Homöopathische Arzneimittel

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Inhaltsverzeichnis

Homöopathische Arzneien

Allgemeines

"Homöopathische Arzneien werden in der Regel als Tropfen, Globuli (Milchzuckerkügelchen) oder Salben hergestellt.

Als Ausgangsstoffe dienen vor allem Pflanzen, Tiere, Minerale, Metalle und so genannte Nosoden, das sind Stoffe aus kranken Organen, z.B. Eiter.

In den meisten Fällen kommen die gewonnenen Substanzen nicht in ihrer reinen Form zur Anwendung, sondern werden verdünnt und potenziert.

Hahnemann entwickelte dieses Prinzip, weil viele seiner Arzneien zu sehr heftigen Wirkungen bei den Patienten führten. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass die Homöopathie auch mit sehr starken Giften, wie Arsen oder Tollkirsche, arbeitet. Er begann deshalb mit Verdünnungen zu experimentieren. Dabei entdeckte er, dass manche Verdünnungsstufen sogar besser wirkten, als die reine Substanz.

Der Verdünnung und Potenzierung liegt aber auch die Idee zugrunde, dass man die Arznei von ihrer Materie befreien muss, damit sie besser auf die ebenfalls nicht materielle Lebenskraft wirken kann. Diesen Ansatz findet man schon im späten Mittelalter beim Arzt und Gelehrten Philipp Theophrastus Bombastus v. Hohenheim - besser bekannt als Paracelsus. Erst Hahnemann jedoch fand heraus, wie sich dieses Prinzip in die Tat umsetzen lässt.


Verdünnen und Potenzieren

Um die Arznei einerseits verträglicher zu machen, andererseits in ihrer Wirksamkeit zu steigern, wird die Ausgangssubstanz verdünnt oder - bei festen Ausgangsstoffen - mit Milchzucker verrieben. Dabei unterscheidet man verschiedene Verdünnungsreihen bzw. Potenzformen:

- D = Dezimalpotenz = Verdünnungsverältnis 1 : 9

- C = Centesimalpotenz = Verdünnungsverhältnis 1 : 99

- Q = Quinquagintamillesimalpotenz = Verdünnungsverhältnis 1 : 50.000

In der Praxis sieht die Herstellung einer flüssigen Potenz so aus:

Zunächst wird die Ausgangssubstanz mit hochprozentigem Alkohol versetzt, um sie haltbar zu machen. Dann wird ein Tropfen der Urtinktur in ein sauberes Röhrchen gefüllt. Dazu kommen - beispielsweise bei der Herstellung einer C-Potenz - 99 Tropfen Alkohol oder Wasser. Dann wird zehnmal kräftig gegen eine feste, federnde Unterlage gestoßen. Das Resultat ist die Arznei in der Potenz C 1. Von dieser Substanz wird wiederum ein Tropfen mit 99 Tropfen Alkohol oder Wasser verdünnt und zehnmal gestoßen. So erhält man eine C 2-Potenz. Bei einer C 200 wurde die Urtinktur also 200-mal im Verhältnis 1 : 99 verdünnt.


Arzneien ohne Wirkstoff

Während Hahnemann in seinen späteren Jahren durchweg mit C 30 arbeitete, trieben seine Nachfolger die Potenzen bis zur C 1.000 000 und weiter. Zum Vergleich: Schon eine D 16-Potenz (16-mal 1 : 9 Verdünnung) entspricht ungefähr dem Verhältnis von einem Gramm Kochsalz gelöst im Wasser des Bodesees (572 km²).

Ab einer Verdünnung von C 12 und D 24 überschreitet man die so genannte Avogadro´sche Zahl, das heißt, in der Arznei befindet sich theoretisch kein Molekül des Ausgangsstoffes mehr.

Trotzdem werden die hohen und höchsten Potenzen von den Homöopathen bei chronischen Krankheiten als die Wirksamsten eingestuft. Hochpotenzen werden den Patienten manchmal nur einmal als Tropfen oder Globuli verabreicht, manchmal reicht es sogar aus, den Patienten nur an der Arznei riechen zu lassen, um eine tiefgreifende, langanhaltende Wirkung hervorzurufen.

Während die C- und D- Potenzen zu heftigen Erstverschlimmerungen führen können, sind die Q- oder LM- Potenzen wesentlich sanfter in ihrer Wirkung und dabei genauso tiefgreifend.


Warum die Hochpotenzen wirken, ist wissenschaftlich bislang nicht bewiesen. Es gibt zwar Erklärungsansätze, allgemein anerkannt sind sie jedoch nicht.

Viele Wissenschaftler halten eine Wirkung von Hochpotenzen lediglich für einen Placebo-Effekt, gehen also davon aus, dass eine Heilung oder Besserung nur zustande kommt, weil der Patient daran glaubt. Dieses Argument wird jedoch von der Tatsache ad absurdum geführt, dass homöopathische Mittel auch sehr gut bei Tieren wirken."

Autor: Volker Queck



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