Fährte

Aus Hunde-Wissen
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Inhaltsverzeichnis


Wie Hunde riechen

Die Nase ist eines der wichtigsten Sinnesorgane des Hundes. Blitzschnell und ganz genau kann er Geruchsbilder differenzieren. So ist es dem Hund möglich, eine große Anzahl verschiedener Gerüche selbst bei schwächster Konzentration voneinander zu unterscheiden. Wie an einer Landkarte orientiert sich der Hund an den Duftbildern und nimmt dabei Dinge wahr, die uns verborgen bleiben. In der Relation zu uns Menschen, ist der Geruchssinn beim Hunde wesentlich besser entwickelt. Oftmals bestimmen Gerüche, die wir gar nicht wahrnehmen, das Empfinden und Handeln unseres Hundes.

Während des Gehirnwachstums in den ersten Lebenswochen eines Welpen, reift seine Riechfähigkeit aus. Damit dies geschehen kann, ist es wichtig, dass die Welpen in dieser Zeit mit möglichst vielen Umweltreizen in Berührung kommen. Nur so können sich die Nerven-verbindungen entwickeln, die später das Verhalten des erwachsenen Hundes beeinflussen.

Hunde reagieren auf jede „Geruchsbotschaft“. Die Reaktion darauf ist bei jedem Hund unterschiedlich und hängt davon ab, wie er die Geruchsinformation im Gehirn verarbeitet. Beispiel: Ein Jagdhund und ein Bernhardiner treffen auf eine frische Hasenfährte. Der Jagdhund wird aufgrund seiner Veranlagung sofort den Geruch aufnehmen und ihm folgen, der Bernhardiner wird vermutlich wenig Interesse zeigen.

Diese Sinnesreize können Hunde nicht beeinflussen oder steuern und die Antwort darauf können sie auch nicht unterdrücken.

Sehr stark beeinflussen tut immer der Sexualtrieb. Hat ein Rüde den Duft der läufigen Hündin an einem Busch entdeckt, wird ihn dieser Geruch so einnehmen, dass er alle anderen Sinne in diesem Moment herunterschraubt. So kann es z.B. passieren, dass der Hundehalter, der direkt neben seinem Hund steht und diesen zum weiter gehen auffordert, zurecht glaubt, dass sein Hund „ihn nicht hört“. Natürlich hört der Hund ihn akustisch, aber sein Hörsinn ist in diesem Moment nur noch ganz schwach „angeschaltet“, da der Geruchssinn in dieser Situation überwiegt.

Auch die Abgabe der eigenen „Geruchsäußerungen“ kann der Hund nicht beeinflussen, all das geschieht instinktiv. So nimmt ein Hund, der beschwichtigen will, seine Rute herunter, wodurch weniger Geruchsstoffe aus der Analdrüse frei werden. Das signalisiert wieder weniger Aggressivität.

Auch wir Menschen können die Abgabe von Geruchsstoffen nicht beeinflussen. Unsere Hunde werden immer riechen, was wir gerade empfinden. Angstschweiß, Wut oder Freude – der Hund reagiert auf jeden wahrgenommen Geruch. Genauso riechen sie, was der Mensch während seiner Abwesenheit von Zuhause erlebt hat. Hat er andere Hunde getroffen? Hat er sich - ohne sie - den Bauch vollgeschlagen? Alles, was für den Hund interessant ist, wird erschnüffelt.

Da wir Menschen diese Gerüche nicht bestimmen können, haben wir hier ein großes Informationsdefizit!



Fährtenarbeit in der Praxis

Erstes Experiment: Wie reagiert mein Hund auf eine Fährte?

Streichen Sie einen Apportiergegenstand, z.B. eine Beißwurst, mit Leberwurst ein und ziehen sie diesen Gegenstand mit Hilfe einer Schnur auf einer geraden Linie von Ausgangspunkt A nach Ziel B. Dort legen Sie den Gegenstand ab. Ausgangspunkt und Ziel haben Sie vorher gut sichtbar markiert. Legen Sie ihrem Hund nun eine Fährtenleine an. Das kann eine Leine aus Baumwolle, Leder oder Nylon sein, ca. 10-15 m lang. So angeleint führen Sie ihren Hund zur Mitte der Fährtenspur und kreuzen diese. Achten sie darauf, ob ihr Hund interessiert zu schnüffeln beginnt und die Spur bemerkt. Selbst Hunde mit wenig Erfahrung werden mit großer Wahrscheinlichkeit die Spur letztendlich bis zum Zielpunkt B verfolgen. Dort angekommen, wird der Hund selbstverständlich ausgiebig belohnt!

Hat dieses Experiment gut geklappt, sollten Sie in Zukunft nur noch über den Eigengeruch des Apportiergegenstandes arbeiten, damit der Hund nicht ungewollt dazu erzogen wird, ständig nach Fressbarem auf dem Boden zu suchen.

Die Fährtenleine, evtl. im Zusammenhang mit einem Geschirr sollte ab sofort auch nur für Fährtenarbeit benutzt werden.


Das Leinentraining

für den Menschen:

Die Fährtenleine sollte beim Arbeiten immer leicht auf Spannung gehalten werden. Sie dient dem Hundeführer als Hilfe, wenn es darum geht, zu erkennen, was der Hund gerade signalisiert.Bleibt er zum Beispiel stehen, lockert sich die Leine und der Hundeführer kann sofort reagieren. Eine Voraussetzung dafür ist ein ganz sensibler Umgang mit der Führleine, deren Spannung immer gleich sein sollte. Das ist in der Handhabung nicht ganz einfach, daher ist es sinnvoll, dass der Hundehalter erst einmal eine "Trockenübung" macht.

Dazu bindet man die Leine an einen Zaun oder ähnliches und übt das Aufnehmen und das Nachgeben der Leine, indem man sich vor- und zurück bewegt. Das Aufnehmen der Leine geschieht Stück für Stück. Das Tempo bestimmt der Hundehalter, je nachdem, wie weit er seine Hände greifen lässt. Trainiert wird das ganz langsam, aber auch mal ganz schnell, für den Fall, dass der Hund ganz plötzlich stehen bleibt. Immer sollte die Leine die gleiche Spannung behalten.

Beim Nachgeben der Leine hat man die Möglichkeit das stückchenweise zu machen oder die Leine einfach durch die Hände gleiten zu lassen (evtl. Handschuhe tragen). Die Leine sollte kurz vor dem Ende mit einem Knoten markiert sein. So bemerkt man ohne zu schauen, dass das Ende der Leine naht und ein weiteres nachgeben nicht mehr möglich ist.

Wenn die Übungen am Zaun gut klappen, probiert man das ganze einmal mit einem Menschen als Hundeersatz aus. Dabei erst auf freiem Feld, dann aber auch im Wald üben. Man wird sehen, dass das ganze nicht so einfach ist, wenn es durch Gestrüpp und um Bäume herum geht.

Die Leine sollte selbstverständlich knotenfrei sein. Dazu muss man sie gut aufwickeln. Bewährt hat sich hier die Methode, wie man es bei Wollknäueln macht.Die Dicke und Schwere der Leine sollte dem Hund angepasst sein.


für den Hund:

Nachdem der Hundeführer gelernt hat, mit der Leine umzugehen, solte jetzt auch der Hund langsam daran gewöhnt werden. Zu der Fährtenleine gehört immer ein Suchgeschirr, niemals die Fährtenleine am Halsband befestigen! Sollte der Hund noch nie ein Geschirr getragen haben, fängt man damit an, ihn langsam an das Tragen zu gewöhnen. Das Geschirr sollte für den Hund angenehm zu tragen sein, nirgendwo scheuern oder zwicken. Ganz wichtig ist, dass das Geschirr keinen Druck auf den Halsbereich ausübt, wenn der Hund mit der Nase am Boden arbeitet! Der Hund sollte das Geschirr nur bei der Fährtenarbeit tragen. Dann kann es für ihn zu einem wichtigen Zeichen werden und er weiß beim Überstreifen sofort, was jetzt von ihm erwartet wird. Bei Hunden, die generell mit Brustgeschirr geführt werden, kann das Zeichen das Anknipsen der langen Fährtenleine sein. Es ist aber auch gut, wenn das Fährtengeschirr sich vom normalen Geschirr in Art und Form stark unterscheidet, z.B. kann es breiter und gepolstert sein.

Das Spurenlegen

Auch hier beginnen wir wieder mit einer Trockenübung für den Menschen. Es passiert nämlich oft, dass man seine gelegte Spur selbst nicht wieder findet, vor allem, wenn jemand anderes die Spur gelegt hat. Es ist also wichtig, sich im Vorfeld genau zu überlegen, wie man die Spur kennzeichnet, damit man sie ohne große Probleme erkennt, auch wenn man sie erst 2 Tag später verfolgt. Die Zeichen sollte für den Menschen gut sichtbar, aber für den Hund nicht wahrnehmbar sein!

Markieren Sie sich den Startpunkt und die Richtungsanweisung. Entweder machen Sie das mit einer bestimmten Markierung, z.B. mit einem Pfeil aus Stöckern, oder sie nehmen einen deutlichen Anhaltspunkt im Gelände. Achtung! Wählen Sie Anhaltspunkte, die sich nicht von allein verändern! Aus einem Maulwurfshügel können ganz schnell 10 werden, und wer weiß dann noch welcher Hügel der Ausgangspunkt war?

Für die Richtung wählt man am besten einen bestimmten Punkt in der Entfernung. Z.B. ein Gebäude oder einen Strommast. Auf diesen Punkt bewegen Sie sich dann zu. Der richtungsanweisende Punkt sollte immmer gut sichtbar sein, auch wenn das Gelände hügelig wird.

Möchten Sie einen Winkel einbauen, brauchen Sie 2 weitere Fixpunkte. Der erste gibt das Zeichen zum Richtungswechsel (Winkel) der zweite Punkt die neue Richtung und evtl. das Ziel an.

Eine gute Hilfe zur Markierung einer längeren Spur sind farbige Bändchen, die man an Wäscheklammern befestigen kann und an Ästen festklammern kann. Die Farben könnten bestimmte Bedeutungen haben, wie z.B. "jetzt sofort einen rechten Winkel laufen" etc.

Zeichnen Sie sich ihre Spur auf ein Blatt Papier, geben Sie alle ihre Markierungen dort ein. Lassen Sie das auch von einer fremden Person machen und versuchen sie - erst einmal ohne Hund - so eine Spur zu verfolgen und Markierungspunkte zu erkennen.

Die Duftaufnahme

Die Arten der Anzeige

Arbeiten mit der eigenen Spur

Gegenstände anzeigen

Personensuche

Nasenspiele

Einen verlorenen Gegenstand suchen

Teebeutel suchen/unterscheiden

Die eigene Leine suchen und anzeigen

Blumentopfspiel

Tannenzapfenspiel

Schuhsalat



Meine Werkzeuge