Dummyarbeit

Aus Hunde-Wissen
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Allgemeines

Die Dummyarbeit geht auf die Ausbildung von Jagdhunden, insbesondere auf die Arbeit nach dem Schuss, zurück. Dummys kommen in der jagdlichen Ausbildung zum Einsatz, wenn die Hunde noch zu unerfahren sind, um waidgerecht mit echtem Wild arbeiten zu können. Doch auch bei nicht jagdlich geführten Hunden wird die Dummyarbeit als Beschäftigung immer beliebter. Besonders talentiert für die Dummyarbeit sind Retriever. Ihnen als Apportierhunden fällt es meistens besonders leicht, die bei der Arbeit gestellten Aufgaben zu erfüllen. Dummyarbeit eignet sich daher besonders, um einen Retriever seinen Anlagen entsprechend auszulasten. Aber grundsätzlich kann jeder Hund apportieren lernen, und auch sehr viele Nicht-Retriever haben großen Spaß daran!

Dummys

Dummys sind längliche, mit Granulat gefüllte Stoffsäckchen. Es gibt viele unterschiedliche Arten, die je nach Trainingsziel eingesetzt werden. Standarddummys sind grün und wiegen 500g. Dummys in anderen Farben kommen zum Einsatz, damit weniger erfahrene Hunde sie besser fliegen sehen können, zu beachten ist, dass die Farbe Rot nicht im Farbspektrum des Hundes ist, Echtfelldummys eignen sich gut für jagdlich geführte oder schwer zu motivierende Hunde, und Preydummys können mit Leckerlis gefüllt werden. Für Welpen und kleinere Hunde gibt es kleinere und leichtere Dummys. Außerdem gibt es sogenannte „Dead-Fowl“-Dummys, die in Form und Größe echtem Wild entsprechen und mit entsprechenden Duftstoffen präpariert werden können.

Die Basis: Steadiness

Die wichtigste Grundlage für gute Dummyarbeit ist die sogenannte „Steadiness“ oder „Standruhe“. Der Hund soll nicht unkontrolliert fliegenden Dummys hinterherhetzen oder selbstständig zur Suche starten, sondern jederzeit auf die Signale des Hundeführers warten. Die Steadiness wird durch verschiedene Übungen, bei denen Dummys sich um den Hund herum bewegen, die der Hund nicht arbeiten darf, aufgebaut und gefestigt.

Die drei Abteilungen

Die eigentliche Apportierarbeit besteht aus drei Abteilungen, die verschiedene Situationen der Niederwildjagd nachstellen. Die Abteilungen heißen Markieren, Einweisen und Freiverlorensuche.

Markieren

Bei einer Markierung werden nach einem Schuss oder einem anderen Geräusch ein oder mehrere Dummys geworfen. Der Hund sieht entweder die ganze Flugbahn oder nur einen Teil davon und muss sich die Fallstelle merken. Auf ein Zeichen des Hundeführers soll der Hund auf direktem Weg zu dem Dummy laufen, es aufnehmen und auf direktem Weg wieder zum Hundeführer zurückbringen. Der Hund soll beim Markieren idealerweise mit seinen Augen arbeiten, nicht mit der Nase. Außerdem ist ein gutes Gedächtnis wichtig, da fortgeschrittene Hunde sich die Fallstelle auch über längere Zeit merken müssen. Beim Markieren gibt es unzählige Variationen: Einfachmarkierungen, Mehrfachmarkierungen, Markierungen mit Geländewechsel, über Hindernisse, ins oder übers Wasser und viele mehr. Da der Hund die Flugbahn des Dummys gut sehen können soll, muss auf die Farbe des Dummys geachtet werden. Es soll sich möglichst deutlich vom Hintergrund abheben. Für sehr erfahrene Hunde kann dagegen durch die Wahl eines Dummys, das weniger gut zu sehen ist, eine zusätzliche Schwierigkeit eingebaut werden.

Einweisen

Das Ziel beim Einweisen ist, den Hund über Pfiffe und Handzeichen so zu dirigieren, dass er ein Dummy, das er nicht fallen gesehen hat, finden kann. Dabei spiel die Zusammenarbeit von Hund und Hundeführer eine besonders große Rolle. Gibt der Hundeführer keine eindeutigen Signale oder lässt sich der Hund nicht genau führen, kann das Dummy nicht gefunden werden.

Freiverlorensuche

Hierbei weiß weder der Hundeführer, wo das Dummy liegt, noch hat der Hund das Dummy fallen sehen. Es wird ein Suchgebiet definiert, in dem der Hund selbstständig nach dem Dummy sucht. Der Hundeführer wirkt auf den Hund nur ein, wenn dieser im Begriff ist, das Suchgebiet zu verlassen. Im Gegensatz zur Markierung arbeitet der Hund bei der Freiverlorensuche mit der Nase. Wetter, Wind und Temperatur beeinflussen die Verbreitung eines Geruchs. Dies sollte im Training berücksichtigt werden, damit der Hund lernt, bei verschiedenen Verhältnissen effektiv zu suchen.

Prüfungen

Dummyprüfungen und Working Tests werden vom Deutschen Retriever Club durchgeführt. Die Mindestvoraussetzung, um an Working Tests teilnehmen zu können, ist eine bestandene Dummyprüfung in der Anfägerklasse. Es gibt jedoch auch noch höhere Dummyprüfungen. Die Dummyprüfungen und Working Tests werden in den Klassen Anfänger, Fortgeschrittene und offene Klasse durchgeführt. Um in eine höhere Klasse aufzusteigen, muss mindestens eine Prüfung der niedrigeren Klasse mit „sehr gut“ bestanden werden.



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