Ca de Bestiar

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Ca de Bestiar
Platzhalter Hunderassen.png
FCI - Standard Nr. 312
Patronat, Herkunft Spanien, Balearen
Klassifikation FCI

Gruppe 1
Sektion 1

Rassenamen Ca de Bestiar
Größe Rüden 66 – 73 cm, Hündinnen 62 – 68 cm
Gewicht Mittleres Gewicht ca. 40 kg
Fell:
  • Beschaffenheit
  • Farbe
  • Kurz und der Haut gut anliegend; auf dem Rücken etwa 1,5 bis 3 cm lang, mit sehr feiner, auf der Haut anliegender, dünner Unterwolle. Bei der langhaarigen Varietät kann das Haar auf dem Rücken leicht gewellt sein und je nach Jahreszeit etwas mehr als 7 cm Länge erreichen; im Winter ist es am längsten

  • Die einzig zulässige Farbe ist Schwarz in seinen Tönungen Jett-, Normal- und Pechschwarz. Weiss ist nur auf der Brust zulässig, als dünne Krawatte unter dem Hals und an den Vorder- und Hinterpfoten
Schädel:
  • Kopfform
  • Ohren
  • In der Seitenansicht ist er leicht dreieckig; von oben gesehen ist er im oberen Teil breiter als im unteren Teil; er ist massig, ohne schwer zu sein

  • Geknickt, im Verhältnis zum Kopf eher klein dimensioniert, dreieckig.Ohrhaltung: normalerweise gefaltet und herabhängend, dabei etwas vom Fang abstehend; in der Ruhestellung nach hinten zurückgelegt; wenn der Hund aufmerksam ist, richtet sich der Querknick etwas auf die Ohren stehen etwas weiter von den Backen ab.
Körper:
  • Aussehen
  • Rute
  • Robuster, sehr gut proportionierter Körper, der gleichzeitig Kraft und Behändigkeit vermittelt

  • In der Horizontalen angesetzt und von rundem Querschnitt, am Ansatz eher dick.In der Länge reicht sie mindestens bis zum Sprunggelenk, aber sie ist nie so lang, dass sie den Boden berührt
Verwendung Hüte-, Wach- und Schutzhund
Rassen von A bis Z

Der Ca de Bestiar ist eine von der FCI (Nr. 312, Gr. 1, Sek. 1) anerkannte spanische Hunderasse.

Herkunft und Geschichtliches

Der Ca de Bestiar (wörtlich übersetzt „Viehhund“, deutsche Rassebezeichnung: Mallorca-Schäferhund) ist der Hund der Gehöfte und Herden der Balearen. Die Herkunft der Rasse wird sich wohl nie klären lassen. Bedingt durch die Insellage bildete sich wohl auch durch importierte Herdengebrauchshunde ein Hundetyp heraus, mit großer Variationsbreite, halt so wie er gebraucht wurde. Der Hund der Rinderhirten war so größer, kräftiger, als der Hund der Schaf- und Zigenhirten, der wendiger, kleiner sein mussten, um auch den Ziegen nachsteigen zu können. Noch bis in die 1930er-Jahre war er weit verbreitet und wegen der Wachsamkeit und Zuverlässigkeit beliebt. Der Niedergang begann mit der Francodiktatur. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde zudem kontinentaleuropäischen Rassen eingekreuzt. Das Bild wandelte sich und der ursprüngliche Rassetyp lief Gefahr zu verschwinden. Erst 1967 wurde man sich dessen bewußt. Ein Liebhaber des Ca de Bestiar, Alonso Guasp, machte sich daran, die Rasse zu retten und gründete 1970 den „Club del Perro de Pastor Mallorquín“. 1975 wurde der erste Rassestandard festgelegt. Auf einer Hundeausstellung wurde er das erste mal 1980 gesehen. Relativ schnell, 1982, erfolgte mit der Anerkennung durch die FCI die Bekanntgabe des ersten offiziellen Standards. Hans Räber erwähnt in Enzycolpädie der Hunderassen das nur 100 Hunde ins Zuchtbuch eingetragen sind, viel zu wenig für einen dauerhaften Bestand; der langhaarige Typ sei vielleicht schon ausgestorben.

Beschreibung

Der Ca de Bestiar ist ein großer, bis 73 cm und 40kg schwerer Hirten- und Wachhund. Das Haar ist kurz, anliegend, auf dem Rücken etwa 1,5 bis 3 cm lang, mit sehr feiner, auf der Haut anliegender, dünner Unterwolle. Bei der langhaarigen Varietät kann das Haar auf dem Rücken leicht gewellt sein und je nach Jahreszeit etwas mehr als 7 cm Länge erreichen; die Unterwolle ist gut verteilt und nicht dick, schwarz in unterschiedlichen Tönungen. Die Ohren stehen leicht geknickt seitlich ab, sind vergleichsweise klein, dreieckig, dick und hoch angesetzt. Die Farbe des Fells beschreibt die FCI folgendermaßen: „Die einzig zulässige Farbe ist Schwarz in seinen Tönungen Jett-, Normal- und Pechschwarz. Weiss ist nur auf der Brust zulässig, als dünne Krawatte unter dem Hals und an den Vorder- und Hinterpfoten (…)“. Räber erwähnt zusätzlich noch eine dunkle Stromung.

Diese leidenschaftlich mutige und unabhängige Rasse sieht ziemlich derb aus, weil sie nie auf Schönheit gezüchtet wurde. Sie ist unkompliziert, urtümlich und selbstlos, geistig und körperlich gesund. Es ist zwar ungewöhnlich, dass ein schwarzer Hund Hitze gut verträgt, aber diese Rasse hält auch hohe Temperaturen aus – deswegen wurden einige Tiere nach Südamerika exportiert, wo sie zum Schutz von privaten Anwesen eingesetzt werden. Weil der Ca de Bestiar imstande ist, in großer Hitze zu arbeiten und sich bei kaltem Wetter ein dickes Fell zuzulegen, ist er auch ein guter Kandidat für die Kojotenbekämpfung auf nordamerikanischen Schaffarmen. Im menschlichen Umgang ist er kein unproblematischer Hund, oft unleidlich gegen Fremde und/oder gegen andere Hunde, seiner „eigenen Menschen-Familie“ aber treu ergeben; starker Schutztrieb.

FCI - Standard Nr. 321

KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 1 Hütehunde und Treibhunde (ausgenommen Schweizer Sennenhunde). Sektion 1 Schäferhunde. Ohne Arbeitsprüfung.

ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD: Hund von leicht konvexem Profil, gross, aber ohne Übertreibung, und von mittlerem Gewicht. Er ist vollständig schwarz oder schwarz mit weissem Brustabzeichen, gut proportioniert, rustikal, kräftig, muskulös, robust und behände. Es existieren zwei Haarvarietäten: • Kurzhaar, meist verbreitete Varietät, und • Langhaar.

WICHTIGE PROPORTIONEN : Das Format dieses Hundes ist etwas grösser als der Durchschnitt; er weist mittlere Proportionen auf und sein Profil ist leicht konvex. • Bei Hündinnen darf die Körperlänge bis zu 3% grösser sein als die Widerristhöhe. • Die Länge des Fangs und die des Schädels stimmen überein. • Die Länge des Halses entspricht der Länge des Kopfes. • Bei erwachsenen Rüden ist der Brustumfang, gleich hinter dem Widerrist und hinter den Ellenbogen gemessen, um einige Zentimeter grösser als die Widerristhöhe.


VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN) : Hund von grossem Adel. Er anerkennt nur einen Herrn und lässt es nur ungern zu, dass sich ihm Fremde nähern; intelligent, führig, anhänglich; in der Jugend äusserst scheu und zurückhaltend, erreichen seine Gefühlsausbrüche ungeahnte Ausmasse; seinem Herrn ist er bis in den Tod treu; sein Blick lässt erkennen, was er denkt; er ist tapfer und streitsüchtig.

KOPF : In der Seitenansicht ist er leicht dreieckig; von oben gesehen ist er im oberen Teil breiter als im unteren Teil; er ist massig, ohne schwer zu sein. Er ist geräumig genug, um einer guten Intelligenz Platz zu geben; er ist gut ausgeformt und gut zum Körper proportioniert. Er muss eher voluminös sein, ohne jedoch jemals molosserähnlich zu werden. Der Nasenrücken verläuft zum Schädel parallel; die oberen Begrenzungslinien von Fang und Schädel sind leicht divergent.

OBERKOPF : Schädel : Profil leicht konvex. Zwischen den Schläfenbeinen gemessen muss die Kopfbreite die Länge der Linie zwischen der Region über den Augen und dem Hinterhauptfortsatz leicht (um etwa 1,2%) übertreffen; im ersten Drittel der Stirnmittellinie kann man eine leichte Furche erkennen; der Hinterhauptkamm ist ausgeprägt. Stop : Betont, jedoch nicht schroff, sondern sanft ansteigen.

GESICHTSSCHÄDEL : Nasenschwamm : Feucht, kühl, schwarz, gross, mit gut geöffneten Nasenlöchern; er ist nicht gespalten; fleckig depigmentierte oder hellere Stellen werden stark bestraft. Fang : Breit, offensichtlich kräftig; er darf nicht spitz sein, dennoch muss seine Tiefe und Breite zu den Augenhöhlen hin allmählich zunehmen; bei der Varietät Ca-cabrer (Hund mit Ziegenhaar = Langhaar) ist er spitzer; das Profil des Nasenrückens ist leicht konvex; in der Seitenansicht verlaufen die Unterkieferäste geradlinig. Die Schleimhaut des Gaumendaches ist schwarz.

Lefzen : Schwarz; bei geschlossenem Fang verdeckt die Oberlefze die untere; der Lefzenwinkel ist wenig sichtbar; gut zum Kopf passende, unauffällige Lefzen. Kiefer / Zähne : Zähne sehr weiss, gut entwickelt und gut eingesetzt; Scherenschluss, wobei die oberen äusseren Schneidezähne deutlichen Kontakt mit den unteren Fangzähnen haben; gut entwickelte Molaren. Augen : Eher klein, leicht mandelförmig; sie treten weder hervor noch liegen sie tief in den Augenhöhlen; sie sind nicht allzu weit auseinanderliegend, zentriert, leicht schräg eingesetzt, lebhaft; ihre Farbe reicht von Rosmarin-honigfarben (recht hell) bis zu Johannisbrot-honigfarben (dunkel); Ausdruck rätselhaft, mit gleichzeitig intelligentem und traurigem Blick, aus dem auch Misstrauen spricht. Die Augenlider sind dünn, schwarz und schräg, eng am Augapfel anliegend. Ohren : Geknickt, im Verhältnis zum Kopf eher klein dimensioniert, dreieckig; die Ohrspitze reicht bis zum Augenwinkel auf derselben Seite oder die Ohren sind etwa so lang wie der Schädel; sie sind unkupiert, recht dick, hoch angesetzt, die Spitze leicht vom Schädel wegstrebend; sie zeigen eine Längsfalte und auf Höhe des ersten Drittels einen Querknick. Ohrhaltung: normalerweise gefaltet und herabhängend, dabei etwas vom Fang abstehend; in der Ruhestellung nach hinten zurückgelegt; wenn der Hund aufmerksam ist, richtet sich der Querknick etwas auf die Ohren stehen etwas weiter von den Backen ab.

HALS : Massiv, muskulös, fest und gut zu Kopf und Körper passend; dick mit sehr leichter Wamme; sein zylindrischer Durchmesser nimmt zum Ansatz hin zu; die Haut ist widerstandsfähig und elastisch, weder dünn noch dick; im oberen Bereich und an den Seiten gut anliegend, an der Unterseite etwas lockerer.

KÖRPER : Gesamtansicht : Robuster, sehr gut proportionierter Körper, der gleichzeitig Kraft und Behändigkeit vermittelt. Widerrist : Betont, mindestens auf gleicher Höhe wie der obere Teil der Kruppe; der Bereich zwischen den Schulterblättern ist breit und kräftig. Rücken/Lendenlinie : Gerade, horizontal, nie eingefallen. Lenden : Breit und kräftig. Kruppe : Sie ist normal dimensioniert, leicht gerundet, breit, kräftig und muskulös; nie hervortretend oder abfallend; ihr oberer Teil muss auf gleicher Höhe wie der Widerrist liegen; ihre Breite zwischen den Hüfthöckern entspricht ihrer Länge (Entfernung Darmbein-Sitzbein). Brust : Geräumig und tief, höchstens bis zu den Ellenbogen reichend; ihre Breite entspricht ungefähr der Halslänge. Recht hoch, nicht hervorstehend, mit leicht betontem Brustbein. Rippen gewölbt (weder flach noch tonnenförmig). Untere Profillinie und Bauch : Flanken mittelmässig voluminös; Bauch leicht aufgezogen, aber nie windhundartig noch reicht er so weit herab, dass man ihn für eine Verlängerung der Brust halten könnte; er ist angedeutet profiliert und muss den Eindruck von Behändigkeit vermitteln.

RUTE : In der Horizontalen angesetzt und von rundem Querschnitt, am Ansatz eher dick. Etwa 8 cm nach dem Ansatz plättet sich ihr unteres Profil auf etwa 10 cm Länge ab, um dann wieder einen bis zur Rutenspitze abnehmenden, runden Querschnitt aufzuweisen. Sie ist unkupiert. In der Länge reicht sie mindestens bis zum Sprunggelenk, aber sie ist nie so lang, dass sie den Boden berührt. Ohne Fahne oder Federn; bei älteren Hunden sind Federn erlaubt, sofern sie schwach entwickelt sind. Bei der langhaarigen Varietät soll die Rute reichlich lange Federn aufweisen. In der Ruhe hängt die Rute natürlich oder ist leicht nach aussen aufgebogen und berührt leicht das Sprunggelenk.

Es gilt als schwerer Fehler, wenn die Spitze der Rute bis zum Boden reicht. Wenn der Hund in Bewegung ist, schlägt die Rute hin und her und hebt sich als Sichelrute über die Horizontale, ohne sich dabei einzurollen.

GLIEDMASSEN

VORDERHAND : Gesamtansicht: Kräftige Gliedmassen; korrekter Stand; von vorn und von der Seite gesehen zueinander parallel und senkrecht. Schultern : Schräg und kräftig. Winkel Schulterblatt- Oberarmbein: 115°. Oberarm : Gleich lang wie das Schulterblatt. Ellenbogen : Weder ein- noch ausgedreht, gut am Brustkorb anliegend. Winkel Oberarm-Speiche : 130°. Unterarm : Kräftig, gut gewinkelt, senkrecht. Knochen kräftig, senkrecht, breit und gerade. Vordermittelfuss : Kurz und leicht schräg. Vorderpfoten : Beinahe Hasenpfoten (ein wenig kürzer und breiter als diese); Zehen mittelmässig hoch, mittelmässig gewölbt und eng aneinanderliegend; Ballen schwarz und sehr widerstandsfähig; ohne ausgeprägte Zehenzwischenhaut.

HINTERHAND : Gesamtansicht : Muskulös, kräftig, Stand korrekt; Profil der Muskulatur verschwommen, aber fest. Winkel Hüftbein-Oberschenkelbein: 115° (entspricht dem Winkel Schulterblatt-Oberarmbein). Oberschenkel : Kräftig und muskulös. Winkel Oberschenkelbein-Schienbein: 130° (entspricht dem Winkel O berarmbein-Speiche). Unterschenkel : Lang, kräftig. Sprunggelenk : Wenig betont, der sehr offene Winkel beträgt 135°. Das Gelenk liegt um etwas weniger als ein Drittel der Widerristhöhe über dem Boden. Hintermittelfuss : Gut ausgeprägt. Hinterpfoten : Nahezu Hasenpfoten, flach, mit halbgewölbten und eng aneinanderliegenden Zehen; Ballen schwarz und widerstandsfähig; Krallen gekrümmt, hart und schwarz. Ohne ausgeprägte Zwischenzehenhaut. Von Geburt an mit oder ohne Afterkrallen; bei Vorhandensein sollten sie entfernt werden.

GANGWERK : Von entschlossener und eleganter Art. Im Trab bewegen sie die Gliedmassen diagonal, wobei die Hinterhand gegenüber der Marschrichtung der Vorderhand leicht seitlich abweicht. Freier, rustikaler, schneller Galopp, wobei die hinteren Gliedmassen beim Abstossen vom Boden gut voneinander weg, d.h. seitlich der Vordergliedmassen aufgesetzt werden, wie wenn der Hund Sprünge ausführen würde. Der Galopp ist die bevorzugte Gangart und die übliche bei der Arbeit.

HAUT : Elastisch; ohne Falten; widerstandsfähig; von hellgrauer Farbe.

HAARKLEID

HAAR : Kurz und der Haut gut anliegend; auf dem Rücken etwa 1,5 bis 3 cm lang, mit sehr feiner, auf der Haut anliegender, dünner Unterwolle. Bei der langhaarigen Varietät kann das Haar auf dem Rücken leicht gewellt sein und je nach Jahreszeit etwas mehr als 7 cm Länge erreichen; im Winter ist es am längsten. Die Unterwolle ist gut verteilt und nicht dick. Die Normallänge des Haares wird an der Fahne der Rute, an den Ohrspitzen und an der Rückseite der Gliedmassen überschritten. Bei beiden Varietäten muss das Haar weich, widerstandsfähig und genügend fein sein.

FARBE : Die einzig zulässige Farbe ist Schwarz in seinen Tönungen Jett-, Normal- und Pechschwarz. Weiss ist nur auf der Brust zulässig, als dünne Krawatte unter dem Hals und an den Vorder- und Hinterpfoten. Weiss an den Krallen und an den Zehenspitzen beeinträchtigt je nach leicht abzuschätzender Ausdehnung den Formwert. Das tadellose Jettschwarz wird am meisten gewertet, Normal- und Pechschwarz werden etwas weniger geschätzt.

GRÖSSE UND GEWICHT : Widerristhöhe : Zwischen 66 – 73 cm für Rüden. Zwischen 62 – 68 cm für Hündinnen. Eine Abweichung von 1 cm darüber oder darunter wird akzeptiert, sollte sich aber in der Gesamtbeurteilung auswirken.

Gewicht : Mittleres Gewicht ca. 40 kg.



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