Borreliose beim Menschen

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Inhaltsverzeichnis

Die Borreliose beim Menschen

Was ist Borreliose und wie wird sie übertragen?

Die Borreliose ist eine, durch Zecken übertragene und sich sehr schnell ausbreitende, Infektionskrankheit. Die Zecke gehört zu den Spinnentieren. Da sie ein Parasit ist, braucht sie andere Lebewesen für ihre Blutmahlzeit. Die Zecke durchläuft während ihres Lebens drei Entwicklungsstadien. Von der Larve über die Nymphe bis hin zur fertigen Zecke. Der gesamte Zyklus dauert bis zu 3 Jahre. Aus der Larve wird nach ihrer ersten Blutmahlzeit die geschlechtslose Nymphe. Aus der wird dann nach einer weiteren Mahlzeit die fertige, geschlechtsreife Zecke. Diese benötigt für ihre Eiablage (bis zu 3000 Eier) wieder eine Blutmahlzeit, welche bis zu 9 Tagen dauern kann. Nach der Eiablage stirbt die Zecke. Das Männchen stirbt schon nach der Befruchtung des Weibchens.

Da die Borreliose ein sehr komplexes Krankheitsbild hat, ist es manchmal sehr schwer die richtige Diagnose gestellt zu bekommen. Der Erreger der Borreliose ist ein Schraubenbakterium. Jedes Jahr infizieren sich 240.000 Menschen in Deutschland mit Borreliose. Bis zu 60.000 erkranken daran. (Quelle: Borreliose Bund Deutschland e.V. Stand 2006)


Krankheitsstadien:

Das Frühstadium:


Im Anfangsstadium klagen die Patienten meist über grippeähnliche Symptome.

Wie z.B.

Chronische Müdigkeit, Kopfschmerzen, Fieber, Hörsturz, Konzentrationsstörungen, Reizbarkeit, Wanderröte, welche aber nicht zwangsläufig auftreten muss und auch an einer anderen Stelle, als der Einstichstelle, zu sehen sein kann. Daher auch ihr Name.


Mittleres Stadium:


Etwa vier bis sechzehn Wochen nach Infektion.

Hepatitis, Nierenentzündung, Herzrhythmusstörungen, Borrelien-Myokarditis, Herzmuskelentzündung, Lungenentzündung


Mittleres bis Spätes Stadium:


Isolierte Hirnnervenausfälle, Lähmungen, Taubheitsgefühl, Störungen des vegetativen Nervensystems, Meningitis, Myelitis, Gedächtnislücken, Sprachstörungen, Störungen beim Lesen und Schreiben, Beeinträchtigungen beim Rechnen, Beeinträchtigungen in der Bewegungsabfolge, Konzentrationsstörungen.


Spätstadium:


setzt meist nach Monaten oder Jahren nach einer Borrelieninfektion ein.

Dabei kommt es zu einer Chronifizierung der Gelenk- und Muskelschmerzen. Neurologische Beschwerden und auch Hautveränderungen können die Folge sein.

Lyme Arthritis, Fibromyalgie, Borrelien Meningitis, Schleimbeutelentzündung.


Es muss aber nicht jeder, der sich mit Borreliose infiziert hat, auch zwangsläufig jedes Stadium durchlaufen. Und nicht jeder hat die gleichen Symptome, auch nicht zum gleichen Zeitpunkt.

Behandlung der Borreliose

Im Anfangsstadium lässt sich die Borreliose sehr gut behandeln. Darum kann man sich, wenn man bemerkt hat, dass man gestochen wurde (bis zu 70 Stunden nach dem Stich), von seinem Arzt eine Dosis Antibiotika verabreichen lassen, welches den Ausbruch der Krankheit verhindern kann.

Wer an sich mehrere der aufgezählten Symptome feststellt, sollte zu seinem Arzt gehen. Dieser wird eine Blutentnahme veranlassen und das Blut auf Borrelioseerreger untersuchen.

Wer sich an den Zeckenstich erinnern kann und weiß, wann er gestochen wurde, kann frühestens 3 Wochen nach dem Stich einen Bluttest machen lassen. Früher ist ein Nachweis nicht möglich. Nachweisen lässt sich die Borreliose im Blut, im Urin und im Liquor (Gehirnwasser, wird mittels einer langen Nadel aus dem Rückenmark entnommen).

Bei der Behandlung ist das Mittel der Wahl "Doxyciclin".

Sollte sich aber durch das Laborergebnis und die Symptome des Patienten herausstellen, dass die Infektion schon länger zurückliegen muss, ist es ratsam 2 – 3 Wochen lang eine tägliche Infusionslösung mit Rozefin zu verabreichen.


Eine Borreliose ist eine bakterielle Infektion, daher ist es ein Irrglaube, dass man nach einer Borrelioseinfektion gegen die Borrelien immun ist. Daher muss man immer sorgsam bleiben, wenn man in Feld, Wald und Flur unterwegs ist.

Was tun bei einem Zeckenstich?

Die Zecke entweder mit einer geeigneten Zeckenzanke oder eine Pinzette nur am Kopf, nahe der Haut fassen und herausziehen. Der Kopf der Zecke hat kein Gewinde – deshalb ist Drehen nicht erforderlich. Bei hartnäckigem Festsitzen der Zecke lediglich eine leicht wechselnde Drehbewegung ausführen. Bei sehr kleinen, noch nicht vollgesogenen Zecken kann man auch ein Skalpell oder notfalls ein Taschenmesser nehmen und die Zecke aus der Haut hebeln. Auf keinen Fall Öl, Klebstoff oder ähnliches verwenden! Die Zecke nicht „vorbehandeln“ oder quetschen! 80% der Infektionen erfolgen aufgrund dieser Fehler. Nach erfolgreicher Entfernung die Stelle etwas desinfizieren, dadurch kann eine Entzündung der Stelle, jedoch nicht die Infektion mit Borrelien verhindert werden.

Da man die Borreliose am Besten durch die Zecke selber nachweisen kann, sollte man diese (wenn man sie noch hat), in einem Labor untersuchen lassen.


Hier eine Adresse, wo man das machen lassen kann:


Landesgesundheitsamt Baden Württemberg

Wiederholdstr. 15

70174 Stuttgart

Zu Hd. Herrn Dr. Oehme

(die Zecke am Besten in feuchte Watte packen und in ein Filmdöschen geben)


Man sollte sich auf jeden Fall auch das Datum und die Lokalisation des Zeckenstiches notieren und die Stelle bzw. den ganzen Körper beobachten und auf die Wanderröte untersuchen. Tritt diese auf, sollte man umgehend einen Arzt aufsuchen, der dann die Behandlung einleitet.

Nach 3 Wochen kann ein Bluttest Auskunft darüber geben, ob eine Infektion mit Borreliose besteht.


"Text erstellt von Muck von www.polar-chat.de"



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