Schäferhund-Keratitis

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Inhaltsverzeichnis

Beginn einer Schäferhund-Keratitis

Was ist die Schäferhund-Keratitis?

Keratitis bedeutet in der medizinischen Fachsprache Hornhautentzündung. Die Schäferhund-Keratitis heißt so, weil vorwiegend Deutsche Schäferhunde und DSH-Mischlinge betroffen sind; bei anderen Rassen ist diese Krankheit selten.

Bevorzugt werden die Hunde zwischen dem 3. und 5. Lebensjahr befallen; meistens tritt sie beidseitig auf. Die Hornhaut, das durchsichtige, lichtbrechende Gewebe über Pupille und Iris, wird vom Rand her von einem kirschroten Gewebe überwuchert, später wandern pigmentbildende Zellen ein. Die Bindehaut und die Sklera (das Weiß des Auges) ist dabei entzündlich gerötet. Dieser Prozeß breitet sich ohne Behandlung aus, so daß die gesamte Hornhaut betroffen sein kann. Dies führt schließlich zur Erblindung, da die Hornhaut undurchsichtig wird. Die Krankheit ist i.d.R. nicht schmerzhaft.


Wie entsteht diese Krankheit?

Die Entstehung der Schäferhundkeratitis ist noch nicht ganz genau geklärt. Aber man vermutet, daß es sich um eine Autoimmunkrankheit handelt. Das heißt, daß das Immunsystem des Erkrankten körpereigene Zellen, in diesem Fall die äußeren Hornhautzellen, angreift. Die Krankheit verläuft schubweise und saisonal unterschiedlich. Eine rassebedingte Veranlagung gibt es beim Deutschen Schäferhund, aber auch äußere Faktoren spielen offensichtlich eine Rolle. Ein äußerer Auslöser ist das UV-Licht. So kommt es in den Sommermonaten, wenn die Sonneneinstrahlung stärker ist, oder aber auch im Winter auf den Bergen im Schnee zu einem gehäuften Ausbruch der Erkrankung.


Wie sieht die Behandlung der Schäferhund-Keratitis aus?

Bei Ausbruch der Erkrankung muß rasch gehandelt werden, damit bleibende Schäden verhindert werden. Auf Dauer muß erreicht werden, daß die fortwährenden Entzündungsreaktionen (die Immunreaktionen, die sich gegen die Hornhaut richten) unterdrückt werden. Im akuten Fall setzt der Tierarzt Kortison ein. Klärt sich die Hornhaut dann auf, wird die Dosis langsam reduziert. Als Dauertherapie eignet sich eine Augensalbe, die der Tierbesitzer zu Hause dem Hund in die Augen appliziert. Diese neue Augensalbe enthält Ciclosporin, ein Wirkstoff, der sich auch schon bei anderen Autoimmunkrankheiten des Auges bewährt hat. Da kein Kortison enthalten ist, können die Nebenwirkungen einer Dauertherapie mit Kortison vermieden werden. Kontrolluntersuchungen durch den Tierarzt sichern das Therapieergebnis und führen zu gezieltem weiteren Vorgehen. Wichtig ist, daß den Tierhaltern bewußt ist, daß es sich bei der Schäferhundkeratitis um eine lebenslange Krankheit handelt. Eine Behandlung der ursächlichen Erkrankung ist nach dem heutigen Stand der Wissenschaft nicht möglich. Wird die Therapie unterbrochen, tritt in der Regel ein Rezidiv auf, und die Reaktionen auf die verabreichten Medikamente sind dann meistens schlechter.


Was können Tierbesitzer darüber hinaus tun?

Während der Therapie sollte der Aufenthalt des Hundes im Freien bei erhöhter UV-Einstrahlung soweit wie möglich unterbunden werden. Vor hellem Sonnenschein bei wolkenlosem Himmel, Sonnenschein am Meer oder im Schnee und ähnlichem muß der Hund geschützt werden, indem er dann nur am Morgen oder am Abend außerhalb geschlossener Räume ist oder tagsüber im Schatten gehalten wird. Ist dies nicht möglich, so kann man dem Hund eine spezielle Sonnenbrille aufsetzen, die nach einer Eingewöhnung von vielen Hunden problemlos getragen wird. Von der Erkrankung betroffene Tiere sollten nicht zur Zucht genommen werden.


Quelle


Infos in diesem Artikel ersetzen in keinem Fall den Tierarztbesuch! Für die Vollständigkeit und Richtigkeit der Angaben gibt es keinerlei Gewähr!



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