Deutscher Schäferhund, Langhaar (Altdeutscher Schäferhund)

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Version vom 6. Februar 2006, 18:55 Uhr

Inhaltsverzeichnis

Altdeutscher Schäferhund Dago
Altdeutscher Schäferhund Berry

Geschichtlicher Hintergrund

Bevor Rittmeister von Stephanitz Anfang des letzten Jahrhunderts den Standard für den Deutschen Schäferhund festlegte, wies der damalige Hütehund längeres Haarkleid auf. Rittmeister von Stephanitz war jedoch der Auffassung, dass dieses längere Haarkleid die Gebrauchsfähigkeit der Tiere mindern würde. So entstand der "Kurzhaarschäferhund". Natürlich kamen und kommen bis heute immer noch vereinzelt Welpen mit einem längeren Haarkleid in den Würfen vor.

Besitzen diese Hunde ausreichend Unterwolle und scheitelt sich auch nicht ihr Haarkleid auf dem Rücken, spricht man vom sogenannten "Langstockhaar", der jedoch aufgrund des festgelegten Rassestandards bis 1991 als unerwünscht galt.

Dies änderte sich jedoch schlagartig, nachdem seitens des 1984 gegründeten Langstockhaarverbandes (LSVD), im Jahre 1991 der Antrag beim VDH auf Aufnahme gestellt wurde. Zuvor hatte der LSVD unter einer neuen Vorstandschaft die Zuchtordnung den Richtlinien des VDH angepasst. Leider musste der Verband erfahren, dass kurz nachdem der Antrag auf Aufnahme gestellt war, am 23.3.1991 der Standard des deutschen Schäferhundes bei der F.C.I. geändert wurde und zwar folgendermaßen: Bis zu diesem Zeitpunkt war der langstockhaarige Schäferhund, wie bereits zuvor erwähnt, im Standard als unerwünscht, aber nach Antragstellung wurde dieser Schäferhund als ausschließender Fehler eingestuft. Aus diesem Grund konnte und kann bis heute der LSVD keine Aufnahme in den VDH finden.

Aber alle Mitglieder fanden diese Variante des deutschen Schäferhundes für würdig, auch ohne den Segen des großen Dachverbandes weiter zu züchten. Die strengen Zuchtbestimmungen werden weiterhin zur Auflage gemacht. Der Erfolg im Laufe der vergangenen knapp 16 Jahren gibt dem LSVD Recht.

Daraus kann man erkennen, dass die seriöse und gewissenhafte Arbeit des Verbandes Anerkennung gefunden hat. Auch ohne Mitgliedschaft im VDH, die durch einen umstrittenen Schachzug verwehrt worden war, kann der LSVD auf seine Zuchterfolge stolz sein. Darüber hinaus ermöglicht der LSVD, dass diese schöne Rasse standardgemäß auf den jährlich stattfindenden Ausstellungen in Deutschland und der Schweiz gezeigt werden kann. Auch andere Verbände züchten inzwischen gezielt die langhaarige Variante!

Wesen

Der langstockhaarige Schäferhund erfreut sich steigender Beliebtheit. Er wird überall als Gebrauchshund eingesetzt, so z.B. im Rettungs- und Polizeidienst, als Spürhund, Blindenhund etc.Darüber hinaus verfügt er über ein ausgeglichenes Wesen. Deshalb wird er sehr gerne als Familienhund gehalten. Wegen seiner Intelligenz und Lernbereitschaft sollte jedoch auch der Familienhund in irgendeiner Weise gefördert werden, wie z.B. im Hundesport. Ein Langstockhaar mit guter Knochenkraft und korrektem Gebäude ist eine Augenweide für Jedermann.

Allgemeines Erscheinungsbild

Der Langstockhaar-Schäferhund ist mittelgroß, leicht gestreckt, kräftig und gut bemuskelt, die Knochen trocken und das Gesamtgefüge fest.

Wichtige Maßverhältnisse

Die Widerristhöhe beträgt für Rüden 60 cm bis 68 cm, bei Hündinnen 55 cm bis 63 cm. Die Rumpflänge übertrifft das Maß der Widerristhöhe um etwa 10 - 17%.

Rüden: Gewicht 30 kg bis 40 kg Hündinnen: Gewicht 22 kg bis 32 kg

Haut

Die Haut ist (lose) anliegend, ohne jedoch Falten zu bilden.

Haarkleid

Beschaffenheit des Haares : Die korrekte Behaarung ist das Langstockhaar mit Unterwolle. Das Deckhaar ist länger, nicht immer gerade und nicht straff am Körper liegend. Besonders im Ohrinneren, hinter den Ohren, auf der Rückseite des Unterarmes und meist in der Lendengegend sind die Haare erheblich länger. Ab dem Ellenbogen bis zum Vordermittelfuß bilden sie Fahnen. Die Hosen an den Keulen sind lang und dicht.

Farben

Schwarz mit rotbraunen, braunen, gelben bis hellgrauen Abzeichen, Schwarz einfarbig, grau mit dunklerer Wolkung, schwarzem Sattel und Maske, Silber. Unauffällige, kleine weiße Brustabzeichen sowie helle Innenseiten sind zugelassen, aber nicht erwünscht. Die Nasenkuppe muß bei allen Farbschlägen schwarz sein. Fehlende Maske, helle bis stechende Augenfarbe sowie helle bis weißliche Abzeichen an Brust und Innenseiten, helle Krallen und rote Rutenspitze sind als Pigmentschwäche zu bewerten. Die Unterwolle zeigt einen leichten Grauton. Die Farbe weiß ist nicht zugelassen.

Altdeutscher Schäferhund Maika

Kopf

Der Kopf ist keilförmig, der Körpergröße entsprechen (Länge etwa 40% der Widerristhöhe), ohne plump zu sein oder überstreckt zu sein, in der Erscheinung trocken, zwischen den Ohren mäßig breit. Die Stirn ist von vorn und von der Seite gesehen nur wenig gewölbt und ohne oder mit nur schwach angedeuteter Mittelfurche. Das Verhältnis von Oberkopf zu Gesichtsteil beträgt 50% zu 50%. Die Oberkopfbreite entspricht in etwa der Oberkopflänge. Der Oberkopf geht (von oben gesehen) von den Ohren zur Nasenkuppe sich gleich mäßig verjüngend mit schräg verlaufendem, nicht scharf ausgebildetem Stirnabsatz in den keilförmig verlaufenden Gesichtsteil (Fangtei des Kopfes über. Ober- und Unterkiefer sind kräftig ausgebildet. Der Nasenrücken gerade, eine Einsattelung oder Aufwölbung ist nicht erwünscht. Die Lippen sind straff, gut schließend und von dunkler Färbung.

Nase

Die Nase muß schwarz sein.

Gebiss

Das Gebiss muß kräftig, gesund und vollständig sein (42 Zähne gemäß der Zahnforme. Der Langstockhaar-Schäferhund hat ein Scherengebiß, d.h. die Schneidezähne müssen scherenartig ineinandergreifen, wobei die Schneidezähne des Oberkiefers scherenartig die des Unterkiefers überschneiden. Auf-, Vor- und Rückbeißen ist fehlerhaft, ebenso größere Zwischenräume zwischen den Zähnen (lückenhafte Stellun. Fehlerhaft ist ebenso die gerade Zahnleiste der Schneidezähne. Die Kieferknochen müssen kräftig entwickelt sien, damit die Zähne tief in die Zahnleiste eingebettet sein können.

Augen

Die Augen sind mittelgroß, mandelförmig, etwas schrägliegend und nicht hervortretend. Die Farbe der Augen soll möglichst dunkel sein. Helle, stechende Augen sind nicht erwünscht, da sie den Ausdruck des Hundes beeinträchtigen.


Ohren

Der Langstockhaar-Schäferhund hat Stehohren von mittlerer Größe, die aufrecht und gleichgerichtet getragen werden (nicht seitwärts eingezogen), sie sind spitz auslaufend und mit der Muschel nach vorn gestellt. Kippohren und Hängeohren sind fehlerhaft. In der Bewegung bzw. Ruhestellung nach hinten angelegt getragene Ohren sind nicht fehlerhaft.

Hals

Der Hals soll kräftig, gut bemuskelt und ohne lose Kehlhaut (Wamme) sein. Die Zuwinkelung zum Rumpf (Horizontale) beträgt ca. 45%.

Körper

Die Oberlinie verläuft vom Halsansatz an über den gut ausgebildeten Widerrist und über den zur Horizontalen ganz leicht abfallenden Rücken bis zur leicht abfallenden Kruppe ohne sichtbare Unterbrechung. Der Rücken ist fest, kräftig und gut bemuskelt. Die Lende ist breit, kräftig ausgebildet und gut bemuskelt. Die Kruppe soll lang und leicht abfallend (ca. 23° zur Horizontalen) sein und ohne Unterbrechung der Oberlinie in den Rutenansatz übergehen.

Brust

Die Brust soll mäßig breit sein, die Unterbrust möglichst lang und ausgeprägt. Die Brusttiefe soll etwa 45% bis 48% der Widerristhöhe betragen. Die Rippen sollen mäßige Wölbung ausweisen, tonnenförmige Brust ist ebenso fehlerhaft wie Flachrippigkeit.

Rute

Die Rute reicht mindestens bis zum Sprunggelenk, jedoch nicht über die Mitte des Hintermittelfußes hinaus. Sie ist an der Unterseite buschig behaart und wird in sanft herabhängendem Bogen getragen, wobei sie in der Erregung und in der Bewegung stärker angehoben getragen wird, jedoch nicht über die Rückenlinie hinaus. Operative Korrekturen sind verboten.

Gliedmaßen

Die Vordergliedmaßen sind von allen Seiten gesehen gerade, von vorn gesehen absolut parallel. Schulterblatt und Oberarm sind von gleicher Länge und mittels kräftiger Bemuskelung fest am Rumpf angelagert. Die Winkelung von Schulterblatt und Oberarm beträgt im Idealfall 90°, im Regelfall bis 110°. Die Ellenbogen dürfen weder im Stand noch in der Bewegung ausgedreht werden und ebenso nicht eingedrückt sein. Die Unterarme sind von allen Seiten gesehen gerade und zueinander absolut parallel stehend, trocken und fest bemuskelt. Der Vordermittelfuß hat eine Länge von ca. 1/3 des Unterarmes und hat einen Winkel von ca. 20° bis 22° zu diesem. Sowohl ein zu schräg stehender Vordermittelfuß (mehr als 22°) als auch ein steil stehender Vordermittelfuß (weniger als 20°) beeinträchtigen die Gebrauchseignung, insbesondere die Ausdauerfähigkeit.

Pfoten

Die Pfoten sind rundlich, gut geschlossen und gewölbt, die Sohlen hart, aber nicht spröde. Die Nägel sind kräftig und von dunkler Farbe.

Hinterhand

Die Stellung der Hinterläufe ist leicht rückständig, wobei die Hintergliedmaßen von hinten gesehen parallel zueinander stehen, Oberschenkel und Unterschenkel sind von annähernd gleicher Länge und bilden einen Winkel von ca. 120°, die Keulen sind kräftig und gut bemuskelt. Die Sprunggelenke sind kräftig ausgebildet und fest, der Hintermittelfuß steht senkrecht unter dem Sprunggelenk.

Gangwerk

Der Langstockhaar-Schäferhund ist ein Traber, die Gliedmaßen müssen in Länge und Winkelungen so aufeinander abgestimmt sein, dass er ohne wesentliche Veränderung der Rückenlinie die Hinterhand bis zum Rumpf hin verschieben und mit der Vorhand genausoweit ausgreifen kann. Jede Neigung zur Überwinkelung der Hinterhand mindert die Festigkeit und die Ausdauer und damit die Gebrauchstüchtigkeit. Bei korrekten Gebäudeverhältnissen und Winkelungen ergibt sich ein raumgreifendes, flach über den Boden gehendes Gangwerk, das den Eindruck müheloser Vorwärtsbewegungen vermittelt. Bei einem nach vorn geschobenen Kopf und leicht angehobener Rute ergibt sich bei einem gleichmäßigen und ruhigen Trab eine von den Ohrenspitzen über den Nacken und Rücken bis zum Rutenende verlaufende weichgeschwungene und nicht unterbrochene Rückenlinie.

Hoden

Rüden sollten zwei offensichtlich normal entwickelt Hoden aufweisen, die sich vollständig im Skrotum befinden.



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