Polyurie

Aus Hunde-Wissen
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Inhaltsverzeichnis


Unter einer Polyurie versteht man...

...ein Symptom, gekennzeichnet durch Absetzen von großen Mengen von Urin, über einen längeren Zeitraum.

Häufig ist dieses Symptom gekoppelt mit einer Polydipsie und tritt als häufiges Begleitsymptom verschiedener Erkrankungen auf.


Wann spricht man von einer Polyurie?

Wenn die Harnmenge über einen Wert von 40-50 ml pro Kilogramm Körpermasse und Tag ansteigt.

Da Flüssigkeitsaufnahme und die Menge an Urin korreliert, muss die Trinkmenge berücksichtig werden.

Wetter, Futterzusammensetzung, Haltungsbedingungen (geheizte Räume) und körperliche Beanspruchung sind zu berücksichtigen.


Wie stellt man eine Polyurie fest?

Zunächst durch das persönliche Befinden des Besitzers, dem ein häufiger Drang nach Urinabsatz auffällt.

In aller Regel ist es dem Hund trotz hoher Urinmengen möglich, seine Blase willentlich zu Steuern, nicht immer kommt es zu einer Stubenunreinheit.

Häufig kann der Hundebesitzer die tatsächliche Menge des Urins nur schlecht abschätzen, ein häufiges Wasserlassen bedeutet nicht zwangsläufig auch eine erhöhte Menge an Urin. So tritt bei Harnwegsinfektionen in aller Regel zwar ein erhöhter Drang zum Wasserlassen auf, allerdings werden häufig nur geringe Mengen an Urin abgesetzt. Leiden die Tiere unter einer Inkontinenz, so ist v.a. auch an Erkrankungen zu denken, die eine Störung im Verschluss der Harnröhre zur Folge haben.


Da Polyurie fast immer auch mit einer Polydipsie einhergeht, sind mögliche Ursachen und Erkrankungen, sowie diagnostisches Vorgehen gleich.

Eine genaue Befragung durch den Tierarzt lassen einige mögliche Punkte als Ursache für eine Polydipsie schon erkennen, so z.B, die Einnahme vom Medikamenten, die zu einem erhöhtem Wasserlassen und damit häufig erhöhte Aufnahme von Wasser, führen.Hierzu zählen in erster Linie


  • Glukokortikoide

Dem Hundebesitzer besser bekannt unter dem Namen Kortison, hierunter zählen eine Reihe von Wirkstoffgruppen wie z.B. Dexamethason oder Prednisolon, um nur die häufigsten zu nennen


  • Diuretika

Sie finden v.a. Anwendung bei der Behandlung von Herzerkrankungen (Herzinsuffizienz) aber auch bei Nierenerkrankungen. Sie führen zu einer vermehrten Ausschwemmung von Wasser und Elektrolyten (v.a. Natrium) aus dem Körper. Auch hier gibt es verschiedene Wirkstoffe wie z.B. Furosemid oder Triamteren


  • Zytostatika

Unter Zytostatika werden Medikamente zusammengefasst, die auf das Zellwachstum v.a. der Zellteilung hemmend wirken. Hierunter fallen, je nach Wirkmechanismus, verschiedene Stoffklassen u.a. auch die bekannten Antibiotika.


  • Antiepileptika

Werden zur Behandlung von Epilepsien eingesetzt. Auch hier finden verschiedene Wirkstoffe Anwendung z.B. Phenytoin oder Primidon.


  • Überdosierung mit Thyroxin bei der Behandlung von Schilddrüsenunterfunktionen


Ergeben sich auch aus der Ermittlung der Trinkmenge keine Hinweise, so wird der Tierarzt anschließend eine ausführliche Ursachenabklärung vornehmen, hierzu zählen weiter Untersuchungen des Urins wie z.B. Harndichte und die Überprüfung ob Glukose oder Eiweiße im Urin zu finden sind.

Blutuntersuchungen, zur Abklärung anderer organischer Ursachen sollen ebenfalls erfolgen, hier v.a. Blutharnstoff, Glukose-, Kalium-, Kalzium und Leberwerte.


Welche Erkrankungen führen zu einer Polyurie?

Die möglichen Krankheitsursachen einer Polyurie / Polydipsie sind nahezu unbegrenzt und reichen von Infektionskrankheiten die eine Nierenbeteiligung haben, bis hin zu psychischen Ursachen.

u.v.m.



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