Entwicklungsgeschichte

Aus Hunde-Wissen
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Der Wolf

Domestikation: Vom Wolf zum Hund

Vor ca. 2 Millionen Jahren hat sich der Grundstock der Familie der Caniden (= lat. Hund) entwickelt, aus der Schakale, Füchse, Hyänen, Wölfe und zuletzt auch Hunde hervorgegangen sind.

Wölfe sind das am weitesten verbreitete Raubtier weltweit; dementsprechend vielfältig ist das Aussehen. Die Fellfarbe variiert von Weiß über Cremefarben ins Gelbe, aber auch ins Rötliche, von Grau bis Schwarz. Beim Eurasischen Wolf überwiegt das Grau; nördlichen Wölfe sind oft weiß. Die Farbe Schwarz steht seit neustem im Verdacht, vor langer Zeit vom Hund übernommen worden zu sein. Die größten Exemplare leben im Norden, Sibirien, Kanada, Alaska, sie werden bis zu 80 cm groß und erreichen ein Gewicht bis zu 80 kg. Die kleinsten Wölfe leben in Arabien. Mit 20 kg sind sie ausgesprochene Leichtgewichte. Europäischen Wölfe liegen dazwischen. In Polen wurden schon Exemplare gesehen mit 70 bis 90 cm Schulterhöhe, aber von leichterem Körperbau verglichen mit den Nordwölfen.

Mittlerweile steht fest, dass der Wolf der direkte Vorfahre des heutigen Hundes ist.

Da Hunde, wie Wölfe, Rudeltiere sind, war es möglich, aus ihnen Haustiere zu machen. Sie zeigen von Natur aus soziale Eigenschaften, wie z.B. die Anerkennung einer Rangordnung bzw. eines Leittieres. Das ist eine Voraussetzung dafür, sich dem Menschen bedingungslos zu unterwerfen.

Heute gehen einige Wissenschaftler davon aus, dass die Trennung der Linie Wolf und Hund sehr früh erfolgte. Nach einem Rechenmodell könnte das vor etwa vor 125.000 Jahren gewesen sein, mit einer Ungenauigkeit von +/- 50.000 Jahren. Zu den ältesten Funden zählt ein Hundeskeletts in einem Doppelgrab bei Oberkassel, Bonn: Alter um die 20.000 Jahre, hier ist der Unterschied zum Wolf schon deutlich zu erkennen.

Die Frage, wo und wann genau der Haushund entstanden ist und wie er sich über die Erde verbreitet hat, ist noch unbeantwortet. Anhand der Mitochondriale DNA (die DNA die nur über die weibliche Linie weitergegeben wird) gilt heute als sicher, dass alle Hunde auf eine Stammmutter zurückgehen. Wie oft männliche Wölfe in diese Linie kamen lässt sich nicht feststellen, es ist wahrscheinlich, dass das immer wieder und an mehreren Orten geschah.

Vermutlich haben die Wölfe zunächst die Nähe des Menschen gesucht, weil dort vielleicht Reste von Jagdbeute für sie übrig blieben. Ein symbiotisches Verhalten, bei der beide Partner von dieser Verbindung profitieren, ist sehr wahrscheinlich. Wölfe könnten sich also selbst "verhaustiert" haben. Vermutlich wurden auch hin und wieder einmal verwaiste Wolfswelpen von Menschen aufgezogen. Die Wölfe, die leicht zähmbar waren, blieben, die anderen wurden verjagt oder getötet und verwertet.

Irgendwann bekamen die zahmen Wölfe in der Umgebung der Menschen Junge und es begann eine Selektion auf die charakterlichen Merkmale, die den Menschen gefielen.

Aus dem Wildtier Wolf wurde im Laufe der Zeit das Haustier Hund. Diesen Prozess nennt man Domestikation oder Domestizierung.

Bei der Haustierwerdung, die sehr lange gedauert hat, hat der Hund sich äußerlich sowie auch in seinem Verhalten geändert. Ein sicheres Merkmal der äußeren Veränderung ist die Vielfältigkeit der entstandenen Rassen. Wildtiere hingegen gleichen sich innerhalb ihrer Art immer.

Auch das Verhalten der Hunde von heute ist ganz anders als früher. Der Hund hat sich dem Menschen immer mehr angepasst und viele urtypische Verhaltensweisen, die ein Wolf zeigt, wie Scheu und Misstrauen, verloren. Heute verlässt ein Hund sich auf die Fürsorge der Menschen.

Hunderassen und ihre Entstehung

Rassehunde nennt man die Hunde, deren Eltern reinrassig und deren weitere Vorfahren über mehrere Generationen bekannt sind. Die verschiedenen Rassen sind dadurch entstanden, dass der Mensch sich vereinzelte „Lieblingshunde“ heraus gesucht hat und nur noch mit diesen Hunden weiter gezüchtet hat. So hat er immer wieder Hunde bekommen, die gleich aussahen oder gleiche Wesensmerkmale hatten. Rassehunde werden entsprechend dem Rassestandard eines Hundeverbandes gezüchtet. Ein Rassestandard ist eine schriftliche „Vorlage“, wie ein Hund dieser Rasse zu sein hat. Zurzeit gibt es im FCI (= intern. Organisation, die Hunderassen anerkennt oder ablehnt und für das Registrieren von Rassehunden verantwortlich ist) 330 anerkannte Hunderassen, die in 10 Gruppen unterteilt sind:

  • Hüte- und Treibhunde
  • Pinscher u. Schnauzer, Mollosser, Schweizer Sennenhunde u.a.
  • Terrier
  • Dachshunde
  • Spitze und Hunde vom Urtyp
  • Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen
  • Vorstehhunde
  • Apportier-. Stöber- und Wasserhunde
  • Gesellschafts- und Begleithunde
  • Windhunde


Natürlich werden nicht alle Hunde mit einem Stammbaum gezüchtet – es gibt auch Mischlinge und Kreuzungen. Ein Mischling ist ein Hund, bei dem mindestens ein Elternteil gemischtrassig ist. Bei einer Kreuzung ist die Abstammung bekannt. Hier wurde ein reinrassiger Hund mit einem anderen reinrassigen Hund verpaart.

Aber ganz gleich, ob reinrassig, gekreuzt oder Mischlingshund – immer kommt es auf den Charakter an und nicht auf das Äußere!

Hunden untereinander ist in der Regel die Abstammung völlig egal, sie schauen nicht auf das Äußere oder einen Stammbaum!


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