Jöring

Aus Hunde-Wissen
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Inhaltsverzeichnis

Herkunft

Woher genau diese Sportart stammt und wie sie entstanden ist, ist nicht bekannt. Sicherlich hat Sie aber ihren Ursprung in Skandinavien - dem Ursprungsland des Schlittenhundsports. Vor einiger Zeit hat man begonnen, weg vom traditionellen Schlitten- und Zughundsport (Pulka) zu gehen, der alleine vom Equippment her sehr kostenintensiv ist und alltagstauglichere Sportgeräte zu kombinieren. Eine Rolle in der Entstehung des Sports spielte sicherlich auch die Tatsache, dass nicht nur Mushers, sondern auch immer mehr andere Hundefreunde Besitzer von Schlittenhundrassen wurden und deren Bewegungsdrang auch als Einzeltier gestillt sein wollte. Vor einem Hundeschlitten muss man i.d.R. mindestens vier Hunde spannen, vor ein Fahrrad, Schiern oder einem Läufer reicht ein Hund aus.

Arten von "Jöring"

Es entstanden Sportarten wie Canicross, wo der Hund beim Joggen über einen Bauchgurt vorweggespannt wird, Skijöring, bei dem der Mensch zusätzlich auf Skiern steht, Sccotering mit einem "Tretroller" oder eben Bikejöring (sprich Fahrrad). Der Kreativität sind dabei fast keine Grenzen gesetzt - so gibt es auch Hundeführer, die sich beim Iinlineskaten ziehen lassen ( -> Dogscootering).


Grundsätzliches beim Betreiben des Sports

Wichtigste Vorraussetzung bei diesen Zugsportarten ist die Gesundheit des/der Vierbeiner/s. Eine Untersuchung auf ED, HD und dem Herz-Kreislaufsystem sollte eine Selbstverständlichkeit sein, wenn man mit diesem Sport beginnen möchte. Nicht ganz unerheblich ist sicherlich auch die eigene Reaktionsgeschwindigkeit bzw Risikofreude (kreuzendes Wild und Bäume) und das Temperament des Vierbeiners.

Bei längeren Strecken UNBEDINGT auf genügend Wasser achten. Idealerweise flöst man dem Vierbeiner schon VOR der Tour viel Wasser ein, reicht im zwischendurch immer welches und ebenfalls danach. Der Wasserverbrauch bei dieser Arbeit ist enorm und eine Dehydrierung entsteht schnell.


Ausrüstung

Ein passendes Zugeschirr (vorzugsweise X-Back) und eine ruckgedämpfte Zugleine sind ein absolutes Muss. Für Canicross und Skijöring gibt es mittlerweile sehr gut gepolsterte Bauchgurte für den Menschen. Spezielle Halterungen für das Fahrrad sind auch absolut empfehlenswert. Es ist schnell passiert, dass der Hund plötzlich abbremst, man über die Zugleine fährt und damit das Vorderrad blockiert. Die Gefahr des Überschlagens ist sehr hoch! Die Zugvorrichtung verhindert das durch eine Stange, die das Zugseil vom Vorderrad fernhält. Zudem ist dieses System so flexibel, dass das Rad bei Seitwärtssprüngen nicht verzogen wird. Der Radfahrer sollte zu seiner eigenen Sicherheit immer einen Helm tragen.


Das Training

Zunächst beginnt man damit, dem Hund überhaupt das Ziehen auf Kommando beizubringen gefolgt von dem Einstudieren der Richtungen. Bei den Mushern ist gee rechts und howl links, aber man kann sich natürlich auch selbst Befehle aussuchen.

Wichtige Befehle (können variieren):

Hike/ Go = Start

Heja = schneller

Easy = langsamer

Gee (gesprochen Dschii) = Rechts

Haw = Links

On By = Weiter

Whoooooa =Stopp


Am leichtesten lernt es sich in einer Gruppe erfahrener Zughunde. Zusätzlich ist dort auch die Motivation höher. Viele Hund geben erst recht und vor allem auch dauerhaft Gas, wenn noch ein anderer mitläuft. Sie pushen sich gegenseitig hoch. Hat man diese Möglichkeit nicht, kann man auch eine Person vorneweg fahren lassen, die der Hund sehr gerne mag. Mit verbalem Ansporn wird auch ein zögerlicher Hund schön im geschirr ziehen, um zum geliebten menschen zu gelangen. Aber nie vergessen: Der Weg ist das Ziel!

Angefangen wird i.d.R mit 100m Distanz. Danach gibt es zur Belohnung etwas, was den Hund motiviert. Später baut man diese Pausen dann strategisch so ein, dass der Hund von "Motivationsinsel" zu Motivationsinsel läuft und somit ein Ziel vor Augen hat. Huskys rennen oft um des Rennens Willen, aber die meisten anderen Rassen und Mischlinge rennen, um etwas anderes zu erreichen (Beute, Futter, ein wildes Spiel etc.). Dies kann sich zwar im Laufe der Zeit ändern, aber am Anfang ist es in jedem Fall empfehlenswert mit Belohnungen zu arbeiten, um hochmotiviert einzusteigen und dem Vorzubeugen, dass der Hund irgendwann keine Lust mehr am Ziehen hat.



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