Vergiftungen

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Inhaltsverzeichnis

Vergiftungen

Grundsätzlich empfiehlt es sich in allen Vergiftungsfällen, auch wenn es sich nur um einen Verdacht handelt, mit einem Tierarzt Kontakt aufzunehmen.

Vorgehensweise

Zuerst weitere Giftaufnahme abstellen

  • Verhindern Sie, dass das Tier weiterfrißt
  • Tierazt Benachrichtigen, fragen
  • Versuchen Sie Erbrechen (siehe "Erbrechen auslösen") hervorzurufen, vorsicht, problematisch, bei manchen Giften kann das die Wirkung erhöhen.
  • Tierkohle eingeben
  • Bei äußerlicher Verunreinigung waschen Sie das Tier mit lauwarmem Wasser
  • Tierazt aufsuchen
  • Haben Tiere Säuren oder Laugen verschluckt, geben Sie dem Tier reichlich Wasser ein. Dies setzt aber voraus, dass das Tier bei Bewußtsein ist.

Bevor Sie zum Tierarzt fahren

sichern Sie folgende Informationen:

  • Produktbeschreibung des Giftes
  • Probe des Giftes, wenn vorhanden
  • Zeitpunkt der Giftaufnahme
  • Menge des aufgenommen Giftes
  • Erbrochenes sicherstellen, wenn man einen Giftnachweis durchführen will

Wie löst man Erbrechen aus?

Achtung!!! Versuchen Sie dies nur, wenn das Tier bei Bewußtsein ist, keine Krämpfe zeigt und schlucken kann. Ansonsten besteht Erstickungsgefahr! Lösen Sie 3 Teelöffel Salz in einer halben Tasse warmem Wasser auf, und geben Sie dem Tier je nach Größe 2-4 Teelöffel davon ein.

Wann darf Erbrechen nicht ausgelöst werden?

Erbrechen darf nur dann ausgelöst werden, wenn keine Komplikationen zu befürchten sind. Nach der Aufnahme von stark arrodierenden Substanzen (starke Säuren, Laugen, Phenole, etc.) oder flüchtigen sowie stark schäumenden Flüssigkeiten (Äther, Benzin, Badeemulsionen, Shampoos, etc.) sollte man Erbrechen nicht hervorrufen. Erbrechen kann durch das Schlucken von Eisstückchen eventuell unterdrückt werden.

Gifte

Rattengift

Es handelt sich dabei um Blutgerinnungshemmer. Verletzt sich ein Tier, so kommt eine Blutung nicht zum Stehen. Die Tiere werden matt, sind blaß und schweratmig. Blutergüsse und unstillbare Schleimhautblutungen können auftreten. Suchen sie sofort einen Tierarzt auf!

Koffeinvergiftung

Ausgelöst durch Aufnahme größerer Mengen von Kaffee oder Schokolade, besonders Kochschokolade. In diesen Produkten sind herzwirksame Substanzen enthalten. Unruhe, Hecheln, Durchfall und Erbrechen können die Folge sein.

Glykolvergiftung (Frostschutzmittel)

Glykol ist süß und daher sehr gefährlich. Die Tiere nehmen es gerne auf. Die Tiere erbrechen, sind unruhig und haben Durst. Zum Tierarzt!

Vergiftungen durch Schmerzmittel (Aspirin, Voltaren etc.)

Diese Substanzen führen bei nicht sachgemäßer Anwendung binnen kurzer Zeit zu Magen-Darmentzündungen und nicht selten zu blutenden Geschwüren in diesem Bereich. Die Tiere bekommen blutigen Durchfall und erbrechen.

Giftpflanzen

Eibe (Taxus baccata)

Ein bei uns häufig anzutreffender Zierstrauch, trägt scharlachrote Beeren, und ist hochgiftig. Sowohl Beeren als auch Nadeln enthalten Gift. Pferde sind in der Regel nach 5 Minuten tot. Schon ein Aufguß von 75 Nadeln ist für den Menschen tödlich. Erstversorgung: Erbrechen auslösen, Tierkohle eingeben.

Fingerhut (Digitalis purpurea)

bei uns hauptsächlich als Zierpflanze. Sehr starke Herzwirkung und daher hochgiftig. Am empfindlichsten reagieren Pferde, Schafe und Enten. Erstsymptome Erbrechen und Durchfall. Erstversorgung: Erbrechen auslösen, Tierkohle eingeben.

Goldregen (Laburnum anagyroides)

Zierstrauch. Besonders Kinder sind gefährdet. Die gesamte Pflanze ist hochgiftig, auch in getrocknetem Zustand. Am empfindlichsten sind Pferd, Rind und Schwein. Rasch treten Durchfall, Erregung, Bewegungsstörungen, Schwindel und Krämpfe ein. Erstversorgung: Erbrechen auslösen, Tierkohle eingeben.

Gemeiner Liguster (Ligustrum vulgare)

Zierpflanze, die schwarze Beeren trägt. Ruft Magen-Darmentzündungen und Durchfall hervor. Erstversorgung: Erbrechen auslösen, Tierkohle eingeben.

Gemeiner Seidelblast (Daphne mezereum)

trägt rote Früchte, enthält starke Reizgifte. Schwein, Rind und Pferd sind besonders gefährdet. Die tödliche Dosis für ein Schwein sind 3-5 Beeren. Erstversorgung: Erbrechen auslösen, Flüssigkeitszufuhr, kühle Umschläge.

Oleander (Nerium oleander)

besonders Pferde und Rinder erkranken nach Kauen von Blüten und Blättern. Starke Herzwirkung. Erstversorgung: Erbrechen auslösen, Tierkohle eingeben.

Rhododendron

Kommt wild nur in Hochgebirgslagen vor, bei uns als Zierstrauch. Besonders die Blätter sind giftig. Sehr anfällig sind Schaf und Ziege, gefolgt von Pferd und Rind. Symptome sind Brechreiz, Krämpfe, Schwindel, Bewußtseinsstörungen. Erbrechen auslösen, Tierkohle eingeben.

Thuje (Thuja occidentalis)

Ein Zierbaum, bei uns oft als Hecke gezogen. Bei der Aufnahme kommt es zu Magen-Darmentzündung und Krämpfen. Erstversorgung: Tierkohle eingeben.

Waldholunder (Sambucus nigra)

schwarze, beerenartige Steinfrucht, Beeren rufen Erbrechen und starken Durchfall hervor. Erstversorgung: Tierkohle eingeben.

Giftpflanzen

Gifte Genuss- und Nahrungsmittel

Süßstoff Xylit kann für Hunde tödlich sein!

"New York (aho) - Dr. Eric Dunayer, Spezialist für Klinische Toxikologie der Tierschutzorganisation "ASPCA" (The American Society for the Prevention of Cruelty to Animals), warnt seine Berufskollegen und Hundebesitzer vor Vergiftungen durch den Süßstoff "Xylit", der in vielen zuckerfreien Kaugummis, Bonbons und anderen Lebensmitteln enthalten ist. Wie Dr. Dunayer kürzlich in einer Fachzeitschrift darlegte, kann Xylit bei Hunden die Ausschüttung körpereigenen Insulins in das Blut deutlich steigern, so dass es bei den Hunden zu einem lebensbedrohlichen Abfall der Blutzuckerspiegels kommt. Laut Dr. Dunayer reagieren die Hunde etwa 30 Minuten nach dem Fressen von größeren Mengen von Xylit-haltigen Süßwaren mit Schwäche, dem Verlust der Koordinationsfähigkeit und Krämpfen. Es sei unbedingt erforderlich, dass der Hund von einem Tierarzt behandelt würde.

Zudem gibt es laut Dr. Dunayer Hinweise auf Leberschäden bei Hunden durch Xylit. Dies müsse aber noch weiter abgeklärt werden.

Seit Juli 2003 wurden der "ASPCA" etwa 45 Fälle von Xylit-Vergiftung bei Hunden bekannt. Die Tierschutzorganisation forderte die Tierbesitzer auf, ihren Lieblingen grundsätzlich keine Nahrungsmittel für Menschen zu verfüttern. Ebenso sollten Xylit-haltige Süßwaren nicht in der Wohnung offen herumliegen." Dunayer EK. Hypoglycemia following canine ingestion of xylitol-containing gum. Vet Hum Toxicol. 2004 Apr;46(2):87-8

Nikotin

Die Aufnahme des Giftes erfolgt in der Regel durch kauen bzw. fressen von Zigaretten oder Kautabak. Dabei sind in erster Linie Welpen betroffen, da diese wesentlich neugieriger sind als ältere Tiere und alles mögliche ausprobieren. Anfangs kommt es zur Erregung, später zur Lähmung des Gehirns: Muskelzittern, Speicheln, Erbrechen, erhöhte Herz- und Atemfrequenz, Krämpfe, Bewegungsstörungen und Kreislaufkollaps.

Vergiftungen durch Lebensmittel

Nahrungsmittel, die für den Menschen unproblematisch sind, können für Haustiere zur Todesfalle werden.

Avocado

Warum die Frucht für Tiere giftig ist, weiß man nicht. Giftig ist nicht nur das Fruchtfleisch sondern auch der Kern.

Bohnen

Alle Bohnenarten, darunter die auch die Ackerbohne (Dicke Bohne) und Gartenbohne, sind für Hunde im rohen Zustand giftig.

Kakao, Schokolade

Das darin enthaltene Theobromin führt zu Herzversagen. Die tödliche Dosis liegt bei 100 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Doppelt so viel ist schon in einer Tafel Vollmilchschokolade enthalten. Ein Pekinese könnte daran zugrunde gehen.

Kartoffel

Problematisch sind für Hunde die Beeren, Keimlinge, grüne Kartoffeln und oberirdische Teile.

Schweinefleisch

Nicht giftig, es besteht aber Infektionsgefahr: Roh kann es gefährlich werden. Es enthält manchmal das Aujetzki-Virus, ein für den Menschen unproblematisches Herpesvirus, das für Hunde (und auch Frettchen) tödlich und für viele andere Tiere gefährlich ist. Deshalb sollte das Fleisch vor der Verfütterung erhitzt werden.

Weintrauben, Rosinen

Zwiebel/Knoblauch

  • Knoblauch: Die Toxische Dosis beträgt 5g/kg Körpergewicht ganzer Knoblauch oder 1.25 ml/kg Körpergewicht Knoblauchextrakt während 7 Tagen.
  • Zwibel: Die Schwefelverbindungen in der Zwiebel zerstören die roten Blutkörperchen der Tiere. Eine mittelgroße Zwiebel kann für einen fünf Kilogramm schweren Hund tödlich sein.


Infos in diesem Artikel ersetzen in keinem Fall den Tierarztbesuch! Für die Vollständigkeit und Richtigkeit der Angaben gibt es keinerlei Gewähr!

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