Polydipsie

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Inhaltsverzeichnis


Unter einer Polydipsie versteht man...

...ein Symptom, welches gekennzeichnet ist durch Aufnahme großer Wassermengen über einen längeren Zeitraum.

Häufig ist dieses Symptom gekoppelt mit einer Polyurie und tritt als häufiges Begleitsymptom verschiedener Erkrankungen auf.


Wann spricht man von einer Polydipsie?

Von einer Polydipsie spricht man, wenn die aufgenommen Wassermenge mehr als 80 ml pro Kilogramm Körpermasse und Tag übersteigt (Niemand/Suter 2000).

Diese Mengenangabe ist aber nur ein Richtwert und keinesfalls ohne weiteres auf alle Rassen und möglichen Körpergrößen anzuwenden.

Da die Wasseraufnahme u.a. von der Körpermasse abhängig ist (Kleine Hunde nehmen im Vergleich zu großen Hunden mehr Flüssigkeit auf) empfiehlt sich der Vergleich unter Berücksichtigung nach vorhandener Körpermasse, wie sie Hoskins (1995) aufgestellt hat.

Hiernach sinkt die Wasseraufnahme pro Kilogramm Körpermasse mit steigendem Körpergewicht.


Hunde unter 10 Kilogramm liegen im Bereich von 70-130 ml/kg KM (der höhere Wert bei einem Hund von nur 1 Kilogramm Körpergewicht, der niedrige Wert bei Hunden mit 10 Kilogramm Körpergewicht)

Hunde über 10 Kilogramm aber unter 40 kg liegen im Bereich von 66-48 ml/kg KM

Hunde über 40 Kilogramm bis 100 kg im Bereich von 44-33 ml /kg KM


Neben dieser Abhängigkeit vom Körpergewicht, sind natürlich noch einige andere Faktoren zu berücksichtigen, wenn man ermitteln will, ob die aufgenommene Wassermenge schon eine Polydipsie anzeigt.

So steigt die Wasseraufnahme mit steigenden Temperaturen, erhöhter Leistung und in Abhängigkeit des Futters.

Hunde die mit Trockennahrung ernährt werden, benötigen im Vergleich zu einer Dosenfutterernährung vergleichsweise mehr Flüssigkeit über das Trinkwasser.

Wie stellt man eine Polydipsie fest?

Oft ist die objektive Beurteilung der aufgenommenen Trinkwassermenge nicht aussagekräftig. Ein häufiges Aufsuchen der Wasserschüssel lässt oft den Eindruck entstehen, der Hund nehme viel Wasser zu sich. Ausschlaggebend ist aber, wie viel er tatsächlich zu sich nimmt.

Die Trinkgewohnheiten der Hunde sind sehr verschieden, viele suchen den Trinknapf nur wenige Male am Tag auf, nehmen dabei aber größere Mengen Wasser zu sich. Andere scheinen dagegen sehr oft am Wassernapf zu stehen, wobei häufig nur kleine Mengen an Wasser aufgenommen werden.


Eine sichere Möglichkeit die Menge an aufgenommener Flüssigkeit zu ermitteln, ist die genau Abmessung, sowohl des Trinkwasser, wie auch alle anderen Flüssikeiten, die der Hund tagsüber zu sich nimmt.

Auch der Wassergehalt des Futter ist zu berücksichtigen z.B. wenn Trockenfutter eingeweicht verabreicht wird, oder die Mahlzeiten aus Dosenfutter besteht.


Da Polydipsie fast immer auch mit einer Polyurie einhergeht, sind mögliche Ursachen und Erkrankungen, sowie diagnostisches Vorgehen gleich.

Eine genaue Befragung durch den Tierarzt lassen einige mögliche Punkte als Ursache für eine Polydipsie schon erkennen, so z.B, die Einnahme vom Medikamenten, die zu einem erhöhtem Wasserlassen und damit häufig erhöhte Aufnahme von Wasser, führen.Hierzu zählen in erster Linie


  • Glukokortikoide

Dem Hundebesitzer besser bekannt unter dem Namen Kortison, hierunter zählen eine Reihe von Wirkstoffgruppen wie z.B. Dexamethason oder Prednisolon, um nur die häufigsten zu nennen


  • Diuretika

Sie finden v.a. Anwendung bei der Behandlung von Herzerkrankungen (Herzinsuffizienz) aber auch bei Nierenerkrankungen. Sie führen zu einer vermehrten Ausschwemmung von Wasser und Elektrolyten (v.a. Natrium) aus dem Körper. Auch hier gibt es verschiedene Wirkstoffe wie z.B. Furosemid oder Triamteren


  • Zytostatika

Unter Zytostatika werden Medikamente zusammengefasst, die auf das Zellwachstum v.a. der Zellteilung hemmend wirken. Hierunter fallen, je nach Wirkmechanismus, verschiedene Stoffklassen u.a. auch die bekannten Antibiotika.


  • Antiepileptika

Werden zur Behandlung von Epilepsien eingesetzt. Auch hier finden verschiedene Wirkstoffe Anwendung z.B. Phenytoin oder Primidon.


  • Überdosierung mit Thyroxin bei der Behandlung von Schilddrüsenunterfunktionen


Ergeben sich auch aus der Ermittlung der Trinkmenge keine Hinweise, so wird der Tierarzt anschließend eine ausführliche Ursachenabklärung vornehmen, hierzu zählen weiter Untersuchungen des Urins wie z.B. Harndichte und die Überprüfung ob Glukose oder Eiweiße im Urin zu finden sind.

Blutuntersuchungen, zur Abklärung anderer organischer Ursachen sollen ebenfalls erfolgen, hier v.a. Blutharnstoff, Glukose-, Kalium-, Kalzium und Leberwerte.


Welche Erkrankungen führen zu einer Polydipsie?

Die möglichen Krankheitsursachen einer Polyurie / Polydipsie sind nahezu unbegrenzt und reichen von Infektionskrankheiten die eine Nierenbeteiligung haben, bis hin zu psychischen Ursachen.

u.v.m.



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