Do Khyi

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Do Khyi
DoKhyi.jpg
FCI - Standard Nr. 230
Patronat, Herkunft FCI, Tibet
Klassifikation FCI

Gruppe 2
Sektion 2.2

Rassenamen Do Khyi
Größe Mindestens 66 cm für Rüden, mindestens 61 cm für Hündinnen.
Gewicht nicht spezifiziert
Fell:
  • Beschaffenheit
  • Farbe
  • hart und dick, das Deckhaar ist nicht zu lang, das Unterhaar ist in der kalten Jahreszeit dicht und ziemlich wollig, in den wärmeren Monaten wird es eher spärlich

  • Tiefschwarz, mit oder ohne lohfarbene Abzeichen; Blau, mit oder ohne lohfarbene Abzeichen; Gold in allen Schattierungen von sattem Gelbgold bis zu tiefem Rotgold, Zobelfarbe. Alle Farben so rein wie möglich
Schädel:
  • Kopfform
  • Ohren
  • Breit, schwer und kräftig. Im Erwachsenenalter kann sich eine Falte bilden, die oberhalb der Augen beginnt und bis hinunter zu den Mundwinkeln verläuft

  • Mittelgross, dreieckig, herab hängend; zwischen der Schädeldecke und den Augen nach vorn fallend werden sie eng am Kopf anliegend getragen
Körper:
  • Aussehen
  • Rute
  • Mächtig, schwer, gut gebaut, mit guter Knochenstärke. Imposant; mit würdevollem und erhabenem Auftreten

  • Mittellang. Auf Höhe der Rückenlinie hoch angesetzt. Bei Aufmerksamkeit und in der Bewegung hoch und lose über dem Rücken gerollt getragen
Verwendung Begleithund, Wach- und Schutzhund
Rassen von A bis Z

Die Tibetdogge ist eine von der FCI (Nr.230, Gr.2, Sek.2.2) anerkannte Hunderasse aus Tibet. Das Zuchtbuch führt der FCI.

Inhaltsverzeichnis

Herkunft und Geschichtliches

Der in Tibet Do Khyi (übersetzt: angebundener Hund) genannte Hirtenhundetypus stammt aus den Hochebenen des Himalaya und Transhimalaya und wird gerne als eine der ältesten Rassen des Ostens bezeichnet. Nähere Mitochondrien-DNA-Untersuchungen dazu stehen aber noch aus. Nachdem Tibet bis zu seiner Annexion 1959 durch Chinaeine von westlichen und auch weiteren Einflüssen ziemlich unberührte, antike Hochkultur war, ist anzunehmen, dass sich die auch Tibetdogge genannte Hunderasse in den vergangenen Jahrhunderten ohne weitere Einflüsse (wie einige andere in der Abgeschiedenheit Tibets überlebende alte Haustierrassen auch) von außen relativ unverändert entwickelt und erhalten hat.

Anders als in vielen Hirtenkulturen wurde in Tibet der Hund auch im Bezug auf die Darstellung "des Rad des Lebens" auf etlichen antiquierten Thankas und Malereien dargestellt, von daher ist der unveränderte Typus des Hundes über einen langen Zeitraum zurück nachzuprüfen. Erste genauere Schilderungen in Europa stammen aus den Überlieferungen Marco Polos, welcher um 1271 Asien bereiste und über die Hunde des Tibetischen Hochlandes berichtete.

Die Annahme, die Tibetdogge wäre der Urahn aller doggenartigen Hunde, war bereits um die Jahrtausendwende des 19. Jahrhunderts (1875 - 1935) unter den damaligen Kynologen heftig umstritten und ist bis heute nicht mittels gentechnischer Forschungen hinterlegt oder gar abgeklärt. Es wäre auch denkbar, dass die Doggenartigen und die Tibetdogge einen gemeinsamen Vorfahren in der Gegend des damaligen Mesopotamien (heute Iran/Irak/Afghanistan) haben.

Beschreibung

Dieser bis 70 cm große und 85 kg schwere, sehr kräftige, im Alter massive Hund drückt Würde aus. Er ist in den Farben einfarbig Schwarz, einfarbig Rot, einfarbig Blau, Schwarzmarkenfarben oder als Blau- und tanfarbener zu finden. Ein eher kleinerer weißer Stern auf der Brust ist erlaubt, sowie kleine weiße Abzeichen an den Zehen. Das Haar ist von großer Dichte mit sehr starker Unterwolle im Winter meist in einer Art von Langstockhaar. Das Deckhaar ist fest und zusammen mit der dichten Unterwolle extrem witterungsunempfindlich. Das Haar auf den Kopf über den Nacken bildet besonders beim Rüden eine mächtige Halskrause.

Der Hund zeigt einen nahezu quadratischen Aufbau mit guten, funktionalen Winkelungen der Vor- und Hinterhand und kräftiger Hals- und Nackenpartie. Die kräftig befederte Rute trägt er gerollt über dem Rücken. Der Kopf ist beim ausgewachsenen Hund schwer und breit, steht aber im Verhältnis zum Körper, die Ohren sind eher klein bis mittelgroß und werden seitlich hängend am Kopf, bei Aufmerksamkeit auch nach vorne gerichtet getragen. Das Gebiss ist mittelkräftig und zeigt im Normalfall ein Scherengebiss, Zangengebiss ist ebenfalls erlaubt. Die Lefzen zeigen, trotz kräftiger Ausbildung einen guten Schluss.

Der Ausdruck des Hundes ist ernst und würdevoll bis mürrisch, keinesfalls aber unfreundlich.

Verwendung

Der Do Khyi ist auch heute wieder (nach der unerbittlichen Verfolgung zur Zeit der Chinesischen Roten Garden) in seinem angestammten Lebensraum zu finden. Er wird auch heute noch zur Bewachung von Hab und Gut in den unterschiedlichen Himalayaregionen über 4000 m gebraucht.

Er ist Fremden gegenüber zurückhaltend und misstrauisch und als Wachhund in seiner angestammten Aufgabe in den Heimatregionen bis heute unbestechlich und zuverlässig. Wird der Hund als Wächter von fremden Reisenden in Himalayaregionen angetroffen, so ist es sicher ratsam seinen Arbeitsbereich zu meiden.

Durch die Vermischung mit anderen, von Reisenden mitgebrachten Hunden ist allerdings die Reinheit der Rasse in Zukunft weiterhin in Gefahr. Nachdem seit Kurzem die Tibetdogge von reichen Chinesen als ein Statussymbol geschätzt wird, und sehr hohe Preise für diese Hunde gezahlt werden, ist die Zukunft der Hunde in wirklicher Gefahr.

Im Westen wird der Do Khyi seit 1976 (USA) und 1979 (Europa) aus einigen wenigen importierten Hunden aus den Nachbarregionen um Tibet (Nepal, Bhutan, Nordindien) gezüchtet. Hier bei den Liebhabern dieser Rasse hat sich der Do Khyi als eine loyale, selbständig handelnde, umgängliche Hundepersönlichkeit herausgestellt, welche seiner Aufgabe als unbestechlicher Wächter auch heute noch gut gerecht wird.

Ein Do Khyi sollte ein abwechslungsreiches Umfeld vorfinden in welchem er seiner angestammten Aufgabe noch nachgehen kann. Es empfiehlt sich für die Haltung ein gut umfriedetes Grundstück mit genereller Anbindung an seine Familiengruppe. Zwingerhaltung ist ausgeschlossen und bringt eine verschlossene, nicht mehr zugängliche Hundepersönlichkeit hervor. Die Tibetdogge meldet alles ihr ungewohnte und sollte deshalb im frühen Alter an alle Begebenheiten in ihrer Umgebung gewöhnt werden.

FCI - Standard Nr. 230

VERWENDUNG : Begleithund, Wach- und Schutzhund.

KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 2 Pinscher und Schnauzer – Molossoide – Schweizer Sennenhunde. Sektion 2.2 Molossoide, Berghunde. Ohne Arbeitsprüfung.


ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD : Mächtig, schwer, gut gebaut, mit guter Knochenstärke. Imposant; mit würdevollem und erhabenem Auftreten. Zeigt eine Verbindung von majestätischer Stärke, Robustheit und Ausdauer; tauglich zur Arbeit unter allen klimatischen Bedingungen. Die Rasse entwickelt sich langsam, Hündinnen sind erst mit 2 – 3 Jahren, Rüden frühestens mit 4 Jahren ausgereift.

WICHTIGE PROPORTIONEN :

Der vom Hinterhauptsstachel zum Stop gemessene Schädel ist von gleicher Länge wie das Vorgesicht, das aber auch etwas kürzer sein darf.
Die Körperlänge übertrifft leicht die Widerristhöhe.

VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN) : Unabhängig, mit Schutzinstinkt. Respekt einflößend. Höchst ausgeprägte Treue seiner Familie und seinem Territorium gegenüber.

KOPF : Breit, schwer und kräftig. Im Erwachsenenalter kann sich eine Falte bilden, die oberhalb der Augen beginnt und bis hinunter zu den Mundwinkeln verläuft.

OBERKOPF :

Schädel : Groß, sehr leicht gewölbt, mit stark ausgeprägtem Hinterhauptstachel.
Stop : Gut ausgeprägt.

GESICHTSSCHÄDEL :

Nasenschwamm : Breit, je nach Fellfarbe so dunkel wie möglich; die Nasenlöcher sind gut geöffnet.
Fang : Ziemlich breit, gut ausgefüllt und tief. Das Fangende ist viereckig.
Lippen : Gut entwickelt, die Oberlefzen bedecken den Unterkiefer.

Kiefer / Zähne : Kräftige Kiefer mit perfektem, regelmässigem und vollständigem Scherengebiss, wobei die obere Schneidezahnreihe ohne Zwischenraum über die untere greift und die Zähne senkrecht im Kiefer stehen. Zangengebiss erlaubt. Lückenlos schließende Zahnreihen.

Augen : Von mittlerer Grösse; braun in allen möglichen Schattierungen abhängig von der Fellfarbe; je dunkler, desto besser. Weit voneinander und etwas schräg eingesetzt, oval. Die Augenlider liegen straff am Augapfel an. Würdevoller Ausdruck.
Ohren : Mittelgross, dreieckig, herab hängend; zwischen der Schädeldecke und den Augen nach vorn fallend werden sie eng am Kopf anliegend getragen. Bei Aufmerksamkeit werden die Ohren nach vorn gerichtet. Die Ohrlappen sind von weichem, kurzem Haar bedeckt.

HALS : Kräftig, gut bemuskelt, gewölbt. Wamme nicht zu stark entwickelt. Von einer dicken Mähne abstehenden Haars bedeckt, die bei Hündinnen weniger ausgeprägt ist.

KÖRPER : Kräftig.

Rücken : Gerade, muskulös.

Kruppe : Breit und ziemlich flach.

Brust : Recht tief, mässig breit. Die Rippen sind gut gewölbt, so daß der Brustkorb herzförmig ist. Der Brustkorb reicht bis unter die Ellenbogenhöhe.

RUTE : Mittellang. Auf Höhe der Rückenlinie hoch angesetzt. Bei Aufmerksamkeit und in der Bewegung hoch und lose über dem Rücken gerollt getragen; gut befedert.

GLIEDMASSEN

VORDERHAND : Gerade, gut gewinkelt, rundum gut von kräftigem Haar bedeckt.

Schultern : Gut gelagert, muskulös.
Ellenbogen : Weder ein- noch ausdrehend.
Unterarm : Gerade, starkknochig.
Vordermittelfuss : Kräftig, leicht schräg stehend.

HINTERHAND : Kraftvoll, muskulös, mit guter Winkelung. Von hinten gesehen stehen die Hinterläufe parallel.

Oberschenkel : Ziemlich lang; kräftig mit ausgeprägter, harter Muskulatur, die aber nicht hervortritt.
Knie : Gut gewinkelt.
Sprunggelenk : Kräftig, niedrig stehend. Mit oder ohne Afterkrallen.

PFOTEN: Ziemlich gross, kräftig, rund und kompakt. Zwischen den gut gewölbten Zehen gut mit Haar befedert.

GANGWERK / BEWEGUNG : Kraftvoll, aber stets leichtfüßig und elastisch: mit gutem Raumgriff und Schub. Mit zunehmender Geschwindigkeit Neigung zum Schnüren. Der Schritt wirkt sehr bedächtig. Fähig, seine Funktion auf unterschiedlichstem Terrain gleichermaßen ausdauernd und geschmeidig zu erfüllen.


HAARKLEID

HAAR : Die Qualität des Haars ist wichtiger als die Menge. Es ist hart und dick, das Deckhaar ist nicht zu lang, das Unterhaar ist in der kalten Jahreszeit dicht und ziemlich wollig, in den wärmeren Monaten wird es eher spärlich. Bei Rüden ist das Haar deutlich üppiger als bei Hündinnen. Das Haar ist fein, aber hart, gerade und abstehend. Es ist nie seidig, gelockt oder gewellt. Die reiche Behaarung an Hals und Schultern wirkt wie eine Mähne. Die Rute ist buschig und gut befedert. Die Hinterläufe sind hinten im oberen Teil gut befedert.

FARBE : Tiefschwarz, mit oder ohne lohfarbene Abzeichen; Blau, mit oder ohne lohfarbene Abzeichen; Gold in allen Schattierungen von sattem Gelbgold bis zu tiefem Rotgold, Zobelfarbe. Alle Farben so rein wie möglich. Die Lohfarbe reicht von intensiver Kastanienfarbe bis hin zu einem helleren Farbton. Ein weisser Stern auf der Brust ist zulässig. Minimale weisse Abzeichen an den Pfoten sind erlaubt. Die lohfarbenen Abzeichen befinden sich oberhalb der Augen, an den unteren Partien der Gliedmassen, an der Unterseite der Rute sowie am Fang. Eine brillenförmige Zeichnung rund um die Augen wird toleriert.

GRÖSSE: Widerristhöhe : Mindestens 66 cm für Rüden, mindestens 61 cm für Hündinnen.

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