. Rute lang und schwer, letzter Schwanzwirbel mindestens bis zum Sprunggelenk reichend; in der Ruhe gerade herabhängend oder im unteren Drittel leicht aufwärts gekrümmt; in der Erregung höher getragen.

GLIEDMASSEN

VORDERHAND : Im allgemeinen : Vorderläufe von vorne gesehen gerade und parallel, mässig breit gestellt. Schultern : Schulterblätter schräg gestellt, muskulös und gut anliegend. Oberarm: Länger als das Schulterblatt; Winkel zwischen Schulterblatt und Oberarm nicht zu stumpf. Ellenbogen : Anliegend. Unterarm : Gerade, starkknochig, trocken bemuskelt. Vordermittelfuss : Von vorne gesehen senkrecht in der Verlängerung des Unterarms; von der Seite gesehen leicht abgewinkelt. Vorderpfoten : Breit, mit kräftigen, eng aneinanderliegenden, stark gewölbten Zehen.

HINTERHAND : Allgemeines : Mässig gewinkelt und muskulös; Hinterläufe von hinten gesehen parallel, nicht eng stehend. Oberschenkel : Kräftig, muskulös, Keulen breit. Kniegelenk : Gut gewinkelt, weder aus- noch einwärts gedreht. Unterschenkel : Schräg gestellt, ziemlich lang. Sprunggelenk : Leicht gewinkelt, fest. Hintermittelfuss : Von hinten gesehen gerade und parallel gestellt. Hinterpfoten : Breit, mit kräftigen, eng aneinanderliegenden, stark gewölbten Zehen. Afterkrallen toleriert, sofern sie den Bewegungs- ablauf nicht behindern.

GANGWERK : Harmonischer, ausgreifender Bewegungsablauf mit gutem Schub aus der Hinterhand, wobei der Rücken stabil und ruhig bleibt. Vorder- und Hinterpfoten werden geradlinig vorgesetzt.

HAARKLEID

HAAR : Varietät Kurzhaar (Stockhaar) : Deckhaar dicht, glatt, anliegend und derb. Unterwolle reichlich. Keulen leicht behost, Rute dicht behaart. Varietät Langhaar : Mittellanges, gerades Deckhaar mit reichlich Unterwolle. Gesicht und Ohren kurz behaart; über Hüfte und Kruppe meistens etwas gewellt; Vorderläufe mit Befederung; stark behoste Keulen; Rute buschig.

Bernhardiner1.JPG

FARBE : Grundfarbe weiss mit kleineren oder grösseren rotbraunen Platten (Plattenhunde) bis durchgehende rotbraune Decke über Rücken und Flanken (Mantelhunde). Zerrissener Mantel (mit Weiss durchbrochene Decke) gleichwertig. Gestromtes Rotbraun zulässig. Braungelb toleriert. Dunkle Verbrämung am Kopf erwünscht. Anflug von Schwarz am Körper toleriert. Vorgegebene weisse Abzeichen : Brust, Pfoten, Rutenspitze, Nasenband, Blesse und Genickfleck. Erwünschte Abzeichen : Weisser Kragen, symmetrische dunkle Maske.

GRÖSSE : Widerristhöhe :

  • Mindestmass Rüden: 70 cm.
  • Mindestmass Hündinnen: 65 cm.
  • Höchstmass Rüden: 90 cm.
  • Höchstmass Hündinnen: 80 cm.

Hunde, welche das Höchstmass überschreiten, werden in ihrer Beurteilung nicht abgewertet, sofern sie in ihrer Gesamterscheinung harmonisch wirken und ein korrektes Gangwerk aufweisen.

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