Deutscher Spitz

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Deutscher Spitz
Smilla-und-Julie.jpg
FCI - Standard Nr. 97
Patronat, Herkunft Deutschland
Klassifikation FCI

Gruppe 5
Sektion 4

Rassenamen Deutscher Spitz
Größe
  1. Wolfsspitz (Keeshond): 49 cm +/- 6 cm
  2. Großspitz: 46 cm +/- 4 cm
  3. Mittelspitz: 34 cm +/- 4 cm
  4. Kleinspitz: 26 cm +/- 3 cm
  5. Zwergspitz (Pomeranian): 20 cm +/- 2 cm
Gewicht nicht spezifiziert, passend zur Größe
Fell:
  • Beschaffenheit
  • Farbe
  • doppeltes Haarkleid: langes, gerades, abstehendes Deckhaar und kurze, dicke, wattige Unterwolle. Kopf, Ohren, Vorderseite der Vorder- und Hinterläufe und Pfoten sind kurz und dicht (samtig), der übrige Körper ist lang und reich behaart; nicht gewellt, gekräuselt oder zottig

  1. Wolfsspitz (Keeshond): Graugewolkt
  2. Großspitz: Schwarz, braun, weiß
  3. Mittelspitz: Schwarz, braun, weiß, orange, graugewolkt, andersfarbig
  4. Kleinspitz: Schwarz, braun, weiß, orange, graugewolkt, andersfarbig
  5. Zwergspitz/Pomeranian: Schwarz, braun, weiß, orange, graugewolkt, andersfarbig a. Wolfsspitz (Keeshond): Graugewolkt
Schädel:
  • Kopfform
  • Ohren
  • Der mittelgroße Spitzkopf erscheint von oben gesehen hinten am breitesten und verschmälert sich keilförmig bis zur Nasenspitze.

  • Die kleinen Ohren sind relativ nahe beieinander hoch angesetzt und dreieckig zugespitzt; sie werden immer aufrecht mit steifer Spitze getragen.
Körper:
  • Aussehen
  • Rute
  • Spitze bestechen durch ein schönes Haarkleid, das reichliche Unterwolle abstehend macht

  • Die Rute ist hoch angesetzt, mittellang, gleich an der Wurzel aufwärts und nach vorne über den Rücken gerollt, fest auf dem Rücken liegend, sehr buschig behaart
Verwendung Wach und Begleithund
Rassen von A bis Z

Inhaltsverzeichnis

FCI - Standard Nr. 97

FCI Klassifikation

Gruppe 5 Spitze und Hunde vom Urtyp - Sektion 4 Europäische Spitze - Ohne Arbeitsprüfung

Zeichnung von Friedrich Specht: Das Pferdefuhrwerk, 1872

Kurzer geschichtlicher Abriss

Deutsche Spitze sind Nachkommen des steinzeitlichen Torfhundes "Canis familiaris palustris Rüthimeyer" und späteren "Pfahlbauspitzes" und die älteste Hunderasse Mitteleuropas. Zahlreiche andere Rassen sind aus ihnen hervorgegangen. Im nicht deutschsprachigen Ausland werden die Wolfsspitze auch Keeshond und die Zwergspitze Pomeranian genannt.

Verhalten/Charakter (Wesen)

Der Deutsche Spitz ist stets aufmerksam, lebhaft und außergewöhnlich anhänglich gegenüber seinem Besitzer. Er ist sehr gelehrig und leicht zu erziehen. Sein Misstrauen Fremden gegenüber und sein fehlender Jagdtrieb prädestinieren ihn zum idealen Wächter für Haus und Hof. Wetterunempfindlichkeit, Robustheit und Langlebigkeit sind seine hervorragendsten Eigenschaften.

Allgemeines Erscheinungsbild

Spitze bestechen durch ein schönes Haarkleid, das reichliche Unterwolle abstehend macht. Besonders auffällig ist der sich um den Hals legende starke, mähnenartige Kragen und die buschig behaarte Rute, die kühn über dem Rücken getragen wird. Der fuchsähnliche Kopf mit den flinken Augen, die spitzen kleinen engstehenden Ohren verleihen dem Spitz das ihm eigene charakteristische kecke Aussehen.

Haut : Die Haut liegt am Körper straff an ohne jede Faltenbildung.

Haar : Deutsche Spitze haben ein doppeltes Haarkleid: langes, gerades, abstehendes Deckhaar und kurze, dicke, wattige Unterwolle. Kopf, Ohren, Vorderseite der Vorder- und Hinterläufe und Pfoten sind kurz und dicht (samtig), der übrige Körper ist lang und reich behaart; nicht gewellt, gekräuselt oder zottig, auf dem Rücken nicht gescheitelt. Hals und Schultern bedeckt eine dichte Mähne. Die Rückseite der Vorderläufe ist gut befedert, die Hinterläufe von der Kruppe bis zu den Sprunggelenken üppig behost, die Rute buschig behaart.

Großspitze

Farbe :

a. Wolfsspitz (Keeshond): Graugewolkt
b. Großspitz: Schwarz, braun, weiß
c. Mittelspitz: Schwarz, braun, weiß, orange, graugewolkt, andersfarbig
d. Kleinspitz: Schwarz, braun, weiß, orange, graugewolkt, andersfarbig
e. Zwergspitz/Pomeranian: Schwarz, braun, weiß, orange, graugewolkt, andersfarbig
  • Schwarzer Spitz: Bei der Behaarung des schwarzen Spitzes muss auch das Unterhaar ebenso wie die Haut dunkel gefärbt und die Farbe auf der Oberfläche ein Lackschwarz ohne jedes Weiß oder sonstige Abzeichen sein.
  • Brauner Spitz: Der braune Spitz soll gleichmäßig einfarbig dunkelbraun sein.
  • Weißer Spitz: Das Haar soll reinweiß sein, ohne jeden, insbesondere gelblichen Anflug, welcher speziell an den Ohren häufiger auftritt.
  • Oranger Spitz: Der orangefarbene Spitz soll gleichmäßig einfarbig in mittlerer Farblage sein.
  • Graugewolkter Spitz (Keeshond): Silbergrau mit schwarzen Haarspitzen. Fang und Ohren dunkel gefärbt; um die Augen herum eine deutliche Zeichnung, bestehend aus einer feinen schwarzen Linie, die schräg vom äußeren Augenwinkel zum unteren Ohransatz verläuft sowie aus gestrichelten Linien und Schattierungen, welche kurze, aber ausdrucksvolle Augenbrauen formen; Mähne und Schulterring hell; Vorder- und Hinterläufe silbergrau ohne schwarze Abzeichen unterhalb der Ellenbogen bzw. Knie, ausgenommen einer leichten Strichelung über den Zehen; schwarze Rutenspitze; Rutenunterseite und Hosen hellsilbergrau.
  • Andersfarbiger Spitz: Unter die Bezeichnung andersfarbig fallen alle Farbtöne wie creme, creme-sable, orange-sable, black-and-tan und Schecken. Schecken müssen eine weiße Grundfarbe haben. Die schwarzen, braunen, grauen oder orangen Farbflecken müssen über den ganzen Körper verteilt sein.

Größe :

a) Wolfsspitz (Keeshond): 49 cm +/- 6 cm
b) Großspitz: 46 cm +/- 4 cm
c) Mittelspitz: 34 cm +/- 4 cm
d) Kleinspitz: 26 cm +/- 3 cm
e) Zwergspitz (Pomeranian): 20 cm +/- 2 cm

(Exemplare unter 18 cm unerwünscht.)

Gewicht : Jede Größenvarietät des Deutschen Spitzes soll ein ihrer Größe entsprechendes Gewicht haben.

Spitz-Rüde Hafny
Wichtige Proportionen

Verhältnis von Widerristhöhe zur Länge des Hundes 1:1

Kopf

Der mittelgroße Spitzkopf erscheint von oben gesehen hinten am breitesten und verschmälert sich keilförmig bis zur Nasenspitze.

Stop : Mäßig ausgebildet bis betont, nie abrupt.

Nase : Die Nase ist rund, klein und reinschwarz; bei allen braunen Spitzen dunkelbraun.

Fang : Der Fang ist nicht zu lang, weder grob noch zugespitzt und steht im proportional gefälligen Verhältnis zum Oberkopf. (Bei Wolfsspitz/Keeshond, Großspitz und Mittelspitz ca. 2:3, bei Klein- und Zwergspitz/Pomeranian ca. 2:4.)

Kiefer/Zähne : Die Kiefer sind normal entwickelt und zeigen ein vollständiges Scherengebiss mit 42 Zähnen gemäß der Zahnformel, wobei die obere Schneidezahnreihe ohne Zwischenraum über die untere greift und die Zähne senkrecht im Kiefer stehen. Bei Klein- und Zwergspitzen / Pomeranian werden geringe Prämolarverluste toleriert. Ein Zangengebiss ist bei allen Spitzen zulässig.

Lefzen : Die Lefzen sind nicht überfallend, liegen straff an und bilden keine Falten zum Lefzenwinkel. Sie sind bei allen Farbschlägen schwarz pigmentiert, bei allen braunen Spitzen braun.

Backen : Die Backen sind sanft gerundet, nicht hervortretend.

Augen : Die Augen sind mittelgroß, mandelförmig, etwas schräg gestellt, von dunkler Farbe. Die Augenlider sind bei allen Farbschlägen schwarz pigmentiert, dunkelbraun bei allen braunen Spitzen.

Ohren : Die kleinen Ohren sind relativ nahe beieinander hoch angesetzt und dreieckig zugespitzt; sie werden immer aufrecht mit steifer Spitze getragen.

Hals : Der mittellange Hals ist den Schultern breit aufgesetzt, im Nacken leicht gewölbt, ohne Wammenbildung und von einem mähnenartigen Haarkragen bedeckt.


Kinder unter sich...
Körper

Obere Linie : Die Oberlinie beginnt an der Spitze der aufrecht getragenen Stehohren und geht in sanftem Bogen in den kurzen geraden Rücken über. Die buschige, geschwungene Rute, die den Rücken zum Teil überdeckt, rundet die Silhouette ab.

Widerrist : Der hohe Widerrist fällt unmerklich ab in den möglichst kurzen, geraden, strammen Rücken.

Lenden : Kurz, breit und kräftig.

Kruppe : Die Kruppe ist breit und kurz, nicht abfallend.

Brust : Die tiefreichende Brust ist gut gewölbt, die Vorbrust gut entwickelt.

Bauch : Der Brustkorb reicht möglichst weit zurück, der Bauch ist nur mäßig aufgezogen.

Rute : Die Rute ist hoch angesetzt, mittellang, gleich an der Wurzel aufwärts und nach vorne über den Rücken gerollt, fest auf dem Rücken liegend, sehr buschig behaart. Eine doppelte Schleife am Rutenende ist zulässig.

Gliedmaßen

Vorderhand

Allgemeines: Gerade, eher breite Front.

Schulter: Die Schulter ist gut bemuskelt und mit dem Brustkorb straff verbunden. Das Schulterblatt ist lang und liegt schräg zurück. Der etwa gleich lange Oberarm bildet zum Schulterblatt einen Winkel von ca. 90 Grad.

Ellenbogen: Das Ellenbogengelenk ist kräftig, dem Brustkorb anliegend und wird weder ein- noch ausgedreht.

Unterarm: Der Unterarm ist mittellang, im Verhältnis zum Rumpf stämmig und völlig gerade, an der Rückseite gut befedert.

Vordermittelfuß: Der kräftige, mittellange Vordermittelfuß steht in einem Winkel von ca. 20 Grad zur Senkrechten.

Vorderpfoten: Die Vorderpfoten sind möglichst klein, rund, mit gut aneinander liegenden und gut gewölbten Zehen, sogenannten Katzenpfoten, Krallen und Fußballen sind bei allen Farbschlägen schwarz, dunkelbraun bei allen braunen Spitzen.

Hinterhand

Allgemeines: Die Hinterhand ist sehr muskulös und bis zum Sprunggelenk üppig behost. Die Hinterläufe stehen gerade und parallel.

Oberschenkel / Unterschenkel: Ober- und Unterschenkel sind etwa gleich lang.

Knie: Das Kniegelenk ist kräftig, nur mäßig gewinkelt und wird in der Bewegung weder nach außen noch nach innen gedrückt.

Hintermittelfuß: Der Hintermittelfuß ist mittellang, sehr kräftig und steht senkrecht zum Boden.

Hinterpfoten: Die Pfoten der Hinterläufe sind möglichst klein, rund, mit gut aneinander liegenden und gut gewölbten Zehen, sogenannten Katzenpfoten und derben Fußballen. Die Farbe der Krallen und Ballen ist möglichst dunkel.

Gangwerk

Deutsche Spitze bewegen sich bei gutem Schub gerade, flüssig und federnd.

Spitze Wauki und Dino

Über den Deutschen Spitz

Der Deutsche Spitz ist ein anhänglicher, neugieriger und langlebiger Familienhund, der nebenbei seine Aufgabe als unbestechlicher Wachhund sehr ernst nimmt. Er ist einfach zu erziehen, da er stets aufmerksam ist und eine sehr starke Bindung zu seinem Menschen aufbaut. Somit ist er in der Lage, vieles allein durch das Abgucken zu erlernen. Hier sollte der Halter acht geben, denn der Spitz ist zu intelligent, um nicht seinen Vorteil zu nutzen und die meisten Hundehalter merken es nicht mal.

Ein echter Hingucker ist natürlich seine Bezugsperson, aber auch alles andere in seiner Umgebung entgeht ihm nicht. Wenn hier dieser eine Mensch immer so betont wird, dann ist es gewollt, denn der Spitz hat in der Regel nur einen „Herrn und Meister“, dessen Familie und Besitz von ihm beschützt und behütet wird.

Zitat Richard Strebel

„Ist er zum persönlichen Schutz des Menschen da, so gibt es kaum einen anhänglicheren Hund als den Spitz, er ist, was nicht genug hervorgehoben werden kann, unbestechlich. Die Beispiele, dass ein Spitz sein Leben für die Bewachung rücksichtslos aufs Spiel setzte, sind nicht selten.“

Seit langer Zeit stellt er seine Vielseitigkeit den Menschen zur Verfügung. Spitze waren die Hunde des "Volkes", der Bauern, Fuhrleute, Händler, Schiffer, für den Zirkus usw. Für alle waren sie unentbehrlich, als Begleiter und lebendige Alarmanlage, daheim als geduldige Spielgefährten für die Kinder und nebenbei auch zum Ratten fangen, Kühe treiben und Gänse hüten. Eine Ausbildung für all diese Aufgaben benötigt der Spitz nicht. Heute nennt man all diese Aufgaben: Familienhund.

Da er ein sehr robuster und nervenstarker Hund ist, eignet er sich heutzutage für viele „moderne“ Aufgaben. Von der Arbeit mit Menschen (z.B. im Altenheim ein sehr beliebter Gast „So einen hatten wir früher auch ...“ bis hin zum sportlichen Part „Agility“, der Spitz geht spielend mit seinem Menschen durch dick und dünn.

In der Nachkriegszeit hatte er eine wichtige Rolle, was ihn in diesen schwierigen Zeiten sehr beliebt machte. Nicht selten wurde er gegen andere wichtige Waren eingetauscht, was zu seiner Verbreitung beitrug. Später waren seine Dienste nicht mehr so gefragt und die Menschen schauten nach moderneren Hunden.

Spitz-Welpen in weiß

Die aus diesen harten Zeiten stammende Kettenhaltung an Haus und Hof hat seinen schlechten Ruf leider bestärkt. Wie wohl bei jedem isoliert gehaltenen Hund, war das Benehmen an der Kette nicht freundlich. Im allgemeinen haben Wächter bei Fremden selten einen guten Ruf, wie erklärt es sich sonst, dass man einer frei laufenden Gans lieber aus dem Weg geht.

Somit eilt ihm der Ruf als falscher Kläffer voraus, den aber heute kaum ein Spitzhalter bestätigen kann. Sicherlich schlägt er an, wenn er seinen Menschen vor drohender „Gefahr“ warnen kann, aber sobald der Mensch die Kontrolle übernimmt, ist ein gut erzogener Spitz still.

Das Vorurteil des falschen Kläffers wurde ihm inzwischen fast zum Verhängnis. Der Deutsche Großspitz ist auf der Liste der extrem gefährdeten Haustierrassen und der Mittelspitz als stark gefährdet eingestuft. siehe: G-E-H mit schöner Rassebeschreibung

Als Wachhund hat der Spitz normalerweise keinen ausgeprägten Jagdtrieb. Tierische Eindringlinge im eigenen Revier werden allerdings auch verjagt, d.h. sie werden lautstark bis zur Grundstücksgrenze begleitet.

Durch seine Fellpracht ist der Spitz sehr witterungsunempfindlich, aber dennoch sehr pflegeleicht, wenn man nicht in die Natur eingreift (z.B. durch Kastration). Das Fell neigt kaum zu Verfilzungen und reinigt sich praktisch von selbst. Durch die dicke Unterwolle gelangt kaum Schmutz an die Haut und sobald der dreckige Spitz getrocknet ist, ist der Schmutz von allein raus gefallen. Gut, ein dunkler Teppich ist sicher pflegebedürftig, wenn ein weißer Spitz ihn als seinen Platz zum trocknen auserkoren hat....

Gelegentliches Bürsten ist völlig ausreichend, ausgenommen der Spitz befindet sich im Fellwechsel, da hilft es ihm schon, wenn man beim „Ausbüscheln“ hilft.

Der Spitz ist ein Hund für viele Aufgaben, wenn er vernünftig gehalten wird. Er sollte stets seine Selbstständigkeit behalten dürfen, aber trotzdem konsequent und liebevoll geführt werden. Für seinen Menschen wird er alles tun, wenn dieser ihm das nötige Vertrauen entgegen bringt. Mit Drill oder Kadavergehorsam ist dem Spitz nicht beizukommen, er wird es nicht verstehen und diesen Menschen nicht akzeptieren, was auch durchaus mit dem Einsatz seiner Zähne gezeigt wird. Denn eigentlich ist dieser mutige und selbstbewusste Hund ein Sensibelchen, der jede Stimmung seines Menschen aufsaugt.

Sein Vertrauen erhält derjenige, der ihn als eigenständiges Wesen respektiert und ihn zu führen weiß.

Der Verlust seines heiß geliebten Menschen ist somit für den Spitz das Schlimmste was ihm passieren kann. Gepaart mit dem Misstrauen gegen Fremde bedarf es bei einem Halterwechsel viel Geduld. Lässt man ihn alleine entscheiden, wird er den Kontakt aufnehmen, wenn es an der Zeit ist ....

...... hat man keine Geduld, ist der Spitz nicht der richtige Hund.

Die Varianten im Einzelnen

Wolfsspitz auch Keeshond

In vielen Ländern werden die Wolfsspitze als Keeshond bezeichnet (korrekt ausgesprochen „Kehs-Hond“, in den USA „Kies-Hond“). Das hat historische Gründe: Ein Wolfsspitz war um 1781 das Maskottchen und ständiger Begleiter des Anführers der holländischen Volkspartei, welche gegen die Oranierpartei (Konservative) kämpfte, welche den Prinzen Wilhelm von Oranien als Regenten unterstützten. Dieser holländische Patriot hieß „Cornelis de Gyzelar“, abgekürzt „Kees“. Der „Hond“ des „Kees“ wurde so als der Keeshond zum Symbol der Patriotenpartei, während der Mops Symbol für die Oranier war

Der Großspitz, vom Aussterben bedroht!

Rückenhöhe 42 bis 50 cm
Farben: weiß, schwarz und braun (braun gilt offiziell als ausgestorben)

Wie alle Spitze ist der Großspitz ein aufmerksamer und freundlicher Familienhund. Seine imposante und würdevolle Ausstrahlung passt hervorragend zu seinem Job als Wächter. Das Fell macht ihn mächtiger als er wirklich ist. Der Großspitz ist mutig und seinem offenen Blick kann man kaum entgehen. Ihn zu ignorieren dürfte schwer fallen. Er gehörte früher, ebenso wie der Wolfsspitz zu den Arbeitshunden.

Heute ist er leider eine sehr seltene Spitzart. In weiß und in schwarz gibt es noch sehr wenige Zuchteintragungen, in braun wurde zuletzt 1994 ein Wurf eingetragen. Der minimale Größenunterschied zu den Wolfsspitzen wird kaum auffallen, vielleicht überragen einige Großspitze den grauen Bruder auch um einiges. In den 50er Jahren gab es den Großspitz noch in vielen Farben, seit den 60ern leider nur noch in den heute anerkannten drei Farben.

Früher war der weiße Großspitz aufgrund seiner eleganten Erscheinung eher in vornehmen und gutbürgerlichen Gesellschaftskreisen zu finden. Auch an den Küsten der Nord- und Ostsee war der weiße Spitzschlag sehr beliebt.

Der schwarze Großspitz hatte seinen Platz vor allem in Baden-Württemberg. Schwäbische Weinbauern hielten schwarze Großspitze, deren typische Aufgabe es war, die reifen Trauben in den Weinbergen vor vier- und zweibeinigen Naschern zu schützen. Dadurch erlangte der „Weinbergspitz“ in Süddeutschland Bedeutung. Vielleicht sagt man heute genau deshalb von dem großen Schwarzen, dass er der unbestechlichste aller Spitze sei.

Der große Spitzer soll früher auch als „Pommer“ bezeichnet worden sein.


Die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. setzte die Großspitze im Jahre 2003 auf die Liste der extrem bedrohten Hunde. Link [G-E-H]

Der Mittelspitz

Rückenhöhe 30-38 cm Farben: weiß, schwarz, braun, orange, grau, Schecken u. andersfarbig

Der Mittelspitz war wohl die Urform unserer Spitze, die verbreitetste Form in der Bevölkerung.

Im Mittelalter nannte man den Spitz: Mistbella ... sein Platz war auf dem höchsten Platz des Hofes, auf dem warmen Mist.

Von dort hatte er den Überblick und konnte mit schriller Stimme jeden Fremden ankündigen. Er wurde erst 1969 offiziell als Größenvarietät anerkannt. Bemühungen gab es dafür schon 1927, doch ohne Erfolg. Durch die dadurch entstandene Lücke vom Kleinspitz bis zum Großspitz (28 bis 40 cm) gingen viele gute Spitze für die Zucht verloren. Nach Anerkennung wurden beim Mittelspitz die selben Farben wie beim Kleinspitz zugelassen, nur wurde die komplette Prämolarenzahl verlangt, wie beim Großspitz.

Der Mittelspitz ist ein Allrounder, wie alle Deutschen Spitze. Seine Größe macht ihn zu einem idealen Familien- als auch Hofhund. Er ist ein „handlicher“ Weggefährte, der, wie alle Spitze, für jeden Spaß mit seinem Menschen zu begeistern ist.

Die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. hat den Mittelspitz als stark gefährdet eingestuft. Link G-E-H

Zitat von Eberhard Trumler

Spitze sind historische Dokumente der Kynologie

Links zu den Bildern
Heiko und Welpen
Chilly und Amie
Dino

Der Kleinspitz

Rückengröße: 23 bis 29 cm

Farben: Schwarz, braun, weiß, orange, graugewolkt, andersfarbig = creme, creme-sable, orange-sable, black-and-tan und Schecken

„par exellence“ wurde er von Charles Kammerer genannt, was viele Kleinspitzfreunde heute sicher noch zu schätzen wissen. Viele Jahre waren die Kleinspitze nur in Mitteleuropa zu finden, mittlerweile haben sie als German-Kleinspitz ihren festen Platz auf Hundeschauen und im Zuchtgeschehen. Durch die neu hinzugekommenen Blutlinien aus der ehemaligen DDR hat diese Spitzgröße in den klassischen Farben einen neuen Aufschwung erlebt.

Der Kleinspitz ist trotz seiner Größe ein robuster und liebenswerter Familienhund. Auch er ist als Wächter durchaus ernst zu nehmen.Wie alle seine Spitzkollegen ist der Kleinspitz ein langlebiger und sportlicher Hund. Es gibt viele Kleinspitze, die im Agility aktiv und sehr erfolgreich sind.

Zitat von Brehm (1829-1884)

„Der Spitz bedeutet für Haus und Hof dasselbe, wie der Schäferhund für die Herden.“

Links zu den Bildern
Hütespitz
Fussel ohne Website: Fussel ist aktiver Agilityspitz und auch als Rettungshund tätig.
Chini und Tina ohne Website
Chipsy

Der Zwergspitz

Sonstiges

Zitat Ludwig Beckmann

„... Der Spitz übertrifft alle anderen Haushunde an Wachsamkeit. Beständig mißtrauisch, argwöhnisch und alle Vorgänge in seiner Umgebung beobachtend, bringt der geringste Verdacht ihn sofort in Alarm. Die Sorgen für das sein Obhut anvertraute Gut treibt ihn meist bis zum äußersten und zeigt damit eine Anhänglichkeit, die oft geradezu rührend ist ... „

Charles Kammerer, Wien am 13. April 1899 in der Zeitschrift
„Hundesport und Jagd“ über den Spitz:

„Tadellose Treue und Anhänglichkeit, große Wachsamkeit, bis an Frechheit grenzender Schneid, hohe Intelligenz und eine außerordentlich hübsche stramme, auch für das Auge des Laien wohlgefällige Gesamterscheinung“.

Ein paar berühmte Spitze und ihre etwas berühmteren Menschen

- Martin Luther (1483-1546) und Belferlein („Und auch für's brave Belferlein, wird einst ein Platz im Himmel sein)

- Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) widmete seinem Spitz „Bimperl“ eine unvollendet gebliebene Arie: „Du kannst gewiß nicht treulos sein, ach nein, ach nein, mein Spitz .... „

- Jean Paul (1763-1825) wurde jahrelang niemals ohne seinen schwarzen Spitz „Spitzius Hofmann“ gesehen.

- George IV (1762-1830) Fino, ein großer schwarz weißer Spitz, war an seiner Seite. George Stubbs malte Fino 1791.

- König Wilhelm II von Würtemberg (1848-1921) wurde von weißen Mittelspitzen begleitet

- Wilhelm Busch (1832-1908)

- Pfarrer Sebastian Kneipp (1821-1897) wurde von einem weißen Spitz begleitet

Bekannte Künstler

- Thomas Gainsborough (1727-1788) malte weiße Großspitze

- Adrian Ludwig Richter (1830-1916)

- Friedrich Specht (1839 - 1909)


...und wer kennt nicht, dass alte Spiel von Schmidt Spiele: Spitz paß auf !


Links zu den Bildern:

Spitz-Nothilfe

Wolfsspitze

Großspitze

Mittelspitze

Und ohne Link die Zeichnung von Friedrich Specht: Das Pferdefuhrwerk, 1872

Weblinks

Verein für Deutsche Spitze Schwarze Großspitze Rocco Smilla



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