Zuckerkrankheit

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Inhaltsverzeichnis

Einführung

Die Zuckerkrankheit, auch bezeichnet als Diabetes mellitus oder Zuckerharnruhr, ist eine hormonell bedingte Erkrankung der Bauchspeicheldrüse. Einhergehend mit einem erhöhtem Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie) und einer Stoffwechselentgleisung, kann sie unbehandelt auch zum Tod des Hundes führen. Während Diabetes bei uns Menschen wohlbekannt und inzwischen so einer Volkskrankheit geworden ist, stellt sie beim Hund neben dem Cushing-Syndrom und der Schilddrüsenunterfunktion die häufigste hormonellbedingte Erkrankung da.

Physiologie

Diabetes mellitus ist eine Erkrankung, bei der es durch verschiedene Ursachen zu einer Störung im Zuckerstoffwechsel des Körpers kommt. Der Blutzuckerspiegel muss stets in engen Grenzen gehalten werden, zu hohe Blutzuckerspiegel sind ebenso schädlich für den Organismus wie stark erniedrigte Werte und deshalb bedarf es einer strengen Steuerung. Eine Zentrale Rolle spielen dabei die Hormone Insulin und Glukagon, die beide in speziellen Zellen der Bauchspeicheldrüse, den sogenannten Langerhansschen Inseln, produziert werden. Diesen hormonproduzierenden Teil der Pankreas wird als endokrine Pankreas bezeichnet.

Die Hormone

Insulin auch bezeichnet als Bauchspeicheldrüsenhormon oder Inselhormon. Seine Aufgabe besteht v.a. darin den Blutzucker zu senken und Glukose in die Zelle einzuschleusen. Unser Hund nimmt über sein Futter verschiedene Zuckerarten und Stärke auf. Diese werden im Organismus so umgewandelt, das sie als Nährstoffe für den Körper nutzbar sind. Da nicht alles sofort vom Körper verbraucht wird, werden diese als eine Art Reserve v.a. in der Leber und Muskulatur gespeichert. Besonders hoch ist die Insulinausschüttung nach der Futteraufnahme

Glukagon auch bezeichnet als Hungerhormon. Wirkt als Gegenspieler zum Insulin und lässt den Blutzuckerspiegel ansteigen. Dies geschieht v.a. dann, wenn der Blutzuckerspiegel unter einen bestimmten Wert abfällt. Durch die Ausschüttung von Glukagon aus der Pankreas werden die Reserven v.a. aus Leber und Mukulatur mobilisiert und gelangen wieder ins Blut.

Insulin und Glukagon fungieren stets als Einheit, beide Hormone regeln die Höhe des Blutzuckerspiegels und befinden sich ständig in wechselseitiger Aktivität!

Entstehung des Diabetes mellitus

Entstehung des Diabetes mellitus Bei der Einteilung der verschiedenen Diabetes-Typen, wie wir sie vom Menschen kennen, spielt die Ursache, d.h. wo genau befindet sich die Störung, eine Rolle. So unterscheidet man auch beim Hund zwischen Insulinabhängiger Diabetes mellitus, Insulinunabhängiger Diabetes mellitus und Sekundärer Diabetes mellitus.

Insulinabhängiger Diabetes mellitus entspricht dem Typ-1 Diabetes mellitus beim Menschen. Hier kommt es durch Zerstörung der hormonproduzierenden Inselzellen zu einem Mangel an Insulin. Die Ursachen sind bisher nicht geklärt, man vermutet aber eine genetische Veranlagung.

Beim Insulinunabhängiger Diabetes mellitus, handelt es sich um eine Insulinresistenz der Zielorgane d.h. die Zellen reagieren nicht mehr auf Insulin – die Glukose kann nicht mehr in die Zelle eindringen, der Blutzuckerwert steigt. Diese Form des Diabetes mellitus wird mit der Diabetes Typ-2 des Menschen verglichen, auch hier sind die Ursachen bisher noch unklar, wie beim vorherigen Diabetes vermutet man eine genetische Disposition, aber auch Übergewicht kann ein möglicher Auslöser sein. Diese Form des Diabetes ist aber bei Hunden seltener anzutreffen.

Sekundärer Diabetes mellitus tritt als Folge von anderen Erkrankungen auf z.B. infolge einer vorangegangenen Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) oder Tumoren dieser. Auch andere hormonelle Erkrankungen wie das Cushing-Syndrom oder eine Schilddrüsenunterfunktion können zu dieser Form des Diabetes führen. Ebenfalls eine Rolle spielen Hormone, die während der Läufigkeit im Körper vermehrt vorkommen. Aus diesem Grund kann es bei nicht kastrierten Hündinnen während der Läufigkeit zu einem Diabetes mellitus kommen

Symptome

Die Symptome die dem Hundebesitzer als erstes auffallen sind ein stark erhöhter Durst. Damit einhergehend vermehrtes Urinieren. Dieses Symptom ist die Folge vom Versuch des Körpers den überschüssigen Zucker im Blut auszuscheiden. Die Tiere haben einen gesteigerten Appetit, nehmen aber an Gewicht ab. Grund ist, das der Körper die ihm zugeführte Energie nicht mehr in die Zellen einschleusen kann und somit ein Energiedefizit entsteht. Der Hund erscheint müde und seine ''Leistungsfähigkeit sinkt ab. Wunden verheilen schlechter. Häufig kommt es zu einem grauen Star der Augen (diabetischer Katarakt) In schlimmeren Fällen z.B. wenn die Erkrankung nicht erkannt wird, kommt es zu Störungen des Allgemeinbefindens, die Tiere sind apathisch, leiden unter Appetitverlust, zeigen Erbrechen sowie Austrocknungserscheinungen und können im weiterem Verlauf sogar in ein Koma verfallen. Auffallend ist dann auch ein Acetonartiger Mundgeruch.

Welche Tiere sind besonders gefährdet

Im allgemeinen können Hunde jeden Alters an Diabetes mellitus erkranken, allerdings ist es überwiegend eine Erkrankung älterer Tiere. Hündinnen erkranken prozentual häufiger als Rüden, nicht selten tritt die Erkrankung während der Läufigkeit in Erscheinung. Eine gewisse Rassedisposition scheint bei kleineren Hunden vorzuliegen v.a. Pudel und Dackel. Ebenso scheinen Hunde die an Übergewicht leiden häufiger zu erkranken.

Diagnose

Die Diagnose ob ein Diabetes mellitus vorliegt kann nur ein Tierarzt feststellen. Hierzu dienen v.a. Blut- und Urinuntersuchungen. Der Tierarzt wird dann auch auf mögliche andere Ursachen des Diabetes mellitus hin untersuchen.

Behandlung

Die Behandlung besteht darin, das der Hund wahrscheinlich lebenslang auf Insulingaben angewiesen ist, denn die Bauchspeicheldrüse selbst kann dieses Hormon nicht oder nur ungenügend selbst produzieren. Diese Behandlung ist v.a. für den Besitzer mit einer großen Verantwortung verbunden, denn letztendlich ist er es, der für die tägliche Verabreichung zuständig ist. Oft bedeutet dies eine Überwindung, denn das Insulin muss mit einer Spritze verabreicht werden. Ebenfalls zur Behandlung zählt eine entsprechende Diät, neben einer speziellen Zusammensetzung des Futters bestimmte Kohlenhydrate sollten vermieden werden, die Nahrung sollte rohfaserreich sein), sind Fütterungszeiten dabei ein wichtiger Faktor. Eine kontrollierte Fütterung, gleichmäßig über den Tag verteilt hilft, die richtige Einstellung der Insulingaben zu finden. Übergewichtige Tiere sollten auf jeden Fall an Gewicht abnehmen. Bei weibliche unkastrierten Hunden kann eine Kastration hilfreich sein. Die Therapie wird vom Tierarzt ständig überwacht, mit Hilfe von Kontrolluntersuchungen und der richtigen Insulindosis kann der Hund trotzt Diabetes ein normales Leben führen.



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