Hund am Fahrrad

Aus Hunde-Wissen
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Radfahrer und Hunde

Inhaltsverzeichnis

Der Hund als Gefahrenquelle

Einige Verhaltensregeln und Tipps

Auch Hunde können sehr schreckhaft reagieren. Natürlich kennen sie auch die Verkehrsregeln nicht und können schon mal unvermittelt die Laufrichtung ändern.

Deshalb sollte der verantwortungsvolle Radfahrer einige Verhaltensregeln im Umgang mit Hunden beachten:

  • Beim Vorbeifahren: Erschrecke den Hund nicht! Mache dich kurz vor dem Passieren durch Klingeln oder Laute bemerkbar.
  • Fahre mit ausreichendem Seitenabstand vorbei und sei immer bremsbereit
  • Gerade auf engen Wegen nicht zu schnell vorbeifahren - schon deshalb, weil auch der am Hund hängende Mensch Anspruch auf Freiraum hat und nicht unnötig gefährdet werden sollte. Auf gemeinsamen Rad/Fußwegen, auf Waldwegen, auf Wanderwegen oder Feldwegen hat der gehende Mensch nach den Verkehrsregeln Vorrang, ob mit oder ohne Hund.
  • Dem Radfahrer ist es zuzumuten, ein Stück langsam hinterherzufahren - der rücksichtsvolle Fußgänger wird die nächste Möglichkeit den Radfahrer vorbeizulassen nutzen.
  • Freilaufende Hunde sind in der Regel ungefährlicher als angeleinte. Bei angeleinten Hunden bilden der Mensch, die Leine und der Hund das Hindernis, während ein freilaufender Hund ausweichen kann.
  • Es hat keinen Sinn, vor einem freilaufenden Hund wegzufahren. Ein Hund ist auf kurze Distanz immer schneller als ein Radfahrer. Je höher die Geschwindigkeit ist um so unangenehmer ist ein Sturz.
  • Deshalb im "Notfall" bitte stehen bleiben und auf der dem Hund abgewandten Seite absteigen. Das Rad bleibt so als Hindernis zwischen dir und dem Hund.
  • Manchmal hilft ein lauter Brüller, manchmal aber auch nicht! Deshalb gilt gerade bei hundeunerfahrenen Radfahrern: leise und freundlich Sprechen.
  • Vermeide dem Hund direkt in die Augen zu sehen.
  • Nie nach dem Hund schlagen, treten oder anderweitig Gewalt ausüben, solange er selbst friedlich bleibt! Das würde so manchen erst Hund unnötig aggressiv machen.

Die Rechtslage

Im Falle eines Unfalls mit oder durch den Hund haftet in der Regel der Hundebesitzer nach der Gefährdungshaftung. Es wird also nicht nach der Schuld gefragt. Natürlich kann dem Unfallgegner eine Teilschuld (auch den größeren Teil) zugewiesen werden.

Fazit

Im Allgemeinen lässt sich feststellen, dass Hundebesitzer oder hundeerfahrene Mitmenschen verständlicherweise weniger Probleme mit Hundebegegnungen haben. Oftmals einfach aus dem Grund, dass sie gelassen bleiben.

Einen Hund am Rad führen

Radfahren mit dem Hund ist sehr beliebt und bietet eine schöne Alternative zu normalen Spaziergängen. Wie bei anderen Sportarten auch sollte der Hund vorher daran gewöhnt werden. Um gemeinsam gefahrlos den Sport genießen zu können, sollte der Hund ab einer mitteren Größe und vom Körperaufbau (Muskeln, Sehnen und Gelenke) her ausgewachsen sein. Ein Alter von 15-24 Monaten ist optimal. Die Gesundheit des Hundes steht in jedem Fall an erster Stelle, deshalb gibt es auch hier einiges zu Beachten.

Was ist zu beachten?

  • VOR dem Radfahren sollte dem Hund auf jeden Fall die Möglichkeit gegeben werden, Darm und Blase zu entleeren. Zudem wird durch die Bewegung im Voraus die Muskulatur aufgewärmt.
  • Je nach Trainingsstand und Kondition des Hundes müssen Pausen eingebaut werden. Auch nach dem Radfahren muss der Hundehalter darauf achten, dass der Kreislauf wieder auf ein normales Maß kommen kann. Die Geschwindigkeit sollte so gewählt werden, dass der Hund im Trab laufen kann - gegen kurze Spurts ist nichts einzuwenden.
  • Asphalt sollte so gut wie möglich vermieden werden. Nicht nur die Gelenke werden unnötig hart beansprucht, sondern auch die Pfoten. Die hartgesottenen Radfahrer, die auch bei Minusgraden unterwegs sind, müssen auch beachten, dass gefrorener Schotter wie Sandpapier für die Hundepfoten ist!
  • Die optimalste Gangart für den Hund, die er auch über längere Distanzen durchhält, ist der Trab. Beim Trab werden jeweils zwei diagonal zueinander stehenden Beine gleichzeitig gesetzt. Der Hund läuft dabei leicht schräg zur Laufrichtung. Es ist die eleganteste Gangart, in der die meisten Hunde bei 9-24 km/h laufen
  • Es können Sequenzen im Galopp eingebaut werden. Beim Galopp werden die Hinterbeine "springend" zwischen die Vorderbeine gesetzt, der Rücken wird stark gekrümmt und zeitweise sind alle Beine in der gleichzeitig Luft. Das Laufbild wechselt praktisch dauernd zwischen "Kugel" (Rücken extrem gekrümmt, Hinterbeine zwischen den Vorderbeinen) und "Strich" (alle Beine in der Luft, Hund ganz gesteckt). Es wird eine sehr hohe Geschwindigkeit erreicht. Der langsame Galopp wird (bei mittelgroßen Hunden) mit 25-29 km/h und der schnelle mit 30-35 km/h gelaufen. Spitzengeschwindigkeiten von über 40 km/h sind zwar möglich, aber nicht empfehlenswert.
  • Achtung bei höheren Temperaturen! Hunde können nicht über die Haut schwitzen. Die Gefahr eines Kreislaufkollaps ist groß. Ausflüge sollten sich auf die weniger warme Tageszeiten, zum Beispiel den Morgen oder späteren Abend, beschränken. Schon Temperaturen über 15 Grad können je nach Felldicke und Distanz kritisch sein. Ein gesunder Wasserhaushalt ist von oberster Priorität! Bei längeren Touren oder bei Temperaturen über 10°C ist dafür zu sorgen, dass der Hund ausreichend Wasser zu sich nehmen kann. Im Handel gibt es mittlerweile zahlreiche Produkte für Unterwegs.
  • Es ist empfehlenswert den Hund am Rad mit einem Geschirr zu führen. Besonders wenn Führhilfen (Springer etc.) im Einsatz sind.
Springer, zerlegt, die richtige Montageseite am Rad ist die rechte Seite

Handling

Aus Gründen der Verkehrssicherheit bitte den Hund immer rechts am Rad führen! Zudem kann der Hund so auf dem unbefestigten Randstreifen laufen um seine Pfotenballen und die Gelenke zu schonen.

Einen Hund mit in der Hand gehaltener Leine zu führen, ist sehr gefährlich! Die Leine überträgt die volle Wucht, meist auch urplötzlich, auf den Menschen und das noch an einer ungünstige Stelle. Ein schnelles Loslassen ist oft nicht möglich, erst recht nicht, wenn beide Hände am Lenker sind.

Ausrüstung

Im Handel gibt es mittlerweile einige Führhilfen für den Hund. Einige werden direkt am Sattelrohr der Rades befestigt, andere an der Hinterrad"achse".

Der Springer z.B. besteht aus einem u-förmig gebogenem Rohr, einer Schraubenfeder und einem Stück Leine für den Hund. Der Hund wird in seinem Bewegungsrahmen eingeschränkt und kann somit nicht mehr vor das Vorderrad oder auf die Seite springen. Zusätzlich federt die Vorrichtung ruckartige Bewegungen des Hunde ab und erhöhen damit die Sicherheit des Radfahrers. Für Notfälle ist ein Panikhaken eingebaut, der das Loslassen des Hundes ermöglicht. Das kann praktisch aber auch extrem gefährlich sein! Im ungünstigsten Fall gelangt der Hund in den fließenden Verkehr. Der Schaden, der auf diese Weise entsteht, kann um einiges größer sein, als wenn der Hund nicht vom Fahrrad weg könnte. Einige andere Modelle bieten die Möglichkeit zwischen den beiden Varianten zu wählen.

Erfahrung des Autors

Achse.jpg
Amrad.gif

Folgende Lösung habe ich für mich gefunden: Eine kurze Leine am Hinterbau in Höhe des Ausfallendes ( also dort wo die Hinterradachse am Rahmen angeschraubt wird) auf der rechten Seite befestigen. Ein Kettenglied (für die Leine)ist mittels einer Schlauchschelle an einer Strebe, knapp über der Achse, befestigt. Natürlich ist eine eleganter Lösung denkbar.

Die Leine sollte so lang sein, dass der Kopf des Hundes auf Vorderradhöhe ist, also nicht vors Rad laufen kann. Ich führe den Hund mit einer zweiten Leine, die so keine Last, keinen Zug aufnimmt. Alle Last nimmt die kurze Leine zum Hinterrad auf. Eine Seitwärtsbewegung ist hier am Ungefährlichsten, da hier kaum Kräfte wirksam werden können, weil größte Gewicht beim Rad auf der Hinterachse liegt. Die Führleine kann ich locker in der Hand halten oder am Gürtel befestigen, dann sind beide Hände sicher am Lenker


(Quelle: http://www.qrv.de/hunde/diesunddas/hunde.htm mit Genehmigung von www.qrv.de)



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